Dem Thema der „Führung“ von Personen schenkt man seit längerem in den verschiedensten Wissenschaften, wie z.B. in der Sozial- und Organisationspsychologie, Betriebswirtschaft oder eben auch in der Organisations- und Betriebssoziologie besondere Aufmerksamkeit. Führung kann man allgemein als „zielbezogene Einflussnahme auf andere“ bezeichnen. (Zitat: Rosenstiel/Molt/Rüttinger, 1988) Man kann dabei unter der Führung durch Strukturen (z.B. durch Vorschriften oder Anreizsysteme) und der Führung durch Menschen unterscheiden. Von der Führung durch Menschen – mit der sich die vorliegende Arbeit beschäftigt – spricht man dann, wenn eine Person versucht, andere Personen zu beeinflussen, zu motivieren oder sie dazu zu bringen, einen Betrag für ein kollektives Ziel einer Gruppe oder Organisation zu leisten.(vgl. Endruweit/Trommsdorff, 2002, S.170 ff). Laut Literatur ist Management ist wichtigste Funktion in der Gesellschaft, und es liegt am Management, ob sie funktioniert oder nicht, weil erst das Management Ressourcen in Resultate transformiert. Richtiges und gutes Management muss man erlernen. Es ist unabhängig von Kultur, das heißt es gilt für alle Arten von
Organisationen auf der ganzen Welt. Alle wirklich gut funktionierenden Institutionen basieren auf dieselbe Art und Weise, sie alle verwenden dieselben Funktionsprinzipien. (vgl. Malik, 2005, S.12) In der vorliegenden Arbeit sollen zunächst die begrifflichen Verwirrungen der „Führung“ und des „Managements“ erklärt werden, um dann auf den direkten Vergleich der Arbeitsweise von Führern und Managern einzugehen. Danach solle verschiedene Ansätze von Führung behandelt werden, wie sie vor allem in der Betriebswirtschaftslehre vorkommen.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Begriffliche Definitionen
1.1 Manager
1.2 Führer – Manager – ein Vergleich
1.3 Führung als Machtausübung
2 Historische Ansätze
3 Betriebswirtschaftliche Ansätze
4 Führungsstile
4.1 Führungsstile nach Kurt Lewin (1890-1947)
4.1.1 Autoritärer bzw. hierarchischer Führungsstil
4.1.2 Demokratischer Führungsstil oder auch Kooperativer Führungsstil
4.1.3 Laissez-faire-Führungsstil
4.2 Richtungsbezogener Führungsstil nach Robert R. Blake/Jane Mouton
4.3 Tradierender Führungsstil (idealtypischer Ansatz nach Max Weber)
4.3.1 Patriarchalischer Führungsstil
4.3.2 Charismatischer Führungsstil
4.3.3 Autokratischer Führungsstil
4.3.4 Bürokratischer Führungsstil
5 Ausblick
6 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die begriffliche Unschärfe zwischen den Konzepten "Führung" und "Management" aufzuklären und diese in einen direkten Vergleich zu setzen, um anschließend verschiedene in der Betriebswirtschaftslehre etablierte Führungsansätze theoretisch einzuordnen.
- Semantische Klärung und Differenzierung der Begriffe Führung, Management und Leitung.
- Gegenüberstellung der Arbeitsweisen von Führungskräften und Managern.
- Analyse der machttheoretischen Grundlagen von Führung.
- Historische Herleitung und betriebswirtschaftliche Systematisierung von Führungsstilen.
- Diskussion aktueller Ansätze und Modelle zur idealtypischen Führung.
Auszug aus dem Buch
1.2 Führer – Manager – ein Vergleich
Will man den Führer mit einem Manager direkt miteinander vergleichen, ergibt sich folgendes Bild: während Manager kurzfristig denken, haben Führer langfristige Perspektiven. Manager haben nur den Gewinn vor Augen, Führer hingegen beobachten den Horizont. Manager akzeptieren den Status quo, Führer stellen ihn in Frage. Die Hauptaufgabe von Managern ist es, zu verwalten – Führer sorgen für Innovationen. Manager bewahren die Strukturen, Führer entwickeln sie weiter.
Manager konzentrieren sich auf ein System und Strukturen, Führer konzentrieren sich auf Menschen. Manager fragen wie und wann, Führer was und warum. Manager packen die Sachen richtig an, Führer packen die richtigen Sachen an. Manager sind kopierbar, Führer sind Originale. Manager ahmen nach, Führer sind schöpferisch und kreativ. Manager verlassen sich auf Kontrolle, Führer wecken Vertrauen. Manager sind brave Soldaten, Führer sind ihre eigenen Herren.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Einführung in das Thema der Personenführung mit einer Abgrenzung zur strukturellen Führung und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
1 Begriffliche Definitionen: Klärung der begrifflichen Abgrenzung zwischen Führung, Management und Leitung sowie Analyse der Rolle des Managers.
2 Historische Ansätze: Betrachtung geschichtlicher Theorien über Führungseigenschaften, von Platon über Machiavelli bis hin zu Galton und Freud.
3 Betriebswirtschaftliche Ansätze: Darstellung der betriebswirtschaftlichen Perspektive auf Führung, insbesondere im Kontext von Faktorenlehre und Systemtheorie.
4 Führungsstile: Umfassende Systematisierung verschiedener Führungsstile, unterteilt in die Ansätze von Lewin, Blake/Mouton und Weber.
5 Ausblick: Zusammenfassung der Entwicklungstrends weg von Einzelfaktoren hin zu ganzheitlichen, situativen und sozialpsychologischen Modellen.
6 Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Führung, Management, Führungsstil, Organisationssoziologie, Machtausübung, Betriebswirtschaft, Führungskraft, situative Führung, charismatische Führung, Entscheidungstheorie, Sozio-technisches System, Personalmanagement, Führungsverhalten, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen und betriebswirtschaftlichen Analyse des Begriffs Führung und beleuchtet die Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten zwischen Managern und Führungspersonen.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit bearbeitet?
Im Zentrum stehen die begriffliche Differenzierung, die historische Entwicklung von Führungstheorien sowie die systematische Klassifizierung verschiedener Führungsstile.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Licht in die begrifflichen Verwirrungen zwischen Führung und Management zu bringen und die vielfältigen theoretischen Ansätze zur Ausgestaltung von Führungsverhalten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse, die bestehende soziologische und betriebswirtschaftliche Konzepte zusammenführt und kritisch gegenüberstellt.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit inhaltlich ab?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Fundamente, die historische Genese des Führungsbegriffs sowie eine detaillierte Aufarbeitung bekannter Führungsstile wie autoritäre, kooperative oder charismatische Ansätze.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Führung, Management, Machtausübung, situative Führung, Führungsstile und organisationssoziologische Ansätze definiert.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Managern und Führern in Bezug auf ihre Zielsetzung?
Die Arbeit stellt heraus, dass Manager primär kurzfristig orientiert sind, Strukturen bewahren und den Status quo verwalten, während Führer langfristige Perspektiven verfolgen, Innovationen vorantreiben und Menschen entwickeln.
Welche Rolle spielt die Macht laut dieser Arbeit im Führungsprozess?
Macht wird als die Fähigkeit einer Person definiert, den eigenen Willen gegen den Widerstand anderer durchzusetzen, wobei die Kontrolle über spezifische Ressourcen, wie etwa Belohnung oder Legitimation, als Basis dient.
Warum hält der Autor den demokratischen Führungsstil nicht für ein universelles Allheilmittel?
Die Arbeit argumentiert, dass die Angemessenheit eines Stils von der jeweiligen Situation abhängt; ein Beispiel hierfür ist ein Feuerwehreinsatz, bei dem demokratische Diskussionen der Notwendigkeit schneller Entscheidungen entgegenstehen könnten.
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- Claudia Gruber (Author), 2008, Führung und Management , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131123