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Abrüstung des Dramatischen bei Alexander Kluge

Title: Abrüstung des Dramatischen bei Alexander Kluge

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mag. Caroline Wloka (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Dabei werde ich kurz auf Alexander Kluge als Person und späteren Autorenfilmer eingehen. Ich werde versuchen die Besonderheiten seiner Montagearbeit und analytischen Kamera herauszuarbeiten. Kluge montierte häufig eine Abfolge von Photos, Zeichnungen, dokumentarischen Aufnahmen und gestellten spielfilmartigen Sequenzen hintereinander. Jacobsen nannte es so: „Die Filme wirken wie ein patchwork, bei dem alles an der Oberfläche bleibt und der Sinn durch die Spannung dazwischen, durch die Diktion des Zusammengenähten entsteht". Diese Beschreibung trifft sehr gut den Kern seiner Filmarbeit.
Er benutzt in seinen Filmen oft eine sehr bildhafte Sprache, die sich durch eine assoziative oder kontrastierende Montage aufgebaut. Dabei erzeugt er stets starke visuelle Metaphern, deren Untersuchung und Entschlüsselung für das Allgemeinverständnis seiner Filme von großer Bedeutung sind. Er legt außerdem sehr großen Wert darauf, dass jeder Zuschauer den Film auf seine Weise wahrnimmt und für sich deutet. Seine Filme lassen sich am besten greifen, wenn man seine Besonderheiten analysiert. Beim betrachten seiner Filme fällt sehr schnell auf, dass diese im Vergleich mit den traditionellen Rezeptionserwartungen, zerrissen, und zerstückelt, wirken. Aus diesem Grund tritt beim Zuschauer eine gewisse Ratlosigkeit auf. Diese ist nicht zufällig, sondern bildet nach strengem Kalkül eine Gegenstrategie zur bestehenden Kinostruktur. Der Schwerpunkt dieser Arbeit konzentriert sich genau auf diese von Kluge entwickelte Gegenstrategie. Ich werde versuchen aufzuzeigen, wie diese sich in Kluges Filmtheorie darstellt, und in seiner Filmarbeit sichtbar wird. Heutzutage ist die Wirkung seiner Filme noch extremer als zu seiner Hauptwirkungszeit als Filmemacher in den 70er Jahren. Er wendet sich mit seiner Strategie gegen das Einfühlungskino, den Illusions- und den Kommerzfilm. Ich werde in dieser Arbeit versuchen herauszuarbeiten, warum Kluge diesen Filmen konträr gegenübersteht, und dabei seine Methode herausarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Alexander Kluge

1.2 Kluge als Filmpolitiker

2. Das Ulmer Institut

2.1 Alexander Kluges Theoriegebäude

2.2. Alexander Kluges Gegenproduktion:

2.3 Zur Inszenierungsweise der Gespräche:

2.4 Alexander Kluge zu seinem Kulturmagazin

3. Kino im Kopf und seine Zuschauer

4. Alexander Kluge über die Ausbildung eines Filmemachers

4.1 Kluges Ansichten zu einem Drehbuch

4.2 Alexander Kluge und seine Montage

4.3 Alexander Kluge und seine analytische Kamera

4.4 Alexander Kluge und seine Schauspieler

5. Alexander Kluges Realismusbegriff:

5.1. Übersicht zu Kluges Realismusbegriff

6. Schlussbemerkung

7. Bibliographie

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die spezifische Filmtheorie von Alexander Kluge zu analysieren und seine Entwicklung als Filmemacher sowie Filmpolitiker nachzuzeichnen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Kluge mit seiner Montagearbeit, der analytischen Kamera und einem besonderen Darstellerkonzept eine bewusste Gegenstrategie zum konventionellen Illusions- und Kommerzfilm etabliert, um den Zuschauer zum aktiven Mitdenken und Konstruieren des Films zu bewegen.

  • Prinzipien der Filmtheorie und die "Gegenproduktion"
  • Die Rolle des Zuschauers als aktiver Produzent
  • Methodik der Montage und der analytischen Kamera
  • Integration von Schauspiel und Authentizität
  • Kluges Verständnis von Realismus und Sachlichkeit

Auszug aus dem Buch

4.2 Alexander Kluge und seine Montage

Montage muss, laut Kluge, einen Kontrast zwischen zwei Einstellungen herstellen und so eine Lücke schaffen, durch die der Eigensinn in die Filme gelangen kann.

Er erarbeitete eine Art Technik als Filmemacher zusammen mit dem Eigensinn der Zuschauer eine „Allianz“ einzugehen. Er wollte in seinen Filmen dabei unter allen Umständen, das Imaginationsverhalten der Zuschauer wahren. Die Montage nimmt in Kluges Filmarbeit den größten Stellenwert ein. Durch die Montage wird in den Filmen von Kluge die richtige Gewichtung hergestellt. Dabei ist herauszustellen, dass keiner der damaligen Autorenfilmer die Montage so analytisch angewandt hat wie Alexander Kluge. Für ihn war die Montage der Kontrast zwischen zwei Einstellungen.

„Kluges Montagepraxis steht im Dienst von Diskontinuität und Unabgeschlossenheit. Sie verfolgt das Ideal des sichtbaren Schnitts, des „cinéma impur“ und schafft so weite Räume, Erfahrungshorizonte, in denen sich das Vorstellungsvermögen neu organisieren kann.“ Kluges Montage steht dem Montageverfahren in Hollywood konträr gegenüber. In Hollywood wird der unsichtbare Schnitt als die anzustrebende Montagetechnik gesehen. Man war bemüht den Zuschauer des Hollywoodkinos mittels der Montage des unsichtbaren Schnittes nicht aus der Filmillusion herauszuziehen. Dieses Prinzip lehnte Kluge entschieden ab. Bei ihm sollte der Zuschauer durch die sichtbare Montage zum eigenen Mitdenken angeregt werden. Wichtig dabei ist darauf hinzuweisen, dass dies ganz ohne Schockierungen geschehen sollte. Sein Montageprinzip steht im Dienst von Diskontinuität und Unabgeschlossenheit. Er schafft durch sein Montageprinzip weite Räume, in denen sich das Vorstellungsvermögen neu organisieren sollte. Seine wichtigste Montagetechnik war die Assoziationsmontage.

„Kluges Assoziationsmontagen stellen keine Ideen her, wie (manchmal) die von Eisenstein; vielmehr lösen sie fixe Vorstellungen auf.“ Seine Montage sollte nicht nur der Herstellung einer geordneten, fassbaren Übersicht dienen. Es war ihm dabei sehr wichtig eine Lücke in der Montage zu schaffen, die bedingt durch Assoziationen „in die Phantasie des Zuschauers eindringen können.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Rezeption von Kluges Filmen und Vorstellung der zentralen Forschungsabsicht.

1.1 Alexander Kluge: Überblick über die Biografie, den Werdegang und die vielfältigen Rollen von Alexander Kluge.

1.2 Kluge als Filmpolitiker: Darstellung von Kluges filmpolitischem Engagement, insbesondere bei der Etablierung des Neuen Deutschen Films.

2. Das Ulmer Institut: Beschreibung des Instituts als Ort für Lehre und Forschung sowie der fünf Phasen seiner Arbeit.

2.1 Alexander Kluges Theoriegebäude: Analyse von Kluges filmprogrammatischen Ansätzen und seiner Ablehnung des klassischen Autorenbegriffs.

2.2. Alexander Kluges Gegenproduktion: Erläuterung des Fernsehkonzepts zur Nutzung des Mediums als Instrument der Aufklärung.

2.3 Zur Inszenierungsweise der Gespräche: Analyse der spezifischen Interviewtechnik in Kluges Kulturmagazinen.

2.4 Alexander Kluge zu seinem Kulturmagazin: Darlegung von Kluges eigener Motivation hinter der Gestaltung seiner TV-Formate.

3. Kino im Kopf und seine Zuschauer: Diskussion über die aktive Rolle des Zuschauers, der den Film in seinen Gedanken selbst konstruiert.

4. Alexander Kluge über die Ausbildung eines Filmemachers: Betrachtung der notwendigen Qualifikationen und Haltungen, die ein Filmautor laut Kluge mitbringen sollte.

4.1 Kluges Ansichten zu einem Drehbuch: Erörterung der Funktion von Drehbüchern als offene Arbeitshypothesen.

4.2 Alexander Kluge und seine Montage: Untersuchung der Montage als Kontrastmittel zur Schaffung von Freiräumen für den Zuschauer.

4.3 Alexander Kluge und seine analytische Kamera: Beschreibung der analytisch-sinnlichen Methode und der Kamera als Mittel zur Dokumentation von Prozessen.

4.4 Alexander Kluge und seine Schauspieler: Analyse des Darstellerkonzepts und des Verzichts auf konventionelle schauspielerische Identifizierungsangebote.

5. Alexander Kluges Realismusbegriff: Definition von Kluges Verständnis von Sachlichkeit und der Unterscheidung zwischen objektivem und subjektivem Realismus.

5.1. Übersicht zu Kluges Realismusbegriff: Zusammenfassende Darstellung der verschiedenen Ausdrucksformen des Realismus bei Kluge.

6. Schlussbemerkung: Kritische Reflexion und Würdigung von Kluges Werk und dessen Bedeutung für nachfolgende Generationen.

7. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.

Schlüsselwörter

Alexander Kluge, Filmtheorie, Montage, Neuer Deutscher Film, Zuschauerpartizipation, Gegenproduktion, Autorenfilm, Analytische Kamera, Sachlichkeit, Realismusbegriff, Filmpolitik, Kulturmagazin, Autorisierung, Eigensinn, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Filmtheorie und der filmischen Praxis von Alexander Kluge, wobei der Fokus auf seiner "Gegenstrategie" zum herkömmlichen Erzählkino liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen Kluges Montagepraxis, sein Konzept der Gegenproduktion im Fernsehen, die Rolle des Zuschauers und sein Verständnis von Realismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Kluge durch seine filmischen Mittel den Zuschauer zur aktiven Auseinandersetzung zwingt und warum er sich konträr zum Mainstream-Kino positioniert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine filmtheoretische Analyse, ergänzt durch die Untersuchung von Kluges theoretischen Schriften und biografischen Hintergrundinformationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Ulmer Instituts, die theoretischen Grundlagen, die Montage- und Kameratechnik, die Arbeit mit Darstellern sowie Kluges spezifischen Realismusbegriff.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Montage, Eigensinn, Gegenproduktion, Autorenfilm, Sachlichkeit und didaktische Theorie.

Warum lehnt Kluge das konventionelle Hollywood-Kino ab?

Kluge lehnt das Einfühlungskino und den unsichtbaren Schnitt ab, da diese den Zuschauer passiv machen und eine Illusion erzeugen, anstatt kritisches Mitdenken zu fördern.

Welche Bedeutung hat das "Ulmer Institut" für Kluge?

Das Institut diente Kluge als Zentrum, um Lehre mit der praktischen Erforschung neuer filmischer Modelle und dem Geist des Oberhausener Manifests zu verbinden.

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Details

Title
Abrüstung des Dramatischen bei Alexander Kluge
College
University of Vienna  (Theater Film und Medienwissenschaft )
Grade
1
Author
Mag. Caroline Wloka (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V131119
ISBN (eBook)
9783640372300
ISBN (Book)
9783640371983
Language
German
Tags
Abrüstung Dramatischen Alexander Kluge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Caroline Wloka (Author), 2007, Abrüstung des Dramatischen bei Alexander Kluge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131119
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