Was ist strategisches Management? Schnell wird der Leser im Laufe der Arbeit erkennen,dass für die Beantwortung dieser Frage kaum eine eindeutige Antwort gefunden werden kann. Nur so viel lässt sich einleitend vorwegnehmen: seit dem Auftreten des Forschungsfeldes des strategischen Managements beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Frage, wie eine Unternehmung zum langfristigen Erfolg geführt werden soll. Die Lösungsvorschläge
und Ansätze diesbezüglich variieren jedoch in vielfältiger Form.
Erklären lässt sich dies durch die weitereichenden intellektuellen Wurzeln des Forschungsfeldes, welches Impulse aus verschiedenen Disziplinen aufgreift. Das Resultat ist ein
Schmelztiegel von Ideen und Herangehensweisen, der sich aus Bereichen wie Politik, Soziologie, Ökonomie und vielen weiteren zusammensetzt.
Es gab Bemühungen eine allgemein gültige Grundlage für das strategische Management zu entwickeln, doch waren diese Versuche bisher nicht von Erfolg geprägt.
So hat sich statt eines homogenen Paradigmas, das sich innerhalb des Reifeprozesses einer Wissenschaft bilden sollte, der Theorienpluralismus im strategischen Management gefestigt.
Beobachtet man diesen Trend und bewegt man sich auf die Ebene des praktischen Nutzens strategischer Belange für Manager, kommt man zu der Frage, ob diese Entwicklungen für die Lösung ihrer täglichen Probleme hilfreich sind. Denn statt ein Allgemeinrezept zu bekommen, müssen Manager sich nun mit einer Vielzahl strategischer Ansätze befassen, die Komplexität und Verwirrung nur zu fördern scheinen. Rückt dadurch das Ziel des Forschungszweiges des strategischen Managements, nämlich strategische Handlungsempfehlungen für den Berufsalltag des Managers zu geben, in weite Ferne? Oder werden durch
die Vielschichtigkeit möglicher Antworten strategische Entscheidungen maßgeblich bereichert?
Die vorliegende Arbeit konzentriert sich darauf, die Vorarbeit zur Beantwortung dieser Fragen zu leisten. Dies geschieht durch eine bisher nicht erfolgte sinnvoll strukturierte
Darstellung und Weiterentwicklung bestehender Konzepte, wodurch ein verbesserter Zugang zu und Überblick über Denkrichtungen anstrebt wird.
Die Aufmerksamkeit soll abschließend auf Chancen und Möglichkeiten des Nebeneinanderbestehens der einzelnen Strömungen gelenkt werden, so dass der denkende Stratege besser in der Lage ist, ein eigenes Urteil über die Verwendung seiner persönlichen Strategie zu fällen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau und Vorgehensweise
2. Begriffsklärungen
2.1 Strategie
2.2 Strategisches Management
2.3 Denkschule
3. Systematisierungskonzepte für das strategische Management
3.1 Vorstellung der präskriptiven und deskriptiven Ansätze zur Einteilung der Denkschulen
3.2 Übersicht verschiedener Systematisierungskonzepte
3.3 Zwischenfazit
4. Zur systematischen Darstellung der Denkschulen im strategischen Management
4.1 Grundlagen
4.1.1 Vorstellung der Hauptvertreter der Denkschulen im Kontext ihrer wissenschaftlichen Herkunft
4.1.2 Einordnung der Denkschulen nach Zeit/Relevanz
4.1.3 Zentrale Botschaften der jeweiligen Denkschulen
4.2 Strategieverständnis
4.2.1 Unterschiedliche Bedeutungszuweisungen zum Strategiebegriff
4.2.2 Ansichten zum Strategieprozess
4.3 Interne Komponenten und Einflussfaktoren auf die Strategieformulierung
4.3.1 Unternehmertum und Führung
4.3.2 Organisationsstruktur
4.3.3 Ressourcen
4.4 Externe Komponenten und Einflussfaktoren auf die Strategieformulierung
4.4.1 Branchenumfeld
4.4.2 Gesellschaftliche und soziale Anspruchsgruppen
4.5 Möglichkeiten und Maßnahmen der Strategieimplementierung
5. Kritische Analyse und Gegenüberstellung der Denkschulen im strategischen Management
5.1 Weiter Vorgehensweise und Grenzen der Untersuchung
5.2 Untersuchung der präskriptiven Denkschulen
5.2.1 Zur Designschule: Gedanklicher Vorreiter aller präskriptiven Denkschulen
5.2.2 Zur Positionierungsschule: Anspruch auf Begründung einer eigenen Denkschule?
5.2.3 Kritische Betrachtung der präskriptiven Schulen
5.3 Untersuchung der deskriptiven Denkschulen
5.3.1 Differenzierung der deskriptiven Schulen durch Schwerpunktbildung
5.3.2 Kritische Betrachtung der deskriptiven Schulen
5.4 Synthese: Vergleich präskriptiver und deskriptiver Modelle im strategischen Management
5.4.1 Anmerkungen zur Inkommensurabilitätsproblematik im strategischen Management
5.4.2 Möglichkeiten im Umgang mit dem Theorienpluralismus im strategischen Management
6. Abschließende Beurteilung des Konzeptes der zehn Denkschulen Henry Mintzbergs
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Vielfalt der Denkschulen im strategischen Management systematisch darzustellen, zu vergleichen und kritisch zu analysieren, um ein besseres Verständnis für diesen Theorienpluralismus zu entwickeln und Managern eine Orientierungshilfe im Umgang mit den verschiedenen Ansätzen zu bieten.
- Systematische Aufarbeitung und Differenzierung präskriptiver und deskriptiver Strategieansätze.
- Analyse zentraler Einflussfaktoren auf Strategieformulierung und -implementierung.
- Kritische Diskussion der theoretischen Konzepte, insbesondere mit Fokus auf deren Rationalitätsannahmen.
- Bewertung des theoretischen Pluralismus und Ansätze zur praktischen Anwendung durch Manager.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Was ist strategisches Management? Schnell wird der Leser im Laufe der Arbeit erkennen, dass für die Beantwortung dieser Frage kaum eine eindeutige Antwort gefunden werden kann. Nur so viel lässt sich einleitend vorwegnehmen: seit dem Auftreten des Forschungsfeldes des strategischen Managements beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Frage, wie eine Unternehmung zum langfristigen Erfolg geführt werden soll. Die Lösungsvorschläge und Ansätze diesbezüglich variieren jedoch in vielfältiger Form.
Erklären lässt sich dies durch die weitereichenden intellektuellen Wurzeln des Forschungsfeldes, welches Impulse aus verschiedenen Disziplinen aufgreift. Das Resultat ist ein Schmelztiegel von Ideen und Herangehensweisen, der sich aus Bereichen wie Politik, Soziologie, Ökonomie und vielen weiteren zusammensetzt. Das strategische Management ist demnach funktions-, ebenen- und theorienübergreifend.
Einerseits lässt sich dieses Phänomen dadurch begründen, dass das strategische Management ein weitreichendes Konzept ist: Denn da Strategien im Wesentlichen Resultate des Verhaltens der Manager sind und menschliches Verhalten umfangreich und komplex ist, kann strategisches Handeln im Prinzip alles oder nichts sein. Dementsprechend sind die Eintrittsbarrieren in diesem Forschungsgebiet für andere Disziplinen, wie z. B. der Verhaltenswissenschaften, eher gering.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Komplexität und Vielfalt des Forschungsfeldes „Strategisches Management“ und definiert das Ziel der Arbeit, eine strukturierte Darstellung und kritische Analyse bestehender Denkschulen zu leisten.
2. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe „Strategie“ und „Strategisches Management“ und betrachtet deren Entstehungsgeschichte sowie verschiedene Interpretationsmöglichkeiten.
3. Systematisierungskonzepte für das strategische Management: Hier werden verschiedene Modelle vorgestellt, um die fragmentierte Forschungslandschaft durch Kategorisierung in präskriptive und deskriptive Ansätze zu strukturieren.
4. Zur systematischen Darstellung der Denkschulen im strategischen Management: Das Kapitel bietet eine detaillierte Untersuchung der Denkschulen anhand von Hauptvertretern, Zeit/Relevanz, Strategieverständnis, sowie internen und externen Einflussfaktoren.
5. Kritische Analyse und Gegenüberstellung der Denkschulen im strategischen Management: Hier findet die eigentliche wissenschaftliche Analyse statt, in der präskriptive und deskriptive Modelle gegenübergestellt und ihre theoretischen Grenzen diskutiert werden.
6. Abschließende Beurteilung des Konzeptes der zehn Denkschulen Henry Mintzbergs: Dieses Kapitel fasst das Konzept von Henry Mintzberg zusammen, würdigt dessen heuristischen Wert und reflektiert über die Herausforderungen bei der Integration des Theorienpluralismus.
Schlüsselwörter
Strategisches Management, Denkschulen, Präskriptive Ansätze, Deskriptive Ansätze, Strategieformulierung, Strategieimplementierung, Wettbewerbsvorteil, Rationalität, Henry Mintzberg, Theorienpluralismus, Ressourcenorientierter Ansatz, Organisationsstruktur, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Darstellung und kritischen Analyse der verschiedenen Denkschulen im strategischen Management.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Strategieformulierung, die Rolle von Führung, Organisationsstrukturen, Ressourcen sowie die Auswirkungen externer Umweltfaktoren auf strategische Entscheidungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Theorienpluralismus im strategischen Management transparent zu machen und Managern zu helfen, die für ihren spezifischen Kontext geeignetsten Strategiekonzepte zu wählen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verfolgt einen theoretisch-analytischen Ansatz, der auf einer systematischen Literaturanalyse und dem kritischen Vergleich ausgewählter wissenschaftlicher Denkschulen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung der Denkschulen sowie deren kritische Gegenüberstellung anhand von Kriterien wie Strategieverständnis, Führung, Organisation und Ressourcen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Strategisches Management, Denkschulen, Strategieformulierung, Rationalität, Wettbewerbsvorteil und Theorienpluralismus.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen präskriptiven und deskriptiven Schulen?
Präskriptive Schulen beschreiben den idealen Weg zur Strategieformulierung (normativ), während deskriptive Schulen untersuchen, wie Strategien de facto in der Praxis entstehen (empirisch).
Warum ist das Konzept der "Inkommensurabilität" nach Kuhn für diese Arbeit relevant?
Es dient dazu zu erklären, warum die verschiedenen Denkschulen oft auf so unterschiedlichen theoretischen Grundlagen basieren, dass ein direkter Vergleich oder eine nahtlose Integration schwierig sind.
Wie bewertet die Autorin den Beitrag von Henry Mintzbergs "Strategy Safari"?
Mintzbergs Arbeit wird als bedeutender heuristischer Beitrag zur Systematisierung des fragmentierten Feldes gewürdigt, auch wenn sie methodische Schwächen in der wissenschaftlichen Fundierung aufweist.
- Quote paper
- Nathalie Dolatschko (Author), 2007, Eine systematische Darstellung und Analyse der Denkschulen im strategischen Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131889