Mit dieser Seminararbeit möchte ich versuchen, die Vor- und Nachteile der automatisierten
Verbrauchsablesung aufzuzeigen. Diese Fragestellung hat meiner Meinung nach
einen signifikanten Stellenwert in der Immobilienwirtschaft, da heutzutage der Service
mit und rund um den Mieter bzw. Nutzer zugenommen hat.
Immobilienfirmen die nicht nur gewinnorientiert, sondern auch kundenorientiert arbeiteten,
können sich somit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern sichern.
Diese Kundenorientierung wird in den nächsten Jahren immer mehr zunehmen, denn
das „Kernprodukt“ Immobilie kann nur noch bedingt verändert werden, wenn es einmal
errichtet wurde. Somit ist es für eine Immobilienfirma sinnvoller den Service für ihre
Kunden zu erhöhen – mit der Zeit zu gehen und vielleicht auch Wege zu beschreiten,
die auf den ersten Blick unrentabel und außergewöhnlich sind. Denn würden wir nicht
neue Wege beschreiten, würden wir uns als Gesellschaft nicht weiterentwickeln und
würden noch immer in unbehaglichen Höhlen wie vor 10.000 Jahren leben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Welche Verbräuche können abgelesen werden
3. Die Heizkostenabrechnung
3.1 Ursache zur Einführung der Heizkostenverordnung
3.2 Grundlagen der Heizkostenabrechnung
3.3 Möglichkeiten der Heizkostenerfassung
3.3.1 Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip
3.3.2 Elektronische Heizkostenverteiler
3.3.3 Elektronischer Funk-Heizkostenverteiler
3.3.4 Wärmemengenzähler
3.4 Folgen eines Geräteausfalles
4. Automatisierte Verbrauchsablesung
4.1 Technische Voraussetzung der automatisierten Verbrauchsablesung
4.1.1 Übermittlung per Funk
4.1.2 Übermittlung per M-BUS
4.2 Vor- und Nachteile der automatisierten Verbrauchsablesung
4.2.1 Kosten der Umrüstung zur Funkablesung
4.2.2 Wirtschaftlichkeitsgebot der Funkablesung
4.3 Immissionen durch das Funksystem
4.4 Überprüfbarkeit der erfassten Verbräuche
4.4.1 Langzeitspeicherung der erfassten Daten
4.4.1.1 Problematik zum Thema Datenschutz
4.5 Akzeptanz der Nutzer zur automatisierten Verbrauchsablesung
5. Anwendungsbereiche der automatisierten Verbrauchsabrechnung/ Ablesung
5.1 Facility Management
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vor- und Nachteile der automatisierten Verbrauchsablesung in Immobilien, mit dem Ziel, deren Relevanz für eine moderne, kundenorientierte Immobilienwirtschaft zu bewerten und die Wirtschaftlichkeit sowie Nutzerakzeptanz dieser Technologie kritisch zu hinterfragen.
- Vergleich zwischen konventioneller Ablesung und automatisierten Systemen (Funk & M-BUS).
- Analyse der Kosteneffizienz und des Wirtschaftlichkeitsgebots bei der Umrüstung.
- Untersuchung der technischen Voraussetzungen und Übertragungsstandards.
- Betrachtung von Datenschutzaspekten und Nutzerfreundlichkeit.
- Einordnung der Technologie in das moderne Facility Management.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Kosten der Umrüstung zur Funkablesung
Um diese Frage schlussendlich beantworten zu können muss an dieser Stelle zwischen drei Kostenpositionen in einer Wärmedienstabrechnung unterschieden werden.
a) Kosten zur Anmietung der Messgeräte
b) Kosten für die Erstellung der jährlichen Heizkostenabrechnung (inkl. Ablesung der Messeinrichtungen etc.)
c) Einmalige Kosten für die Aufnahme der Objektdaten
Um eine möglichst genaue Aussage hierzu treffen zu können, möchte ich einen Kostenvergleich für ein real existierendes Objekt erstellen, welches sich in dem Verwaltungsbestand der Firma RTL Immobilien – Dienstleistung Rudi Tröger Lobenstein e.Kfm. befindet.
Das betreffende Objekt befindet sich in der Arminiusstraße 1a in 07548 Gera. In diesem Wohn- und Geschäftshaus befinden sich 7 Wohnungen und eine Gewerbeeinheit.
Von der Firma Minol Messtechnik (Niederlassung Leipzig) ließ ich jeweils ein Angebot (siehe Anlage 1 bis 1.4) für die Heizkostenerfassung mit Funkmessgeräten und zur manuellen Ablesung erstellen. Wie man aus diesen entnehmen kann bestehen die größten Unterschiede (monetär) bei der Kostenposition - Anmietung der Messgeräte.
Bei einer kompletten Ausstattung der betreffenden Immobilie mit Funkmesseinrichtungen (Heizkostenverteiler, Warm- und Kaltwasseruhren) würde dies 643,71 EUR pro Jahr Kosten. Dem gegenüber würde die Anmietung von „normalen“ – herkömmlichen Messgeräten nur 327,76 EUR pro Jahr kosten. Dies ergibt einen Kostenunterschied von absolut 316,55 EUR oder relativ 96,76 %. Nur bei der Kostenposition „Erstellung der Heizkostenabrechnung“ ist die Funkmethode billiger. Dies würde 405,88 EUR bzw. bei manueller Ablesung 430,24 EUR pro Abrechnungsjahr kosten. Der Unterschied beträgt hier absolut 24,36 EUR bzw. relativ 5,66 %. Die einmaligen Kosten für die Objektaufnahme betragen bei beiden Varianten jeweils 311,58 EUR.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Der Autor erläutert die Bedeutung von Serviceorientierung in der Immobilienwirtschaft und stellt die Fragestellung nach Vor- und Nachteilen der automatisierten Verbrauchsablesung.
2. Welche Verbräuche können abgelesen werden: Es wird ein Überblick über erfassbare Verbräuche wie Heizung, Wasser, Strom und Müll gegeben, mit Fokus auf Heiz- und Wasserkosten.
3. Die Heizkostenabrechnung: Dieses Kapitel behandelt die gesetzlichen Grundlagen, die verschiedenen Erfassungsmethoden wie Verdunstung und elektronische Zähler sowie die Folgen bei Geräteausfall.
4. Automatisierte Verbrauchsablesung: Der Hauptteil analysiert die Technik der Funk- und M-BUS-Übertragung, wägt die ökonomischen Vor- und Nachteile ab und beleuchtet Aspekte wie Datenschutz und Nutzerakzeptanz.
5. Anwendungsbereiche der automatisierten Verbrauchsabrechnung/ Ablesung: Es wird die Rolle der automatisierten Verbrauchsabrechnung im Rahmen des strategischen Facility Managements aufgezeigt.
6. Fazit: Der Autor resümiert, dass trotz höherer Kosten der Komfortgewinn und die Zunahme der Akzeptanz langfristig für die Automatisierung der Verbrauchsablesung sprechen.
Schlüsselwörter
Automatisierte Verbrauchsablesung, Immobilienwirtschaft, Heizkostenverordnung, Funkablesung, M-Bus System, Facility Management, Wirtschaftlichkeit, Betriebskosten, Mieterzufriedenheit, Datenspeicherung, Wärmekostenabrechnung, Energieeinsparung, Messgeräte, Datenschutz, Verbrauchserfassung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz und die Auswirkungen der automatisierten Verbrauchsablesung (Funk/M-BUS) in Gebäuden im Vergleich zur herkömmlichen manuellen Ablesung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die technische Funktionsweise der Fernablesung, die Kostenstrukturen bei der Umrüstung, gesetzliche Rahmenbedingungen der Heizkostenabrechnung sowie Aspekte der Nutzerfreundlichkeit und des Datenschutzes.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Vor- und Nachteile der automatisierten Ablesung aufzuzeigen und zu beurteilen, ob der höhere technologische Aufwand ökonomisch und kundenorientiert sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie einen praxisnahen Kostenvergleich anhand realer Angebote der Firma Minol Messtechnik für Objekte unterschiedlicher Größe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen, eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse, die Untersuchung von Immissionen und Datenschutz sowie die Bewertung der Nutzerakzeptanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie automatisierte Verbrauchsablesung, Heizkostenverordnung, Immobilienwirtschaft, Funk-Technologie und Wirtschaftlichkeitsgebot charakterisieren.
Warum schneidet die manuelle Ablesung in den Kostenbeispielen oft besser ab?
Die Beispiele zeigen, dass bei kleineren Liegenschaften die Mietkosten für die komplexe Funkmesstechnik die Einsparungen bei den reinen Abrechnungsgebühren übersteigen, was zu höheren Gesamtkosten führt.
Welche Rolle spielt das Facility Management für die Verbrauchsablesung?
Das Facility Management nutzt die automatisierte Erfassung zur Prozessoptimierung, Senkung von Betriebskosten und zur Erhöhung der Attraktivität von Immobilien für die Nutzer.
- Citar trabajo
- Dipl. Betriebswirt (FH) Marcus Tröger (Autor), 2005, Automatisierte Verbrauchsablesung in Gebäuden (AV), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131575