Bedingt durch die Globalisierung und dem dadurch anhaltend zunehmenden Kostendruck wird es für Unternehmen immer schwerer, ihre Güter auf dem Absatzmarkt zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten zu können. Um preislich attraktiv, unterdessen aber trotzdem profitabel zu bleiben, wird nach Kostensenkungspotenzialen innerhalb des Unternehmensbereichs gesucht. Dabei sind die Einsparpotentiale von Produktion und Vertrieb jedoch meist ausgereizt, wodurch der Einkauf als Kostenreduktionshebel mit großem Potential verbleibt. Getreu dem kaufmännischen Motto "Der Gewinn liegt im Einkauf" wurde Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts im Rahmen des Internet-Booms die Beschaffung über das Internet als die Lösung zur Reduktion von Prozesskosten, Einstandspreisen sowie zur Prozessvereinfachung angesehen. Des Weiteren sollte dies den Einkäufern die Möglichkeit verschaffen, sich nicht mit zeitaufwändigen Sachbearbeitungstätigkeiten aufzuhalten, sondern den strategischen, wertschöpfenden Beschaffungsaufgaben zu widmen. Jedoch kam für eine Vielzahl von Unternehmen die Ernüchterung sehr schnell. Für das Scheitern des E-Procurement dieser Unternehmen wurden vor allem Kompatibilitätsprobleme der Systeme und ein Misserfolg vieler elektronischer Marktplätze mangels Masse an Lieferanten ausgemacht.
Auf der anderen Seite der Medaille gibt es aber auch Erfolgsmeldungen zuhauf, beispielsweise spart der Konzernriese General Electric eigenen Angaben zufolge jährlich 600 Millionen USD durch die elektronische Beschaffung. Der Nutzen des E-Procurement ist dabei sowohl operativer als auch strategischer Art.
Dass E-Procurement sich bereits im Großteil deutscher Unternehmen etabliert hat, zeigt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Logistik Zeitung nach der bereits 69 Prozent der befragten Unternehmen sogenannte E-Kataloge, elektronisch basierende Beschaffungskataloge nutzen, wohingegen knapp die Hälfte der Unternehmen elektronische Beschaffungsauktionen nicht in Betracht zieht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Ziel dieses Assignments
2 Definition E-Procurement
3 Entwicklungsstufen in der Beschaffung
3.1 Ausgangssituation
3.2 Beschaffungsprozesse
3.2.1 Traditionelle Beschaffung
3.2.2 Elektronische Beschaffung
3.3 Ausprägungen von E-Procurement
3.3.1 E-Ordering
3.3.1.1 Sell-Side-Lösung (Lieferantenzentriert)
3.3.1.2 Buy-Side-Lösung (Einkaufszentriert)
3.3.1.3 Katalogbasierter Marktplatz (Vermittlerzentriert)
3.3.2 E-Sourcing
3.3.2.1 Dynamic Exchange
3.3.2.2 Ausschreibungen
3.3.2.3 Auktionen
3.3.2.4 E-Collaboration
4 Definition Supply Chain
4.1 Aktives Management der Supply Chain
5 Wirkungen von E-Procurement auf die Supply Chain
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Prozess des E-Procurements, definiert grundlegende Begriffe wie Supply Chain und untersucht die Auswirkungen elektronischer Beschaffungsprozesse auf Bestände und Prozessgeschwindigkeiten in Unternehmen.
- Grundlagen und Definitionen des E-Procurements
- Unterscheidung zwischen operativen (E-Ordering) und strategischen (E-Sourcing) Beschaffungsprozessen
- Analyse der Supply Chain als wertschöpfendes Netzwerk
- Wirkungsweisen elektronischer Tools auf Kostensenkung und Prozessoptimierung
- Herausforderungen bei der Implementierung von E-Procurement-Systemen
Auszug aus dem Buch
3.3.1 E-Ordering
Beim E-Ordering steht die Unterstützung und Automatisierung des Bestellprozesses bei C-Gütern im Vordergrund. Eine Einteilung der Güter im Unternehmen kann anhand einer ABC-Analyse durchgeführt werden, deren Erkenntnisse folgern in einer Beschaffungsstrategie. Sogenannte C-Güter werden am besten über elektronische Kataloge beschafft. E-Ordering-Lösungen basieren somit im Allgemeinen auf elektronischen Produktkatalogen, aus denen Bestellungen generiert werden. Eine solche Lösung unterstützt den gesamten operativen Bestellprozess, inklusive Verfügbarkeitsprüfung, Genehmigungen, Wareneingang und Rechnungsprüfung.
E-Ordering wird mittels dreier Umsetzungsmöglichkeiten abgebildet, dem Einkauf über externe Lösung auf Verkäuferseite (Sell-Side), der Erstellung einer unternehmensinternen Lösung (Buy-Side) und der Einkauf über einen katalogbasierten Marktplatz (Intermediär). Es handelt sich somit um eine Unterscheidung anhand der Katalogverantwortlichkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Kostendruck in Unternehmen durch die Globalisierung und führt die Notwendigkeit von E-Procurement als Kostenreduktionshebel ein.
2 Definition E-Procurement: Dieses Kapitel definiert E-Procurement als elektronische Unterstützung beschaffungsbezogener Aktivitäten durch Informations- und Kommunikationstechnologien.
3 Entwicklungsstufen in der Beschaffung: Es wird die historische Entwicklung von klassischen EDI-Lösungen hin zu modernen E-Procurement-Systemen sowie deren operative und strategische Ausprägungen dargestellt.
4 Definition Supply Chain: Hier wird die Supply Chain als netzwerkartiger Wertschöpfungsprozess definiert, der über die reine Lieferanteninteraktion hinausgeht.
5 Wirkungen von E-Procurement auf die Supply Chain: Das Kapitel erläutert die Potenziale des E-Procurements zur Prozessbeschleunigung, Kostensenkung und Transparenzsteigerung entlang der Wertschöpfungskette.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die strategische Bedeutung des E-Procurements zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige technologische Entwicklungen und Anforderungen an Unternehmen.
Schlüsselwörter
E-Procurement, Beschaffung, Supply Chain, E-Ordering, E-Sourcing, Prozessoptimierung, Kostenreduktion, E-Business, Automatisierung, Wertschöpfungskette, Lieferantenmanagement, C-Güter, EDI, Bestellprozess, Strategische Beschaffung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des E-Procurements als Instrument zur Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung innerhalb des modernen Beschaffungsmanagements.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des E-Procurements, die Einteilung in operative und strategische Beschaffungsansätze sowie die Auswirkungen auf die gesamte Supply Chain.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den E-Procurement-Prozess zu erläutern, den Supply-Chain-Begriff zu klären und zu analysieren, wie elektronische Beschaffung die Unternehmensleistung beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Thematik, die auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Beschaffungsprozessen, die Darstellung von E-Ordering und E-Sourcing sowie die Verknüpfung dieser Ansätze mit dem Supply Chain Management.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie E-Procurement, Beschaffungsstrategie, Kostensenkung, Supply Chain und Prozessautomatisierung.
Worin liegt der Hauptunterschied zwischen E-Ordering und E-Sourcing?
E-Ordering dient primär der Reduktion von Prozesskosten bei C-Gütern, während E-Sourcing auf die strategische Optimierung der Produktkosten und die Markteffizienz abzielt.
Warum ist die Implementierung von E-Procurement für Unternehmen herausfordernd?
Die Herausforderungen liegen in der Komplexität der IT-Integration, der Notwendigkeit der Prozessanpassung sowie dem oft unterschätzten kulturellen Wandel in der Unternehmensorganisation.
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- Doris Herget (Author), 2009, Analyse der Wirkung des E-Procurement auf Bestände und Prozessgeschwindigkeit einer Supply Chain, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131498