Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Economics - Finance

Zur ökonomischen Rationalität der Reform der Erbschaftsteuer in Deutschland

Effizienz- und Verteilungswirkung

Title: Zur ökonomischen Rationalität der Reform der Erbschaftsteuer in Deutschland

Diploma Thesis , 2008 , 78 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Christian Klein (Author)

Economics - Finance
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Nothing is certain but death and taxes“ (1)

Nichts ist sicher, außer Tod und Steuern, sagt ein amerikanischer Volksmund. Und es stimmt. Schon in der frühen Menschheitsgeschichte wurden Steuern erhoben um Kriege zu finanzieren, oder einfach nur um des Kaisers Vermögen aufzubessern. Nur wie sieht es mit Steuern auf den Tod aus? Hier sind sich die Menschen nur einig, dass der direkte Tod nicht besteuerbar ist. Nur bei der Erhebung der Steuer auf den Nachlass des Toten besteht Uneinigkeit. So erheben manche Länder eine Erbschaftsteuer andere jedoch nicht bzw. rücken allmählich davon ab. Auch in Deutschland wird immer wieder gefordert, dass die Erbschaftsteuer abgeschafft werden solle. Sie schädige die vielen Familienbetriebe mittelständiger Unternehmen und belaste zudem das vom Erblasser schon versteuerte Vermögen. Trotz alledem findet die Abschaffung der Erbschaftsteuer in Deutschland keine Mehrheit.
Die Frage, die sich nun aus ökonomischer Perspektive stellt ist, wie die Erbschaftsteuer und insbesondere auch die Reform nun auch aus effizienzpolitischer Sicht zu bewerten ist. Somit muss erst die Frage geklärt werden, wie stark eine Erbschaftsteuer das Verhalten eines Individuums beeinflusst, möglicherweise auch verzerrt. Zudem stellt sich die Frage, ob es eine optimale Erbschaftsteuer gibt und wenn ja, wie diese aussieht. Ebenso stellt sich aus verteilungspolitischer Sicht die Frage, welche Argumente für und wider eine Besteuerung von Erbschaften sprechen. Dabei muss unterschieden werden zwischen denen, die nur von politischer Natur sind und denen, die wirklich gerechtfertigt und somit als ungerecht empfunden werden. Letztere müssen dabei ebenso wie die effizienzpolitische Sicht berücksichtigt werden und Einzug in eine optimale Erbschaftsteuer finden. Letztendlich muss dann die Frage geklärt werden, welche Elemente dieser optimalen Steuer in der Reform vorhanden sind, bzw., ob die einzelnen Elemente in Richtung einer optimalen Erbschaftsteuer gehen oder sich von dieser abwenden.

(1) Bach, et al. (2007), S.6

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Kapitel Einleitung

2. Kapitel Einführung in die deutsche Erbschaftsteuer

2.1 Geschichte

2.2 Erbschaftsteuerarten

2.3 Grundzüge der Erbschaft- und Schenkungsteuer

2.4 Quantitative Wirkung

2.5 Erbschaftsteuer im internationalen Vergleich

2.6 Diskussion über die Erbschaftsteuer

3. Kapitel Erbschaftsteuerreform

3.1 Gründe

3.1.1 Urteil des Bundesverfassungsgerichts

3.1.1.1 Problematik und Urteil

3.1.1.2 Auswirkungen

3.1.2 Weitere Gründe

3.2 Ziele der Reform

3.3 Verlauf des Gesetzesvorhabens

3.4 Die Änderungen im Einzelnen

3.4.1 Allgemeine Änderungen

3.4.2 Bewertungen

3.4.3 Begünstigungen für Unternehmen

4. Kapitel Die optimale Erbschaftsteuer

4.1 Optimale Steuern

4.2 Effizienzargumente der Erbschaftsteuer

4.2.1 Allgemeine Betrachtung

4.2.2 Vererbungsmotive

4.3 Verteilungspolitische Sicht

4.3.1 Rechtfertigungen der deutschen Erbschaftsteuer

4.3.2 Wirkung von Freibeträgen und doppelter Progression

4.3.3 Entlastungen

4.4 Auswirkungen und Ineffizienzen

4.4.1 Wirkungsanalyse der aktuellen Erbschaftsteuer

4.4.2 Doppelbelastungen

4.4.3 Weitere Kosten

4.5 Zwischenfazit zur Effizienz- und Verteilungswirkung der Erbschaftsteuer in Deutschland

5. Kapitel Effizienz- und Verteilungswirkung der Reform

5.1 Aktuell vorhandene Elemente einer optimalen Erbschaftsteuer

5.2 Wirkung des Verkehrswertes

5.3 Die Ebene des Steuerpflichtigen

5.3.1 Steuersätze

5.3.2 Freibeträge und Tarifklassen

5.3.3 Schenkungen

5.3.4 Grundvermögen

5.3.5 Gesamtwirkungen der Reform auf der Ebene des Steuerpflichtigen

5.4 Die Ebene von Betriebsvermögen

5.4.1 Probleme bei der Bewertung zu Verkehrswerten

5.4.2 Das Verschonungsmodell

5.4.3 Wirkung der Reform auf das Betriebsvermögen

5.4.4 Empirische Ergebnisse

5.5 Wirkung der Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer

6. Kapitel Zusammenfassung und Beurteilung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die ökonomische Rationalität der Reform der Erbschaftsteuer in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung ihrer Effizienz- und Verteilungswirkungen. Es wird untersucht, inwieweit die Reform den Anforderungen einer optimalen Steuergestaltung entspricht, die unter anderem auf die Minimierung von Verzerrungen, die Sicherung der Unternehmensnachfolge und die Wahrung steuerlicher Gerechtigkeit abzielt.

  • Wissenschaftliche Fundierung einer optimalen Erbschaftsteuer
  • Bewertung der Auswirkungen der Reform auf verschiedene Vermögensarten
  • Analyse der steuerlichen Verschonungsregeln für Betriebsvermögen
  • Untersuchung der Gerechtigkeitsprinzipien in der Erbschaftbesteuerung
  • Evaluierung der verfassungsrechtlichen Vorgaben für die Steuerbewertung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Vermögensgegenstände, die nicht aus Geld bestehen, wie beispielsweise Immobilien, müssen ebenso in Euro ausgedrückt werden, um eine erbschaftsteuerlichen Zugriff über die Bemessungsgrundlage zu gewähren. Wie diese Wertansätze ermittelt werden richtet sich nach §12 ErbStG. Dieser regelt, dass alle Vermögensgegenstände mit Verkehrswerten anzusetzen sind. Der Verkehrswert ist dabei, nach der Definition des § 9 Abs.2 BewG, der Wert des Wirtschaftsgutes, der in Abhängigkeit der Beschaffenheit dieses bei Veräußerung eines gewöhnlichen Geschäftsverkehrs zu erzielen wäre.

Am 22.Mai 2002 hat der Bundesfinanzhof (BFH) ein Verfahren zur Erbschaftsteuer ausgesetzt und dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt, um zu prüfen, ob das geltende Bewertungsverfahren verfassungswidrig ist. Hintergrund waren die oben genannten Ausnahmen, die zu einer möglichen Ungleichbehandlung der Vermögensgegenstände führten. Nach Ansicht des BFH werden Erben von Immobilien, Betriebsvermögen und Anteilen von Kapitalgesellschaften bevorzugt, was ein Verstoß gegen den in Art. 3 Abs.1 GG geregelten Gleichheitsgrundsatz mit sich zieht.

Das Bundesverfassungsgericht bestätigte die Verfassungswidrigkeit in seinem im November 2006 beschlossenen und am 31. Januar 2007 veröffentlichten Urteil, mit der Begründung, dass die Bewertungsverfahren zu starken Unterbewertungen des Immobilien- und Betriebsvermögen führen. Dadurch ergeben sich willkürliche Ergebnisse, die den Gleichheitsgrundsatz verletzen. Desweiteren machte das oberste Gericht dem Gesetzgeber bis 31.Dezember 2008 die Auflage, dass die Besteuerungsgrundlage bei allen Vermögensarten der tatsächliche und einheitliche Verkehrswert sein muss. Erst nach der einheitlichen Bewertung können einzelne Vermögensarten privilegiert werden, wenn dies dem Gemeinwohl entspricht. Bis dahin ist das alte Gesetz anzuwenden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kapitel Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische und politische Bedeutung der Erbschaftsteuer ein und skizziert die Fragestellung der Arbeit bezüglich ihrer ökonomischen Bewertung.

2. Kapitel Einführung in die deutsche Erbschaftsteuer: Hier wird der historische Kontext, die verschiedenen Steuerarten sowie die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen der deutschen Erbschaft- und Schenkungsteuer dargelegt.

3. Kapitel Erbschaftsteuerreform: Dieser Teil befasst sich mit den Gründen, Zielen und den konkreten inhaltlichen Änderungen der Reform, insbesondere unter Berücksichtigung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts.

4. Kapitel Die optimale Erbschaftsteuer: Hier werden theoretische Grundlagen einer optimalen Steuer erhoben, um Kriterien für die Bewertung von Effizienz- und Verteilungswirkungen festzulegen.

5. Kapitel Effizienz- und Verteilungswirkung der Reform: In diesem zentralen Kapitel wird evaluiert, inwieweit die neuen Reformelemente den theoretischen Anforderungen an eine optimale Besteuerung gerecht werden.

6. Kapitel Zusammenfassung und Beurteilung: Das Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Reform vor dem Hintergrund der ökonomischen und verteilungspolitischen Zielsetzungen.

Schlüsselwörter

Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Steuerreform, Erbschaftsteuerreformgesetz, Verkehrswert, Betriebsvermögen, Effizienz, Verteilungswirkung, Unternehmensnachfolge, Freibeträge, Steuersätze, Steuergerechtigkeit, Bewertungsgesetz, Steuerbilanzwerte, Gemeinwohl

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die ökonomische Rationalität der Erbschaftsteuerreform in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf deren Effizienz und die Auswirkungen auf die Vermögensverteilung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Bewertung von Vermögensgegenständen, die steuerliche Begünstigung von Unternehmen und die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen der Besteuerung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es zu bewerten, ob die Reform der Erbschaftsteuer ökonomisch sinnvoll ist und ob sie in Richtung eines optimalen Steuersystems führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der optimalen Steuerlehre sowie einer empirischen und normativen Bewertung der gesetzlichen Änderungen im Erbschaftsteuerreformgesetz.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Anforderungen an eine optimale Steuer, die konkreten Änderungen durch die Reform und deren praktische Auswirkungen auf verschiedene Steuerpflichtige und Unternehmensformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Erbschaftsteuer, Verkehrswert, Betriebsvermögen, Effizienz, Steuerreform und Unternehmensnachfolge.

Wie wirkt sich die Einführung des Verkehrswerts aus?

Die Umstellung auf den Verkehrswert führt in der Regel zu einer höheren Bemessungsgrundlage, was ohne Anpassungen der Freibeträge zu einer höheren Steuerbelastung führen würde.

Ist die steuerliche Verschonung von Familienunternehmen gerechtfertigt?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Verschonung aus betriebswirtschaftlicher Sicht zwar die Unternehmensnachfolge erleichtert, aus einer rein effizienzorientierten Sicht jedoch problematisch und nur schwer zu begründen ist.

Warum wird eine Differenzierung nach dem Verwandtschaftsgrad diskutiert?

Diese Differenzierung soll dem Prinzip der Generationensolidarität und der Kontinuität der Familie Rechnung tragen, was theoretisch in einer optimalen Steuergestaltung berücksichtigt werden kann.

Excerpt out of 78 pages  - scroll top

Details

Title
Zur ökonomischen Rationalität der Reform der Erbschaftsteuer in Deutschland
Subtitle
Effizienz- und Verteilungswirkung
College
University of Heidelberg  (Alfred-Weber-Institut)
Course
Finanzwissenschaft
Grade
2,7
Author
Christian Klein (Author)
Publication Year
2008
Pages
78
Catalog Number
V131551
ISBN (eBook)
9783640368433
ISBN (Book)
9783640368693
Language
German
Tags
Rationalität Reform Erbschaftsteuer Deutschland Effizienz- Verteilungswirkung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Klein (Author), 2008, Zur ökonomischen Rationalität der Reform der Erbschaftsteuer in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131551
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  78  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint