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Medienentwicklung und Ausdifferenzierung der Gesellschaft - Systemtheorie

Título: Medienentwicklung und Ausdifferenzierung der Gesellschaft - Systemtheorie

Trabajo , 2008 , 24 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Vadim Bolbat (Autor)

Sociología - General y Teorías
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Die Systemtheorie nähert sich dem Gegenstand Kommunikation unter einer spezifischen Leitfrage, und diese lautet: Wie ist Kommunikation möglich? Das ist eine ziemlich ungewöhlnliche Frage, denn wir wissen alle, dass Kommunikation möglich ist. Aber die Systemtheorie stellt diese Frage nicht unbedacht. Sie möchte die Bedingungen analysieren, die Konstellationen aufzeigen, die Faktoren untersuchen, die dazu beitragen, dass wir kommunizieren können.
Gesellschaft besteht aus Kommunikation. Nur durch Kommunikationsakte kommt sie zustande und setzt sich auch nur durch diese fort – das ist gemeint mit der Luhmannschen Formel von der Konstitution und Reproduktion der Gesellschaft durch Kommunikation. Würde die Kommunikation aufhören, wäre die Gesellschaft am Ende.
Kommunikation stellt mithin nicht die Übertragung von Informationen dar, sondern einen evolutionär sich entwickelnden Selektionsprozess, der beobachterabhängig beschrieben werden kann. Die Gesellschaft bildet damit „ein auf der Basis von Kommunikation operativ geschlossenes Sozialsystem“. Das grundlegende Kommunikationsmedium ist die Sprache. Sie ist binär kodiert – insofern als sie für alles, was gesagt wird, die Möglichkeit der Bejahung oder der Negation zur Verfügung stellt. Die Gesellschaft eröffnet sich damit einen Möglichkeitsraum für die beschleunigte Evolution, oder poetisch ausgedrückt: „Die Sprachcodierung ist die Muse der Gesellschaft“. Bejahung und Negation sind universelle Sprachmöglichkeiten und dürfen deshalb nicht mit der Unterscheidung guter und schlechter Nachrichten verwechselt werden.
Der erste Schritt zur Analyse gesellschaftlicher Kommunikationsprozesse ist die Analyse der Kommunikationsmedien. Dazu zählen Sprache, Schrift, Buchdruck, elektronische Medien. In einem gewissen Sinne gehören auch Religion und Moral als kommunikativer Kitt des sozialen Zusammenhalts dazu. Auf diesen einfachen Medien beruhen die komplexeren, symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien. Sie sind evolutionär spätere Produkte und bilden eine Art funktionales Äquivalent zur Moral.

[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Lumahns Modell der Kommunikation

2. Systematik von Medien sozialer Systeme

3. Sprache

4. Schrift

5. Buchdruck

6. Massenmedien

7. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien

Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage der soziologischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann, wie Kommunikation in der Gesellschaft möglich ist und welche Rolle verschiedene Kommunikationsmedien bei deren Ausdifferenzierung und Stabilität spielen. Zentral ist dabei die Analyse der evolutionären Entwicklung von Kommunikationsmedien sowie deren Funktion bei der Transformation von Unwahrscheinlichem in Wahrscheinliches.

  • Konstitution und Reproduktion der Gesellschaft durch Kommunikation
  • Evolutionäre Entwicklung der Kommunikationsmedien (Sprache, Schrift, Buchdruck, Massenmedien)
  • Differenz von Medium und Form als stabilisierendes Element
  • Funktion symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien
  • Operativer Konstruktivismus und die Konstruktion von Realität

Auszug aus dem Buch

4. Schrift

In Schriftform wird nun wirklich ganz klar, dass es eine Differenz zwischen den Zeichen einerseits und der außersprachlichen Realität andererseits gibt. Auch bei der mündlichen Sprache existiert diese Differenz. Aber mündlich lassen sich Wort und Sache, Klang und Sinn leichter verwechseln, indem „man immer wieder dazu neigen wird, das Wort selbst für den Sinn zu nehmen, Namen für glück- oder unglückbringend zu halten und die Dinge selbst durch Sprechen zu beeinflussen“. Die optische Form zeigt jetzt eindeutig, dass die Sprache eine in sich geschlossene Kommunikationswelt schafft. Entscheidend ist, „dass nämlich die Sprache von der Differenz ihrer Zeichen lebt und nicht von einer Übereinstimmung mit der außersprachlichen Realität“.

Schrift ermöglicht ihrerseits die Differenz von Schreiben und Lesen. Dies steigert den Grad der Unsicherheit oder die Freiheitsgrade von Kommunikation, weil sie einsame sprachliche Kommunikation, Kommunikation bei der Abwesenheit von Kommunikationspartnern, ermöglicht.

Allerdings wird Schrift ursprünglich wohl nicht für Kommunikation erfunden. Davor scheint sie – wie frühere Quellen zeigen – anderen, nichtkommunikativen Zwecken zu dienen. So sakralen und magischen Zwecken: Priester zeichnen heilige Worte für die Götter auf. Oder ökonomischen: In Großhaushalten werden Vorratslisten geführt.

Es ist nun die Frage, was sich in einer Gesellschaft mit Schrift im Vergleich zu einer oralen Gesellschaft verändert. Im Vergleich zur mündlichen Sprache ist Schrift umfangreicher und weitreichender. „In sozialer Hinsicht können auf diese Weise viel mehr Personen mit einer Kommunikation erreicht werden, als dies bei Beschränkung auf Anwesenheit möglich wäre. Um dies hervorzuheben, haben wir Schrift (und im Anschluss daran Buchdruck) als Verbreitungsmedium bezeichnet“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die systemtheoretische Leitfrage nach der Möglichkeit von Kommunikation als Grundlage gesellschaftlicher Reproduktion.

1. Lumahns Modell der Kommunikation: Erläuterung des Sinnbegriffs, der doppelten Kontingenz und des Drei-Selektionen-Modells der Kommunikation.

2. Systematik von Medien sozialer Systeme: Herleitung des Medienbegriffs als evolutionäre Errungenschaft zur Steigerung der Wahrscheinlichkeit von Kommunikation.

3. Sprache: Untersuchung der Sprache als grundlegendem, binär codiertem Medium, das die Basis für soziale Systeme bildet.

4. Schrift: Analyse der Schrift als Verbreitungsmedium, das Zeit und Raum überbrückt und die Trennung von Handeln und Beobachten ermöglicht.

5. Buchdruck: Beschreibung der Auswirkungen des Buchdrucks auf die Gesellschaft, insbesondere hinsichtlich Autonomie, Marktmechanismen und Individualisierung.

6. Massenmedien: Erörterung der Massenmedien als Effekt der funktionalen Differenzierung, die Realität konstruieren und soziale Irritationen verarbeiten.

7. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien: Darstellung der stabilisierenden Funktion von Medien wie Geld, Macht oder Wahrheit für komplexe Funktionssysteme.

Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Betrachtung der Evolution der Gesellschaft durch die Differenzierung von Kommunikationsformen und deren Mechanismen der Variation, Selektion und Restabilisierung.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Kommunikation, Gesellschaft, Kommunikationsmedien, Sprache, Schrift, Buchdruck, Massenmedien, Ausdifferenzierung, Operativer Konstruktivismus, Soziale Systeme, Evolution, Selektion, Sinn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologische Systemtheorie von Niklas Luhmann und analysiert, wie Kommunikation als grundlegende Operation der Gesellschaft durch verschiedene Medien ermöglicht und stabilisiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklung von Kommunikationsmedien, die Differenz zwischen Medium und Form, die operative Schließung sozialer Systeme sowie die gesellschaftliche Evolution.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie unterschiedliche Medien (Sprache, Schrift, Druck, Massenmedien) die Wahrscheinlichkeit von Kommunikation erhöhen und damit die komplexe Ausdifferenzierung moderner Gesellschaften ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Literaturanalyse der Systemtheorie nach Niklas Luhmann basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Kommunikationsmedien, deren historische Entwicklung und ihre jeweilige Funktion bei der Transformation von Unwahrscheinlichem in Wahrscheinliches innerhalb sozialer Systeme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Systemtheorie, Kommunikation, Kommunikationsmedien, Ausdifferenzierung und Operativer Konstruktivismus.

Was bedeutet für Luhmann der Begriff der „doppelten Kontingenz“?

Sie beschreibt die Ausgangssituation, in der zwei psychische Systeme aufeinandertreffen, die sich gegenseitig als prinzipiell unvorhersehbar erleben, woraus eine notwendige Abstimmung entsteht.

Warum spielt die Unterscheidung von Information und Mitteilung eine so große Rolle?

Diese Unterscheidung ist Teil von Luhmanns Drei-Selektionen-Modell; erst die Differenzierung dieser Elemente ermöglicht Kommunikation als selbstreferenziellen Vorgang.

Inwiefern verändern Massenmedien unsere Realitätswahrnehmung?

Massenmedien konstruieren eine „zweite Realität“, indem sie Beobachtungen zweiter Ordnung ermöglichen und das Wissen der Gesellschaft durch spezifische Selektionskriterien strukturieren.

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Detalles

Título
Medienentwicklung und Ausdifferenzierung der Gesellschaft - Systemtheorie
Universidad
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Soziologie)
Curso
Kulturentwicklung und Medien
Calificación
1,3
Autor
Vadim Bolbat (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
24
No. de catálogo
V131355
ISBN (Ebook)
9783640371808
ISBN (Libro)
9783640371631
Idioma
Alemán
Etiqueta
Medienentwicklung Ausdifferenzierung Gesellschaft Systemtheorie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Vadim Bolbat (Autor), 2008, Medienentwicklung und Ausdifferenzierung der Gesellschaft - Systemtheorie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131355
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