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Warum Bilderbücher und Graphic Novels für den Literaturunterricht geeignet sind. Didaktische Potenziale im Hinblick auf literarisches und multimodales Lernen

Exemplarisch untersucht am Bilderbuch "Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor" (Baltscheit 2010) und der Graphic Novel "Pssst!" (Herzog/Clante 2016)

Title: Warum Bilderbücher und Graphic Novels für den Literaturunterricht geeignet sind. Didaktische Potenziale im Hinblick auf literarisches und multimodales Lernen

Bachelor Thesis , 2022 , 57 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - German Studies
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Summary Excerpt Details

In Anbetracht der Tatsache, dass Kinder und Jugendliche heutzutage in einer visuell dominierten und multimodalen Medienlandschaft aufwachsen, stellt sich die Frage, inwiefern der Literaturunterricht für die Ausbildung und Förderung visueller sowie multimodaler Rezeptionskompetenzen der Schüler*innen verantwortlich ist. Aus diesem Grund widmet sich die vorliegende Arbeit der Frage, inwiefern Schüler*innen der Primar- und Sekundarstufe von der unterrichtlichen Auseinandersetzung mit literarischen Texten, die Bild und Text zur Bedeutungskonstitution kombinieren, profitieren können. Die Ausführungen sollen verdeutlichen, dass bildbasierte Literatur sowohl inhaltlich als auch bildästhetisch komplex sein kann und somit dem Anspruch schriftbasierter literarischer Texte gerecht wird und ebenso umfassende Bildungsprozesse ermöglichen kann. Es soll gezeigt werden, inwieweit Lernende bei der Beschäftigung mit Text-Bild-Kombinationen im Literaturunterricht Kompetenzen im Bereich des literarischen und multimodalen Lernens entwickeln und vereinen können.

Ausgewählt wurden hierfür zwei Erzählmedien der Kinder- und Jugendliteratur, die sich durch das Zusammenspiel mehrerer Zeichenmodalitäten charakterisieren und bei welchen im Gegensatz zu anderen literarischen Medien die Bildwahrnehmung von großer Bedeutung ist: Das Bilderbuch und die Graphic Novel. Stellvertretend für das Bilderbuch wird Martin Baltscheits "Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor" (2010) herangezogen und im Rahmen eines Einsatzes in der Primarstufe untersucht. Um exemplarisch die Potenziale des Comics bzw. der Graphic Novel für Schüler*innen der Sekundarstufe darzulegen, wurde Annette Herzogs und Katrine Clantes Graphic Novel "Pssst!" (2016) ausgewählt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

1 Das Bilderbuch

1.1 Definition und Typologien

1.2 Das Verhältnis von Text und Bild im Bilderbuch

1.3 Das Bilderbuch im Diskurs und in der Unterrichtspraxis

2 Exemplarische Analyse des Bilderbuches Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (Baltscheit 2010)

2.1 Grundlegendes zum Analysemodell nach Staiger (2022) sowie zum Fokus der Analyse

2.2 Sachanalyse

2.3 Didaktische Potenziale

2.3.1 Literarisches Lernen

2.3.2 Multimodales Lernen

3 Der Comic und die Graphic Novel

3.1 Comic und Graphic Novel – Begriffsklärung und Typologien

3.2 Zeichenrepertoire und Strukturelemente der Comic-Erzählung

3.3 Das Verhältnis von Text und Bild im Comic

3.4 Der Comic im Diskurs und in der Unterrichtspraxis

4 Exemplarische Analyse der Graphic Novel Pssst! (Herzog/Clante 2016)

4.1 Grundlegendes zum Analysemodell nach Abel/Klein (2016) sowie zum Fokus der Analyse

4.2 Sachanalyse

4.3 Didaktische Potenziale

4.3.1 Literarisches Lernen

4.3.2 Multimodales Lernen

II Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das didaktische Potenzial von bildbasierter Literatur, insbesondere von Bilderbüchern und Graphic Novels, für den Literaturunterricht, um zu klären, inwiefern Schüler*innen von der Auseinandersetzung mit Text-Bild-Kombinationen profitieren und dabei Kompetenzen im literarischen sowie multimodalen Lernen entwickeln können.

  • Multimodale Erzählformen als Unterrichtsgegenstand
  • Wechselspiel von Text, Bild und Typografie
  • Demenzerkrankung und Identitätssuche in der Kinder- und Jugendliteratur
  • Förderung von literarischer Rezeptionskompetenz
  • Integrative Didaktik von Bild und Schrifttext

Auszug aus dem Buch

Exemplarische Analyse des Bilderbuches Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (Baltscheit 2010)

Im vorliegenden Bilderbuch Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (2010), das unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis im Jahr 2011 ausgezeichnet wurde, ist Martin Baltscheit Autor und Illustrator in einem. Es handelt sich um ein narrativ-fiktionales Problem-Bilderbuch, das die Demenzerkrankung sowie den Zusammenhalt der Generationen zum Thema macht. Durch das Zurückgreifen auf die Tierfabel mit dem Fuchs als vertrauter Fabelfigur sowie durch die Verwendung von mehrdeutiger Sprache (z. B. Verlust des Verstandes) wird eine kindgerechte Akkommodation vorgenommen, die das abstrakte und komplexe Phänomen der Demenzerkrankung für junge Leser*innen begreifbar macht.

Der Fuchs als Hauptfigur zeichnet sich zunächst durch Merkmale wie Schläue, List, Stärke und einen scharfen Verstand aus. „Ein Fuchs, der alles weiß, was ein Fuchs so wissen muss [...]” (Baltscheit 2010, S. 4), heißt es im Buch. Er ist ein erfolgreicher Jäger, überlistet seine Feinde (z. B. mithilfe eines Strohhalms) und lebt ein langes Leben voller Abenteuer. Den jüngeren Füchsen verrät er seine besten Tricks und Tipps und nimmt für sie eine Vorbildfunktion ein.

Mit zunehmendem Alter wird der Fuchs gebrechlicher, er bekommt graue Barthaare und ist mit Narben übersät. Zudem wird er auch vergesslich: Er bringt die Wochentage durcheinander, was zur Folge hat, dass er an einem Mittwoch alleine in der Kirche sitzt. Die Vergesslichkeit nimmt stetig zu, denn er vergisst Gedanken, Geburtstage von Freunden und sogar seine Leidenschaft: das Jagen. Später setzt er sich in ein Vogelnest, weil er den Heimweg nicht mehr findet. Mit der zunehmenden Verschlechterung seines Zustandes ist sich der Fuchs seiner eigenen Identität nicht mehr bewusst: „Der Fuchs hatte vergessen, dass er ein Fuchs war.” (ebd., S. 21). Der Höhepunkt der Geschichte stellt gleichzeitig den Höhepunkt der Demenzerkrankung des Fuchses dar.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik einer bilddominierten Medienwelt ein und begründet die Notwendigkeit, bildbasierte Literatur stärker in den Deutschunterricht zu integrieren, um multimodale Kompetenzen zu fördern.

1 Das Bilderbuch: Das Kapitel definiert den Begriff des Bilderbuchs, erörtert dessen Typologien sowie das komplexe Verhältnis von Bild und Text und beleuchtet den derzeitigen Stand des Mediums im didaktischen Diskurs.

2 Exemplarische Analyse des Bilderbuches Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (Baltscheit 2010): Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit Baltscheits Bilderbuch anhand eines Analysemodells, wobei insbesondere die intermodale Dimension und die Vermittlung von Demenz thematisiert werden.

3 Der Comic und die Graphic Novel: Dieses Kapitel widmet sich der Begriffsbestimmung von Comics und Graphic Novels, beschreibt ihre spezifischen Strukturelemente und analysiert das für das Medium charakteristische Zusammenspiel der Zeichenmodalitäten.

4 Exemplarische Analyse der Graphic Novel Pssst! (Herzog/Clante 2016): Die Analyse dieser Graphic Novel fokussiert auf die Darstellung von Identitätsfragen und Pubertät, wobei die besondere ästhetische Gestaltung und die narrativen Besonderheiten untersucht werden.

II Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass beide untersuchten Erzählmedien aufgrund ihrer multimodalen Komplexität wertvolle Gegenstände für einen modernen Literaturunterricht darstellen.

Schlüsselwörter

Bilderbuch, Graphic Novel, Text-Bild-Interdependenz, Multimodalität, Literaturunterricht, Demenz, Identität, Rezeptionskompetenz, Bilddidaktik, Erzählmedien, Medienkompetenz, Deutschdidaktik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial von Bilderbüchern und Graphic Novels als multimodale Medien im Literaturunterricht, um Kompetenzen im Umgang mit Text-Bild-Verflechtungen zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Didaktik von multimodalen Texten, die Analyse der Interdependenz von Bild und Text sowie die Thematisierung gesellschaftlich relevanter Probleme wie Demenz und Identitätssuche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Einsatz bildbasierter Literatur im Literaturunterricht theoretisch zu legitimieren und praktische Analysemöglichkeiten für Lehrkräfte aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine exemplarische, modellgestützte Analyse von zwei spezifischen literarischen Werken durchgeführt, ergänzt durch fachdidaktische Reflexionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zu Bilderbuch und Comic sowie jeweils eine detaillierte exemplarische Analyse von Martin Baltscheits Bilderbuch und Annette Herzogs Graphic Novel.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Multimodalität, Bilderbuchanalyse, Comicanalyse, literarisches Lernen und die Integration visueller Medien in den Deutschunterricht.

Wie trägt die Typografie zur Analyse bei?

Die Typografie wird in den Analysen als eigene Zeichenmodalität betrachtet, die bei der Bedeutungsbildung hilft, etwa um Verwirrungszustände bei einer demenzerkrankten Figur zu visualisieren.

Warum spielt die Metamorphose-Metapher in der Graphic Novel Pssst! eine zentrale Rolle?

Sie verknüpft die biologische Entwicklung eines Zitronenfalters mit dem Adoleszenzprozess der Protagonistin und fungiert als zentrales Symbol für die Themen Identität und Wandel.

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Details

Title
Warum Bilderbücher und Graphic Novels für den Literaturunterricht geeignet sind. Didaktische Potenziale im Hinblick auf literarisches und multimodales Lernen
Subtitle
Exemplarisch untersucht am Bilderbuch "Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor" (Baltscheit 2010) und der Graphic Novel "Pssst!" (Herzog/Clante 2016)
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Germanistik)
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2022
Pages
57
Catalog Number
V1316565
ISBN (eBook)
9783346809315
ISBN (Book)
9783346809322
Language
German
Tags
Multimodalität Bilderbuch Graphic Novel Literaturunterricht Literaturdidaktik didaktisches Potenzial Pssst! Die Geschichte vom Fuchs der den Verstand verlor multimodale Texte Kinder- und Jugendliteratur literarisches Lernen multimodale Kompetenzen Mediendidaktik Text-Bild-Kombinationen Text-Bild-Verhältnis Bilderbuchanalyse Comicanalyse multimodales Lernen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2022, Warum Bilderbücher und Graphic Novels für den Literaturunterricht geeignet sind. Didaktische Potenziale im Hinblick auf literarisches und multimodales Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1316565
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