Die vorliegende Arbeit thematisiert nichteheliche Lebensgemeinschaften und die damit verbundene Frage, ob diese ethisch vertretbar sind. Die Materie ist von besonderem Interesse, da es in der heutigen Zeit immer mehr Menschen gibt, die sich nicht trauen lassen wollen und auch ohne Trauschein glücklich eine Partnerschaft führen. Es stellt sich jedoch die Frage, welche Gründe für diese Paare ausschlaggebend sind, sich nicht trauen zu lassen. Weiterhin interessieren auch mögliche Probleme aus dem Leben ohne Trauschein. Besonderen Wert lege ich darauf, zu ergründen in welchen Bereichen diese Lebensformen ethisch vertretbar sind und in welchen Bereichen nicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Nichteheliche Lebensgemeinschaften
2.1. Begriffserklärung
2.2. Charakteristika der nichtehelichen Lebensgemeinschaft
2.2.1. Lebensgemeinschaften ohne Heiratsabsicht
2.2.2. Lebensgemeinschaften mit Heiratsabsicht
2.3. Gründe für das Zusammenleben ohne Trauschein
2.3.1. Lebensgemeinschaften ohne Heiratsabsicht
2.3.2. Lebensgemeinschaften mit Heiratsabsicht
3. Ethische Bewertungsaspekte
3.1. Sexualität
3.2. Familienplanung
3.3. Unbedingte Annahme
3.4. Lebensstrategische Planung
4. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit von nichtehelichen Lebensgemeinschaften aus christlich-ethischer Perspektive. Dabei wird analysiert, ob und inwieweit diese Lebensformen den christlichen Normen bezüglich Partnerschaft, Sexualität und Familie gerecht werden können.
- Unterscheidung zwischen Lebensgemeinschaften mit und ohne Heiratsabsicht
- Ethische Beurteilung der Sexualität in nichtehelichen Beziehungen
- Theologisch-ethische Betrachtung der ehelosen Familie
- Analyse der unbedingten Annahme des Partners
- Bewertung der lebensstrategischen Planung von nichtehelichen Paaren
Auszug aus dem Buch
3.1. Sexualität
Der folgende Abschnitt soll veranschaulichen, ob Sexualität aus der ethischen Sichtweise heraus in nichtehelichen Partnerschaften vertretbar ist.
Um in dieser Hinsicht zu einer Erkenntnis zu gelangen, müssen erst einmal die verschiedenen Gründe für Sexualität in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft aufgezeigt werden. Hierbei beziehen sich die folgenden Motive aber auch auf Paarbeziehungen vor und außerhalb der Ehe.
Es gibt Paare, die auf Grund der Erfüllung ihrer Triebwünsche Anspruch auf Sexualität erheben. Sie ‚konsumieren’ Sex, was durch die Entwicklung in der heutigen Konsumgesellschaft gefördert wird. Die Paare sehen den Sex als unverbindlich an und ver-‚sach’-lichen ihn.
Zu dem bereits genannten Motiv für Sexualität gesellt sich eine weitere Gruppe. „Ablehnung institutionalisierter Regelung in Anerkennung tiefer personaler Bindung im sexuellen Austausch“ (FRALING 1995, S.191), ist das Motiv dieser Paare. Sie misstrauen den Institutionen der Gesellschaft, wie z. B. auch der Kirche, und handeln grundsätzlich gegen deren Bestimmungen. Da es sich hierbei um das persönliche und private Glück eines Paares handelt, fällt das gegensätzliche Handeln nicht allzu schwer. Voraussetzung für den Geschlechtsverkehr ist allerdings, dass sich beide zueinander hingezogen und miteinander verbunden fühlen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Thematik nichtehelicher Lebensgemeinschaften und stellt die Forschungsfrage nach deren ethischer Vertretbarkeit sowie der Beweggründe für ein Leben ohne Trauschein.
2. Nichteheliche Lebensgemeinschaften: Dieses Kapitel liefert eine Begriffsklärung sowie eine Charakterisierung der Lebensgemeinschaften, unterteilt in solche mit und ohne Heiratsabsicht, und erläutert die Motive für diese Lebensform.
3. Ethische Bewertungsaspekte: Der Hauptteil der Arbeit bewertet verschiedene Lebensbereiche wie Sexualität, Familienplanung, unbedingte Annahme und lebensstrategische Planung anhand teleologischer und deontologischer ethischer Ansätze.
4. Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und Fachliteratur für die vorliegende Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Nichteheliche Lebensgemeinschaft, christliche Ethik, Sexualität, Familienplanung, Ehe, Trauschein, Partnerschaft, teleologische Ethik, deontologische Ethik, unbedingte Annahme, Lebensstrategie, Heiratsabsicht, moraltheologische Bewertung, christliche Familie, Bindung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethischen Vertretbarkeit von nichtehelichen Lebensgemeinschaften aus dem Blickwinkel der christlichen Ethik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche Sexualität, Familienplanung, die unbedingte Annahme des Partners und die lebensstrategische Planung in nichtehelichen Lebensformen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu ergründen, in welchen Bereichen nichteheliche Lebensformen aus christlicher Sicht ethisch vertretbar sind und wo dies nicht der Fall ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Bewertung angewandt?
Zur ethischen Bewertung zieht die Autorin sowohl teleologische (zielorientierte) als auch deontologische (pflichtorientierte) Ethikansätze heran.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten ethischen Beurteilung von Sexualität, der Gründung von ehelosen Familien, der psychischen Stabilität in Partnerschaften ohne Trauschein sowie der langfristigen Lebensplanung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind christliche Ethik, nichteheliche Lebensgemeinschaft, Ehe, Sexualethik und moraltheologische Abwägung.
Wie bewertet die Arbeit die Gründung einer Familie in einem nichtehelichen Rahmen?
Aus christlicher Sicht wird dies sowohl deontologisch als auch teleologisch abgelehnt, da die Stabilität und die damit verbundenen Aufgaben einer Familie ohne die verbindliche Grundlage der Ehe als nicht erfüllbar angesehen werden.
Gibt es einen Unterschied in der ethischen Bewertung bei Paaren mit oder ohne Heiratsabsicht?
Ja, die Arbeit differenziert stark: Während bei Paaren mit Heiratsabsicht die vorübergehende Lebensgemeinschaft als Form der Vorbereitung und Prüfung (ähnlich wie ein Noviziat) teleologisch nachvollziehbar sein kann, werden Lebensgemeinschaften ohne Heiratsabsicht, die auf bloßer Verweigerung oder Nützlichkeitserwägungen basieren, ethisch meist negativ beurteilt.
- Citation du texte
- Christina Schlicker (Auteur), 2007, Die ethische Vertretbarkeit nichtehelicher Lebensgemeinschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131316