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Schwangerschaftsabbruch. Ethische Einordnung der Urteile aus 1973 und 2022 zu Abtreibung in den USA

Title: Schwangerschaftsabbruch. Ethische Einordnung der Urteile aus 1973 und 2022 zu Abtreibung in den USA

Term Paper , 2022 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kim Köbnick (Author)

Ethics
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Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist und bleibt seit der Antike ein aus jeder Perspektive schwieriges und stark umstrittenes Thema. Es gilt, eine Balance zwischen dem Leben des ungeborenen Kindes und den Rechten und Freiheiten der Mutter beziehungsweise des Paares zu finden. Jeder Mensch hat dazu seine eigene Meinung, und so ist es die Aufgabe des Staates, Regelungen zur Abtreibung aufzustellen, mit der sowohl Befürworter, als auch Gegner so weit als möglich zufrieden gestellt sind. Nachdem der Abort „[b]is 1967 […] außer in Schweden und Dänemark nahezu überall illegal“ war (Singer 1989), wurde dann das britische Gesetz zugunsten der Abtreibung geändert, bald darauf folgte New York, bis dann 1973 im Urteil Roe vs. Wade des Supreme Court der „Höhepunkt der Bewegung der Abtreibungsbefürworter“ (ibid.) erreicht wurde. Es erlaubte einen straffreien Schwangerschaftsabbruch bis zur Lebensfähigkeit des Kindes außerhalb des Mutterleibes.

In diesem Jahr, im Juni 2022, wurde das damalige Urteil in großen Zügen revidiert und mit einer komplett gegensätzlichen ethischen Argumentation ein komplett gegensätzliches Urteil erreicht, das die Entscheidung über den Schwangerschaftsabbruch an sich, sowie die Zäsuren für eine Reglementierung dafür, auf die einzelnen Bundesstaaten umwälzt. Ziel meiner Analyse wird es sein, die ethischen Argumente der beiden Urteile und inwieweit sie die verschiedenen Stakeholder betreffen, herauszuarbeiten, die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszustellen und die ethische Argumentation in den Urteilen in einem letzten Schritt in die ethische Debatte einzuordnen. Damit will ich zeigen, wie sehr sich der ethische Standpunkt des Supreme Court in den Vereinigten Staaten von Amerika innerhalb von 50 Jahren verändert hat und dass diese Änderungen gemäß der aktuellen ethischen Anschauungspunkte der reproduktiven Selbstbestimmung der Frau (Beier 2013) und des moralischen Status des Ungeborenen (Singer 1989) nicht ausreichend begründet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Analyse

Ethische Argumente der Stakeholder bei Roe vs. Wade

Nicht direkt betroffene Parteien

Ungeborenes Leben

Frau bzw. Paar

Ethische Argumente der Stakeholder bei Dobbs vs. Jackson Women’s Health Organization

Nicht direkt betroffene Parteien

Ungeborenes Leben

Frau bzw. Paar

Wesentliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Ethische Einordnung

Nicht direkt betroffene Parteien

Ungeborenes Leben

Frau bzw. Paar

Konklusion

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ethische Argumentation des Supreme Court in den USA anhand der wegweisenden Urteile Roe vs. Wade (1973) und Dobbs vs. Jackson Women's Health Organization (2022). Ziel ist es, die drastische Verschiebung der ethischen Standpunkte innerhalb von 50 Jahren darzustellen, die verschiedenen betroffenen Stakeholder zu analysieren und die Urteilslogik anhand wissenschaftlicher Positionen zur reproduktiven Selbstbestimmung sowie zum moralischen Status des Ungeborenen kritisch zu hinterfragen.

  • Ethische Gegenüberstellung der Urteile Roe vs. Wade und Dobbs vs. Jackson.
  • Analyse der betroffenen Stakeholder: Staat, medizinisches Personal, Fötus und Frau/Paar.
  • Diskussion des moralischen Status des ungeborenen Lebens.
  • Untersuchung der reproduktiven Selbstbestimmung als Grundrecht.
  • Kritische Bewertung der gesetzlichen Zäsuren für Schwangerschaftsabbrüche.

Auszug aus dem Buch

Ethische Argumente der Stakeholder bei Roe vs. Wade

Nicht direkt betroffene Parteien bezeichnen sowohl einzelne Personen wie Ärzte, aber auch größere Organisationen wie Krankenhäuser bis hin zum Staat. Die verschiedenen Parteien haben dabei unterschiedliche Interessen am ungeborenen Leben, die der Staat als Gesetzgeber festlegen und in Urteilen regeln muss.

Aus medizinethischer Sicht hat der Arzt eine Fürsorge- und Hilfspflicht seinen Patienten gegenüber. Im Falle einer Schwangerschaft kommen diese besonders der schwangeren Frau zugute. Laut dem Urteil Roe vs. Wade bezieht sich die Fürsorgepflicht aber nicht nur auf das Leben einer Frau: Eine Schwangerschaft war vor dem Urteil nur dann legal beendbar, wenn das Leben der Schwangeren akut in Gefahr war. Im Gegensatz dazu legt Roe vs. Wade fest, dass sich die Fürsorgepflicht des Arztes auch bis zur Gesundheit der Frau erstreckt, die es zu erhalten gilt. Damit ist nicht nur die körperliche Gesundheit gemeint, sondern auch die psychische. Einer Frau wird also hier durch den Supreme Court das Recht eingeräumt, eine Schwangerschaft zu beenden, wenn ihr von einem Arzt eine Gefahr auf ihre Gesundheit attestiert wird. Der Arzt handelt dabei im ausdrücklichen Interesse der Frau als seine Patientin, der er Fürsorge und Unterstützung schuldet (410 U. S. 5 (1973)).

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Kontroverse um Schwangerschaftsabbrüche und führt in die zwei zentralen US-Urteile sowie die forschungsleitenden ethischen Fragestellungen ein.

Analyse: In diesem Kapitel werden die Urteilstexte Roe vs. Wade und Dobbs vs. Jackson detailliert nach ethischen Gesichtspunkten seziert und die Interessen der beteiligten Stakeholder gegenübergestellt.

Ethische Argumente der Stakeholder bei Roe vs. Wade: Hier wird untersucht, wie das Urteil von 1973 die Rechte von Ärzten, dem Staat, dem ungeborenen Kind und der Frau innerhalb verschiedener Trimester abwog.

Ethische Argumente der Stakeholder bei Dobbs vs. Jackson Women’s Health Organization: Dieses Kapitel analysiert die Argumentationsweise des Urteils von 2022, das die Schutzwürdigkeit des Lebens neu bewertet und Kompetenzen auf die Bundesstaaten überträgt.

Wesentliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Es erfolgt eine Zusammenführung der konträren ethischen Positionen beider Urteile hinsichtlich der Anerkennung des Lebensbeginns und der individuellen Rechte.

Ethische Einordnung: Die Urteile werden in den Kontext der Philosophie, insbesondere unter Einbeziehung der Theorien von Singer sowie Beier und Wiesemann, kritisch eingeordnet.

Schluss: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Urteil Roe vs. Wade trotz seiner Mängel gegenüber dem aktuelleren Urteil als ethisch vertretbarer.

Schlüsselwörter

Schwangerschaftsabbruch, Supreme Court, Roe vs. Wade, Dobbs vs. Jackson, Medizinethik, reproduktive Selbstbestimmung, Lebensfähigkeit, moralischer Status, ethische Argumentation, staatliche Regulierung, ungeborenes Leben, Frauenrechte, Urteilsanalyse, Abtreibung, Körperliche Unversehrtheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die ethische Argumentation des Supreme Court der USA zu Schwangerschaftsabbrüchen, basierend auf dem Urteil von 1973 und dessen weitgehender Revidierung im Jahr 2022.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen sind der moralische Status des ungeborenen Lebens, die reproduktive Selbstbestimmung und Autonomie der Frau sowie die staatliche Pflicht zur Regulierung dieser ethischen Grenzfragen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie sich die ethische Begründung der US-Justiz in der Frage der Abtreibung innerhalb eines halben Jahrhunderts verändert hat und inwieweit diese Änderungen ethisch haltbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es wird eine ethische Analyse durchgeführt, die die Urteilstexte der beiden genannten Supreme Court Fälle unter Heranziehung philosophischer Positionen zu Lebensethik und Patientenautonomie diskursiv bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Ausarbeitung der Stakeholder-Interessen bei beiden Urteilen, deren Vergleich sowie eine fundierte philosophische Einordnung der Schutzpflichten und Freiheitsrechte.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die wichtigsten Schlagworte sind Schwangerschaftsabbruch, reproduktive Selbstbestimmung, Supreme Court, ethische Güterabwägung und staatliche Souveränität.

Warum wird Roe vs. Wade im Fazit als ethisch vertretbarer eingestuft?

Die Autorin argumentiert, dass Roe vs. Wade die Selbstbestimmung der Frau stärker schützt und es ethisch problematisch ist, einem potentiellen Leben mehr Schutz einzuräumen als einem bereits lebenden, von ihm abhängigen menschlichen Wesen.

Wie unterscheidet sich die Auffassung vom Beginn des menschlichen Lebens?

Während Roe vs. Wade die Lebensfähigkeit außerhalb des Mutterleibes als rechtliche Zäsur nutzt, setzt Dobbs vs. Jackson bereits die Wahrnehmung erster fötaler Bewegungen als entscheidendes Kriterium für das Existenzrecht an.

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Details

Title
Schwangerschaftsabbruch. Ethische Einordnung der Urteile aus 1973 und 2022 zu Abtreibung in den USA
College
University of Heidelberg
Course
Medizinethik
Grade
2,0
Author
Kim Köbnick (Author)
Publication Year
2022
Pages
14
Catalog Number
V1315272
ISBN (eBook)
9783346790156
ISBN (Book)
9783346790163
Language
German
Tags
Abtreibung Schwangerschaftsabbruch Supreme Court USA Roe vs Wade ethische Einordnung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kim Köbnick (Author), 2022, Schwangerschaftsabbruch. Ethische Einordnung der Urteile aus 1973 und 2022 zu Abtreibung in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1315272
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