Diese literaturgestützte Hausarbeit soll einen Überblick über das Phänomen der Rekommunalisierung geben und ihre Ursachen am Beispiel der Hamburger Energieversorgung zeigen.
Die vorliegende Arbeit ist so aufgebaut, dass zunächst in Kapitel 2 das theoretische Verständnis über die Rekommunalisierung vorgestellt wird. Danach wird in Kapitel 3 das erfolgreich umgesetzte Rekommunalisierungsbeispiel des Hamburger Energienetzes aufgezeigt. In Kapitel 4 wird an die vorangegangen Betrachtungen mit einer kritischen Diskussion angeschlossen und in Kapitel 5 das Fazit aufgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Einordnung der Rekommunalisierung
2.1 Begriff
2.2 Formen
2.3 Ursachen
3 Rekommunalisierung am Beispiel der Hamburger Energieversorgung
3.1 Rahmen
3.2 Ursachen der Rekommunalisierung
4 Kritische Betrachtung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Rekommunalisierung in Deutschland, insbesondere im Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge, und analysiert die Ursachen sowie den Prozess der Rückführung privatisierter Energieversorgungsnetze in die öffentliche Hand anhand des Beispiels Hamburg.
- Grundlagen und theoretische Einordnung des Rekommunalisierungsbegriffs
- Erscheinungsformen und ökonomische bzw. ökologische Ursachen der Rekommunalisierung
- Die Fallstudie der Hamburger Rekommunalisierung als Paradebeispiel
- Kritische Diskussion von Chancen, Risiken und Voraussetzungen für Kommunen
- Die Rolle von Bürgerinitiativen und demokratischen Entscheidungsprozessen
Auszug aus dem Buch
3.1 Rahmen
Auch in der zweitgrößten Stadt Deutschlands, nämlich Hamburg mit knapp 1,8 Millionen Einwohnern, hat die Privatisierungswelle in den 1990er Jahren Einzug gehalten. Davon betroffen war das städtische Gas-, Strom- und Fernwärmenetz. Um die Löcher in der städtischen Haushaltskasse zu stopfen, verkaufte die Stadt im Jahre 2002 ihre letzten Anteile des Hamburgischen Electricitäts-Werks (HEW) an den schwedischen Konzern Vattenfall für 1,7 Milliarden Mark. Zudem hatte die Stadt Hamburg mit Vattenfall (Strom und Fernwärme) und E.ON (Gas) jeweils zeitgebundene Konzessionsverträge abgeschlossen, damit sie die öffentlichen Plätze und Straßen für die entsprechenden Netze benutzen konnten. Nur wenige Jahre später bezeichnete der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust den Verkauf als Fehler, da die Strompreise nicht nur für Verbraucher, sondern auch für lokale Unternehmen drastisch anstiegen. Die Stadt sah ihren Wirtschaftsstandort in Gefahr und monierte keinen Einfluss mehr auf die Strompreise und ihre getätigten Investitionen zu haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Megatrend der Rekommunalisierung ein, stellt den historischen Kontext der Liberalisierung dar und skizziert das Ziel der Arbeit, den Prozess in Hamburg zu beleuchten.
2 Theoretische Einordnung der Rekommunalisierung: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen, diverse Erscheinungsformen sowie ökonomische, ökologische und demokratische Ursachen für den Wunsch nach Rückführung kommunaler Aufgaben erläutert.
3 Rekommunalisierung am Beispiel der Hamburger Energieversorgung: Hier wird der konkrete Prozess des Rückerwerbs des Hamburger Energienetzes durch die Stadt, unterstützt durch eine Bürgerinitiative, detailliert nachgezeichnet.
4 Kritische Betrachtung: Dieses Kapitel kritisiert die Herausforderungen, wie hohe Kaufpreise und personelle Anforderungen, und setzt sie in Relation zu den Vorteilen wie Klimaschutz und lokaler Wertschöpfung.
5 Fazit: Das Fazit resümiert das Hamburger Beispiel als erfolgreiche, aber langwierige Rekommunalisierung und ordnet den Trend angesichts auslaufender Konzessionsverträge in die Zukunft ein.
Schlüsselwörter
Rekommunalisierung, Daseinsvorsorge, Energieversorgung, Hamburg, Privatisierung, Konzessionsverträge, Energiewende, Stadtwerke, Bürgerinitiative, Volksentscheid, Netzbetrieb, Gemeinwohl, Demokratische Kontrolle, Infrastruktur, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Rückkauf von ehemals privatisierten kommunalen Infrastrukturen und Versorgungsbetrieben in Deutschland, den sogenannten Rekommunalisierungstrend.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Definition, die Ursachenforschung und eine detaillierte Fallstudie zur Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über das Phänomen zu geben und kritisch aufzuzeigen, warum und unter welchen Bedingungen Kommunen heute die Energieversorgung wieder selbst steuern wollen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Hausarbeit, die auf einer umfassenden Analyse von wissenschaftlicher Fachliteratur sowie Praxisbeispielen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der theoretischen Begriffsbestimmung, der Analyse der Einflussfaktoren auf Kommunen und dem ausführlichen Praxisfall der Hamburger Energiegewinnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Rekommunalisierung, Daseinsvorsorge, Energiewende, Hamburger Energienetz und demokratische Kontrolle.
Welche Rolle spielte die Bürgerinitiative "Unser Hamburg – unser Netz" konkret?
Die Bürgerinitiative war der entscheidende Treiber, der den Hamburger Senat durch Volksinitiative, Begehren und Volksentscheid rechtlich zum Rückkauf der Netze zwang.
Warum wird die Rekommunalisierung in Hamburg als „Paradebeispiel“ bezeichnet?
Sie gilt als Paradebeispiel, weil trotz massiver politischer und finanzieller Hürden der Rückkauf erfolgreich abgeschlossen wurde und Hamburg Energie nun als ökologisch nachhaltiger Betreiber agiert.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Rekommunalisierung am Beispiel der Hamburger Energieversorgung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1314040