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Das Humanspezifikum Intersubjektivität

Titre: Das Humanspezifikum Intersubjektivität

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 19 Pages , Note: 2,3

Autor:in: 1. Staatsexamen Philipp M. Jauernig-Biener (Auteur)

Philosophie - Divers
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Frage nach der Vernunft soll in der folgenden Arbeit aufgegriffen und genauer gestellt werden. Worin zeichnet sich die Rationalität aus, welche dem Menschen allein zugesprochen wird, ihn vom Tier trennt und zu dem befähigt, was er tut und tun könnte? Denn nicht ausnahmslos alle Fähigkeiten und Handlungsweisen, von denen behauptet werden könnte, ihr Ursprung liege in der Vernunft, bleiben tatsächlich dem Menschen vorenthalten. So zeigen etwa Hunde eine ähnliche Kommunikationsbereitschaft wie Kinder im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren, indem sie nicht nur auf die Sprache, sondern auch auf die Blicke und Gesten von Menschen reagieren . Schimpansen wiederum sind in der Lage, ihre Umgebung mit Hilfe von Werkzeugen zu manipulieren und so vor allem ihre Nahrungsbeschaffung zu erleichtern. Was also bleibt dem Menschen noch, das ihn einzigartig macht und von der breiten Masse der Tiere abhebt?

Der Aufsatz von Michael Tomasello et al. Intentionen teilen und verstehen. Die Ursprünge menschlicher Kognition bietet hierfür einen ansprechenden Ansatzpunkt. Als höchste Stelle der menschlichen Entwicklung beschreiben sie den „kulturellen Schöpfungsprozess“ , der in seiner Allgegenwärtigkeit als ein Merkmal gesehen werden sollte, welches den Menschen auszeichnet. Damit aber Schöpfungen wie Wissenschaften, Traditionen oder Sprachen entstehen können, bestehen die Voraussetzungen dafür in „den einzigartigen Fähigkeiten des Menschen (…), Intentionen zu verstehen und mit anderen zu teilen“.

In der folgenden Arbeit soll mit Hilfe des genannten Textes versucht werden, die von Aristoteles den Menschen auszeichnende Vernunft genauer zu spezifizieren. Unterstützend dazu sollen die Thesen zur von Varela, Thompson und Rosch 1991 eingeführte Bezeichnung enaktiver Ansatz genutzt werden, um die bei Tomasello et al. auftauchenden Grundlagen des kulturellen Schöpfungsprozesses noch genauer zu untersuchen und um so eine noch grundlegender Eigenschaft des Menschen zu finden, welche als das Humanspezifikum akzeptiert werden könnte.
Am Ende der Arbeit soll sich nicht nur die Frage gestellt werden, ob und wie annehmbar die Reduzierung der Vernunft als Humanspezifikum auf das gefundene Merkmal ist. Es soll auch gefragt werden, welche Folgen die getroffene Spezifizierung des Humanspezifikums für die Entscheidung haben würde, welches Lebewesen ein Mensch sei und welches nicht. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Intersubjektive Handlung als Humanspezifikum

2.1. Das Verstehen von Intentionen

2.2. Das Teilen von Intentionen

3. Der enaktive Ansatz zur grundlegenderen Suche nach dem Humanspezifikum

4. Emotionen als Träger von Intentionen

5. Das Wahrnehmen, Verstehen und Teilen von Emotionen bei Autisten und Säuglingen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Frage nach dem menschlichen Alleinstellungsmerkmal, dem sogenannten Humanspezifikum, wobei der Fokus auf der intersubjektiven Befähigung zur geteilten Intentionalität liegt. Ziel ist es, unter Einbezug von Tomasellos entwicklungspsychologischen Ansätzen und dem enaktiven Ansatz nach Varela, Thompson und Rosch zu spezifizieren, ob die Fähigkeit zum Umgang mit Emotionen als fundamentale Bedingung für das Menschsein gelten kann.

  • Menschenspezifische kognitive Grundlagen und kultureller Schöpfungsprozess
  • Entwicklungsphasen der Intersubjektivität bei Säuglingen (dyadische und trianguläre Interaktion)
  • Die Rolle der Empathie und der sensomotorischen Kopplung für das Verständnis von Handlungsplänen
  • Emotionen als Träger von Intentionen in der zwischenmenschlichen Kommunikation
  • Vergleichende Analyse bei Autismus und die Herausforderung der Definition des Menschseins

Auszug aus dem Buch

4. Emotionen als Träger von Intentionen

Es ist nun zu betrachten, welche Bedeutung Emotionen bei der Übertragung der Intentionen eines Individuums auf ein anderes haben, ob durch jene erst der imitierte Rollenwechsel durchgeführt werden kann und die Befähigung zum Teilen und Verstehen von Intentionen entsteht. Hinleitend dazu sollen folgende Beispiele die Gegenwärtigkeit von Emotionen beschreiben, welche aber auch für weitere Überlegungen herangezogen werden.

Bei manchen Spielen, wie etwa beim Pokern, bei denen mehrere Menschen beteiligt sind, ist für die Beteiligten zu beachten, dass die Mitspieler durch das eigene Verhalten Rückschlüsse über die Gewinnchancen ziehen können. Neben unterbewussten oder unwillkürlich ausgestrahlten Signalen können dabei auch gezeigte Emotionen Hinweise über eigene Vor- oder Nachteile, beziehungsweise das momentane Spielverhalten geben. Ein Lächeln beim Betrachten von Karten oder ein zusammengekniffener Mund als Zeichen von wenig Optimismus kann für jene, die diese Emotionen deuten können, als Entscheidungshilfe dienen.

Auch bei dem Umgang mit stark emotionalen Menschen, wie zum Beispiel Kindern, kann durch das Zurückgreifen auf eigene Erfahrungen erahnt werden, welche Emotionen welchen Intentionen vorausgehen. Ein lachendes und von einem Spielgefährten verfolgtes Kind wird Freude an der momentanen Situation haben, es rennt, um gemeinsam mit dem anderen Kind zu spielen. Weint oder schreit es aber während einer solchen Verfolgung, kann daraus gedeutet werden, dass es aus Angst oder Unwillen heraus vor dem anderen Kind flieht und der Wunsch der Abbruch der gemeinsamen Interaktion ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung situiert die Suche nach dem menschlichen Alleinstellungsmerkmal in der Tradition von Aristoteles und Descartes und führt Michael Tomasellos Ansatz zum kulturellen Schöpfungsprozess als Ausgangspunkt ein.

2. Intersubjektive Handlung als Humanspezifikum: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen intersubjektiver Befähigungen durch das Verstehen und Teilen von Intentionen und grenzt diese von den Fähigkeiten von Menschenaffen ab.

3. Der enaktive Ansatz zur grundlegenderen Suche nach dem Humanspezifikum: Hier werden die fünf Thesen des enaktiven Ansatzes genutzt, um die Rolle des Nervensystems, der Kognition als verkörperter Handlung und der Erfahrung für das Verständnis von Handlungsplänen zu beleuchten.

4. Emotionen als Träger von Intentionen: Dieses Kapitel analysiert die Funktion von Emotionen als essenzielles Bindeglied für den Rollenwechsel und das Verständnis fremder Absichten in sozialen Interaktionen.

5. Das Wahrnehmen, Verstehen und Teilen von Emotionen bei Autisten und Säuglingen: Durch die Betrachtung von Defiziten bei autistischen Kindern wird diskutiert, inwiefern emotionale Teilhabe eine notwendige Bedingung für die menschliche Entwicklung ist.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die intersubjektive, emotionale Teilhabe als Humanspezifikum fungieren kann, diskutiert jedoch die subjektiven und moralischen Folgen dieser Definition.

Schlüsselwörter

Humanspezifikum, Intersubjektivität, Intentionen, Kultureller Schöpfungsprozess, Enaktiver Ansatz, Gemeinsame Intentionalität, Empathie, Handlungsplanung, Sensomotorik, Emotionen, Autismus, Soziale Kognition, Verkörperte Subjektivität, Triadische Interaktion, Imitativer Rollentausch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Suche nach dem „Humanspezifikum“, also dem Merkmal, das den Menschen aus biologischer und kognitiver Sicht fundamental von allen anderen Lebewesen unterscheidet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die menschliche Intersubjektivität, die Entwicklung von geteilter Intentionalität bei Kindern sowie die Rolle der emotionalen Wahrnehmung und des enaktiven Ansatzes.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu spezifizieren, ob die Fähigkeit zum Umgang mit und zum Teilen von Emotionen als grundlegendes Kriterium dient, das den Menschen definiert.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Synthese bestehender entwicklungspsychologischer Thesen von Tomasello et al. sowie philosophischer Konzepte des enaktiven Ansatzes nach Varela, Thompson und Rosch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Es werden die Stufen der intersubjektiven Handlungsfähigkeit, die Bedeutung von Plänen bei menschlichen Interaktionen und der Vergleich mit dem Verhalten von Menschenaffen und autistischen Individuen detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Keywords wie Intersubjektivität, Humanspezifikum, kultureller Schöpfungsprozess, geteilte Intentionalität und enaktiver Ansatz sind für das Verständnis der Argumentation zentral.

Welche Rolle spielt der enaktive Ansatz in dieser Untersuchung?

Der enaktive Ansatz wird genutzt, um zu unterstreichen, dass Kognition auf verkörperter Handlung und sensomotorischer Erfahrung basiert, was für die Entstehung von Intersubjektivität essenziell ist.

Wie bewertet der Autor die Situation bei autistischen Kindern?

Der Autor argumentiert, dass autistische Kinder zwar Defizite bei der emotionalen Interaktion zeigen, sie jedoch aufgrund ihrer menschlichen Veranlagung und der Störungs-Perspektive als Menschen anerkannt werden müssen.

Welches Fazit zieht der Verfasser zur Definition des Menschseins?

Das Fazit lautet, dass die emotionale Intersubjektivität zwar das Humanspezifikum darstellt, die Einordnung eines Lebewesens als Mensch aber letztlich eine subjektive Entscheidung zwischen Individuen bleibt.

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Résumé des informations

Titre
Das Humanspezifikum Intersubjektivität
Université
http://www.uni-jena.de/  (Philosophie)
Cours
Verkörperte Subjektivität
Note
2,3
Auteur
1. Staatsexamen Philipp M. Jauernig-Biener (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
19
N° de catalogue
V1313458
ISBN (PDF)
9783346789501
ISBN (Livre)
9783346789518
Langue
allemand
mots-clé
Humanspezifikum Intersubjektivität Intentionen Emotionen enaktiver Ansatz Wahrnehmen Verstehen Teilen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
1. Staatsexamen Philipp M. Jauernig-Biener (Auteur), 2013, Das Humanspezifikum Intersubjektivität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1313458
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Extrait de  19  pages
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