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»... wenn wir wissen, wer wir nicht sind« – Samuel P. Huntingtons "The Clash of Civilizations?" als institutionelle Suche nach der westlichen Identität

Titre: »... wenn wir wissen, wer wir nicht sind« – Samuel P. Huntingtons "The Clash of Civilizations?" als institutionelle Suche nach der westlichen Identität

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2009 , 7 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Ludwig Andert (Auteur)

Médias / Communication - Méthodes et la logique de la recherche
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der vorliegende Text möchte einerseits den institutionellen Kontext von „The Clash of Civilizations?“ vorstellen und andererseits zeigen, dass Huntington vor allen politischen Handlungsanweisungen zunächst um die Konstruktion eines „Ich“ bemüht ist. Dabei soll der Kerntext als Teil eines Aussagemotivs betrachtet werden, das entscheidende Impulse am Ende des Kalten Krieges erhielt und bis heute im Feuilleton von Tageszeitungen überlebt hat.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Amerikanische Think Tanks und Foreign Affairs

3. Der „Kampf der Kulturen“ und das „Ende der Geschichte“

4. Das „Wir“-Problem

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Samuel P. Huntingtons Konzept des „Clash of Civilizations“ vor dem Hintergrund der Diskurstheorie von Michel Foucault. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Huntington durch die Verortung von Identität in einem westlich geprägten Selbstverständnis und die Konstruktion eines äußeren Gegenübers versucht, amerikanische Identität institutionell zu definieren und außenpolitische Handlungsmuster zu legitimieren.

  • Institutioneller Kontext und Rolle amerikanischer Think Tanks
  • Die Funktion von Foreign Affairs als Diskursorgan
  • Huntingtons Konfliktparadigma im Vergleich zum „Ende der Geschichte“
  • Diskursanalytische Untersuchung der Konstruktion westlicher Identität
  • Kritische Analyse des „Wir“-Problems nach dem 11. September 2001

Auszug aus dem Buch

Das „Wir“-Problem

In Huntingtons Konstruktion der Identität des „Westens“ findet sich allerdings eine logische Unschärfe: Wenn das kulturelle oder ideologische Selbst sich anhand eines Gegenübers bildet, dann müsste dieses Gegenüber jene Identität zumindest in ihren Umrissen genauso wahrnehmen, da es sonst nicht als Gegner agieren könnte. Dieses Muster mochte im Kalten Krieg zutreffen; seine Anwendbarkeit auf die Gegenwart ist jedoch strittig. So wurde auch Huntingtons Kulturkampf-These kritisiert, sie würde allenfalls Einzelphänomene erklären, tauge aber nicht als übergeordnetes Konfliktschema.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 fühlte sich Huntington allerdings „in gewisser Hinsicht“ bestätigt, da es sich einerseits um einen Angriff gegen „ein Sinnbild der westlichen Zivilisation“ handelte und andererseits der Raum der islamisch geprägten Länder durch seine „blutigen Grenzen“ eine attraktive Projektionsfläche bot. Und tatsächlich lässt sich gerade an dem patriotischen Affekt, mit dem Amerika auf 9/11 reagierte, ein Identitätsbildungsprozess nachvollziehen. Folgt man dieser Logik bis zum Ende, wäre der spätere „Krieg gegen den Terror“ als Unternehmen zur Konstruktion eines neuen „Wir“ lesbar – was nur dadurch verhindert wird, dass dieser Krieg zum Desaster ausartet, dem die Zustimmung der Bevölkerung in weiten Teilen versagt bleibt.

Es zeigt sich, dass auch eine „Denkindustrie“ wie Think-Tank-Szene, der der Text „The Clash of Civilizations?“ entstammt, es nicht schafft, Identitäten festzulegen, sondern lediglich die Frage danach auf die Tagesordnung setzen kann. So scheitert der Versuch Huntingtons, die Tradition des Kalten Krieges fortzusetzen und das amerikanische Selbstbild anhand eines politisch klar umrissenen Gegenübers zu definieren, sowohl an struktureller Schwäche wie auch an der politischen Realität der USA und des „Westens“ im frühen 21. Jahrhundert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Identitätsthematik bei Samuel P. Huntington ein und stellt die theoretische Brücke zur Diskurstheorie von Michel Foucault her.

2. Amerikanische Think Tanks und Foreign Affairs: Das Kapitel erläutert die Rolle von Think Tanks als ideologische Akteure und das Wirken von Huntington im institutionellen Umfeld des Council on Foreign Relations.

3. Der „Kampf der Kulturen“ und das „Ende der Geschichte“: Hier werden Huntingtons Thesen zur zivilisatorischen Konfrontation den konkurrierenden Modellen, insbesondere Fukuyamas Ende der Geschichte, gegenübergestellt.

4. Das „Wir“-Problem: Das abschließende Kapitel analysiert die logischen Brüche in Huntingtons Identitätskonstruktion und deren Versagen bei der Erklärung der politischen Realität nach 9/11.

Schlüsselwörter

Samuel P. Huntington, Clash of Civilizations, Identität, Diskursanalyse, Michel Foucault, Think Tanks, Foreign Affairs, westliche Identität, Außenpolitik, Kalter Krieg, Kulturkampf, 11. September, Ideologie, Institutionelle Suche, Macht und Begierde.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die theoretische und diskursive Fundierung von Samuel P. Huntingtons „Clash of Civilizations“-These unter Einbeziehung der Machtstrukturen amerikanischer Think Tanks.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen politischer Theorie, der Rolle von Denkfabriken bei der Gestaltung außenpolitischer Diskurse und der Konstruktion nationaler Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll aufgezeigt werden, wie Huntington versucht, westliche Identität durch die Definition eines äußeren Feindbildes zu festigen, und warum dieser Ansatz strukturelle Schwächen aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autor wendet einen diskursanalytischen Ansatz an, der stark von den Machtbeschreibungen Michel Foucaults geprägt ist, um den Kontext der Huntington-Texte zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Huntingtons Thesen im Umfeld von Foreign Affairs, vergleicht sie mit dem „Ende der Geschichte“ und diskutiert das Identitätsproblem vor dem Hintergrund der Ereignisse ab 2001.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?

Identitätskonstruktion, Diskursanalyse, Think Tanks, geopolitische Strategien und westliches Selbstverständnis.

Warum wird Huntington eine „logische Unschärfe“ bei der Identitätskonstruktion unterstellt?

Die Arbeit argumentiert, dass eine Identitätsbildung über ein „Gegenüber“ voraussetzt, dass auch der Gegner diese Rolle akzeptiert, was in der komplexen Gegenwart jedoch nicht pauschal vorausgesetzt werden kann.

Inwieweit spielt die „Denkindustrie“ der Think Tanks eine Rolle?

Die Arbeit zeigt, dass Think Tanks keine neutralen Ideengeber sind, sondern als Akteure fungieren, die Diskurse setzen und versuchen, politische Entscheidungsprozesse in eine bestimmte weltanschauliche Richtung zu lenken.

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Résumé des informations

Titre
»... wenn wir wissen, wer wir nicht sind« – Samuel P. Huntingtons "The Clash of Civilizations?" als institutionelle Suche nach der westlichen Identität
Université
University of Siegen
Note
1,3
Auteur
Ludwig Andert (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
7
N° de catalogue
V131606
ISBN (ebook)
9783640446315
ISBN (Livre)
9783640446865
Langue
allemand
mots-clé
Diskursanalyse Kampf der Kulturen Think Tank westliche Identität
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ludwig Andert (Auteur), 2009, »... wenn wir wissen, wer wir nicht sind« – Samuel P. Huntingtons "The Clash of Civilizations?" als institutionelle Suche nach der westlichen Identität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131606
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