Dem Deutschen Wanderverband zufolge ist das Wandern die beliebteste Outdoor-Aktivität der Deutschen. Jede Menge Reiseveranstalter haben diesen Trend durchschaut und richten ihre Angebote gleichermaßen auf dem Markt aus. Doch im Vergleich zu den boomenden 60er Jahren hat der Wandertourismus ein neues Bild angenommen, das die Tendenz zur Internationalisierung sowie Trendentwicklungen, Abenteuer und Exklusivität in sich schließt. Für die Produktentwicklung auf dem Veranstaltermarkt bedeutet diese Veränderung Einbeziehung individueller Kundenwünsche, Spezialisierung auf Nischen, Schaffung von Zusatznutzen und hohe Qualität in der Dienstleistung. Dabei sollte das Erleben in authentischer Umgebung im Vordergrund stehen und das Gefühl von Selbstverwirklichung angestrebt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Tourismus und Wandern
2.1 Was bedeutet „Wandern“?
2.1.1 Begriffserklärung Wandern
2.1.2 Begriffserklärung Bergwandern
2.1.3 Begriffserklärung Bergsteigen
2.1.4 Begriffserklärung Trekking
2.2 Geschichtliche Entwicklung des Wandertourismus
2.3 Institutionalisierung des Wanderns
2.3.1 Verbände und Vereine
2.3.2 Schutzhütten
2.3.3 Wege
2.4 Wandertourismus heute – eine neue Reiseform?
3 Wandern – eine Form des alternativen und umweltbewussten Reisens
3.1 Sanfter Tourismus
3.2 Naturtourismus
3.2.1 Nachhaltiger Tourismus
3.2.2 Ökotourismus
4 Beschreibung der Wandertouristen als Marktnachfrager
4.1 Zielgruppenanalyse
4.2 Urlaubsmotive und Anforderungen an das Produkt
4.2.1 Natur
4.2.2 Erlebnis
4.2.3 Sport und Aktivität
4.2.4 Gesundheit und Wellness
4.2.5 Selbstfindung
4.2.6 Ökologisches Bewusstsein
4.2.7 Individualität
4.3 Art der Informationsbeschaffung
5 Beschreibung des Reiseveranstaltermarktes
5.1 Wanderreisen als touristisches Produkt
5.1.1 Touristisches Leistungsbündel
5.1.2 Besonderheiten touristischer Produkte
5.1.3 Angebotsformen
5.1.4 Marketingstrategien
5.1.5 Marketing-Instrumente
5.2 Aktuelle Marktsituation
5.2.1 Beschreibung der Angebotstiefe
5.2.2 Beschreibung der Angebotsbreite
5.3 Produktentwicklungsvorgang bei Wanderreisen in Verbindung mit Expertenbefragungen
5.3.1 Produktentwicklungsprozess
5.3.2 Produktdefinition
5.3.3 Produktkonzeption
5.3.4 Produktgestaltung
5.3.5 Produktdesign
6 SWOT-Analyse im Bezug auf das Wandern
6.1 Schwächen und Gefahren
6.1.1 Verletzungsgefahr
6.1.2 Herzinfarktgefahr
6.1.3 Höhenkrankheit
6.1.4 Wetterabhängigkeit
6.1.5 Murenabgänge, Felsstürze und Hochwasser als Folgen der Klimaerwärmung
6.1.6 Eingeschränkter Komfort, Hygiene und Sauberkeit
6.1.7 Belastung der Bereisten
6.1.8 Verlust der Authentizität durch „Fun-Parks“
6.2 Stärken und Chancen
6.2.1 Umweltverträglichkeit
6.2.2 Ökonomische Vorteile für Betroffene des Wandertourismus
6.2.3 Individueller Nutzen durch hohen Erlebniswert im Vergleich zum geringen Geldwert
6.2.4 Erkennung von Trends
7 Best Practice-Beispiel einer Wanderreise anhand einer Alpenüberquerung vom Karwendel bis zum Gardasee
7.1 Ausgangssituation
7.2 Ausrüstung
7.3 Routenverlauf
7.4 Erfahrungsbericht
7.5 Markteinführung
8 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Vermarktung von Wanderreisen als touristisches Produkt im modernen Markt. Im Fokus steht dabei die Analyse der sich verändernden Bedürfnisse der Wandertouristen sowie die Strategien, mit denen Reiseveranstalter auf diesen Trend reagieren, um individualisierte und authentische Wanderangebote zu schaffen.
- Historische Einordnung des Wanderns und dessen Wandel zur modernen Reiseform.
- Differenzierte Zielgruppenanalyse unter Berücksichtigung aktueller Urlaubs- und Lebensstile.
- Analyse der Produktentwicklung und Marketingstrategien im spezialisierten Wanderreisesegment.
- SWOT-Analyse zur Identifikation von Stärken, Schwächen und Zukunftschancen.
- Praxisbeispiel einer Alpenüberquerung zur Veranschaulichung der Produktkonzeption.
Auszug aus dem Buch
2.1 Was bedeutet „Wandern“?
Wer annimmt, Wandern wäre eine Sportart, die nicht mit der Zeit gehe, der irrt. Wanderer jedoch unterscheiden sich in gewisser Weise von den vielen anderen Sport treibenden Menschen. Sie sind „Idyllensucher“, die sich Luxus gönnen, denn: Zum Wandern braucht man Zeit. Wandern ist eindeutig eine sportliche Tätigkeit, die zu körperlichem Wohlbefinden führt. Das reine „Kilometer-Machen“ aber wird zweifellos jedes stilvolle Erlebnis verhindern, das mit dem Wandern von seinem Ursprung her verbunden war. Trekking-Höchstleistungen und „Querfeldein-Survival-Walks“ machen die kleinen Entdeckungen am Wegesrand unmöglich. Wandern aber braucht Zeit, viel Zeit, und statt Muskulatur eher Phantasie.
Schließlich geht es doch um das Ineinanderspielen körperlich-sinnlicher, geistiger und seelischer Erfahrungen derer, die sich mit dem Rucksack auf dem Rücken in freier Natur bewegen. Nicht umsonst heißt es, dass jemand ein „bewanderter“ Mensch ist, wenn er in seinem Leben reiche Erfahrungen gesammelt hat und ein fundiertes Wissen aufweisen kann. Was der Mensch sich erwandert hat, das kann ihm keiner mehr nehmen. Schon Goethe sagte einst: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zielsetzung und Vorgehensweise: Das Kapitel definiert den Fokus auf touristische Wanderreisen und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit anhand von Experteninterviews und Analysen.
2 Tourismus und Wandern: Es werden grundlegende Begrifflichkeiten geklärt, die geschichtliche Entwicklung und Institutionalisierung des Wanderns beleuchtet und der Wandertourismus in den Kontext moderner Reiseformen eingeordnet.
3 Wandern – eine Form des alternativen und umweltbewussten Reisens: Dieses Kapitel ordnet das Wandern in die Konzepte sanfter Tourismus, Naturtourismus, Nachhaltigkeit und Ökotourismus ein.
4 Beschreibung der Wandertouristen als Marktnachfrager: Hier wird die Zielgruppenanalyse durchgeführt, wobei Urlaubsmotive, Anforderungen an das Produkt und das Informationsverhalten der Wanderer im Vordergrund stehen.
5 Beschreibung des Reiseveranstaltermarktes: Die Arbeit analysiert hier das touristische Leistungsbündel, Marketingstrategien, die aktuelle Marktsituation und den detaillierten Prozess der Produktentwicklung.
6 SWOT-Analyse im Bezug auf das Wandern: Es findet eine systematische Gegenüberstellung von internen Stärken und Schwächen sowie externen Chancen und Gefahren im Wandertourismus statt.
7 Best Practice-Beispiel einer Wanderreise anhand einer Alpenüberquerung vom Karwendel bis zum Gardasee: Die Verfasserin veranschaulicht anhand ihrer eigenen, realisierten Alpenüberquerung den Weg von der Planung über die Ausrüstung bis zur Markteinführung.
8 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der Forschungsergebnisse und einer Einschätzung des Zukunftspotentials für spezialisierte Wanderreiseanbieter.
Schlüsselwörter
Wandern, Wandertourismus, Produktentwicklung, Reiseveranstalter, Zielgruppenanalyse, Sanfter Tourismus, Ökotourismus, Marktnachfrager, Alpen, Alpenverein, Marketingstrategien, Wanderreise, Authentizität, Individualisierung, Outdoor-Aktivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die touristische Produktentwicklung im Bereich Wandern und analysiert, wie spezialisierte Reiseveranstalter auf die Bedürfnisse moderner, individualisierter Wandertouristen reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit spannt einen Bogen von der Geschichte des Wanderns und dessen Institutionalisierung bis hin zu den heutigen Anforderungen an moderne Wanderreisen, Marketinginstrumenten und einer strategischen SWOT-Analyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie zeitgemäße Wanderprodukte entwickelt werden, um sich in einem differenzierenden Reisemarkt durch Qualität und Erlebniswerte zu behaupten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse und Experteninterviews mit Vertretern verschiedener Reiseveranstalter sowie ein Best-Practice-Beispiel in Form einer selbst durchgeführten Alpenüberquerung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Markt der Reiseveranstalter, die Kundenbedürfnisse, Produktentwicklungsprozesse (inklusive Preisgestaltung und Design) sowie die SWOT-Analyse des Wanderns tiefgehend analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wandertourismus, Produktentwicklung, Reiseveranstalter, sanfter Tourismus, Zielgruppenanalyse und Individualität bilden die zentralen Begrifflichkeiten.
Welche Rolle spielt das Best-Practice-Beispiel?
Es dient als direkte Brücke zwischen Theorie und Praxis, indem die Verfasserin ihre eigene Planung, Ausrüstung und Durchführung einer 23-tägigen Alpenüberquerung als marktfertiges Produkt dokumentiert.
Was sagt die Autorin zum Thema "Fun-Parks" in den Bergen?
Sie bewertet diese als Schwäche, da der durch Inszenierung und Unterhaltung erzeugte Action-Charakter das Bedürfnis vieler Wanderer nach Ruhe, Erholung und Authentizität in der Natur verdrängen kann.
- Quote paper
- Eva Kulina (Author), 2008, Produktentwicklung im Wandertourismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131061