„Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und wenn doch, dann wird es konstruiert.“ Diese auf Zertifikate bezogene Aussage bringt zum Ausdruck, wie vielschichtig diese Form der Anlage an den nationalen und internationalen Finanzmärkten ist.
Zertifikate sind eine Wertpapierform, die vor 20 Jahren noch nicht einmal existierte. Erst im Jahr 1989 wurde das erste Zertifikat von der Dresdner Bank emittiert – es bildete den deutschen Aktienindex DAX ab. Seitdem ist dieser Markt kontinuierlich und in den letzten zehn Jahren sogar explosionsartig gewachsen. Da Zertifikate durchaus für Privatanleger geeignet sind, besteht das Ziel dieser Arbeit darin, die Sinnhaftigkeit einer Anlage in Zertifikate zu verdeutlichen.
Dabei soll gezeigt werden, dass sich hinter teilweise verwirrenden und kompliziert scheinenden Namensgebungen von Zertifikaten strukturierte und zum Teil simple Anlageprodukte verbergen.
Nach einer kurzen Definition und einer Darstellung seiner geschichtlichen Entwicklung soll das Finanzprodukt Zertifikat in den verschiedenen Formen und Funktionsweisen erklärt werden. Im Zusammenhang mit der Analyse einiger ausgewählter Zertifikate werden sowohl Vor- als auch Nachteile für den privaten Anleger beleuchtet. Dabei soll auf mögliche Kosten und Erträge sowie Chancen und Risiken eingegangen werden.
Struktur der Studienarbeit
1. Einleitung
2. Definition und geschichtliche Entwicklung von Zertifikaten
2.1 Definition
2.2 Geschichte
3. Aufbau und Funktionsweise verschiedener Zertifikatstypen
3.1 Indexzertifikate
3.2 Basketzertifikate
3.3 Discountzertifikate
3.4 Bonuszertifikate
3.5 Garantiezertifikate
3.6 Expresszertifikate
4. Analyse von Zertifikaten
4.1 DAX Endlos Index-Zertifikat
4.2 BABE Basket-Zertifikat
4.3 DJ EURO STOXX 50 Discount-Zertifikat
4.4 Agriculture Capped Bonus-Zertifikat
4.5 mal 5-Anleihe (Garantiezertifikat)
4.6 Porsche Bonus miniMAX-Zertifikat (Expresszertifikat)
5. Zusammenfassung
6. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Zertifikaten als Anlageinstrument für Privatanleger. Ziel ist es, die Funktionsweisen dieser komplex erscheinenden Finanzprodukte transparent zu machen, ihre Eignung für private Depots zu bewerten und dabei sowohl Chancen als auch Risiken differenziert zu beleuchten.
- Definition und historische Entwicklung des Zertifikatemarktes
- Detaillierte Analyse verschiedener Zertifikatstypen (Index-, Basket-, Discount-, Bonus-, Garantie- und Expresszertifikate)
- Praxisbezogene Fallanalysen ausgewählter Emittentenprodukte
- Gegenüberstellung von Kosten, Ertragschancen und Risikoprofilen
Auszug aus dem Buch
3.1 Indexzertifikate
Die wohl am einfachsten nachvollziehbare Form von Zertifikaten ist das Indexzertifikat (siehe Abbildung 1). Hier partizipiert der Anleger eins zu eins an der Kursentwicklung des Index, welcher als Basiswert festgelegt wurde. Indexzertifikate vereinfachen dem Privatanleger daher die Investition in einen Gesamtmarkt, da ein Index nicht direkt erworben werden kann. Wenn man versucht, einen Index durch den privaten Kauf von verschiedenen Aktien nachzubilden, ist dies sehr kostspielig und aufwendig. Gleichzeitig erfolgt eine vernünftige Risikostreuung, da in den Indizes viele Aktien vertreten sind. Zwar hat der Anleger unbegrenzte Gewinnchancen, muss aber auch die Möglichkeit eines Totalverlusts in Betracht ziehen. Eine Ausschüttung von Dividenden findet nicht statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Relevanz von Zertifikaten als moderne Anlageform und definiert das Ziel, die oft komplexe Struktur dieser Produkte für Privatanleger verständlich zu machen.
2. Definition und geschichtliche Entwicklung von Zertifikaten: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Zertifikats als Schuldverschreibung und beleuchtet den historischen Aufstieg dieser Anlageklasse nach den Börsenkrisen der Jahrtausendwende.
3. Aufbau und Funktionsweise verschiedener Zertifikatstypen: Es werden die gängigsten Zertifikatsarten, von Index- bis zu Expresszertifikaten, hinsichtlich ihrer spezifischen Konstruktionsmerkmale und Funktionsweisen vorgestellt.
4. Analyse von Zertifikaten: Anhand konkreter Praxisbeispiele von Produkten der Landesbank Berlin wird die Performance und das Risiko-Ertrags-Profil verschiedener Zertifikatstypen analysiert.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Einordnung der Zertifikate als sinnvolle Beimischung für Privatanleger unter Berücksichtigung der gebotenen Transparenz und Sicherheit.
6. Anhang: Enthält das Literaturverzeichnis der verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Zertifikate, Privatanleger, Finanzmarkt, Indexzertifikat, Basketzertifikat, Discountzertifikat, Bonuszertifikat, Garantiezertifikat, Expresszertifikat, Basiswert, Risiko, Rendite, Kapitalanlage, Derivate, Finanzkrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Relevanz und Funktionsweise von Zertifikaten als Anlageinstrument für Privatanleger, um die Komplexität dieser Produkte greifbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition, die historische Entwicklung sowie die detaillierte Darstellung und Analyse verschiedener Zertifikatstypen wie Discount-, Bonus- oder Garantiezertifikate.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Anleger die Sinnhaftigkeit einer Investition in Zertifikate zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie sich hinter komplexen Bezeichnungen teils simple Anlagekonzepte verbergen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine beschreibende Theoriebildung sowie eine fallbasierte Analyse realer Zertifikatsprodukte der Landesbank Berlin, um Renditen und Risiken praxisnah zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erläuterung der Zertifikatskonstruktionen und die anschließende kritische Analyse von sechs spezifischen Praxisbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Zertifikate, Derivate, Risiko, Rendite, Basiswert, Totalverlust und Transparenz.
Wie unterscheidet sich ein Indexzertifikat von einer direkten Aktienanlage?
Das Indexzertifikat bildet einen gesamten Aktienindex eins zu eins ab, was dem Anleger eine kostengünstige Diversifikation ermöglicht, die durch den direkten Kauf einzelner Aktien deutlich aufwendiger wäre.
Warum sind Garantiezertifikate für sicherheitsorientierte Anleger interessant?
Sie bieten dem Anleger eine kalkulierbare Rückzahlung des eingesetzten Kapitals zum Ende der Laufzeit, was sie für risikoscheue Investoren attraktiv macht.
Welches spezifische Risiko birgt das Expresszertifikat?
Das Expresszertifikat kann bei Verletzung der Barriere zu einem Totalverlust führen, da der Anleger dann direkt am negativen Kursverlauf des Basiswertes partizipiert.
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- Patrick Jürgens (Author), 2008, Die Bedeutung von Zertifikaten für den privaten Anleger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131342