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Der Kampf um Reichsunmittelbarkeit im Würzburg des 13. Jahrhunderts – diskutiert an Hand der Urkunden von 1261 und 1265

Title: Der Kampf um Reichsunmittelbarkeit im Würzburg des 13. Jahrhunderts – diskutiert an Hand der Urkunden von 1261 und 1265

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 18 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: M.A. Hannah Kronenberger (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Der Kampf um Reichsunmittelbarkeit in Würzburg im 13. Jahrhundert – dies ist ein Thema, an dem die Forschung bisher leider kein allzu großes Interesse bekundet hat. Besonders für den Zeitraum der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, aus dem die beiden hier behandelten Urkunden stammen, gibt es leider so gut wie gar keine Forschungsergebnisse. Dies mag unter anderem an der ebenfalls mageren Quellenlage liegen. Für die Zeit bis zum 14. Jahrhundert sind weder Regestenwerke noch Urkundenbücher der Stadt Würzburg erhalten, nur einzelne Urkunden oder Hinweise auf besondere Geschehnisse in das Ereignis nicht direkt betreffenden Diplomata überliefert. Auch ist, u.a. durch W.Füßlein, nachgewiesen, dass im 15. und 16. Jahrhundert eine planmäßige und massive Verzerrung, Unterdrückung oder Beseitigung der Geschichtsquellen der Stadt Würzburg stattgefunden hat. Ziel war die Bereinigung des Geschichtsbildes der Bischofsstadt von internen Auseinandersetzungen und vor allem die Machtstärkung des Bischofs als Stadtherren. Diese Bereinigung scheint bis heute ganz gut funktioniert zu haben, denn die meiste Forschungsliteratur vertritt eher eine Darstellung der Bürger als aufständische Querulanten, denn als um Selbstständigkeit ringende Bürger.
Die Fragestellungen dieser Arbeit lauten: Wie war die Rechteverteilung in Würzburg zu dieser Zeit gelagert? Ist an Hand des Erlasses der beiden Urkunden eine Änderung in der Verteilung der Rechte zwischen Bürgern und Bischof abzusehen? Wenn ja, welche wäre das? Was waren die Gründe für eine solche Veränderung? Und: War diese Entwicklung typisch für eine Bischofsstadt dieser Zeit? Diese Fragen sollen anhand der Vertragsbedingungen der beiden Urkunden und der geschichtlichen Entwicklung, die zwischen 1261 und 1265 stattfand im speziellen, und durch eine darauf folgende Einbettung in einem gröberen historischen Zusammenhang, sowohl in Würzburg als auch in einen allgemeinen Überblick über die Entwicklungslage in anderen Bischofsstädten zu dieser Zeit beantwortet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Urkundendiskussion

a) Aussteller und Adressaten – ein Überblick über die beteiligten Parteien und ihre Verhältnisse zueinander

b) Die Entwicklung des Rates

c) Der Handel und die Zünfte – ihre Rollen im Machtkampf und ihre Beeinflussung durch die Urkunden

d) Steuerabgaben und sonstige zu leistende Dienste

3. Würzburger Stadtgeschichte im Überblick und im Vergleich mit anderen Bischofsstädten

a) Die Entwicklung des Rates

b) Der Kampf um die Selbstständigkeit und dessen Ausgang – Gründe für Gelingen oder Scheitern

4. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Machtkampf um die Reichsunmittelbarkeit im Würzburg des 13. Jahrhunderts, indem sie zwei spezifische Urkunden aus den Jahren 1261 und 1265 analysiert, um die Rechteverteilung zwischen Bürgern und Bischof im historischen Kontext zu beleuchten.

  • Analyse der Rechts- und Machtverhältnisse zwischen Bischof, Bürgern und Adel.
  • Untersuchung der Entwicklung des städtischen Rates und seiner Einschränkungen.
  • Betrachtung der wirtschaftlichen Auswirkungen durch Immunitätsrechte des Klerus und Steuerforderungen.
  • Vergleich der städtischen Selbstständigkeitsbestrebungen mit anderen Bischofsstädten.
  • Bewertung der Ursachen für das letztendliche Scheitern der wüzburgischen Freiheitsbestrebungen.

Auszug aus dem Buch

a) Aussteller und Adressaten – ein Überblick über die beteiligten Parteien und ihre Verhältnisse zueinander

In der ersten Urkunde von 1261 sind im engeren Sinne die Aussteller die Grafen Heinrich und Hermann von Henneberg, der Adressat der würzburger Bischof Iring samt seiner Kirche und die gesamte Bürgerschaft, wobei beachtet werden sollte, dass dieser Vergleich auf Betreiben des Bischofs überhaupt erst zustande kam, er deshalb im weiteren Sinne auch zu den Ausstellern zu rechnen ist. Sowohl Bischof und Bürgerschaft – wobei auch hier der Bischof die treibende Kraft hinter den Verhandlungen war - stellen auch in der zweiten Urkunde von 1265 die Adressaten dar, die Aussteller hier jedoch sind Ludwig, Graf von Reineck und Heinrich von Bruneck.

Für das Verständnis der Urkunden stellen sich also zuerst folgende Fragen: Wer genau waren diese Personen, in welchen Rechts- und Herrschaftsverhältnissen standen sie zueinander und wer ist unter „universitas civium herbipolesium“ , der würzburger Bürgerschaft, zu verstehen? Beginnen wir mit der letzten Frage: Allgemein sind unter „universitas civium herbipolesium“ alle vollwertigen Bürger zu verstehen. Doch zielten die Sanktionen des Bischofs vielfach auf die Handlungsfähigen, d.h. die Oberschicht, konzentriert im Stadtrat, die sich für diese Zeit bereits hauptsächlich aus Nicht-ministerialen zusammensetzte, und die in Zünften organisierten Handwerkern, die in zunehmendem Maße eine Rolle für die Stadtentwicklung auch auf politischer Ebene spielten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die schwierige Quellenlage zum Würzburger Machtkampf des 13. Jahrhunderts und definiert die Forschungsfragen bezüglich der Rechteverteilung zwischen Bürgern und Bischof.

2. Urkundendiskussion: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Parteien, den Rat, die wirtschaftlichen Konflikte (Handel, Zünfte) sowie die steuerlichen Aspekte basierend auf den Dokumenten von 1261 und 1265.

a) Aussteller und Adressaten – ein Überblick über die beteiligten Parteien und ihre Verhältnisse zueinander: Es wird untersucht, wer die Akteure hinter den Urkunden waren und welche Interessenlagen (Bischof, Bürger, Adel) den Konflikt prägten.

b) Die Entwicklung des Rates: Der Text beschreibt den allmählichen Wandel in der Ratsstruktur und die hartnäckigen Versuche des Bischofs, die politische Mitbestimmung der Bürger durch Verbote einzuschränken.

c) Der Handel und die Zünfte – ihre Rollen im Machtkampf und ihre Beeinflussung durch die Urkunden: Dieses Kapitel erläutert, wie kirchliche Immunitätsrechte die wirtschaftliche Entwicklung behinderten und zu Konflikten zwischen Klerus und bürgerlicher Wirtschaft führten.

d) Steuerabgaben und sonstige zu leistende Dienste: Der Autor analysiert die Einführung von Steuern wie der Bede und des Ungelts als Machtinstrumente des Bischofs sowie den Widerstand der Bürgerschaft.

3. Würzburger Stadtgeschichte im Überblick und im Vergleich mit anderen Bischofsstädten: Dieser Abschnitt ordnet die Würzburger Entwicklung in den Kontext anderer Bischofsstädte wie Mainz, Köln oder Speyer ein.

a) Die Entwicklung des Rates: Hier wird die Entstehung der städtischen Verwaltung und die Rolle der Ministerialen im Vergleich zu anderen Reichsstädten dargelegt.

b) Der Kampf um die Selbstständigkeit und dessen Ausgang – Gründe für Gelingen oder Scheitern: Es werden die Faktoren diskutiert, warum Würzburg trotz Ansätzen einer Selbstverwaltung langfristig gegenüber dem bischöflichen Stadtherrn scheiterte.

4. Schlusswort: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Urkunden zwar Einblicke gewähren, der Bischof jedoch seine Machtposition über die Stadt dauerhaft behaupten konnte.

Schlüsselwörter

Würzburg, 13. Jahrhundert, Reichsunmittelbarkeit, Bischof Iring, Urkunden, Stadtgeschichte, Stadtrat, Immunitätsrechte, Zünfte, Handel, Mittelalter, Stadtverwaltung, Machtkampf, Steuerabgaben, Selbstständigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den mittelalterlichen Machtkampf zwischen den Bürgern von Würzburg und ihrem Stadtherrn, dem Bischof, im 13. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Rechteverteilung, die Rolle des Stadtrates, die wirtschaftlichen Konflikte zwischen Bürgern und Geistlichkeit sowie das Ringen um steuerliche Autonomie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, anhand zweier spezifischer Urkunden (1261 und 1265) zu klären, inwieweit sich die Machtverhältnisse zugunsten der Bürger verschoben haben und warum diese Bestrebungen letztlich scheiterten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen quellenkritischen Ansatz, bei dem die beiden Urkunden detailliert diskutiert und in den breiteren historischen Kontext der Stadtgeschichte eingeordnet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Akteure des Konflikts, die Entwicklung der Ratsstruktur, die Auswirkungen kirchlicher Immunitätsrechte auf den Handel und die Einführung neuer städtischer Steuern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Würzburg, Reichsunmittelbarkeit, Bischof Iring, Stadtrat, Zünfte und städtische Selbstständigkeit.

Warum spielt die Immunität des Klerus eine so große Rolle im Text?

Weil die steuerliche Befreiung der Geistlichkeit eine drastische wirtschaftliche Konkurrenz für die Bürger darstellte und somit ein zentraler Zündstoff für den Machtkampf war.

Welche Bedeutung hat das "Ungelt" für die Stadtgeschichte von Würzburg?

Das Ungelt war eine vom Bischof eingeführte Getränkesteuer, die als Instrument diente, um die Stadt finanziell zu belasten und die bischöfliche Hoheit zu festigen.

Was unterscheidet Würzburgs Entwicklung von Städten wie Speyer oder Mainz?

Würzburg blieb im Gegensatz zu anderen Städten deutlich stärker unter der Kontrolle des Bischofs und verpasste es, dauerhafte Freiheitsrechte oder eine echte Reichsunmittelbarkeit zu sichern.

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Details

Title
Der Kampf um Reichsunmittelbarkeit im Würzburg des 13. Jahrhunderts – diskutiert an Hand der Urkunden von 1261 und 1265
College
LMU Munich  (Mittelalterliche Geschichte)
Course
Die Stadt im Mittelalter
Grade
2.0
Author
M.A. Hannah Kronenberger (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V131401
ISBN (eBook)
9783640414642
ISBN (Book)
9783640412679
Language
German
Tags
Kampf Reichsunmittelbarkeit Würzburg Jahrhunderts Hand Urkunden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Hannah Kronenberger (Author), 2007, Der Kampf um Reichsunmittelbarkeit im Würzburg des 13. Jahrhunderts – diskutiert an Hand der Urkunden von 1261 und 1265, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131401
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