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Parteilichkeit und Unparteilichkeit im Journalismus

Title: Parteilichkeit und Unparteilichkeit im Journalismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 42 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Henryk Hielscher (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Die Arbeit befasst sich intensiv und umfassend mit der Entwicklung des Objektivitätsideals in der deutschen Presse. Ausgehend von den sprachlichen Wurzeln des Begriffs Parteilichkeit wird die Herausbildung des Versuch unparteiischer Berichterstattung beleuchtet. Auf die Geschichte und Karriere des fachwissenschaftlichen Terminus Parteilichkeit wird dabei ebenso eingeganen wie auf die Realität der Berichterstattung, die den Objektivitätsanspruch nur selten vollständig einzulösen vermag.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Konzeption

2. Begriffsentwicklung Partei / Parteilichkeit

2.1 Die vorwissenschaftlichen Wurzeln des Begriffs Partei

2.2 Begriffsgeschichte und –analyse Parteilichkeit

2.3 Parteilichkeit im Journalismus

3. Objektivität im Journalismus

3.1 Ein Eingrenzungssversuch von Objektivität

3.2 Historische Entwicklung des Objektivitäts- und Unparteilichkeitsideals

3.2.1 Objektivität im deutschsprachigen Journalismus vom 16. bis zum 19. Jahrhundert

3.2.2 Objektivitätsnorm im US-Amerikanischen Journalismus

3.2.3 Objektivität im deutschsprachigen Journalismus des 20. Jahrhunderts

3.3 Journalistische Objektivität

3.4 Unparteilichkeit und Objektivität

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die kommunikationswissenschaftliche Bedeutung der Begriffe Parteilichkeit und Objektivität im Journalismus. Ziel ist es, den Objektivitätsbegriff einzugrenzen und ihn dem Konzept der Unparteilichkeit gegenüberzustellen, um eine präzisere journalistische Norm zu definieren.

  • Historische Begriffsgeschichte von „Partei“ und „Parteilichkeit“
  • Entwicklung des Objektivitäts- und Unparteilichkeitsideals in der Presse
  • Vergleich der journalistischen Traditionen in Deutschland und den USA
  • Konstruktion von Wirklichkeit durch mediale Prozesse
  • Evaluation von Unparteilichkeit als praktische journalistische Maxime

Auszug aus dem Buch

3.2 Historische Entwicklung des Objektivitäts- und Unparteilichkeitsideals

Die Titel der ersten Zeitungen im deutschsprachigen Raum weisen auf die Objektivität im Sinne der Unparteilichkeit des jeweiligen Blattes hin. So steht im Kopf einer Straßburger Meßrelation von 1590: „Vnpostreuterische / Das ist / Vnparteyhische [sic!] Ge- / schicht Schrifften [...].“ Unparteiisch also soll diese Zeitung aus dem 16. Jahrhundert sein. Diese Forderung nach Unparteilichkeit, als Frage der Glaubwürdigkeit ergab sich, weil Wahrheit nun langsam nicht mehr als theologisch begründete höhere Wahrheit begriffen wurde. Es ging nun vielmehr um die Darstellung der Realität, wie sie empirisch zu belegen war. Diese Meßrelationen erschienen allerdings halbjährlich und es handelte sich eher um Chroniken für die Nachkommen, um den „Teil eines Geschichtswerkes“ als um periodisch erscheinende Medien.

Den Unterschied zwischen Geschichtsschreibung für die Nachkommenden und Berichterstattung von aktuellen Gegebenheiten für gleichzeitig Lebende, beschreibt Kaspar Stieler im Jahr 1695 folgendermaßen: Die Historie solle „lauter wahre Begebenheiten melden“, während es in der Natur der Zeitungen läge, dass sie „nicht allezeit just eintreffen“ könnten, „weil sie denen einkommenden Schreiben folgen / und der Herausgeber selbst nicht wissen kann / ob es lauter Evangelia seyn oder nicht / was ihnen zugeschrieben wird / sondern es mit ihm heisset: Ich halte mich an meinen Berichter [sic!]. Darum auch der ausgebrachten dinge Bestätigung oder Nichtigkeit oft folglich erst zu erwarten stehet.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Konzeption: Einführung in die Problematik journalistischer Parteilichkeit und Darstellung des Erkenntnisinteresses.

2. Begriffsentwicklung Partei / Parteilichkeit: Analyse der etymologischen Wurzeln und der historischen negativen Konnotation der Begriffe.

2.1 Die vorwissenschaftlichen Wurzeln des Begriffs Partei: Untersuchung der ursprünglichen Bedeutung als „Teil“ im Kontext von Konflikten und gesellschaftlichen Gruppen.

2.2 Begriffsgeschichte und –analyse Parteilichkeit: Vertiefung der negativen Tradition des Begriffs und dessen Bedeutung in der Umgangssprache.

2.3 Parteilichkeit im Journalismus: Erörterung der Differenzierung zwischen parteilicher Presse und dem Wunsch nach unparteilicher Berichterstattung.

3. Objektivität im Journalismus: Kritische Auseinandersetzung mit der Existenz und Definition von Objektivität in der journalistischen Praxis.

3.1 Ein Eingrenzungssversuch von Objektivität: Philosophische und erkenntnistheoretische Annäherung an den Begriff der Objektivität.

3.2 Historische Entwicklung des Objektivitäts- und Unparteilichkeitsideals: Überblick über die historische Genese der Qualitätsnormen in der Presse.

3.2.1 Objektivität im deutschsprachigen Journalismus vom 16. bis zum 19. Jahrhundert: Analyse der Anfänge unparteiischer Berichterstattung und des Einflusses ökonomischer Faktoren.

3.2.2 Objektivitätsnorm im US-Amerikanischen Journalismus: Vergleich der US-amerikanischen Entwicklung zum „objective reporting“ mit dem deutschen Kontext.

3.2.3 Objektivität im deutschsprachigen Journalismus des 20. Jahrhunderts: Untersuchung der Einflüsse von Weimarer Republik, Nationalsozialismus und DDR auf das Objektivitätsverständnis.

3.3 Journalistische Objektivität: Darstellung des modernen Objektivitätsbegriffs als Berufsnorm und dessen Grenzen.

3.4 Unparteilichkeit und Objektivität: Plädoyer für eine Unterscheidung beider Begriffe zugunsten der Unparteilichkeit als praktikable Maxime.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Unparteilichkeit als konkretisierbare Alternative zum unscharfen Objektivitätsideal.

Schlüsselwörter

Parteilichkeit, Unparteilichkeit, Objektivität, Journalismus, Pressegeschichte, Wirklichkeitskonstruktion, Medientheorie, Informationsvermittlung, journalistische Ethik, Wahrheitsanspruch, Medienpolitik, Quellenkritik, Public Relations, Nachrichtenwert, Erkenntnistheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Parteilichkeit und Objektivität im Journalismus und hinterfragt, ob das Ideal der Objektivität durch die konkretere Norm der Unparteilichkeit ersetzt werden sollte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung journalistischer Qualitätsnormen, die etymologische Herkunft der Begriffe „Partei“ und „Parteilichkeit“ sowie die medienwissenschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den oft unklaren Begriff der journalistischen Objektivität kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit „Unparteilichkeit“ als eine in der Praxis handhabbare, überprüfbare journalistische Maxime dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine historisch-begriffsgeschichtliche Analyse sowie auf eine theoretische Auseinandersetzung mit kommunikationswissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die historische Entwicklung in Deutschland und den USA nachgezeichnet, verschiedene Konzepte der Objektivität (z.B. realitätsbezogen vs. konsensuell) diskutiert und die Rolle der Medien als Konstrukteure von Wirklichkeit beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Parteilichkeit, Unparteilichkeit, Objektivität, Journalismus, Medienethik, Wirklichkeitskonstruktion und Historie der Presse.

Wie unterscheidet sich die Bewertung von „Partei“ in der DDR von der im heutigen Verständnis?

In der DDR war Parteilichkeit eine staatlich geforderte Pflicht, um die Politik der Partei durchzusetzen, während sie heute in der demokratischen Presse als Ausdruck von Meinungsvielfalt und Standortgebundenheit wertneutraler betrachtet wird.

Warum plädiert der Autor für den Ersatz des Begriffs „Objektivität“?

Der Autor argumentiert mit Philomen Schönhagen, dass „Objektivität“ ein theoretisch unklares, unerreichbares Ideal darstellt, während „Unparteilichkeit“ durch konkrete journalistische Regeln als erfüllbare Berufsnorm fungieren kann.

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Details

Title
Parteilichkeit und Unparteilichkeit im Journalismus
College
LMU Munich  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
HS: Kommunikation im Volksmund
Grade
1,0
Author
Henryk Hielscher (Author)
Publication Year
2002
Pages
42
Catalog Number
V13136
ISBN (eBook)
9783638188647
ISBN (Book)
9783638678124
Language
German
Tags
Objektivität Parteilichkeit Unparteilichkeit Distanz Ideal Abstand Partei Einflussnahme Berichterstattung Journalimus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Henryk Hielscher (Author), 2002, Parteilichkeit und Unparteilichkeit im Journalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13136
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