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Entspricht die Figur Sara Sampson aus dem Drama von Lessing dem Tugendideal zu dessen Lebenszeit?

Title: Entspricht die Figur Sara Sampson aus dem  Drama von Lessing dem Tugendideal zu dessen Lebenszeit?

Term Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 2

Autor:in: Ursula Mock (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Tugendhaft- als ich letztens in einer Runde mit Freunden fragte, was sie darunter verstehen kamen verschiedene Antworten. Der eine meinte, es wäre ein altmodisches Wort. Eine andere sagte, es wäre so etwas wie zurückhaltend, abstinent, keusch, bescheiden und ernst, irgendwie nicht fröhlich. Als ich fragte, ob sie „tugendhaft“ als etwas Positives auffassen würden, sagten sie nein, weil es altmodisch und ernst sei und „etwas Zwanghaftes“ besäße.
Was ist tugendhaft und mit welchen Assoziationen und mit welcher Konnotation wurde dieses Wort in der Zeit von Lessing gebraucht?
Ich habe dies an dem Charakter Miss Sara Sampson aus dem gleichnamigen Drama von Lessing untersucht.
Ich habe zunächst den Begriff „tugendhaft“ definiert. Einmal in allgemeiner Hinsicht und zum zweiten aus den Vorstellungen der Zeit Lessings (17. Jahrhundert). Welche Charaktereigenschaften musste ein Mädchen zu Zeiten Lessings haben, um tugendhaft zu sein?
Danach habe ich Miss Sara Sampsons Charaktereigenschaften aufgrund der Fremd- und Eigencharakterisierung im Drama untersucht. Vorher erschien mir eine kurze Einführung in das Drama anhand einer kurzen Inhaltsangabe sinnvoll, damit der Kontext, aus dem die Figur stammt und in dem sie sich selber charakterisiert und von anderen charakterisiert lässt, verständlich wird.
Danach habe ich die Charaktereigenschaften von Sara Sampson auf das vorher erstellte Profil des Tugendideals der Zeit Lessings bezogen.
Inwieweit entspricht das Charakterprofil von Sara Sampson dem Tugendideal der Zeit von Lessing? Ist Sara Sampson im Sinne der Moralvorstellungen des 17. Jahrhunderts tugendhaft?
Eine persönliche Stellungnahme schließt die Hausarbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Ideal der Tugend- Was ist tugendhaft?

2.1. Allgemeine Definitionen von Tugend

2.2. Der Tugendbegriff in der Zeit von Lessing (17. Jahrhundert)

2.3. Der Tugendbegriff in Lessings Dramen

3. Miss Sara Sampson

3.1. Einführung in das Drama

3.2. Fremd- und Eigencharakterisierung der Figur Sara Sampson

4. Inwieweit entspricht die Figur Sara Sampson dem Tugendideal der Zeit Lessings?

5. Persönliche Stellungnahme

6. Literatur

7. Anhang: Zusammenstellung der Textpassagen zur Fremd- und Eigencharakterisierung von Sara Sampson

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Titelfigur aus Gotthold Ephraim Lessings Drama „Miss Sara Sampson“ den Tugendvorstellungen des 18. Jahrhunderts entspricht, und analysiert hierfür das Spannungsfeld zwischen idealisiertem moralischem Anspruch und der menschlichen Realität der Figur.

  • Definition des Tugendbegriffs im 17. und 18. Jahrhundert
  • Analyse der Fremd- und Eigencharakterisierung der Figur Sara Sampson
  • Vergleich des individuellen Charakterprofils mit dem zeitgenössischen Tugendideal
  • Reflexion über die Rolle von Mitleid und Moral im bürgerlichen Trauerspiel
  • Aktualität der dargestellten Themen wie Vater-Tochter-Beziehung und familiäre Kommunikation

Auszug aus dem Buch

3.2. Fremd- und Eigencharakterisierung der Figur Sara Sampson

Sara kommt aus einem, so scheint es, gutbürgerlichen Haus (vgl. Ingen, S.44). Dafür spricht, dass sie schreiben und lesen kann. Ihr Vater hat einen Bedienten, wie sie selber auch. Ihre Mutter ist bei Saras Geburt gestorben (S. 58) und Geschwister scheint sie nicht zu haben. So lebt sie wohl mit ihrem Vater und den Bedienten allein, bis sie mit Mellefont in die Gaststätte flieht, weil sie sich in ihn verliebt hat und ihn heiraten möchte.

Ich werde zunächst mit den Fremdcharakterisierungen beginnen.

Die Fremdcharakterisierung erfolgt durch die Figuren Waitwell, Sir William, Norton, Marwood und Mellefont. Waitwell, Sir William und Norton könnte man als Figuren bezeichnen, die Sara gewogen sind und die das Beste für sie wollen. Marwood ist ihre Nebenbuhlerin und Sara deshalb negativ gegenüber eingestellt und Mellefont ist Saras Geliebter, der ihr auch positiv gegenüber eingestellt ist, aber an einigen Stellen auch in Bezug auf Saras Charakter Negatives anklingen lässt.

Ich werde hier zunächst auf die Positiven Eigenschaften in der Fremdcharakterisierung eingehen.

Es gibt einige Charaktereigenschaften, die in Verbindung mit Sara einige Male in dem Drama genannt werden, auch von verschiedenen Personen. Hierzu gehört „unschuldig“, das von Waitwell einmal benutzt wird (S.5) und von Mellefont sogar dreimal (S.9, S.19, S.58 ). Zudem wird Sara mehrmals als tugendhaft bezeichnet (Waitwell: „tugendhafte Schüchternheit“ S. 47, Sir William: „tugendhaft“ S. 6, Mellefont: „für Sie , die mir die Tugend aufgeopfert hat“ S.59 und „diese unerfahrene Tugend“ S.92). Marwood bezeichnet Sara als „schön“ (S.50). Da sie dies beiseite spricht, also zu sich selber, wird sie es ehrlich meinen. Auch Waitwell und Mellefont bezeichnen Sara als schön (S.5, S.50). Zudem wird sie von Marwood auch als ein „junges Frauenzimmer“ bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Verfasserin erläutert den Ausgangspunkt ihrer Untersuchung, definiert das Ziel der Analyse und stellt den Kontext der Fragestellung vor.

2. Das Ideal der Tugend- Was ist tugendhaft?: Dieses Kapitel beleuchtet allgemeine Begriffsbestimmungen, die Tugendvorstellungen des 17. Jahrhunderts sowie deren spezifische Einbettung in Lessings dramatisches Werk.

3. Miss Sara Sampson: Neben einer inhaltlichen Einführung in das Drama erfolgt eine detaillierte Analyse der Fremd- und Eigenwahrnehmung der Hauptfigur.

4. Inwieweit entspricht die Figur Sara Sampson dem Tugendideal der Zeit Lessings?: Hier findet der direkte Abgleich zwischen dem theoretisch erarbeiteten Tugend-Profil und dem tatsächlichen Handeln Saras statt.

5. Persönliche Stellungnahme: Die Verfasserin reflektiert kritisch aus zeitgenössischer Sicht über die Figur und die Relevanz der dargestellten Themen.

6. Literatur: Auflistung der verwendeten Sekundärquellen und Literatur.

7. Anhang: Zusammenstellung der Textpassagen zur Fremd- und Eigencharakterisierung von Sara Sampson: Eine systematische Zusammenstellung der relevanten Zitate aus dem Primärtext.

Schlüsselwörter

Lessing, Miss Sara Sampson, Tugendideal, bürgerliches Trauerspiel, Moral, Mitleid, Charakterisierung, Fremdwahrnehmung, Eigenbild, Aufklärung, Schuld, Tugendhaftigkeit, Literaturanalyse, Dramentheorie, Pietismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit untersucht, ob die Protagonistin Sara Sampson aus Lessings Drama dem moralischen Tugendideal der damaligen Zeit entspricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel des Tugendbegriffs, die Analyse von Charakterisierungstechniken in Dramen sowie der Einfluss gesellschaftlicher Moralvorstellungen auf das Individuum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein Abgleich zwischen dem theoretischen Tugend-Profil des 18. Jahrhunderts und der psychologischen sowie moralischen Konstitution der Figur Sara Sampson.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der primäre Textstellen aus dem Drama mit fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Tugendtheorie und Lessings Dramenpoetik in Beziehung gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der historische Tugendbegriff und das Drama eingeführt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Fremd- und Eigencharakterisierung Saras sowie einem abschließenden Vergleich mit dem Tugendideal.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Tugendideal, Lessing, bürgerliches Trauerspiel, Selbstbild, Moral und die Analyse der Vater-Tochter-Beziehung.

Warum wird Saras Handeln als „schuldig“ eingestuft?

Sara empfindet Schuld, da sie gegen gesellschaftliche Normen verstößt, indem sie mit Mellefont unehelich zusammenlebt und sich von ihrem Vater entfernt, was den moralischen Gesetzen der Lessingzeit widerspricht.

Wie bewertet die Verfasserin Sara aus heutiger Sicht?

Die Verfasserin betrachtet Sara aus einer modernen Perspektive als eine Figur mit starkem Selbstzweifel, die durch ein fast schon „überdrehtes“ Schuldbewusstsein und eine mangelnde Realitätswahrnehmung geprägt ist.

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Details

Title
Entspricht die Figur Sara Sampson aus dem Drama von Lessing dem Tugendideal zu dessen Lebenszeit?
College
Hamburg University of Technology  (Germanistik 2)
Course
"Lessings Dramen"
Grade
2
Author
Ursula Mock (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V131087
ISBN (eBook)
9783640370436
ISBN (Book)
9783640370016
Language
German
Tags
Miß Sara Sampson Tugendbegriff Charakterisierung 19. Jahrhundert
Product Safety
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Ursula Mock (Author), 2004, Entspricht die Figur Sara Sampson aus dem Drama von Lessing dem Tugendideal zu dessen Lebenszeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131087
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