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Der Satiriker Juvenal und seine Satiren

Title: Der Satiriker Juvenal und seine Satiren

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sedighe Ahmadseresht (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Die Satire wurde in der modernen Literaturtheorie lange Zeit vernachlässigt. 1932
bezeichnet Georg Lukács in seinem Buch „Zur Frage der Satire“ die Satire als
,Stiefkind’ der Literaturtheoretiker: „Die Satire ist ein Stiefkind der bürgerlichen
Literaturtheorie in Deutschland gewesen.“ Der Protestcharakter der Satire wird oft
beschworen: Jürgen Brummack ist der Meinung, dass der Begriff der Satire von
irritierender Vielschichtigkeit sei. In der deutschen Fassung des Aufsatzes von Carl Joachim Claasen (1988), „Die
Satire – das vielgesichtige Genos“, heisst es:„Das Genos der Satire zeigt sich
weiterhin nicht bereit, sich gleichsam einfangen und in eine knappe und leicht
handhabbare Definition pressen zu lassen.“ Außerdem wird der Satire als
literarischer Form oft eine fehlende ästhetische Dimension vorgeworfen, die lange
Zeit zu ihrer Geringschätzung beitrug. In jüngster Zeit wächst das wissenschaftliche
Interesse an der Satire.
Im folgenden Abschnitt werde ich zur Veranschaulichung einige neuere Ansätze aus
dem 20. Jahrhundert skizzieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Theoretische Ansätze zur Satire

2. Aufzählung von Wesensmerkmalen der Satire zur Erfassung des Satirischen bei Juvenal

3. Satirische Sprach- und Gestaltungsmerkmale bei Juvenal

4. Biografie

5. Die Sozialkritik Juvenals

6. Zum Verständnis der juvenalischen Satire

7. Zur satirischen Sprach- und Gestaltungskunst Juvenals

8. Die 5. Satire

8.1. Inhalt der 5. Satire

8.2. Die Beziehung von Patron und Klient im alten Rom

8.3. Aufbau der 5. Satire

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das satirische Werk Juvenals mit einem besonderen Fokus auf die 5. Satire, um das komplexe Verhältnis zwischen römischen Patronen und ihren Klienten sowie die spezifische satirische Gestaltungskunst des Autors zu analysieren.

  • Theoretische Grundlagen und Definition von Satire
  • Literarische und stilistische Merkmale der juvenalischen Satire
  • Biografischer Kontext und Sozialkritik des Dichters
  • Detaillierte Analyse der 5. Satire und des Klientelwesens

Auszug aus dem Buch

8.1. Gegenstand der 5. Satire

In der 5. Satire Juvenals geht es um die Darstellung eines Gastmahls. Die Satire beginnt mit „der Kritik am Parasitenleben des armen Klienten Trebius. Der Dichter hält einen Monolog, in dem er Trebius die Demütigung durch den Patron vor Augen führt.“ Juvenal versucht Trebius von dieser erniedrigenden Art der Lebensführung abzubringen, da er der Ansicht ist, dass es besser wäre zu hungern, als die Erniedrigungen des Patrons zu ertragen. Er beschreibt einen möglichen Ablauf einer Einladung bei seinem Patron, um Trebius das demütigende Verhalten aufzuzeigen.

„Das Verhalten des Trebius ist als Parasitentum gekennzeichnet. Auch Horaz hatte die Beziehung zu einem Patron in einigen Briefen geschildert.“

Für Juvenal bedeutet, Klient in Rom zu sein, die permanente Erniedrigung durch einen unerträglichen Patron. Diese extreme Situation lehnt er mit aller Schärfe ab, weil sie für den Klienten entwürdigend ist. Da Juvenal es zu seinen Lebzeiten ablehnte, Klient für einen Patron zu sein, lebte er in armen Verhältnissen. Sein Stolz war ihm wichtiger, als ein Leben am Tisch des Patrons: „Ist doch nichts genügsamer als der Bauch; aber nimm selbst an, es fehle dir an dem wenigen, das genügt, den leeren Leib zu füllen – ist denn keine Straßenecke frei? Nirgendwo eine Brücke oder ein Stück Matte, weniger als die Hälfte einer ganzen, (wo du dich als Bettler aufstellen könntest)? Ist es dir so viel wert, am Freitisch beleidigt zu werden? Ist Hunger gar so gierig, wenn es anständiger wäre, an jenen Plätzen zu schlottern und elenden Hundekuchen zu nagen?“

„Juvenals Auffassung vom Klienten wird bestimmt durch die Gedanken der Sklaverei, Entwürdigung, Prügel, Unterwerfung und der Fressgier, des Wartens auf die Reste vom Tisch des Patrons.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Theoretische Ansätze zur Satire: Es wird die literaturwissenschaftliche Einordnung der Satire als Gattung und die Problematik einer präzisen Definition diskutiert.

2. Aufzählung von Wesensmerkmalen der Satire zur Erfassung des Satirischen bei Juvenal: Die wesentlichen Charakteristika wie Aggressivität und die selektive Darstellung der Wirklichkeit als Grundlage der juvenalischen Satire werden definiert.

3. Satirische Sprach- und Gestaltungsmerkmale bei Juvenal: Dieser Abschnitt thematisiert die stilistische Brillanz und die eigenwillige Kompositionsweise der Satiren.

4. Biografie: Ein Überblick über das Leben des Decimus Junius Juvenalis und seine zeitgeschichtliche Verankerung.

5. Die Sozialkritik Juvenals: Die pessimistische Weltsicht des Autors und seine harsche Kritik an den Missständen der römischen Gesellschaft werden beleuchtet.

6. Zum Verständnis der juvenalischen Satire: Es wird die Rolle der subjektiven Betroffenheit des Dichters für das Verständnis seiner Werke untersucht.

7. Zur satirischen Sprach- und Gestaltungskunst Juvenals: Eine vertiefende Analyse zu Juvenals rhetorischen Mitteln, den stilistischen Brüchen und seinem Einsatz von Kontrasten.

8. Die 5. Satire: Eine einleitende Betrachtung der Einflüsse auf Juvenals bekannteste Satire und seine bewusste Abkehr von horazischen Idealen.

8.1. Inhalt der 5. Satire: Die Analyse des Gastmahls als Schauplatz der sozialen Erniedrigung des Klienten Trebius.

8.2. Die Beziehung von Patron und Klient im alten Rom: Eine Untersuchung der soziologischen Dynamik, Pflichten und Abhängigkeiten zwischen Patron und Klient.

8.3. Aufbau der 5. Satire: Eine strukturelle Gliederung der Versfolgen und der inhaltliche Fokus der einzelnen Passagen der Satire.

Schlüsselwörter

Juvenal, Satire, römische Gesellschaft, Patron, Klient, 5. Satire, Sozialkritik, literarische Analyse, Stilistik, Antike, Trebius, Virro, Parasitentum, literarische Gattung, römische Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Werk des römischen Satirikers Juvenal und analysiert insbesondere die thematische und stilistische Ausgestaltung seiner Texte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Rolle der Satire als literarische Form, die Gesellschaftskritik am kaiserzeitlichen Rom sowie das soziale Gefüge zwischen Patron und Klient.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Juvenals 5. Satire als beispielhaftes Werk für seine satirische Methode und die Kritik an der sozialen Entwürdigung zu interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung relevanter Forschungsliteratur und dem direkten Textstudium der juvenalischen Satiren basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, stilistische Analysen, den biographischen Kontext sowie eine detaillierte Interpretation der 5. Satire.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Juvenal, Satire, Sozialkritik, Patron-Klient-Verhältnis und römische Literatur beschreiben.

Warum spielt das Klientelwesen eine so wichtige Rolle für Juvenal?

Das Verhältnis zwischen Patron und Klient dient Juvenal als exemplarisches Beispiel für die moralische Verderbtheit und die soziale Ungerechtigkeit im alten Rom.

Welche Rolle spielt die 5. Satire für das Gesamtwerk Juvenals?

Die 5. Satire gilt als zentrales Fallbeispiel, an dem Juvenal seine aggressive Darstellungskunst und seine Kritik an der menschlichen Erniedrigung besonders deutlich entfaltet.

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Details

Title
Der Satiriker Juvenal und seine Satiren
College
University of Wuppertal
Course
Satire im Mittelalter
Grade
1,0
Author
Sedighe Ahmadseresht (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V131685
ISBN (eBook)
9783640375387
Language
German
Tags
Satiriker Juvenal Satiren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sedighe Ahmadseresht (Author), 2009, Der Satiriker Juvenal und seine Satiren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131685
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