In jüngster Zeit ist die Gewässergüte – nicht zuletzt durch das Inkrafttreten der Europäischen
Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) im Dezember 2000 – zunehmend in das Bewusstsein
der Fachwelt gerückt.
Die Gewässergüte wird in der Regel durch Belastungen quantifiziert. Hierunter sind nicht
alleine Schadstoffe, sondern auch Nährstoffe – jeweils mit ihren Bilanzen – zu verstehen.
Nährstoffe beeinflussen Lebewesen, indem sie deren Wachstum und Vermehrung fördern
bzw. bei Abwesenheit hemmen. Sie haben damit indirekt Einfluss auf den Sauerstoffhaushalt
eines Gewässers. Dieser bestimmt die chemischen und biologischen Prozesse, die im
Ökosystem Gewässer ablaufen können.
Im Zusammenhang mit Nährstoffen fällt häufig der Begriff der Eutrophierung. Obwohl in
jüngster Zeit die externen Nährstoffbelastungen der Gewässer in Deutschland rückläufig sind
([2]), ist der Prozess der Eutrophierung in vielen Seen weiterhin zu beobachten. Ursache dafür
ist, sofern die externen Belastungen niedrig sind, hauptsächlich die Nährstoffrücklösung
aus Sedimenten – auch interne Düngung (internal loading ) genannt.
Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich mit diesem Aspekt der Eutrophierung im Bereich
der stehenden Gewässer. Ziel ist die Katalogisierung und Erläuterung der Prozesse und
Einflüsse sowie die Darstellung wichtiger Konsequenzen, die sich daraus ergeben.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Grundlagen
- 2.1 Vorbemerkung
- 2.2 Begriffe
- 2.2.1 Trophie
- 2.2.2 Mixis
- 2.2.3 Sediment
- 2.2.4 Lebensräume
- 2.3 Bedeutung des Sauerstoffs für Seen
- 2.4 Nährstoffe
- 3 Lösungsmechanismen
- 3.1 Allgemeines
- 3.2 Stickstoff
- 3.2.1 Allgemeines
- 3.2.2 Nitrifikation und Denitrifikation
- 3.2.3 Biologische N2-Fixation
- 3.3 Phosphor
- 3.3.1 Allgemeines
- 3.3.2 Anaerobe P-Rücklösung (klassische Rücklösungstheorie)
- 3.3.3 Einflüsse auf die P-Freisetzung aus anaerobem Sediment
- 3.3.4 Aerobe P-Rücklösung
- 3.3.5 Einflüsse auf die P-Rücklösung aus aerobem Sediment
- 3.4 Sonstige Einflüsse
- 4 Zusammenfassung und Maßnahmen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Ausarbeitung befasst sich mit der Nährstoffrücklösung aus Sedimenten in stehenden Gewässern, insbesondere Seen. Das Hauptziel ist es, die Prozesse und Einflüsse auf die Nährstoffrücklösung zu katalogisieren und zu erläutern, sowie die daraus resultierenden Konsequenzen aufzuzeigen. Der Fokus liegt dabei auf der internen Düngung, die eine wichtige Rolle bei der Eutrophierung von Gewässern spielt.
- Erläuterung der Prozesse und Mechanismen der Nährstoffrücklösung aus Sedimenten
- Analyse der Einflüsse auf die Freisetzung von Stickstoff und Phosphor aus dem Sediment
- Bedeutung der Nährstoffrücklösung für die Gewässerökologie und die Eutrophierung
- Diskussion von Maßnahmen zur Reduzierung der internen Nährstoffbelastung
- Herausarbeitung der Bedeutung des Sauerstoffgehalts für die Nährstoffrücklösung
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung des Themas Nährstoffrücklösung für die Gewässergüte und die Eutrophierung von Seen dar. Sie beleuchtet die Rolle der Nährstoffrücklösung als interne Düngung und das Ziel der Ausarbeitung: die Katalogisierung der Prozesse und Einflüsse sowie die Darstellung wichtiger Konsequenzen.
- Kapitel 2: Grundlagen: Dieses Kapitel befasst sich mit den grundlegenden Begriffen und Zusammenhängen, die für das Verständnis der Nährstoffrücklösung relevant sind. Hier werden Trophie, Mixis, Sediment und Lebensräume definiert und die Bedeutung des Sauerstoffs für Seen erläutert. Auch die verschiedenen Nährstoffe, die an der Rücklösung beteiligt sind, werden vorgestellt.
- Kapitel 3: Lösungsmechanismen: Hier werden die wichtigsten Lösungsmechanismen für Stickstoff und Phosphor aus Sedimenten beschrieben. Dabei werden die Prozesse der Nitrifikation, Denitrifikation und biologischen N2-Fixation sowie die anaerobe und aerobe P-Rücklösung und deren Einflussfaktoren erläutert.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen der Ausarbeitung sind Nährstoffrücklösung, interne Düngung, Eutrophierung, Seen, Sediment, Stickstoff, Phosphor, Sauerstoff, Nitrifikation, Denitrifikation, Biologische N2-Fixation, Anaerobe P-Rücklösung, Aerobe P-Rücklösung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist "interne Düngung" in einem See?
Es bezeichnet die Rücklösung von Nährstoffen (insbesondere Phosphor) aus dem Sediment in das Wasser, was die Eutrophierung auch ohne externe Zufuhr vorantreibt.
Warum ist Sauerstoff für die Gewässergüte so wichtig?
Sauerstoff bestimmt die chemischen und biologischen Prozesse; ein Mangel führt oft zur Freisetzung von Phosphor aus dem Sediment.
Was ist der Unterschied zwischen anaerober und aerober P-Rücklösung?
Die klassische Theorie besagt, dass Phosphor bei Sauerstoffmangel (anaerob) gelöst wird; neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass Rücklösung auch bei Anwesenheit von Sauerstoff (aerob) möglich ist.
Was versteht man unter Nitrifikation und Denitrifikation?
Dies sind mikrobielle Prozesse im Stickstoffkreislauf, bei denen Ammonium zu Nitrat oxidiert (Nitrifikation) bzw. Nitrat zu gasförmigem Stickstoff reduziert wird (Denitrifikation).
Welche Konsequenzen hat die Nährstoffrücklösung?
Sie führt zu übermäßigem Algenwachstum, Sauerstoffzehrung in der Tiefe und einer Verschlechterung der gesamten Gewässerökologie.
- Citation du texte
- Daniel Engers (Auteur), 2002, Nährstoffrücklösung in Seen. Phänomene, Mechanismen, Konsequenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13115