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Stationen deutscher Filmgeschichte: Der Letzte Mann

Title: Stationen deutscher Filmgeschichte: Der Letzte Mann

Seminar Paper , 2008 , 11 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Johannes Werner (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Der letzte Mann handelt von einem alternden Portier, der mit großem Enthusiasmus seinem Beruf vor der Drehtür des exklusiven Hotel Atlantic nachgeht. Bekleidet mit einer prächtigen Uniform, verrichtet er voller Stolz seine Aufgaben. Die prunkvolle Livree verleiht ihm außerdem in seinem heruntergekommenen Wohnviertel eine Art Heldenstatus. Auf seinem Weg von der Arbeit nach Hause grüßen ihn alle Leute stets freundlich.
Eines Tages übernimmt sich der alte Mann beim Tragen eines besonders schweren Koffers, so dass er eine Pause einlegen muss. Dies beobachtet jedoch der Hoteldirektor, der ihn infolge dessen aufgrund von Altersschwäche zum Toilettenmann degradiert.
Für den erniedrigten, alten Mann bricht nun eine Welt zusammen, da er die Livree – den Quell seines Stolzes – zurückgeben muss. Dieser Umstand erweist sich als besonders tragisch, da am selbigen Abend die Hochzeitsfeier seiner Nichte stattfindet und „die Uniform […] dem Fest zusätzlichen Glanz verleihen“ soll. Aus diesem Grund entwendet er seine Dienstbekleidung, um bei der Feier standesgemäß auftreten zu können.
Zwar gibt der Protagonist weiterhin vor, seiner Tätigkeit als Portier nachzugehen, jedoch fliegt der Schwindel auf, als seine Haushälterin ihm auf der Arbeit etwas zu Essen vorbeibringen will. Nachdem sie vor der Hoteltür auf den neuen, jungen Portier getroffen ist, kann die Degradierung nicht länger geheim gehalten werden. Schnell breitet sich die Neuigkeit im Wohnviertel aus, was dazu führt, dass der letzte Mann bei seiner abendlichen Heimkehr – wiederum mit seiner Portiersuniform bekleidet – zum Gespött des Viertels wird, woraufhin ihn seine Verwandten verstoßen. Im Anschluss kehrt er an seine Arbeitsstätte zurück, um die Livree zurückzubringen, wobei er allerdings vom Nachtwächter ertappt wird. Dieser hat jedoch Mitleid mit ihm und versucht, ihm Trost zu spenden.
Über Nacht erfährt das Schicksal des letzten Mannes dann eine wunderbare Wendung, da ein amerikanischer Millionär, der in seinen Armen stirbt, ihm sein gesamtes Vermögen hinterlässt. Die Schlussszenen zeigen den Ex-Portier mit seinem Freund, dem Nachtwächter, alsdann an einem mit allerlei Köstlichkeiten gedeckten Tisch, ehe die beiden in der finalen Szene in einer Droschke Platz nehmen und in ein besseres Leben fahren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1. Produktionsdaten

1.2. Regie – Friedrich Wilhelm Murnau

1.3. Buch – Carl Mayer

1.4. Kamera – Karl Freund

2. Inhalte

2.1. Handlung

2.2. Stil und Besonderheiten

3. Wechselbeziehungen

3.1. Geschichtliche und politische Hintergründe

3.2. Wirtschaftliche Situation

3.3. Situation der Kinos

3.4. Technische Neuerung – Freunds Kameraarbeit

4. Wirkung – Zeitgenössische Kritiken

Zielsetzung & Themen

Die Seminararbeit untersucht den Stummfilm-Klassiker "Der letzte Mann" von F.W. Murnau im Kontext der deutschen Filmgeschichte der 1920er Jahre. Dabei wird analysiert, wie filmtechnische Innovationen, insbesondere die "entfesselte Kamera" von Karl Freund, in Wechselwirkung mit den sozioökonomischen und politischen Bedingungen der Weimarer Republik standen und die narrative Form des Films maßgeblich prägten.

  • Produktionsbedingungen und künstlerische Zusammenarbeit (Murnau, Mayer, Freund)
  • Die ästhetische Gestaltung und Symbolik des Films
  • Einfluss gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf das Filmschaffen
  • Innovationen der Kameratechnik und visuelle Erzählweise
  • Rezeption durch zeitgenössische Filmkritik

Auszug aus dem Buch

3.4 Technische Neuerung – Freunds Kameraarbeit

„Die Kamera ist der Zeichenstift des Regissuers. Sie soll die größtmögliche Beweglichkeit aufweisen, um jeden flüchtigen Stimungsakkord aufzuweisen“33 schrieb das Theatre Magazine. Genau diese in der Bewegung der Kamera vorliegende technische Neuerung hat den letzten Mann zu seinem großen Ruhm verholfen. Um dies zu bewerkstelligen entwickelte Karl Freund eine neuartige Handkamera, die ihm ermöglichte, diese zum gegebenen Zeitpunkt revolutionären bewegten Bilder einzufangen. Neben technischen Kunststücken verdanken wir die Aufnahmen vor allem dem persönlichen Einsatz Freunds. Er ist es, der in der Eröffnungsszene des Films, die auf ein Fahrrad montierte Kamera aus einem im Erdgeschoss ankommenden Aufzug in die Empfangshalles des Hotels hinausbewegt und dynamisch das geschäftige Treiben einfängt. Allerdings kursieren heute unterschiedliche Meinungen über diesen Punkt. So wollen manche Kritiker in den Spiegelungen der Drehtür Karl Freund auf einem Wagen sitzend erkennen.34 Außerdem ist unklar, wie der leicht untersetzte Freund mitsamt dem Fahrrad in dem relativ kleinen Aufzug, der in anderen Kameraeinstellungen ins Bild rückt, Platz gefunden haben soll.35 Die entfesselte Kamera ermöglicht den Zuschauern zudem, die Perspektive des Portiers einzunehmen, wobei insbesondere die Szene Erwähnung verdient, die den Portier nach einer durchzechten Nacht torkelnd in seinem Zimmer zeigt. Diese Aufnahmen realisierte Freund indem er sich die Kamera auf den Bauch schnallte und eben diese trunkenen Bewegungen vollführte.

Auch für die Realisation der Sequenz des „fliegenden Tons“, bei welcher der Ton aus einer Trompete mit der Kamera verfolgt wird, war technisches Geschick gefordert. Hierfür baute man eigens eine Brücke, an deren Unterseite ein beweglicher Stahlträger befestigt war, auf welchem der Kameraassistent sich platzierte, um seine Bilder aufzunehmen.36

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel liefert grundlegende Produktionsdaten zum Film sowie biographische Informationen zu den beteiligten Schlüsselfiguren Friedrich Wilhelm Murnau, Carl Mayer und Karl Freund.

2. Inhalte: Hier wird der Handlungsverlauf des Films detailliert beschrieben und eine Analyse der filmischen Stilmittel sowie der zentralen Symbolik, wie etwa der Bedeutung der Uniform und des Treppenmotivs, vorgenommen.

3. Wechselbeziehungen: Dieser Abschnitt beleuchtet den Einfluss der politischen Geschichte, der wirtschaftlichen Lage der Weimarer Zeit sowie der Kinosituation auf die Entstehung und Formgebung des Films.

4. Wirkung – Zeitgenössische Kritiken: Das Kapitel widmet sich der zeitgenössischen Aufnahme des Werks und dokumentiert die euphorische Rezeption durch Filmkritiker sowie die Anerkennung der technischen und darstellerischen Leistungen.

Schlüsselwörter

Der letzte Mann, F.W. Murnau, Karl Freund, entfesselte Kamera, Stummfilm, Weimarer Republik, UFA, Emil Jannings, Filmgeschichte, Kameraarbeit, Filmkritik, Symbolik, Filmarchitektur, deutsche Filmkunst, Produktionsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Film "Der letzte Mann" im Kontext der deutschen Filmgeschichte der 1920er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Produktionsbedingungen, die technische Innovation der Kameraführung, die filmische Symbolik sowie die sozioökonomischen Einflüsse auf die Filmproduktion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Zusammenspiel von technischem Fortschritt (insbesondere der "entfesselten Kamera") und dem gesellschaftlichen Kontext auf die künstlerische Gestaltung des Werks zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die auf Literaturrecherche, der Untersuchung zeitgenössischer Kritiken und der direkten Analyse des Filmmaterials basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Handlung, die filmische Symbolik, die Analyse der geschichtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Kameratechnik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie F.W. Murnau, entfesselte Kamera, Stummfilm, Weimarer Republik und Filmästhetik beschreiben.

Welche Bedeutung kommt dem Happy-End des Films zu?

Das Happy-End wird als vom Produzenten Erich Pommer gefordert und filmhistorisch oft als ironischer Kommentar auf den Dawes-Plan interpretiert.

Warum spielt die Treppe eine so zentrale Rolle im Film?

Die Treppe symbolisiert den sozialen Aufstieg und den darauffolgenden dramatischen Abstieg des Protagonisten, der den Verlust seines Status als Portier widerspiegelt.

Wie wurde die "entfesselte Kamera" technisch realisiert?

Durch verschiedene innovative Ansätze wie die Montage der Kamera auf Fahrräder, den Einsatz von tragbaren Konstruktionen am Körper des Kameramanns oder spezialisierte Schienensysteme.

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Details

Title
Stationen deutscher Filmgeschichte: Der Letzte Mann
College
University of Regensburg
Course
Stationen deutscher Filmgeschichte: Vom Expressionismus bis zum neuen deutschen Film (1920-1970)
Grade
1.7
Author
Johannes Werner (Author)
Publication Year
2008
Pages
11
Catalog Number
V130996
ISBN (eBook)
9783640402199
ISBN (Book)
9783640402533
Language
German
Tags
Der Letzte Mann Friedrich Murnau
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Werner (Author), 2008, Stationen deutscher Filmgeschichte: Der Letzte Mann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130996
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