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System, Umwelt oder Was? - Public Relations aus Perspektive der Systemtheorie Niklas Luhmanns

Title: System, Umwelt oder Was? - Public Relations aus Perspektive der Systemtheorie Niklas Luhmanns

Seminar Paper , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Heine (Author)

Communications - Public Relations, Advertising, Marketing, Social Media
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PR, verstanden als „Management von Informations- und Kommunikationsprozessen zwischen Organisationen einerseits und ihren internen und externen Umwelten (Teilöffentlichkeiten oder Zielgruppen) andererseits“ (Bentele 1998), soll systemtheoretisch eingeordnet werden. Zunächst werden die Problemfelder identifiziert und beschreiben, mit denen sich jede systemtheoretische PR-Theorie auseinandersetzen muss: dem Problem der empirischen Prüfbarkeit (bzw. Nicht-Prüfbarkeit), dem Kommunikationsbegriff und der Verortung von PR im Theoriegebäude „autopoietische Systeme“ selbst. Die anschließenden Überlegungen sind darauf fokussiert, Antworten zum dritten Problem zu liefern: An welcher Stelle sind PR einzuordnen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Problemfelder der systemtheoretischen Verortung von PR

1.1 Empirische Prüfbarkeit

1.2 Kommunikation

1.3 Einordnung und Anschluss

2 Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Einordnung

2.1 PR als System

2.2 PR als System-Umwelt-Interrelation

2.3 PR als Organisationsfunktion

3 Vorschlag einer systemtheoretischen Verortung der PR

4 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht kritisch die Möglichkeiten, Public Relations (PR) im Rahmen der Systemtheorie von Niklas Luhmann zu verorten, und prüft, ob PR als eigenständiges System oder als Organisationsfunktion zu begreifen sind.

  • Grundlagen der systemtheoretischen Modellierung von PR
  • Kritische Analyse bisheriger Ansätze der PR-Einordnung
  • Diskussion des Luhmannschen System- und Kommunikationsbegriffs
  • Einfluss von PR auf strukturelle Kopplung und Komplexitätsreduktion
  • Abgrenzung zwischen Innen- und Außenwirkung von PR

Auszug aus dem Buch

1.1 Empirische Prüfbarkeit

Als „‚verspäteter‘ kommunikationswissenschaftlicher Lehr- und Forschungsgegenstand“ (Jarren/Röttger 2008: 20) ist die deutschsprachige Theorienbildung stark von US-amerikanischen Ansätzen beeinflusst und besonders im Bezug auf das Verhältnis PR – Journalismus empirisch orientiert. Oft ist es Ziel Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten. Derartige Anforderungen an empirische Prüfbarkeit oder direkten praktischen Nutzen kann eine systemtheoretische PR-Theorie kaum erfüllen. Systemtheorie an sich lässt wenig Raum für empirische Verifikation.

Bereits die Beschreibung von Systemen als organisiert-komplex im Gegensatz zu linear-kausal erschwert empirisch-adäquates Forschungsdesign. Ähnlich verhält es sich mit dem Nachweis emergenter Ordnungsebenen, die sich per Definition nicht aus ihrer elementaren Zusammensetzung erklären lassen. Ein weiterer Grund ist, dass Systemtheorie vom handelnden Menschen absieht und an seiner statt Kommunikationen zum Nukleus des Sozialen erklärt (vgl. Röttger/Jarren 2004: 37). Somit scheiden eine Hand voll Methoden der empirischen Sozial- bzw. Kommunikationswissenschaft von vornherein aus: Wenn es keine Menschen gibt, können keine Menschen beobachtet oder befragt werden. Auch die erkenntnistheoretischen Implikationen Luhmanns Systemtheorie verhindern empirische Testung an der Wirklichkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der systemtheoretischen PR-Modellierung und Skizzierung des Forschungsziels.

1 Problemfelder der systemtheoretischen Verortung von PR: Identifikation der zentralen Herausforderungen, insbesondere empirische Prüfbarkeit, Kommunikationsbegriff und die Frage der Systemeinordnung.

2 Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Einordnung: Kritische Diskussion der drei gängigen Ansätze, PR als System, als System-Umwelt-Interrelation oder als Organisationsfunktion zu verorten.

3 Vorschlag einer systemtheoretischen Verortung der PR: Eigener Vorschlag zur theoretischen Verortung, der PR als strukturelle Kopplung zur Komplexitätsreduktion und Identitätsstiftung begreift.

4 Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach PR kein eigenes System sind, sondern als wichtige Steuerungsfunktion innerhalb bestehender Systeme agieren.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Public Relations, Soziale Systeme, Kommunikation, Autopoiesis, System-Umwelt-Differenz, Komplexitätsreduktion, Strukturelle Kopplung, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit, Funktionale Differenzierung, Identität, Reflexion, Interessenvertretung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie Public Relations auf Basis der Systemtheorie nach Niklas Luhmann theoretisch verortet werden können.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Themenfelder umfassen die Systemtheorie autopoietischer sozialer Systeme, die Rolle von Kommunikation, die Problemfelder empirischer Prüfbarkeit sowie die Einordnung von PR in Organisationen und Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob PR ein eigenständiges System bilden oder an anderer Stelle im Luhmannschen Theoriegebäude sinnvoll einzuordnen sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, die auf der systemtheoretischen Literatur von Niklas Luhmann und aktueller PR-Forschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Identifikation systemtheoretischer Probleme, die Auseinandersetzung mit bisherigen Forschungsansätzen und den Entwurf einer eigenen systemtheoretischen Perspektive.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie System, Umwelt, Autopoiesis, Kommunikation, Komplexität und strukturelle Kopplung geprägt.

Warum können PR nach Luhmanns Theorie nicht als eigenständiges System gelten?

PR verfügen über keinen eigenen binären Code und keine eigenständige gesellschaftliche Funktion; sie sind immer an die Interessen des Muttersystems gebunden.

Welche Rolle spielen interne PR laut der Arbeit?

Interne PR dienen der Reflexion und Identitätsstiftung innerhalb einer Organisation, um dort Komplexität zu reduzieren und das System zu stabilisieren.

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Details

Title
System, Umwelt oder Was? - Public Relations aus Perspektive der Systemtheorie Niklas Luhmanns
College
University of Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Course
Seminar Theorien der PR und des Kommunikationsmanagements
Grade
1,3
Author
Daniel Heine (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V131657
ISBN (eBook)
9783640374984
ISBN (Book)
9783640375110
Language
German
Tags
System Umwelt Public Relations Perspektive Systemtheorie Niklas Luhmanns
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Heine (Author), 2008, System, Umwelt oder Was? - Public Relations aus Perspektive der Systemtheorie Niklas Luhmanns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131657
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