Das Papier befasst sich mit den Ursachen, dem Verlauf und den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre. Es beschreibt die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in den Zwanziger Jahren, die von der Erholung von den Schrecken des Ersten Weltkrieges, über die Hyperinflation bis zu den sogenannten „Goldenen Zwanzigern“ – der weltweiten Boomphase in den Industriestaaten – führt. Im weiteren Verlauf beschreibt das Papier, wie sich aus dem wirtschaftlichen Aufschwung die größte Krise der Weltwirtschaft bilden konnte. Es zeigt, dass ein komplexes Zusammenspiel verschiedenster Faktoren die Weltwirtschaft in die Depression stürzte. Im dritten Kapitel wird die Entwicklung der Produktionsdaten, der Lebenshaltungskosten, des Welthandels sowie der Arbeitslosigkeit während der Krise dargestellt und kommentiert. Im Anschluss reißt das Papier die Folgen für die Politik und die Ökonomie an. Der Autor beschreibt die Radikalisierung der Politik in vielen Ländern der Welt und den Paradigmenwechsel durch Keynes „General Theory“ in der Volkswirtschaft. Am Ende stellt der Autor die gewonnenen Erkenntnisse nochmals thesenförmig zusammen.
The term paper discusses the causes, progression and effects of the economic crisis in the 1930’s. It specifies Germanys economic development in the nineteen-twenties, which ranges from the economic recovery after World War I to hyperinflation to the so called “roaring twenties” – the worlwide boom phase in industrialized countries. In the following the paper points out, how economic revival turned into the biggest crisis of global economy. It shows that an complex combination of several circumstances dropped the world into depression. In the third chapter the development of production paramters, cost of living, international trade and unemployment rate are illustrated and commentet. Further the political and economic consequences are shown. The author describes the political radicalization in many countries all over the world and how Keynes “General Theory” led to paradigm shift in economics. At the end the author summarizes his cognitions thesis-like.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Zeitlicher Ablauf
2.1 Die goldenen Zwanziger
2.2 Die Große Depression – Ursachen und Folgen
3 Ausgewählte Messgrößen
3.1 Produktionsdaten, Lebenshaltungskosten und Welthandel
3.2 Entwicklung der Arbeitslosigkeit und der Zahl der Selbstmorde
4. Die Große Depression – Auswirkungen
4.1 Auswirkungen auf politischer Ebene
4.2 Auswirkungen auf ökonomischer Ebene
4 Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die komplexen Verflechtungen zwischen realer Wirtschaft, Bankensystem und Kapitalmärkten während der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1932 und analysiert deren Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik sowie den historischen Paradigmenwechsel in der Ökonomie.
- Analyse der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Zeit
- Untersuchung volkswirtschaftlicher Messgrößen (Produktion, Welthandel, Arbeitslosigkeit)
- Bewertung politischer Folgen, insbesondere im Hinblick auf den Nationalsozialismus
- Erarbeitung der ökonomischen Lehren durch den Übergang von klassischer Theorie zur Makroökonomie
Auszug aus dem Buch
2.1 Die goldenen Zwanziger
Die zwanziger Jahre in Deutschland waren dreigeteilt. Der erste Teil war geprägt von der Hinwendung der Kriegswirtschaft zur Friedensproduktion. Die demobilisierten Soldaten wurden in den Wirtschaftsprozess integriert. Dies geschah durch die Schaffung des Achtstundentags und durch die Aufnahme weiterer Staatsschulden, um durch Staatsnachfrage die Wirtschaft anzukurbeln. Da niedrige Lohn- und Produktionskosten vorherrschten, konnten die gestiegenen Produktionen günstig in das Ausland exportiert werden. In dieser Zeit lag bei den Arbeitnehmern nahezu Vollbeschäftigung vor. Nach dem Statistischen Jahrbuch des Deutschen Reiches von 1926 waren 1921 lediglich 354.000 Menschen arbeitslos und 1922 sogar nur 213.000.
Die Geldentwertung der exportorientierten deutschen Industrie erleichterte auf kurze Sicht den Wiedereinstieg in den Welthandel. Auf längere Sicht waren die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft gravierend.
Unter der Last der Reparationsforderungen der Siegermächte des Ersten Weltkrieges, der Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich und Belgien 1923 und dem Versuch der Regierung, die besetzten Gebiete finanziell zu unterstützen, entwickelte sich aus der Inflation eine Hyperinflation – dem zweiten Teil. Im November 1923 druckte die Reichsbank einen Geldschein über eine Billion Reichsmark, insgesamt wurden während dieser Zeit ca. 10 Milliarden Inflationsscheine extra gedruckt und ausgegeben. Diese Geldmittel reichten nicht aus, um den Preisverfall aufzuhalten und so wurden zusätzliche Notgeldscheine von mehr als 5.800 Städten, Gemeinden und Firmen ausgegeben – insgesamt über 700 Trillionen Mark Notgeld und circa 524 Trillionen Mark von der Reichsbank.
Infolge dieser Inflationen sank der Reallohn auf 40 Prozent des Vorkriegsniveaus, was eine Verarmung des Großteils der Bevölkerung nach sich zog.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Einleitung in die wirtschaftlichen Hintergründe und Darstellung der Forschungsziele zur Analyse der Weltwirtschaftskrise.
2 Zeitlicher Ablauf: Historische Einordnung der 1920er Jahre, unterteilt in Phasen der Nachkriegskonjunktur, Hyperinflation und Aufschwung.
3 Ausgewählte Messgrößen: Quantitative Betrachtung von Produktionsdaten, Arbeitslosigkeit und Welthandel zur Veranschaulichung der Krise.
4. Die Große Depression – Auswirkungen: Untersuchung der politisch-gesellschaftlichen Destabilisierung und der ökonomischen Folgen, inklusive des Theoriewechsels in der Wirtschaftswissenschaft.
4 Thesenförmige Zusammenfassung: Zentrale Erkenntnisse der Arbeit werden prägnant zusammengefasst und bewertet.
Schlüsselwörter
Weltwirtschaftskrise, Große Depression, Industrialisierung, Inflation, Bankenzusammenbruch, Welthandel, Arbeitslosigkeit, Börsencrash, Goldstandard, Keynes, Makroökonomie, Konjunkturtheorie, Reparationen, Nationalsozialismus, Realwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Semesterarbeit primär?
Die Arbeit analysiert die Weltwirtschaftskrise zwischen 1929 und 1932 mit einem speziellen Fokus auf die Verflechtungen zwischen dem deutschen und amerikanischen Wirtschaftsraum.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen den zeitlichen Verlauf der Wirtschaftslage, die Entwicklung relevanter Messgrößen wie Industrieproduktion und Arbeitslosigkeit sowie die politischen und wissenschaftlichen Konsequenzen der Krise.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie sich die Verflechtungen in der Wirtschaft negativ gegenseitig beeinflussten, welche Folgen dies für Politik und Wirtschaft hatte und ob eine solche Krise in der heutigen Zeit erneut auftreten kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor verwendet eine historische und deskriptive Analyse volkswirtschaftlicher Daten, kombiniert mit der kritischen Auswertung existierender wirtschaftstheoretischer Literatur.
Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des zeitlichen Ablaufs, die empirische Analyse ökonomischer Indikatoren und eine Untersuchung der politischen sowie wissenschaftlichen Paradigmenwechsel.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Begriffe Weltwirtschaftskrise, Inflation, Goldstandard und den Übergang zur keynesianischen Makroökonomie aus.
Wie beeinflusste der Goldstandard die damalige Krise?
Die Kopplung an den Goldstandard verhinderte eine expansive Geldpolitik der Notenbanken, da die Geldmenge starr an Goldreserven gebunden war, was die Bekämpfung der Deflation erschwerte.
Warum war der Ausgang der Weltwirtschaftskrise politisch so folgenreich?
Der ökonomische Zusammenbruch führte zu politischer Instabilität und radikalisierte das gesellschaftliche Leben, was unter anderem den Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland begünstigte.
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- Thomas Stein (Author), 2008, Weltwirtschaftskrise 1929-1932, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131788