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Der reflexive Einsatz der literarischen Form des Essays im Ethikunterricht

Title: Der reflexive Einsatz der literarischen Form des Essays im Ethikunterricht

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: André Schmidt (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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In dieser Seminararbeit sollen anhand von ausgewählten Texten verschiedener Autoren, wie BELKE, MARTINICH und MÜLLER-FUNK die unterschiedlichen Vorstellungen und Konzeptionen von der wichtigen literarischen Form des Essays im Hinblick auf ihre praktische Funktion in der Anwendung näher betrachtet werden. Dabei werden neben einer Klassifizierung und Beschreibung der etablierten Gebrauchsform nach ihrer dominanten wertenden und prüfenden Funktion auch die untergründige argumentative und methodische Wirkung verdeutlicht. Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll auf der Herausarbeitung der Multifunktionalität dieses literarischen Elements im pragmatischen Gebrauch nach seinen Inhalten, Anwendungen und Zielstellungen gelegt werden. Das Hauptaugenmerk wird dabei der Fragestellung gewidmet sein, inwiefern die Arbeit mit dem Essay im Philosophie- und Ethikunterricht fruchtbar sein kann und welche didaktischen Potentiale dieser literarischen Form entnommen werden können. Im Speziellen soll eine Untersuchung in Bezug auf das eigenständige schriftliche Philosophieren unternommen werden, indem auch der Frage nach der Analyse sowie der Bewertung der sprachlichen, stilistischen und formalen Bedingungen nachgegangen werden soll.
Als wissenschaftliche Grundlagen zur Klärung dieser Fragen dienen unter anderem die statistischen Erhebungen aus dem Werk “Erfahrung und Experiment. Studien zu Theorie und Geschichte des Essayismus“ des Autors Wolfgang MÜLLER-FUNK. Aber auch Sekundärliteratur, wie die Monographien Horst BELKEs, „Literarische Gebrauchsformen“, „Der deutsche Essay – Materialien zur Geschichte und Ästhetik einer literarischen Gattung“ von Ludwig ROHNER sowie die englische Abhandlung „Philosophical writing – an introduction“ von Aloysius P. MARTINICH werden hierfür herangezogen, um die Untersuchungen anderer Fachleute sowie den Forschungsstand mit einzubeziehen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Literarische Formen philosophischer Texte

2.1 Philosophie in der Literatur

2.2 Literatur in der Philosophie

2.3 Marginale Gattungen

3 Die Literarische Form des Essays

3.1 Die gesellschaftliche Funktion

3.2 Der subjektive Prozess des Urteilens

3.3 Erfahrung und Experiment

3.4 Eine kritische Kategorie des eigenen Geistes

4 Das didaktische Potential des Essays

5 Die doppelt kodierte Bewertung eines Essays

5.1 Sprachliche und stilistische Anforderungen

5.2 Formale und strukturelle Anforderungen

6 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einsatz der literarischen Form des Essays im Philosophie- und Ethikunterricht. Ziel ist es, die didaktische Fruchtbarkeit dieser Gattung aufzuzeigen und Kriterien für eine fachgerechte Analyse sowie Bewertung zu definieren.

  • Multifunktionalität des Essays im Bildungskontext
  • Verbindung von individueller Lebenspraxis und philosophischem Fachwissen
  • Förderung von Schreib- und Reflexionskompetenzen bei Schülern
  • Anforderungen an die sprachliche, stilistische und formale Gestaltung

Auszug aus dem Buch

3.4 Eine kritische Kategorie des eigenen Geistes

Durch seinen offenen Charakter eröffnet der Essay Freiräume wie geistige Beweglichkeit, spielerischen Gestus, einen perspektivischen Blick, der die Dinge in ihrem konkreten Kontext erfasst sowie Mut zur Unsicherheit und zur Vorläufigkeit. Durch dieses kompromisslose Experimentieren und dem Verzicht auf feste Identität erhebt die literarische Form des Essays einen Einspruch gegen den Geist des mathematischen Rationalismus sowie das Selbstbewusstsein der modernen Wissenschaft, die sich auf Definition, Deduktion, Vollständigkeit und Kontinuität festlegt. Stattdessen ist der Essay eine kritische Kategorie des eigenen Geistes, die auf eigene Erlebnisse und Erfahrungen setzt. Somit kann er die Angst überwinden, genau sein zu müssen oder sich nur an die gegeben Fakten und Tatsachen zu halten.

Der moderne Essayismus ist skeptisch gegenüber den traditionellen Begriffen von Methode sowie Definition und verzichtet bewusst auf einen explizit formulierten systematischen theoretischen Zusammenhang. Durch seinen nicht bindenden Charakter ist es ihm erlaubt, in experimenteller Form auszusprechen, was in einem strengen philosophischen Kontext noch nicht möglich erscheint und er kann somit eine Art Vordenkerrolle einnehmen.

All das sind Grundlinien, genauer gesagt Leitlinien, die den Charakter der marginalen Form des Essays, die ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zwischen Erzählung und Abstraktion hin- und herpendelt, nur grob widerspiegeln. Der methodische Essayismus beschränkt sich nicht allein darauf, eine bloße Vermittlungsform des Wissens – im Sinne einer trockenen Theorie – zu sein, sondern ist vielmehr lebendiger Versuch und Erkundung, Umkreisung und Abwägung sowie Mosaik und Fragment. Insofern mündet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Essay unmittelbar in die gegenwärtigen Anforderungen des Ethik- und Philosophieunterrichts, die unter anderem auf eine ethische Reflexion, Selbstbezüglichkeit, Aufklärung, Entgrenzung, Überschau und gewissen Nähe zu den Gegenständen ausgelegt sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit erläutert die Fragestellung zur didaktischen Anwendung des Essays und führt in die verwendeten theoretischen Grundlagen und Fachautoren ein.

2 Literarische Formen philosophischer Texte: Dieses Kapitel beleuchtet das Verhältnis von Philosophie und Literatur und argumentiert für die didaktische Relevanz literarischer Formen.

3 Die Literarische Form des Essays: Der Abschnitt definiert den Essay als marginale Gattung, die durch Wertung, subjektive Urteilsprozesse und experimentellen Charakter geprägt ist.

4 Das didaktische Potential des Essays: Hier wird dargelegt, wie die Arbeit mit Essays die Schüler motiviert, Schreibkompetenzen fördert und Raum für kreatives Denken außerhalb starrer Logik schafft.

5 Die doppelt kodierte Bewertung eines Essays: Das Kapitel erläutert, dass eine Bewertung sowohl den philosophischen Inhalt als auch die Umsetzung in der literarischen Form berücksichtigen muss.

6 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Plädoyer für den gezielten, reflexiven Einsatz des Essays im Unterricht.

Schlüsselwörter

Essay, Philosophieunterricht, Ethikunterricht, Didaktik, Literarische Form, Schreibkompetenz, Philosophieren, Erfahrung, Experiment, Argumentation, Bewertung, Subjektivität, Urteilskraft, Reflexion, Sprachstil

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Einsatz der literarischen Form des Essays als didaktisches Werkzeug im Philosophie- und Ethikunterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Multifunktionalität des Essays, die Verzahnung von Literatur und Philosophie sowie die Anforderungen an das eigenständige philosophische Schreiben.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Nutzen des Essays zur Förderung von Reflexion und Schreibkompetenz aufzuzeigen und Kriterien für dessen methodische Anwendung und Bewertung zu liefern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei fachwissenschaftliche Texte und Sekundärliteratur zu Theorie und Geschichte des Essayismus ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Essays, seiner gesellschaftlichen und didaktischen Funktion sowie den sprachlichen und formalen Anforderungen an die Schülerleistungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Essayismus, didaktisches Potential, subjektives Urteilen, Schreibkompetenz und reflexive Auseinandersetzung definiert.

Warum ist der Essay für den Ethikunterricht besonders wertvoll?

Er ermöglicht die Verbindung von individueller Lebenserfahrung mit philosophischem Wissen und bietet einen Raum für kreatives Denken, der sich den Zwängen strenger logischer Beweisführungen entzieht.

Was ist bei der Bewertung eines Essays zu beachten?

Die Bewertung muss "doppelt kodiert" erfolgen, d.h., es müssen gleichermaßen der philosophische Gehalt sowie die Qualität des literarisch-sprachlichen Ausdrucks beurteilt werden.

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Details

Title
Der reflexive Einsatz der literarischen Form des Essays im Ethikunterricht
College
Dresden Technical University  (Institut für Philosophie)
Course
Lektüre philosophischer Texte
Grade
2,0
Author
André Schmidt (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V131235
ISBN (eBook)
9783640408627
ISBN (Book)
9783640409242
Language
German
Tags
Essay Essayismus Didaktik Ethik Literarische Formen Philosophische Texte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
André Schmidt (Author), 2006, Der reflexive Einsatz der literarischen Form des Essays im Ethikunterricht , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131235
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