Kinder kommen mit Vorwissen in die Schule. Vor allen Dingen wenn es um das Lesen geht, haben sie verschiedene Lesesozialisationen durch das Elternhaus erfahren. Petra Wieler untersucht in ihrem Aufsatz die Lesesozialaisation von Kindern anhand der Vorlesesituation von Kind und Mutter bei Kinderbüchern. Das Ehepaar Meibauer untersucht die ersten Lesebücher, die „First-Picture-Books“.
Beide Wissenschaftlerinnen untersuchen also jeweils ein Gebiet der vorschulischen Lesesozialisation.
In diesem Referat geht es darum beide Forschungsfelder zu referieren. Ich habe mir dabei folgende Fragen gestellt:
- Was haben sie untersucht?
- Wie haben sie es untersucht?
- Was haben sie für Ergebnisse erhalten?
- Wo liegen die Schwerpunkte beider Untersuchungen?
Ich werde zunächst beide Untersuchungen vorstellen und sie in einem weiteren Schritt vergleichen. Dabei wird mein Schwerpunkt darauf liegen die Schwerpunkte und Untersuchungsmethoden der beiden Untersuchungen zu vergleichen. Im Anschluss folgt eine persönliche Stellungnahme.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Untersuchungen der Lesesituation von Mutter und Kind von Petra Wieler
2.1. Untersuchungsgegenstand und Untersuchungsschwerpunkt
2.2. Untersuchungsmethode
2.3. Untersuchungsergebnisse
3. Untersuchungen der Frühe-Konzepte-Bücher von Bettina Kümmerling-Meibauer
3.1. Untersuchungsgegenstand und Untersuchungsschwerpunkt
3.2. Untersuchungsmethode
3.3. Untersuchungsergebnisse
4. Vergleich der Untersuchungen von Petra Wieler und Ehepaar Meibauer
5. Persönliche Stellungnahme
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, zwei unterschiedliche Forschungsansätze zur vorschulischen Lesesozialisation vergleichend darzustellen und kritisch zu reflektieren. Im Zentrum steht dabei die Analyse, wie häusliche Vorlesesituationen und die frühkindliche Auseinandersetzung mit speziellen Büchern die Leseentwicklung und Wissensbildung von Kindern beeinflussen.
- Vergleich der Vorlesepraxis in unterschiedlichen sozialen Milieus
- Analyse der Rolle von Eltern als Vermittler zwischen Literatur und Kind
- Untersuchung der pädagogischen Funktion von Frühe-Konzepte-Büchern
- Erkenntnisse zur kognitiven Verarbeitung visueller Codes durch Kleinkinder
- Gegenüberstellung von sozialwissenschaftlichen und kognitionspsychologischen Forschungsfokusen
Auszug aus dem Buch
2.3. Untersuchungsergebnisse
Ich stelle im Folgenden die Untersuchungsergebnisse des Vergleiches der beiden Vorlesesituationen in zwei Familien von unterem und mittlerem sozialen Milieu dar. Dabei werde ich die Familie aus dem mittleren sozialen Milieu „Familie 1“ nennen, die Familie aus dem unteren sozialen Milieu „Familie 2“.
In beiden Situationen konnte die Aufmerksamkeit der Kinder erweckt und auch gehalten werden. Das Buch konnte in beiden Familien bis zu Ende vorgelesen werden. Am Anfang beider Vorlesegespräche steht zunächst die Handlungsorganisation. Es werden die Rollen für das Gespräch festgelegt und auch wie das Buch zu lesen ist. Bei Familie 2 wird dem Kind die „Rolle des stillschweigenden Zuhörers“ (S.81, Wieler) zugeordnet. Das Kind aus Familie 1 wird hingegen ermutigt kontinuierlich aktiv an dem Vorlesegespräch teilzunehmen. Es wird ermutigt zu fragen, zu hinterfragen und die Geschichte weiterzuspinnen. In dieser Familie werden alle Redeinitiativen des Kindes aufgegriffen, es finden sich sogar argumentierende Textpassagen. Bei Familie 2 hingegen sind es nur die Hälfte der Redeinitiativen des Kindes, die von der Mutter aufgegriffen werden. Es zeigt sich, dass das Kind der Familie 2 Schwierigkeiten hat seine vorgestellten Protagonisten in den Illustrationen des Buches wieder zu erkennen.
Dem Kind in Familie 1 gelingt es einen Bezug zu seiner Alltagswelt herzustellen. Es versucht sich eine „Vorstellung von fiktiver und realer Wirklichkeit zu erarbeiten“ (S.82, Wieler). Es finden sich zudem Gesprächspassagen, in denen sich die Mutter an das Verstehen in einer höheren Entwicklungsstufe des Kindes richtet. Diese Zukunftsorientierung findet in Familie 2 keine Entsprechung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung der Lesesozialisation im Elternhaus und stellt die beiden untersuchten Forschungsfelder vor.
2. Untersuchungen der Lesesituation von Mutter und Kind von Petra Wieler: Dieses Kapitel analysiert die Vorlesepraxis in Familien unterschiedlicher sozialer Milieus und deren Einfluss auf die Interaktion zwischen Kind und Eltern.
3. Untersuchungen der Frühe-Konzepte-Bücher von Bettina Kümmerling-Meibauer: Hier werden die Merkmale, die pädagogische Wirkung und der kognitive Anspruch von speziellen Büchern für sehr kleine Kinder untersucht.
4. Vergleich der Untersuchungen von Petra Wieler und Ehepaar Meibauer: In diesem Teil werden die methodischen Ansätze und Forschungsschwerpunkte der beiden Studien direkt gegenübergestellt.
5. Persönliche Stellungnahme: Die Verfasserin reflektiert die Ergebnisse der Studien und bewertet die Bedeutung der Einbeziehung kindlicher Erfahrungen beim Vorlesen.
6. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Vortragsmaterialien.
Schlüsselwörter
Lesesozialisation, Vorlesesituation, Mutter-Kind-Interaktion, Frühe-Konzepte-Bücher, soziales Milieu, Bilderbuchanalyse, kognitive Entwicklung, vorschulische Bildung, Sprachvermittlung, Familienforschung, Dialogizität, visuelle Codes, Leseerfahrungen, Sprachliche Förderung, Vorlesepraxis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den unterschiedlichen Wegen, wie Kinder vor dem Schuleintritt durch ihre Eltern an das Lesen und den Umgang mit Büchern herangeführt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der familiären Vorlesesituation in verschiedenen sozialen Milieus sowie auf den spezifischen Eigenschaften und der pädagogischen Wirkung von Büchern für Kleinkinder.
Welches Ziel verfolgt die Verfasserin mit dieser Ausarbeitung?
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfelder von Petra Wieler und dem Ehepaar Meibauer zu referieren und deren unterschiedliche methodische und inhaltliche Ansätze systematisch miteinander zu vergleichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf die Auswertung von transkribierten Vorlesegesprächen bei Petra Wieler und auf eine theoretische sowie bildanalytische Untersuchung von sogenannten Frühe-Konzepte-Büchern bei dem Ehepaar Meibauer.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die beiden Studien detailliert vorgestellt (Untersuchungsgegenstand, Methode, Ergebnisse) und anschließend in einer vergleichenden Analyse gegenübergestellt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Lesesozialisation, soziale Herkunft, Interaktionsanalyse, kognitive Schemata und die Rolle des Bilderbuchs in der frühen Kindheit.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Kindes bei Petra Wieler?
Wieler stellt fest, dass in Familien des mittleren sozialen Milieus das Kind als aktiver Gesprächspartner gefördert wird, während in der untersuchten Familie des unteren Milieus das Kind häufig auf die Rolle des stillschweigenden Zuhörers reduziert bleibt.
Welche Bedeutung haben Frühe-Konzepte-Bücher laut Meibauer?
Sie dienen als Vorstufe zu klassischen Bilderbüchern und unterstützen das Kind beim Erlernen grundlegender Fähigkeiten wie dem Umgang mit Büchern und dem Verständnis visueller Codes.
- Quote paper
- Ursula Mock (Author), 2005, Lesesozialisation vor dem Schuleintritt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131090