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Zwischenmenschliche Beziehungen im Arbeitgebermodell

Eine qualitative Studie

Titre: Zwischenmenschliche Beziehungen im Arbeitgebermodell

Mémoire (de fin d'études) , 2009 , 109 Pages , Note: 1.0

Autor:in: Michael Supp (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

Das Arbeitgebermodell soll behinderten Menschen eine größtmögliche Selbstbestimmung bieten. Die Behinderten werden dabei als Arbeitgeber installiert. In dieser Funktion können sie selbst ihre persönlichen Assistenten auswählen. Diese sollen durch Verrichtung der Assistenzleistungen dafür sorgen, dass die Selbstbestimmung des behinderten Arbeitgebers erreicht werden kann. Sie übernehmen dabei alle Aufgaben und Tätigkeiten, die der Behinderte nicht selbst ausführen kann. Der Arbeitgeber und sein Assistent verbringen in diesem Kontext oft 24 Stunden zusammen. Dieses Zusammensein erstreckt sich in der Regel auf alle Lebensbereiche des Arbeitgebers. Die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Arbeitgebern und seinen Assistenzgebern sind bisher nur wenig untersucht worden. Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es, diese Beziehungen zu erforschen und näher zu analysieren. In Kapitel eins wird der Begriff „Behinderung“ beleuchtet und verschiedene Definitionen vorgestellt. Im darauf folgenden Kapitel wird der Begriff der „Selbstbestimmung“ definiert und abgegrenzt. Die Selbstbestimmung ist das Ziel und der Zweck des Arbeitgebermodells, welches in Kapitel drei vorgestellt wird. Die ersten drei Kapitel dienen somit dazu das Setting darzustellen, in dem die fokussierten zwischenmenschlichen Beziehungen stattfinden. In Kapitel vier sind die theoretischen Vorüberlegungen enthalten. Sie basieren insbesondere auf der Beziehungswissenschaft. Daraus folgend wird in Kapitel fünf die genaue Fragestellung entwickelt. Kapitel sechs beschreibt das methodische Vorgehen dieser Arbeit. Die Untersuchung erfolgte mit zehn Leitfadeninterviews. In Kapitel sieben wird der Leser in die fünf konkret untersuchten Assistenzverhältnisse eingeführt. Diese werden in Kapitel acht innerhalb verschiedener Auswertungskategorien differenzierter betrachtet. Die Ergebnisse werden im neunten Kapitel zusammengefasst und anschließend wird ein Fazit gezogen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Definitionen von Behinderung

2 Begriffsdefinition Selbstbestimmung

3 Arbeitgebermodell

3.1 Geschichtlicher Ursprung

3.2 Inhalt und Aufbau des Arbeitgebermodells

4 Zwischenmenschliche Beziehungen

4.1 Begriffsbestimmung Beziehungen und soziale Interaktionen

4.2 Das Wesen von zwischenmenschlichen Beziehungen

4.2.1 Kognitive Repräsentationen von Beziehungen

4.2.2 Strukturmerkmale von Beziehungen

4.3 Rollenbeziehungen und persönliche Beziehungen

4.4 Die Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung im Arbeitgebermodell

4.5 Unterstützungsfunktionen von Beziehungen

4.6 Austauschtheoretische Ansätze zur Erklärung zwischenmenschlicher Beziehungen

4.7 Grundlegende Aspekte von zwischenmenschlichen Beziehungen

4.7.1 Interaktionen innerhalb der Beziehungen

4.7.2 Reziprozität versus Komplementarität

4.7.3 Macht

4.7.4 Intimität

4.7.5 Interpersonale Wahrnehmung

4.7.6 Commitment

4.7.7 Beziehungszufriedenheit

5 Zusammenfassung und Fragestellung

6 Methoden

6.1 Auswahl der Methode

6.2 Methodisches Vorgehen

6.2.1 Entwicklung des Interviewleitfadens

6.2.2 Erhebung

6.2.3 Auswertung

6.3 Kritische Würdigung

7 Die Interviewpaare

7.1 Bernd und Matthias

7.2 Gertrud und Sonja

7.3 Berti und Stefan

7.4 Riccarda und Anne

7.5 Andreas und Frank

8 Auswertung

8.1 Soziale Unterstützung

8.1.1 Instrumentelle soziale Unterstützung

8.1.2 Psychische soziale Unterstützung

8.2 Gewinn und Verlust

8.2.1 Gewinn und Verlust Arbeitgeberseite

8.2.2 Gewinn und Verlust Arbeitnehmerseite

8.3 Beziehungszufriedenheit

8.4 Intimität

8.5 Commitment

8.5.1 Commitment Arbeitgeberseite

8.5.2 Commitment Arbeitnehmerseite

8.6 Macht

8.6.1 Bernd und Matthias

8.6.2 Gertrud und Sonja

8.6.3 Berti und Stefan

8.6.4 Riccarda und Anne

8.6.5 Andreas und Frank

8.7 Spannungsverhältnis zwischen Macht und Intimität

8.8 Selbstbestimmung

8.9 Reziprozität und Komplementarität

8.9.1 Gegenseitiger Umgang und Wertschätzung

8.9.2 Psychische Unterstützung

8.9.3 Machtverteilung und Rollenreziprozität

9 Ergebnisse

10 Schluss und Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die Erforschung und Analyse der zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb des sogenannten Arbeitgebermodells, bei dem behinderte Menschen die Rolle des Arbeitgebers gegenüber ihren persönlichen Assistenten übernehmen. Es soll untersucht werden, wie diese spezifische Form der berufsbezogenen Rollenbeziehung gestaltet ist, welche Machtstrukturen vorherrschen und inwieweit soziale Unterstützung stattfindet.

  • Beziehungswissenschaftliche Grundlagen im Setting des Arbeitgebermodells
  • Analyse der Dynamik von Nähe, Distanz und Rollenkonflikten
  • Untersuchung von Machtstrukturen und dem Spannungsverhältnis zur Intimität
  • Evaluation der Beziehungszufriedenheit und des Commitments bei Assistenzverhältnissen
  • Erkenntnisse über die Rolle des Arbeitgebermodells zur Förderung von Selbstbestimmung

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Kognitive Repräsentationen von Beziehungen

Eine dyadische Beziehung ist bei den jeweiligen Teilnehmern kognitiv repräsentiert. Baldwin (1992) hat dies als Beziehungsschema bezeichnet. Es beinhaltet das Bild der eigenen Person in der Beziehung, das Bild der Bezugsperson und die Interaktionsskripten für bestimmte Situationen, d.h. eigene Vorstellungen darüber wie Interaktionsmuster in spezifischen Situationen ablaufen bzw. ablaufen werden. Dieses jeweilige Beziehungsschema ist beziehungsspezifisch, also nicht austauschbar. (vgl. ebd., S. 4f.) Analog Asendorpfs und Banses Illustration eines Ehepaares lässt sich dies an einem Beispiel einer Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung innerhalb des Arbeitgebermodells wie folgt darstellen: Arbeitgeber Hans überschreitet zum wiederholten Male die Grenzen von Assistenzgeber Markus, indem er ihn bittet unbezahlt eine Stunde länger dazubleiben, damit Markus den VW-Bus des Arbeitgebers putzen kann.

Markus reagiert wütend und es beginnt eine Grundsatzdiskussion bzgl. Aufgaben außerhalb der Arbeitszeit. Markus verlässt schließlich wortlos die Wohnung von Hans (stabiles Interaktionsmuster). Aufgrund der Interaktionsgeschichte erwartet Markus, dass er in seinem nächsten Dienst bei Hans einige Strafarbeiten zu absolvieren hat (Interaktionsskript). Er nimmt sich in dieser Beziehung als machtlos wahr. Hans hingegen betrachtet er als den machtvollen, dominierenden Teil in der Beziehung. In seiner privaten Beziehung zu seiner Freundin Anke sieht sich Markus dagegen eher als den dominanten Teil. Seine Bilder von sich und von Hans in der Beziehung sind somit beziehungsspezifisch. (vgl. ebd., S. 5) Beziehungsschemata beinhalten potentiell auch normative Vorstellungen. (vgl. ebd., S. 5; Argyle/Henderson, 1985, S. 15) Diese Regeln werden zum einen durch Gesetze vorgegeben, andererseits bestehen aber auch informelle Regeln, die Beziehungen begleiten. Diese Regeln für die verschiedenen Beziehungen unterscheiden sich je nach Beziehungsart. Sie dienen auf der einen Seite zur Orientierung des jeweiligen Verhaltens der Bezugspartner und sorgen somit dafür, dass Beziehungen funktionieren können. Andererseits kann eine Verletzung der Regeln zu einem Zerbrechen bzw. zum Abbruch einer Beziehung führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Definitionen von Behinderung: Beleuchtung des Behindertenbegriffs aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und Vorstellung der ICF-Klassifikation.

2 Begriffsdefinition Selbstbestimmung: Abgrenzung der Selbstbestimmung von Fremdbestimmung und Autarkie im Kontext der Behindertenpolitik.

3 Arbeitgebermodell: Darstellung des historischen Ursprungs sowie des inhaltlichen Aufbaus des Arbeitgebermodells.

4 Zwischenmenschliche Beziehungen: Theoretische Fundierung von Beziehungsaspekten wie Interaktion, Macht, Intimität und Commitment.

5 Zusammenfassung und Fragestellung: Synthese der Theorie und Herleitung der zentralen Forschungsfragen für die empirische Untersuchung.

6 Methoden: Erläuterung des qualitativen Forschungsdesigns mittels leitfadengestützter Interviews.

7 Die Interviewpaare: Vorstellung der untersuchten Assistenzverhältnisse und der beteiligten Interviewpartner.

8 Auswertung: Detaillierte Analyse der Ergebnisse zu den Themen soziale Unterstützung, Macht, Intimität und Commitment.

9 Ergebnisse: Zusammenfassende Darstellung der Erkenntnisse zum Tauschcharakter und den Beziehungsdynamiken.

10 Schluss und Fazit: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Empfehlungen für weiterführende Beratungsangebote.

Schlüsselwörter

Arbeitgebermodell, Persönliche Assistenz, Behinderung, Selbstbestimmung, Zwischenmenschliche Beziehungen, Rollenbeziehung, Macht, Intimität, Soziale Unterstützung, Commitment, Beziehungszufriedenheit, Leitfadeninterview, Reziprozität, Komplementarität, Interaktionsmuster

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die bisher wenig erforschte Dynamik zwischenmenschlicher Beziehungen zwischen behinderten Arbeitgebern und ihren persönlichen Assistenten im Rahmen des Arbeitgebermodells.

Welche Themenfelder werden beleuchtet?

Die Themen umfassen die Definition von Behinderung, das Konzept der Selbstbestimmung, die Theorie der zwischenmenschlichen Beziehungen sowie spezifische Aspekte wie Macht, Intimität und soziale Unterstützung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu analysieren, wie die Beteiligten ihre Rollen als Arbeitgeber bzw. Arbeitnehmer erleben, welche Beziehungsstrukturen sich durch die 24-Stunden-Begleitung entwickeln und wie sich dies auf die Selbstbestimmung auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf zehn leitfadengestützten Interviews basiert, um ein tiefgreifendes Verständnis für die individuellen Assistenzverhältnisse zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Interviews anhand von Kategorien wie soziale Unterstützung, Gewinn und Verlust, Beziehungszufriedenheit, Machtverteilung und das Spannungsfeld zwischen Macht und Intimität.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Zentrale Begriffe sind das Arbeitgebermodell, Selbstbestimmung, persönliche Assistenz, Macht, Intimität, soziale Unterstützung und das Commitment der Akteure.

Warum ist das Spannungsfeld zwischen Macht und Intimität so bedeutsam?

Aufgrund der räumlichen Nähe entwickeln sich oft enge Bindungen, die mit den klaren hierarchischen Anforderungen des Arbeitgebermodells (Weisungsbefugnis vs. persönliche Beziehung) konkurrieren, was oft zu Rollenkonflikten führt.

Welche Rolle spielt die doppelte Asymmetrie?

Sie beschreibt die Komplexität, dass die Rollen Arbeitgeber/Arbeitnehmer mit den Rollen Assistenznehmer/Assistenzgeber verschmelzen, was die Grenze zwischen beruflicher Dienstleistung und persönlicher Beziehung schwer definierbar macht.

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Résumé des informations

Titre
Zwischenmenschliche Beziehungen im Arbeitgebermodell
Sous-titre
Eine qualitative Studie
Université
LMU Munich
Note
1.0
Auteur
Michael Supp (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
109
N° de catalogue
V131359
ISBN (ebook)
9783640374823
ISBN (Livre)
9783640374533
Langue
allemand
mots-clé
Zwischenmenschliche Beziehungen Arbeitgebermodell Eine Studie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Michael Supp (Auteur), 2009, Zwischenmenschliche Beziehungen im Arbeitgebermodell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131359
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