Wir leben in Deutschland in einer Gesellschaft, in der die Lebensformen, Wertvorstellungen und Orientierungsmuster enttraditionalisiert sind. Die Lebensarten und Lebenswege haben sich im Zuge der kulturellen Modernisierung individualisiert und pluralisiert. Wir leben in einer sich immer schneller verändernden Welt, die immer neues Wissens der Menschen erfordert. Man muss sich immer wieder neu Orientieren und mit neuen Situationen im Leben zurecht finden. Bildung ist nicht mehr sich in der Schule Wissen anzueignen, dass dann später als Garant für einen guten Job mit anschließender Karriere dient. Vielmehr muss man sich in allen Bereichen des Lebens bilden, und das nicht nur in der Kindheit und Jugend sondern am Besten das ganze Leben lang. Diese Hausarbeit wurde in Anlehnung an das Seminar Entwicklung und Lernen verfasst. Sie soll zeigen wie sich die Bildung im Laufe der Zeit verändert hat und mit welchen Problemen die Jugendlichen in der heutigen Zeit konfrontiert werden. Dies geschieht mit Hilfe der Entwicklungsaufgaben von Havighurst, bzw. mit den darauf aufbauenden Aufgaben die von Fend im Jahre 2000 neu formuliert wurden. Dabei wird jedoch nicht auf alle Entwicklungsaufgaben eingegangen, sondern nur die Entwicklungsaufgabe Bildung betrachtet. Würde man alle Aufgaben die sich in der Adoleszenz für den Heranwachsenden ergeben betrachten, bräuchte man weit aus mehr als eine Hausarbeit. Die Entwicklungsaufgabe "Bildung" wird kurz analysiert und beschrieben und anschließend wird ein Bezug zur Sozialpädagogik hergestellt indem aufgezeigt wird, wie die Sozialpädagogik anhand der Schulsozialarbeit den Jugendlichen während der Zeit der Adoleszenz unterstützt. Die Literatur zu diesem Thema ist sehr vielfältig wie die Recherche gezeigt hat. Oft jedoch nicht sehr aussagekräftig. Meine Auswahl habe ich danach getroffen, welche Autoren für mich am verständlichsten waren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichtliche Aspekte des Bildungsbegriffs
3. Entwicklungsaufgaben nach Havighurst
4. Bildung als Entwicklungsaufgabe
5. Bildungsverständnis der schulbezogenen Jugendsozialarbeit
6. Ziele und Aufgaben der schulbezogenen Jugendsozialarbeit
7. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Bildungsbegriffs im historischen Kontext sowie die Bedeutung der Bildungsaufgabe für Jugendliche in der heutigen Gesellschaft. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die schulbezogene Jugendsozialarbeit Jugendliche in ihrer Adoleszenz bei der Bewältigung dieser Entwicklungsaufgaben unterstützen kann und welche Rolle sie als komplementäres Angebot zum formalen Schulsystem einnimmt.
- Historische Entwicklung und Bedeutung des Begriffs "Bildung"
- Analyse der Entwicklungsaufgaben nach Havighurst
- Verständnis von Bildung in der heutigen Wissensgesellschaft
- Aufgaben und Zielsetzungen der schulbezogenen Jugendsozialarbeit
- Methoden der Unterstützung zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung
Auszug aus dem Buch
3. Entwicklungsaufgaben nach Havighurst
Der US-amerikanische Erziehungswissenschaftler und Soziologe Robert J.Havighurst (1900-1991) prägte den Begriff „Entwicklungsaufgaben“. Sein Konzept der „Lebenszeitlich gestuften Aufgaben“ entwickelt sich aus bestimmten Lebensumständen heraus. Die Lösung der Entwicklungsaufgaben bringt Zufriedenheit und dient als Basis für das Bewältigen von später anfallenden Aufgaben, denen sich der Mensch stellen muss. Andererseits bringt das nicht lösen der Entwicklungsaufgaben Unzufriedenheit, gesellschaftliche Missbilligung und andere Probleme mit sich. Nach Havighurst ergeben sich die Entwicklungsaufgaben im Zusammenspiel von inneren Ressourcen und äußeren Kräften. „Innere Ressourcen“ meint hier, die physische Reifung und das Wachstum. Mit „äußeren Kräften“ beizeichnet er die Forderungen und Erwartungen der Gesellschaft in der wir leben. Auffällig bei einer näheren Betrachtung dieses Konzepts ist, dass Havighurst erkennt, welchen Anforderungen der Mensch sich stellen muss um in der Gesellschaft als integrierter Bürger zu leben.
Allerdings ist hier zu kritisieren, dass Havighurst nicht genau definiert in wie weit die Schule, oder andere Instanzen wie die Familie, die Kinder und Jugendlichen unterstützen sollen. Havighursts Darstellung verdeutlicht, dass Erziehung Hilfe beim Aufwachsen bedeutet. Dies ist eine Erkenntnis, die zwar nicht neu ist aber oft in Vergessenheit gerät. Havighursts Konzept ist, so Trautmann ein guter Ansatzpunkt, um eine Brücke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Jugend und den schulischen und außerschulischen Alltag von Lernenden und Lehrenden zu bauen. Wünschenswert wäre es wenn Schule und andere Institutionen sich diesen Katalog der Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz zu nutzen machen würden, um die Jugendlichen in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Der Katalog auf den sich diese Arbeit stützt wird nun dargestellt. Für die Arbeit relevant ist jedoch nur der Ausschnitt der Entwicklungsaufgaben die sich in der Zeit der Adoleszenz für die Jugendlichen ergeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den gesellschaftlichen Wandel und definiert Bildung als lebenslangen Prozess, der über die schulische Wissensvermittlung hinausgeht.
2. Geschichtliche Aspekte des Bildungsbegriffs: Dieses Kapitel zeichnet die etymologische und philosophische Entwicklung des Begriffs von der Antike über die Aufklärung bis hin zur modernen Wissensgesellschaft nach.
3. Entwicklungsaufgaben nach Havighurst: Hier wird das Konzept der Entwicklungsaufgaben als Zusammenspiel von inneren Reifungsprozessen und gesellschaftlichen Anforderungen eingeführt und kritisch beleuchtet.
4. Bildung als Entwicklungsaufgabe: Das Kapitel verknüpft das Konzept der Entwicklungsaufgaben mit der heutigen Bedeutung von Bildung und betont den Wandel vom Informationsmonopol der Schule hin zu vielfältigen Medienquellen.
5. Bildungsverständnis der schulbezogenen Jugendsozialarbeit: Es wird das ganzheitliche Bildungsverständnis der Jugendsozialarbeit erläutert, die als Brücke zwischen formalen Lernsettings und informellen Angeboten fungiert.
6. Ziele und Aufgaben der schulbezogenen Jugendsozialarbeit: Dieses Kapitel leitet konkrete Zielbestimmungen und Aufgabenbereiche ab, um Jugendliche bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu fördern.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer lebensweltorientierten, präventiven Jugendsozialarbeit zusammen, die in Kooperation mit der Schule zur beruflichen und sozialen Integration beiträgt.
Schlüsselwörter
Bildung, Entwicklungsaufgaben, Adoleszenz, Jugendsozialarbeit, Lebensweltorientierung, Sozialpädagogik, Havighurst, Persönlichkeitsentwicklung, Wissensgesellschaft, Schule, Prävention, Schulsozialarbeit, Integration, Biografie, Kompetenzförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung von Bildung als zentrale Entwicklungsaufgabe für Jugendliche im Kontext einer sich wandelnden, individualisierten Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Genese des Bildungsbegriffs, das Konzept der Entwicklungsaufgaben nach Havighurst und die Rolle der schulbezogenen Jugendsozialarbeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die schulbezogene Jugendsozialarbeit Jugendliche während der Adoleszenz dabei unterstützt, Bildungs- und Entwicklungsaufgaben zu bewältigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der theoretischen Einbettung pädagogischer Konzepte in den aktuellen sozialpädagogischen Kontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Wandel des Bildungsbegriffs, erläutert die Entwicklungsaufgaben nach Havighurst und erörtert die Ziele sowie das Bildungsverständnis der Jugendsozialarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Bildung, Adoleszenz, Jugendsozialarbeit, Entwicklungsaufgaben, Lebensweltorientierung und Persönlichkeitsentwicklung sind die Kernbegriffe.
Wie definiert die Arbeit das Verhältnis zwischen Schule und Jugendsozialarbeit?
Jugendsozialarbeit wird als komplementäres Angebot verstanden, das eine Brücke zwischen der formalen Institution Schule und den informellen Lebenswelten der Jugendlichen schlägt.
Warum ist laut Autor die präventive Arbeit so wichtig?
Präventive Arbeit ist essenziell, um familiäre, soziale und schulische Barrieren frühzeitig abzubauen und den Jugendlichen einen qualifizierten Schulabschluss sowie die berufliche Integration zu ermöglichen.
- Citation du texte
- Mira Düpre (Auteur), 2008, Bildung als Entwicklungsaufgabe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131070