Welche Faktoren sind es, die ein Team zu einem Dreamteam machen oder zu einem wahr gewordenen Albtraum? Welche Faktoren bestimmen den Erfolg eines Teams, oder stellt dieser sich zufällig ein? Gibt es wissenschaftlich belegte Faktoren, welche man aktiv nutzen kann, um im eigenen Team Frieden zu stiften oder als Führungskraft sein Team so zu besetzen, dass die Chancen auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit die größtmöglichen sind? Diese Fragen sollen im Folgenden genauer betrachtet und, sofern möglich, beantwortet werden.
Während zahlreiche Arbeitgeber Teamfähigkeit als einstellungsrelevante Anforderung in fast alle ihrer Stellenanzeigen aufnehmen, gibt es oft von Professoren oder Presse negative Berichte, dass das Arbeiten im Team deutlich unproduktiver wäre, als wenn der Arbeitnehmer in Eigenregie alleinverantwortlich handeln würde. "In vielen Fällen wäre die Summe der Einzelleistungen deutlich höher als das, was im Zuge von Teamarbeit präsentiert wird" heißt es gar von dem Soziologen Richard Hackmann. Im Gegensatz dazu wird oft in Fachliteratur über Teamwork verkündet, dass Teams eine "zentrale Bedeutung in modernen Organisationen" innehätten und dazu beiträgen, effizient die Leistungsspanne zu erhöhen und insgesamt die Personalausgaben zu senken. In Anbetracht dieser Dissonanz ist es wichtig zu betrachten, ob es Wege und Möglichkeiten gibt, den Erfolg von Arbeitsteams zu erhöhen und die Scheiterwahrscheinlichkeit zu minimieren. Wenn man diese Faktoren bereits in der Personalentwicklung einbinden kann, könnte man die Chancen auf erfolgreich agierende Teams signifikant erhöhen. "Neue Studien zeigen einen positiven Effekt von Teamentwicklungsmaßnahmen". Von diesen positiven Effekten würde dann natürlich auch ein Unternehmen profitieren, das durch höhere Produktivität der Mitarbeiter in den Teams folgerichtig mehr Umsatz generieren würde.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorieteil
2.1 Begriffsabgrenzung Gruppe vs. Team
2.1.1 Definition Gruppe
2.1.2 Definition Team
2.2 Teamentwicklung
2.2.1 Ziel und Methode von Teamentwicklungen
2.2.2 Ablauf und Phasen einer Teamentwicklung (Moderation)
2.2.3 Teamentwicklungsphasen nach Tuckman
2.2.4 Teamrollen nach Belbin
2.3 Personalentwicklung
3 Praxisteil
3.1 Fallbeispiel
3.2 Teamphasen anhand des Fallbeispiels
3.3 Teamrollen anhand des Fallbeispiels
3.4 Reflexion des Fallbeispiels
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Studienarbeit untersucht auf Basis theoretischer Modelle zur Teamentwicklung (Tuckman) und Teamrollen (Belbin), wie die Leistungsfähigkeit und der Erfolg von Arbeitsteams innerhalb moderner Organisationen durch gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen gesteigert werden können.
- Grundlagen der Differenzierung zwischen Gruppen und Teams
- Prozesse und Phasenmodell der Teamentwicklung
- Systematische Ansätze der Personalentwicklung
- Analyse und Reflexion eines praktischen Fallbeispiels zur Teamzusammenführung
- Bedeutung von Teamrollen für eine ausgewogene Arbeitsdynamik
Auszug aus dem Buch
3.1 Fallbeispiel
Das Fallbeispiel lief in einem Unternehmen in München ab. Zwei ehemalige Abteilungen wurden zu einer zusammengefasst. Die vorher bestehende Abteilung eins bestand aus vier Mitarbeitern, den Personen W, X, Y und Z, von denen zwei (Y und Z) bereits lediglich dürftige Erfahrungen mit dem Programm SAP gemacht haben und mit diesem eher amateurhaft gearbeitet hatten. W ist ein 30-jähriger Kollege, der oft als freundlich und hilfsbereit beschrieben wird. Zudem arbeitet er am liebsten in Teams die sich gut verstehen und geht Streitigkeiten aus dem Weg. X ist ein 20-jähiger frisch ausgelernter Mitarbeiter, der manchmal etwas passiv wirkt und oft sehr ruhig ist. Er arbeitet sehr gewissenhaft und weist ein sicheres Urteilsvermögen auf. Manchmal braucht X ein bisschen länger um selbstständig zu arbeiten, sobald er allerdings in eine Routine kommt, arbeitet er zuverlässig und sauber. Y ist ein junger, hoch motivierter Kollege, der in neuen Aufgaben aufgeht und gerne alle Informationen zu einem neu gelernten Arbeitsschritt erfragt. Er will sich von sich aus so viel Fachwissen aneignen wie möglich. Z ist ein Mitarbeiter über 50, der durch Zuverlässigkeit und praktischen Denken am Arbeitsplatz glänzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beleuchtet die Diskrepanz zwischen der geforderten Teamfähigkeit in Stellenanzeigen und kritischen Stimmen zur Produktivität von Teamarbeit sowie die Relevanz von Teamentwicklungsmaßnahmen.
2 Theorieteil: Definiert die zentralen Begriffe, erläutert die Teamentwicklungsphasen nach Tuckman, die Teamrollen nach Belbin sowie den systematischen Funktionszyklus der Personalentwicklung.
3 Praxisteil: Analysiert anhand eines realen Fallbeispiels die Phasenverläufe und Rollenverteilungen in einer neu zusammengestellten Abteilung und reflektiert die daraus resultierenden Erkenntnisse.
4 Fazit: Fasst zusammen, dass theoretische Modelle hilfreiche Analysewerkzeuge sind, jedoch in der Praxis durch Einflussfaktoren wie informelle Beziehungen und individuelle Situationen komplexer verlaufen können.
Schlüsselwörter
Teamentwicklung, Moderation, Personalentwicklung, Teamrollen nach Belbin, Tuckman-Modell, Funktionszyklus, Arbeitspsychologie, Gruppendynamik, Teamarbeit, Organisationsentwicklung, Konfliktmanagement, SAP, Unternehmenspraxis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Teamentwicklung als Methode der Personalentwicklung und analysiert wissenschaftliche Theorien zu Teamprozessen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Modellen zur Teamentwicklung (Tuckman) und Teamrollen (Belbin) sowie deren Anwendung in der Praxis der Personalentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie durch wissenschaftlich belegte Faktoren die Erfolgschancen eines Teams erhöht und das Scheiterungsrisiko minimiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse theoretischer Konzepte und einer Fallstudienanalyse zur Anwendung dieser Theorien in einem realen Unternehmenskontext genutzt.
Was umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil zu Begriffsdefinitionen und Modellen sowie einen Praxisteil, in dem ein Fallbeispiel zur Zusammenlegung von Abteilungen analysiert wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Teamentwicklung, Moderation, Teamrollen, Personalentwicklung, Gruppendynamik und Organisationsentwicklung.
Wie lässt sich die Rolle von "Z" im Fallbeispiel charakterisieren?
Z wird als klassischer "Umsetzer" beschrieben, der durch seine langjährige Erfahrung zwar zuverlässig arbeitet, jedoch auf neue Arbeitsweisen oft inflexibel reagiert, was zu Konflikten führt.
Warum verliefen die Teamentwicklungsphasen im Fallbeispiel atypisch?
Die Phasen verliefen nicht linear, da die Storming-Phase zunächst komplett ausblieb und erst später durch auftretende Konflikte und Widerstände nachgeholt werden musste.
Welchen Einfluss hatte die Teambuildingmaßnahme auf das Team?
Die Maßnahme ermöglichte ein gemeinsames Erfolgserlebnis durch ein spielerisches Ziel, wodurch das Team zu einer Einheit zusammenfand und die Stimmung nachhaltig positiv veränderte.
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- Emma Henning (Author), 2018, Teamentwicklung als Maßnahme der Personalentwicklung. Theorie und Praxisbeispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1319281