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Höreraktivität und Rückmeldeverhalten

Titre: Höreraktivität und Rückmeldeverhalten

Dossier / Travail , 2008 , 14 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Annika Singelmann (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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„Es fällt auf, daß [sic!] von den ältesten bis zu den neuesten Theorien das Hören unter einer Mißachtung [sic!] leidet, die aus einer vielfältigen Mißbestimmung [sic!] oder Unterbestimmung erwächst.“ (WALDENFELS 1994, zitiert nach SCHMITZ 1998: 57)

Waldenfels formuliert hier mit seiner These eine scharfe Kritik. Ist sie aber auch auf die gesprächsanalytischen Theorien und Forschungsergebnisse anzuwenden?

Diese kurze Ausarbeitung soll den Blick auf die Rolle des Hörers, die Höreraktivitäten und damit auf das spezifische Rückmeldeverhalten lenken und der Frage nachgehen, inwieweit der Hörer und seine Aktivitäten in der linguistischen Gesprächsanalyse Berücksichtigung gefunden haben.

[...]

Extrait


Struktur der Arbeit

Einleitung

Höreraktivität und Rückmeldeverhalten

1. Die Rolle des Hörers

2. Hörverstehensakttheorie und Rückmeldungsakte nach HENNE/ REHBOCK

3. Rückmeldeverhalten

3.1 Typen/ Arten von Rückmeldeverhalten

3.2 Funktionen

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die linguistische Rolle des Hörers sowie dessen Höreraktivitäten und Rückmeldeverhalten im Gespräch, um aufzuzeigen, wie diese zur Gesprächskonstitution und -steuerung beitragen und warum sie in der klassischen Gesprächsanalyse lange vernachlässigt wurden.

  • Die historische Vernachlässigung der Hörerrolle in der Sprachwissenschaft.
  • Die Erweiterung der Sprechakttheorie zur Hörverstehensakttheorie.
  • Differenzierung der Funktionen von Rückmeldesignalen (z.B. Kooperation vs. Kompetitivität).
  • Der Einfluss des Hörerentwicklungsplans auf den Gesprächsverlauf.
  • Analyse von Rückmeldungsakten als kleinste gesprächsanalytische Einheit.

Auszug aus dem Buch

1. Die Rolle des Hörers

Henne macht darauf aufmerksam, dass bereits Harvey Sacks 1972 die Regel, es gebe immer nur einen Sprecher während eines Gesprächsturns, dahingehend korrigierte, dass es auch nicht-krisenhafte Gesprächsteile gibt, in denen simultan gesprochen wird. Abzugrenzen seien sie von den simultanen Gesprächsschritten, bei denen der Gesprächsschritt von beiden Gesprächsteilnehmern gleichzeitig beansprucht wird. Diese Rückmeldungen seien deshalb so einzustufen und als solche zu bezeichnen, da sie sich auf Beiträge des Gesprächsschrittinhabers beziehen und nicht den Gesprächsschritt beanspruchen würden (vgl. HENNE 1979: 123).

Damit wird der Hörer aber selbst vorübergehend zum Sprecher und der Sprecher gleichsam zum Hörer dieser Rückmeldungen und ein Feld komplexer Wechselwirkungsmöglichkeiten ist damit aufgetan. Aufgabe des Sprechers ist es, das Gespräch aktiv durch sprachliche Aktionen zu führen. Aufgabe des Hörers ist es, die Führung des Gesprächs durch Rückmeldungen oder Reaktionen zu begleiten und damit zu kontrollieren (vgl. HENNE 1979: 124).

„Erst das Zusammenspiel von sprachlicher Handlung (als sprachlicher Aktion) und sprachlicher und/oder [sic!] nichtsprachlicher Begleit-Handlung (als Re-Aktion) garantieren das, was Bühler ‚gegenseitige Steuerung‘ und ‚Gemeinschaftsakt‘ der Zeichengeber und Zeichenempfänger nennt.“ (HENNE 1979: 124)

Die Ursache für eine Wirkung, die sich als Hörerrückmeldung manifestiert, ist nicht gleich die Äußerung eines Sprechers. Die Ursache ist vielmehr bereits selbst in Form und Inhalt Produkt komplexer Wechselwirkungen zwischen Sprecher und Hörer. Die Gesprächsteilnehmer stehen also beiderseits sprechend und hörend in einem ständigen Wechselwirkungsprozess, in dem die aneinander gerichteten Mitteilungen erst entstehen (vgl. SCHMITZ 1998: 67). Damit ist a-

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Vernachlässigung des Hörers in sprachwissenschaftlichen Theorien und formuliert die Zielsetzung, die Rolle des Hörers innerhalb der Gesprächsanalyse zu untersuchen.

Höreraktivität und Rückmeldeverhalten: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Definition von Höreraktivitäten, von Bühlers „Gemeinschaftsakt“ bis zur Etablierung des Begriffs „Rückmeldeverhalten“ in der Interaktionsforschung.

1. Die Rolle des Hörers: Es wird die Wechselwirkung zwischen Sprecher und Hörer analysiert, wobei der Hörer als aktiver Teilnehmer und Kontrolleur des Gesprächsverlaufs neu bestimmt wird.

2. Hörverstehensakttheorie und Rückmeldungsakte nach HENNE/ REHBOCK: Die klassische Sprechakttheorie wird hier um die Hörverstehensakttheorie erweitert, um die kommunikative Wirklichkeit durch minimal-kommunikative Einheiten wie Gesprächs- und Rückmeldungsakte vollständig abzubilden.

3. Rückmeldeverhalten: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Arten von Höreraktivitäten und untersucht deren Manifestation als Mittel zur Gesprächsstabilisierung oder -beeinflussung.

3.1 Typen/ Arten von Rückmeldeverhalten: Hier werden unterschiedliche Kategorien von Höreraktivitäten vorgestellt, wie reines Rückmeldeverhalten, Einstellungsbekundungen und Gesprächsschrittbeanspruchungen.

3.2 Funktionen: Die Funktionen von Rückmeldesignalen werden als Abstufung dargestellt, die von einfacher Aufmerksamkeitsbekundung bis hin zu komplexen, steuernden Eingriffen in das Gespräch reichen.

Fazit: Das Fazit resümiert, dass durch die neuen Analysekategorien der letzten Jahrzehnte die Rolle des Hörers wissenschaftlich fundiert aufgewertet werden konnte.

Schlüsselwörter

Höreraktivität, Rückmeldeverhalten, Gesprächsanalyse, Sprechakttheorie, Hörverstehensakttheorie, Rückmeldungsakt, Gesprächssteuerung, Interaktionsforschung, Kommunikationsakt, Gesprächsorganisation, Hörerentwicklungsplan, Rückmeldungspartikeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der aktiven Rolle des Hörers in Gesprächen und untersucht, wie Hörer durch gezieltes Rückmeldeverhalten den Gesprächsverlauf beeinflussen und steuern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Hörerrolle, die Unterscheidung zwischen Sprecher- und Höreraktivitäten sowie die theoretische Fundierung dieser Aktivitäten durch gesprächsanalytische Modelle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Beitrag des Hörers zur Gesprächskonstitution herauszuarbeiten und zu zeigen, dass Hören kein passiver Vorgang ist, sondern ein wesentlicher Teil der sprachlichen Kommunikation.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die gesprächsanalytische Perspektive und die modifizierte Sprechakttheorie nach Henne und Rehbock, um Gesprächs- und Rückmeldungsakte zu klassifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Hörerrolle, die Entwicklung der Hörverstehensakttheorie sowie die Typologie und Funktion von Rückmeldeverhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Höreraktivität, Rückmeldeverhalten, Gesprächsanalyse, Sprechakttheorie und Gesprächssteuerung sind die prägenden Begriffe.

Was versteht man unter einem „Hörerentwicklungsplan“?

Dies bezeichnet eine vom Hörer verfolgte Intention, bei der durch gezielte Rückmeldungen (oder deren Ausbleiben) versucht wird, das Gespräch in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen oder sich als nächster Sprecher zu positionieren.

Welche Bedeutung haben „Rückmeldungsflauten“ für den Gesprächsverlauf?

Rückmeldungsflauten signalisieren oft ein Desinteresse des Hörers oder den Wunsch nach Gesprächsabbruch, was zum Versanden des Gesprächs führen kann.

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Résumé des informations

Titre
Höreraktivität und Rückmeldeverhalten
Université
Technical University of Braunschweig  (Institut für Germanistik)
Cours
Kontrastive Gesprächsanalyse
Note
1,7
Auteur
Annika Singelmann (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
14
N° de catalogue
V131659
ISBN (ebook)
9783640414895
ISBN (Livre)
9783640413492
Langue
allemand
mots-clé
Höreraktivität Rückmeldeverhalten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Annika Singelmann (Auteur), 2008, Höreraktivität und Rückmeldeverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131659
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Extrait de  14  pages
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