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Überwindung der natürlichen Intelligenz durch Genmanipulation und Keimbahntherapie?

Title: Überwindung der natürlichen Intelligenz durch Genmanipulation und Keimbahntherapie?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: André Schmidt (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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In dieser Seminararbeit sollen anhand von ausgewählten Aufsätzen und Abhandlungen verschiedener Autoren, wie Markus HENGSTSCHLÄGER und Otto SPECK unterschiedliche philosophische Positionen zur Thematik Überwindung der natürlichen Intelligenz durch Genmanipulation und Keimbahntherapie näher betrachtet werden. Dabei wird für ein besseres Verständnis neben einer anfänglichen aktuellen Problemstellung in der Gesellschaft der Gegenstand auch in einen kurzen sozialen Kontext eingegliedert. Ein Schwerpunkt dieser Arbeit soll auf der Vorstellung sowie der ethischen Reflexion der unterschiedlichen mit der modernen Biotechnologie verbundenen Erwartungen, berechtigten Hoffnungen und Wünsche gelegt werden. Ein Hauptaugenmerk wird dabei der Fragestellung gewidmet sein, ob man sich überhaupt klar darüber ist, was unter den Begriffen Designerbaby oder Kind nach Maß zu verstehen ist, oder ob dadurch nur eine künstliche Aufregung erzeugt wird. Im Speziellen soll dabei ein grundsätzlicher Blick auf das Machbare und das Nichtmachbare sowie auf das Wünschenswerte und das Nicht- wünschenswerte im Zusammenhang mit dem fiktiven Ruf nach genetisch perfekten Kindern durch eine Aufarbeitung der aktuellen biomedizinischen Fortschritte geworfen werden, indem auch der Frage nachgegangen werden soll, ob und wie weit der wissenschaftliche Fortschritt den Lebenswert und die Lebenssituation der Menschen zukünftig verändern sowie zu einem eventuellen Bedeutungsverlust der pädagogischen Erziehung führen könnte.
Als wissenschaftliche Grundlagen zur Klärung dieser Fragen dient unter anderem der kurze Überblick über den aktuellen Stand der biomedizinischen Wissenschaft aus dem Werk „Das ungeborene menschliche Leben und die moderne Biomedizin. Was kann man, was darf man?“ des Autors Markus HENGSTSCHLÄGER. Neben Aufsätzen wie „Auf der schiefen Ebene zum Designerbaby. Warum die Bioethik immer zu spät kommt“ von Axel W. BAUER wird aber auch Sekundärliteratur, wie die Monographie Otto SPECKs, „Soll der Mensch biotechnisch machbar werden? Eugenik, Behinderung und Pädagogik“ sowie die psychologische Abhandlung „Pädagogische Psychologie“ von Andreas KRAPP und Bernd WEIDEMANN hierfür herangezogen, um auch die Untersuchungen anderer Fachleute sowie den Forschungsstand mit einzubeziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die aktuelle Problemstellung

2.1 From chance to choice

2.2 Ziele und Motive der Biotechnologie

2.3 Ethische Herausforderungen

3 Designerbaby – Perfektion aus dem Labor?

3.1 Das Kind nach eigenen Maßstäben

3.2 Weitere Formen der Einflussnahme

3.3 Das slippery slope Argument

4 Die Anlage – Umwelt – Korrelation

4.1 Der Einfluss der genetischen Anlage

4.2 Der Einfluss der menschlichen Umwelt

4.3 Der Einfluss der Kultur

5 Bedeutungsverlust der Verantwortung

5.1 Reduzierung pädagogischer Verantwortlichkeit

5.2 Die Grenzen der Biotechnologie

6 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht philosophische und ethische Fragestellungen zur modernen Biotechnologie, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob die natürliche Intelligenz durch Genmanipulation und Keimbahntherapie technisch überwindbar ist und welche Konsequenzen dies für das Bildungsverständnis und die menschliche Verantwortung hat.

  • Ethische Reflexion von Biotechnologie und Designerbabys
  • Wechselspiel zwischen genetischer Anlage, Umwelt und Kultur
  • Kritik an der Machbarkeits-Euphorie und dem Bedeutungsverlust der Erziehung
  • Analyse des "slippery slope"-Arguments in der Bioethik

Auszug aus dem Buch

3.3 Das slippery slope Argument

Unter Berücksichtigung dieser Fakten im Zusammenhang mit der heute bereits weit verbreiteten Realität, erhalten die Begriffe Designerbaby und Kind nach Maß durchaus eine gewisse Berechtigung in der aktuellen öffentlichen Diskussion. Somit ist aber auch gleichzeitig die oftmals oberflächliche Beschwichtigungstaktik einiger Politiker und Wissenschaftler, bei der Risiken und Gefahren verharmlost werden, häufig unangebracht. Nach Auffassung vieler Kritiker birgt die Präimplantationsdiagnostik ebenso wie die Keimbahntherapie jedoch erhebliche Risiken, da sie Teil einer Entwicklung sind, durch welche die Handlungsspielräume von Paaren bei Fortpflanzungsentscheidungen zunehmend erweitert würden. Beide Methoden können – so das slippery slope Argument der schiefen Ebene – als Schlüsseltechnologien für die Entwicklung von so genannten Designerbabys missbraucht werden. Denn es bestehe die Gefahr, dass künftig nicht nur auf wenige, als schwerwiegend betrachtete Krankheiten hin getestet werde, sondern mehr und mehr auch auf individuell oder gesellschaftlich unerwünschte Charakteristika. Zudem könne die neue reproduktive Freiheit schnell in eine entgegengesetzte Entwicklung umschlagen und zu einem verstärkten Zwang zum qualitativ hochwertigen Kind führen. Somit sollte eigentlich weltweit ein breiter Konsens darüber bestehen, dass in Bezug menschlicher Eigenschaften wie z.B. Intelligenz solche vorgeburtliche genetische Untersuchungen durch ein pränatal-genetisches Labor nicht durchgeführt werden dürfen. Denn wer wird definieren, welche Intelligenzmerkmale oder Abweichungen noch innerhalb der Norm sind und ab wann nicht. Diskriminierung und Stigmatisierung aller Art wären die Folge.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die philosophische Auseinandersetzung mit der technologischen Steigerbarkeit natürlicher Intelligenz vor und definiert den Fokus auf die ethische Reflexion von Genmanipulation und Erziehung.

2 Die aktuelle Problemstellung: Das Kapitel analysiert den gesellschaftlichen Trend zur Eugenik und die biotechnologischen Motive, die das Streben nach Perfektion und Intelligenzsteigerung antreiben.

3 Designerbaby – Perfektion aus dem Labor?: Hier werden die Grenzen aktueller Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin und die Gefahr einer schleichenden Entwicklung hin zur genetischen Selektion (slippery slope) diskutiert.

4 Die Anlage – Umwelt – Korrelation: Dieses Kapitel erläutert, dass Intelligenz ein hochkomplexes multifaktorielles Zusammenspiel aus Genen, Umwelt und Kultur ist, wodurch eine rein genetische Steuerung unplausibel erscheint.

5 Bedeutungsverlust der Verantwortung: Der Autor warnt vor einer Reduzierung pädagogischer Verantwortung und kritisiert die Tendenz, Erziehungsaufgaben an biologische oder medikamentöse Eingriffe delegieren zu wollen.

6 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die natürliche Intelligenz nicht durch technische Eingriffe überwindbar ist und fordert einen kooperativen Dialog zwischen Philosophie und Wissenschaft.

Schlüsselwörter

Biotechnologie, Genmanipulation, Keimbahntherapie, Designerbaby, Künstliche Intelligenz, Neurophilosophie, Eugenik, Pädagogik, Intelligenzentwicklung, Bioethik, Verantwortung, Humangenetik, Präimplantationsdiagnostik, slippery slope, Biomedizin.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit thematisiert die ethischen und philosophischen Implikationen biotechnologischer Eingriffe in die menschliche Genetik zur vermeintlichen Steigerung der natürlichen Intelligenz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bioethik, dem Einfluss von Genen und Umwelt auf die Intelligenzentwicklung, der Kritik an der "Designerbaby"-Idee und dem Stellenwert pädagogischer Verantwortung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, ob die "natürliche Intelligenz" durch moderne Biotechnologie überhaupt überwindbar ist und ob eine solche technisierte Erziehung die traditionelle Pädagogik ersetzen könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-diskursive Analyse unter Einbeziehung aktueller biomedizinischer Literatur sowie entwicklungspsychologischer Erkenntnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Es erfolgt eine Aufarbeitung des Stands der Genforschung, die Darstellung des komplexen Zusammenspiels von Anlage und Umwelt sowie die kritische Reflexion der gesellschaftlichen Verantwortung im Umgang mit diesen Technologien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Biotechnologie, Genmanipulation, Designerbaby, Bioethik, Intelligenzentwicklung und die pädagogische Verantwortung.

Wie bewertet der Autor den Begriff "Designerbaby"?

Der Autor ordnet "Designerbabys" als eine zum Teil irrationale gesellschaftliche Aufregung ein, warnt jedoch gleichzeitig vor den langfristigen Gefahren der Selektionstechnologien.

Warum hält der Autor die technisierte Erziehung für riskant?

Der Autor argumentiert, dass eine Verlagerung erzieherischer Verantwortung auf biologische Eingriffe das menschliche Miteinander und die moralische Entwicklung des Individuums gefährdet.

Welche Bedeutung misst die Arbeit der Kultur bei?

Kulturelle Einflüsse werden als entscheidender Faktor für die menschliche Höherentwicklung gegenüber Tieren hervorgehoben, der sich nicht allein durch Genetik erklären lässt.

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Details

Title
Überwindung der natürlichen Intelligenz durch Genmanipulation und Keimbahntherapie?
College
Dresden Technical University  (Institut für Philosophie)
Course
Philosophie des Geistes – Neurophilosophie und KI
Grade
2,0
Author
André Schmidt (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V131221
ISBN (eBook)
9783640414413
ISBN (Book)
9783640408429
Language
German
Tags
Genmanipulation Intelligenz Keimbahntherapie Designerbaby Biotechnologie Künstlicher Intelligenz Neurophilosophie Verbesserung des Erbgutes Keimbahn Zwillingsstudien Genotyp-Umwelt-Interaktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
André Schmidt (Author), 2006, Überwindung der natürlichen Intelligenz durch Genmanipulation und Keimbahntherapie? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131221
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