Das Zeitalter Schuberts – Zwischen Revolution und Restauration

Eine Gesamtschau der Situation - Von der Französischen Revolution und der Ära Napoleon über die Restaurationszeit bis hin zur Radikalisierung des Volkes


Hausarbeit, 2008
13 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte

3. 1813 Die Völkerschlacht bei Leipzig

4. 1814 Der Wiener Kongress und das Gleichheitsprinzip

5. Radikale und Revolutionäre Kräfte

6. Johann Senn

7. 1819 Die Karlsbader Beschlüsse

8. Zusammenfassende Bewegungen
8.1 Die Mächte (Sieger und Besiegte)
8.2 Das Volk (Bürgertum und Burschenschaft)

9. Zeitgeist

10. Exkurs: Musik und Lyrik
10.1 Der Wanderer
10.2 Die Forelle

11. Bibliographie

1. Einleitung

Das Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons bedeutete eine „dop­pelte Herausforderung“ der internationalen Gesellschaft. Zum einen wurde ihre Homogenität durch den Sieg der Revolution in Frankreich gestört, zum anderen das Ordnungs­prinzip des Gleichgewichts der Kräfte in Frage gestellt. Als Gegenk­räfte traten die Groß­mächte Österreich, Preußen, Russland und Großbritannien auf, die ihre spezifischen Interes­senlagen zur Geltung bringen wollten.[1] Der großen politischen Umwälzung folgte in der ersten Hälfte des 19. Jh. Eine Ära des Friedens. Innenpolitische Gegensätze standen im Vordergrund der Entwicklung.[2] Schu­berts Leben und Schaffen fällt in die so genannte Restaurationszeit. In den Jahren von 1815 bis 1830 herrschte in allen europäischen Staaten die Bestrebung, die politi­schen Verhältnisse der Zeit vor der Französischen Revolution wiederherzustellen.

Napoleons Herrschaft hatte jedoch nicht nur negative Züge. Sie weckte vor allem die nationalen und demokratischen Bewegungen des Kontinents[3], sodass in den folgenden 35 Jahren ab 1815 die Geschichte Europas von zwei widerstreitenden Strömungen geprägt wurde. Zum einen durch die bestehenden Beharrungskräfte der alten Ordnung, zum anderen durch die Erneuerungskräfte der revolutionären Befreiungs- und Nationalbewegung.

Den alten Gewalten und ihren Einrichtungen in Staat, Gesellschaft und Kirche, die auf dem Wiener Kongress restauriert wurden, stand nun ein erstarktes Bürgertum gegenü­ber. Es vertrat die Ideen der Freiheit und der nationalen Einheit gegen Staatsallmacht und Privilegien. Noch beherrschte der soziale Gegensatz zwischen Adel und Bürgertum die Zeit, sodass die „Frage nach dem sozialen Staat, der frei­heitlichen Verfassung und dem gerechten sozialen Gefüge“ das ausgehende 19. Jh. beherrschte.[4]

2. Vorgeschichte

Mit Verwandtschaftspolitik wollte Napoleon seine Macht in Europa ebenso erhal­ten wie mit dem Einsatz militärischer Mittel. Dabei trat ihm jedoch enormer Wi­derstand aus den Reihen der unterworfenen Völker sowie aus den Kreisen seiner Familie selbst entgegen. Sein Ziel, die Hegemonie Frankreichs sowie der Ruhm des Landes und seiner Persön­lichkeit selbst, ließen ihn eine immer vehementere an­tieuropäische Politik ausüben. Österreich versuchte bereits früh die Auflehnung gegen Napoleons Gewaltherrschaft. Dieser zwang den Staat jedoch durch die Hei­rat mit Marie-Luise (Tochter Kaiser Franz II) im Jahre 1810 politisch eng an seine Seite.[5]

1811 begann der Kaiser systematisch mit der Vorbereitung der großen Auseinan­derset­zung mit Russland. Denn ein geschlagenes, als europäische Großmacht aus­geschaltetes Russland hätte die endgültige Festigung der französischen Hegemonie in Europa bedeu­tet. Der Russlandfeldzug Napoleons, den er mit einer Armee von 675.000 Mann und der Hoffnung einer schnellen Vernichtung seiner Gegner im Juni 1812 antritt, endete mit einer schweren Niederlage Napoleons. Die kaiserliche Herrschaft in Europa begann dar­aufhin zu wanken und der Endkampf um ihre Auf­rechterhaltung begann. „Noch war Napoleons Macht nicht in den Grundfesten er­schüttert.“ Frankreich und die ihm unter­tänigen Gebiete des Rheinbundes lieferten erneut 630.000 Mann für eine erneute große Auseinandersetzung. Mit den Reser­ven stand bald eine Armee mit einer Stärke von mehr als 1 Million Kämpfern bereit.[6]

3. 1813 Die Völkerschlacht bei Leipzig

Napoleon konnte erneut eine imposante Truppenmacht aufstellen, um den Ver­such zu unternehmen die enorme Niederlage gegen Russland wieder auszuglei­chen. Im Zuge eigener Verluste sowie dem zähen Widerstand der gegnerischen Koalition beging Napoleon jedoch einen entscheidenden Fehler: Er unterließ die Verfolgung der gegneri­schen Armeen. Das militärische Bild richtet sich bald zu Gunsten der Alliierten. Dabei nutzten diese die Taktik Napoleons und zwingen den Kaiser, von nationalem Kampfgeist und Freiheitswillen erfüllt, zur Entscheidung. Die dreitägige Völkerschlacht bei Leipzig endet am 19. Oktober 1813 mit der end­gültigen Niederlage Napoleons und seiner Flucht in die Heimat.[7]

Wieder begeht Napoleon einen entscheidenden Fehler: Er lehnt das Friedensange­bot Österreichs ab, auf den Grundlagen der Wiederherstellung der natürlichen Grenzen zu existieren, und nimmt die Fortsetzung des Kampfes auf französischem Boden in Kauf. Die Besetzung von Paris durch die gegnerischen Armeen im Früh­jahr 1814 stellt das Ende der napoleonischen Herrschaft in Europa dar. Nachdem Napoleon nun auch die Unterstützung seines eigenen Volkes verloren hatte, folgte eine Klärungsphase der europäischen Verhältnisse. Napoleons Abdankung erfolgte am 6. April 1814. Am 30. Mai beendet der Erste Frieden von Paris einen 22 Jahre andauernden, europäischen Krieg. Napoleon erhielt die Insel Elba, auf die er ins Exil geschickt wurde, als Fürstentum.[8] Frankreich wird auf den Grundlagen und Grenzen von 1792 als Großmacht bestätigt.[9] Folgen sollte nun ein Kongress der europäischen Fürsten zur Klärung der territorialen Neuordnung sowie der „Deut­schen Frage“.[10]

4. 1814 Der Wiener Kongress und das Gleichheitsprinzip

Der Wiener Kongress vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 stellt eine Zu­sam­menkunft der europäischen Monarchen und Staatsmänner in Wien dar. Dem Wiener Kongress fällt zunächst die Aufgabe zu, nach dem Scheitern der napoleoni­schen Hege­monialpolitik, die Ordnung des multipolaren Gleichgewichts wieder­herzustellen und diese durch eine kollektive Garantie der Großmächte zu si­chern.[11]

Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand also die Problematik einer territorialen Neuordnung Europas, weitere Ziele markierten der Beschluss einer allgemein gül­tigen Friedensordnung sowie die Wiederherstellung des gestörten Gleichgewichts der Mächte, welche auf den Grundlagen des vorrevolutionären Zustandes vor 1789 stattfinden sollte.[12] Die Beschlüsse und Verhandlungen der Restaurationszeit soll­ten sich dabei möglichst zu Gunsten der Großmächte auswirken. Russland und Preußen auf der einen Seite standen Frankreich und Österreich gegenüber. Großb­ritannien verhielt sich abwartend. Die Einsicht der Mächte ihren Völkern keinen erneuten Kampf zumuten zu können führte schließlich zum Ausgleich.[13]

Die formelle Eröffnung des Kongresses fand am 1. November statt. Rund 200 Staa­ten, Herrschaften, Städte und Körperschaften waren vertreten. Den Vorsitz führte der öster­reichische Staatskanzler Klemens Wenzel Fürst von Metternich. Die Ver­handlungen wurden in einem Fünfergremium der Großmächte Großbritannien, Preußen, Österreich, Russland und das besiegte Frankreich geführt und in Aus­schüssen erarbeitet. Dies stellte eine für diese Zeit verhandlungstechnische Neu­heit dar und führte zu folgenden Ergebnissen[14]:

[...]


[1] Vgl. Ploetz 1998, S.208

[2] Vgl. Dittrich 1970, Grundriss der Geschichte, S.57

[3] Vgl. Meyer (o.J.), Weltgeschichte, S.343

[4] Vgl. Dittrich 1970, Grundriss der Geschichte, S.57

[5] Vgl. Meyer (o.J.), Weltgeschichte, S.344

[6] Vgl. Meyer (o.J.), Weltgeschichte, S.345-348

[7] Vgl. Meyer (o.J.), Weltgeschichte, S.352f

[8] Vgl. Meyer (o.J.), Weltgeschichte, S.352f

[9] Vgl. Ploetz 1998, S.210

[10] Vgl. Behrenbeck (o.J.), Geschichte der Moderne, S.219

[11] Vgl. Ploetz 1998, S.210f

[12] Vgl. Behrenbeck (o.J.), Geschichte der Moderne, S.219f

[13] Vgl. Meyer (o.J.), Weltgeschichte, S.354

[14] Vgl. Brockhaus 2004, S.1122

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Zeitalter Schuberts – Zwischen Revolution und Restauration
Untertitel
Eine Gesamtschau der Situation - Von der Französischen Revolution und der Ära Napoleon über die Restaurationszeit bis hin zur Radikalisierung des Volkes
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Fachbereich 09 – Germanistik und Kunstwissenschaften)
Veranstaltung
Schuberts Klavierlieder
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
13
Katalognummer
V131552
ISBN (eBook)
9783640372690
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeitalter, Schubert, Revolution, Restauration, Geschichte, Gesamtsituation, Historisch, Französische Revolution, Ära Napoleon, Radikalisierung, Vorgeschichte, Völkerschlacht, Leipzig, 1813, Wiener Kongress, 1814, Gleichheitsprinzip, Radikal, Revolutionär, Kräfte, Kraft, Johann Senn, Karlsbader Beschlüsse, 1819, Mächte, Sieger, Besiegte, Volk, Bürgertum, Burschenschaft, Zeitgeist, Exkurs, Musik, Lyrik, Der Wanderer, Die Forelle
Arbeit zitieren
Annemarie Binkowski (Autor), 2008, Das Zeitalter Schuberts – Zwischen Revolution und Restauration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131552

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