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Konzepte zur Eindämmung der Kohlenstoffdioxidemissionen in der Europäischen Union: Carbon Tax vs. Emissionshandelssystem

Title: Konzepte zur Eindämmung der Kohlenstoffdioxidemissionen in der Europäischen Union: Carbon Tax vs. Emissionshandelssystem

Term Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marc Grezlikowski (Author)

Politics - Environmental Policy
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Im Jahre 1992 wurde in Rio de Janeiro auf dem Weltumweltgipfel der Vereinten Nationen die Klimarahmenkonvention verabschiedet, um dem anthropologischen Treibhauseffekt und dessen katastrophalen Auswirkungen entgegenzuwirken. Im japanischen Kyoto 1997 wurde schließlich ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen zu verbindlichen Reduktionsverpflichtungen des Kohlenstoffdioxidausstoßes erreicht. Das Protokoll sieht vor die Treibhausgasemissionen bis 2012 im Vergleich zu 1990 um insgesamt 5,2% zu reduzieren. Die Europäische Union unterzeichnete das Protokoll gemeinsam mit allen EU-Mitgliedstaaten und ging somit eine völkerrechtlich bindende Verpflichtung ein, den Ausstoß von Treibhausgasen um 8% in der gesamten Union zu reduzieren. Da jedoch schnell offensichtlich wurde, dass dieses Ziel schwer erreichbar sein würde ohne gemeinsame Anstrengungen der EU, schlug die Kommission vor, ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionsberechtigungen in der Gemeinschaft zu schaffen. Ein Alternativvorschlag der Kommission sah eine sogenannte „Carbon Tax“ vor, die von verschiedenen Komitees des Europäischen Parlaments diskutiert wurde und die sich schließlich darauf einigten, eine Steuer einzuführen, die zu 50% den Kohlenstoffinhalt und zu 50% die Energiekosten einbezieht. Vorgesehen war es, diese Steuer in allen Mitgliedstaaten einzuführen und den Mitgliedern zunächst die Entscheidung überlassen, wie sie die Einnahmen aus der Steuer verwenden. Aufgrund verschiedener Mitgliedstaaten, wie Spanien, Griechenland, Irland und vor allem Großbritannien, wurde das Gesetzesvorhaben jedoch nie verabschiedet und die Steuer trat somit nie in Kraft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Kyoto-Protokoll und die vorgeschlagenen Mechanismen

3. Ökologische Effektivität und ökonomische Effizienz der Konzepte

3.1 Carbon Tax

3.2 Emissionshandel

4. Das Europäische Emissionshandelssystem

4.1 Gründe für den Emissionshandel

4.2 Gründe gegen eine Carbon Tax

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die zwei zentralen umweltpolitischen Instrumente zur Reduktion von Kohlenstoffdioxidemissionen – die Carbon Tax und das Emissionshandelssystem – im Kontext der Europäischen Union, um deren jeweilige ökologische Effektivität und ökonomische Effizienz zu bewerten.

  • Analyse der klimapolitischen Rahmenbedingungen seit dem Kyoto-Protokoll.
  • Gegenüberstellung von Carbon Tax und Emissionshandel als Steuerungsinstrumente.
  • Evaluation der praktischen Umsetzung und Herausforderungen des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS).
  • Diskussion politischer und wirtschaftlicher Beweggründe für die Bevorzugung des Emissionshandels gegenüber einer CO2-Steuer.

Auszug aus dem Buch

3.1 Carbon Tax

Der Grundgedanke, der hinter der Carbon Tax steht, ist, dass der Gehalt an Kohlenstoffdioxid, der durch das Verbrennen fossiler Rohstoffe in die Atmosphäre geblasen wird, versteuert wird. Sie könnte demnach auch als Kohlenstoffdioxidsteuer oder CO2-Steuer bezeichnet werden. Die Befürworter der Carbon Tax argumentieren, dass diese ökonomisch mehr Sinn macht als ein Emissionshandelssystem, da keine neuen bürokratischen Instrumente eingeführt werden müssen, um die Carbon Tax zu erheben und einzutreiben. Viele Ökonomen loben die Idee zudem, da durch die genaue Festlegung der Höhe der Steuer über mehrere Jahre hinweg, der Energiepreis stabil bleibt und sich in einem gewissen Rahmen vorhersagen lässt. Diese Preisstabilität ist vor allem wichtig für Konzerne, die dadurch genauere Finanzplanungen für kommende Jahre treffen können. Auch auf Regierungsseite lässt sich eine Finanzplanung entwickeln, die die geschätzten Einnahmen in gewissen Zeitfenstern für energiekritische Entscheidungen nutzt – wie zum Beispiel Investitionen in regenerative Energien oder Sanierungen energiefressender Gebäude.

Die CO2-Steuer kann sehr schnell und einfach gestaltet und implementiert werden im Gegensatz zum Emissionshandelssystem, das sehr komplex ist und meist jahrelang bis ins Detail diskutiert werden muss. Obwohl die Politik wie auch die Industrie sich leichter auf ein Emissionshandelssystem verständigen können als auf eine Carbon Tax, so ist dies nur für kurze Zeit die angemessene Lösung. Über einen längeren Zeitraum gesehen, bietet eine Carbon Tax der Industrie jedoch mehr Sicherheit und signalisiert zudem die Ernsthaftigkeit der Regierung im Hinblick auf eine tatsächliche Reduzierung der CO2-Emissionen des Landes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der historischen Entwicklung der internationalen Klimapolitik seit dem Weltumweltgipfel 1992 und Einleitung in die Debatte zwischen Carbon Tax und Emissionshandel in der EU.

2. Das Kyoto-Protokoll und die vorgeschlagenen Mechanismen: Erläuterung der verbindlichen Klimaziele und der im Protokoll verankerten flexiblen Mechanismen wie Joint Implementation und Clean Development Mechanism.

3. Ökologische Effektivität und ökonomische Effizienz der Konzepte: Theoretische Untersuchung der Kriterien für umweltpolitische Instrumente, wobei Carbon Tax und Emissionshandel hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Kosteneffizienz verglichen werden.

3.1 Carbon Tax: Detaillierte Betrachtung der Funktionsweise, Vorteile hinsichtlich Preisstabilität und der ökonomischen Logik einer CO2-Steuer.

3.2 Emissionshandel: Untersuchung der Funktionsweise des Cap-and-Trade-Prinzips, der kritischen Einwände von Umweltverbänden und der ökologischen Herausforderungen durch Ausnahmeregelungen.

4. Das Europäische Emissionshandelssystem: Analyse der Implementierung des EU ETS ab 2005 sowie der Mechanismen zur Vergabe und zum Handel von Zertifikaten.

4.1 Gründe für den Emissionshandel: Darstellung der Argumente für das Cap-and-Trade-System, insbesondere im Hinblick auf Marktmechanismen und Innovationsanreize.

4.2 Gründe gegen eine Carbon Tax: Erörterung der politischen und wirtschaftlichen Widerstände gegen eine CO2-Steuer, insbesondere durch den Druck auf ärmere Mitgliedstaaten und die Industrie.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Gründe, warum sich die EU letztlich für das Emissionshandelssystem statt für die Carbon Tax entschieden hat.

Schlüsselwörter

Carbon Tax, Emissionshandel, Europäische Union, Kyoto-Protokoll, CO2-Reduzierung, Klimaschutz, Cap and Trade, Treibhauseffekt, ökologische Effektivität, ökonomische Effizienz, Emissionszertifikate, nationale Allokationspläne, industrielle Innovation, Klimapolitik, Energiepreise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Debatte innerhalb der Europäischen Union über die besten Instrumente zur Eindämmung von Kohlenstoffdioxidemissionen, spezifisch den Vergleich zwischen einer CO2-Steuer und dem Emissionshandelssystem.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind ökologische Wirksamkeit, ökonomische Effizienz, politische Durchsetzbarkeit der Instrumente und die Rolle von marktbasierten Ansätzen im Klimaschutz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erklären, warum die Europäische Union trotz ökonomischer Vorteile einer Steuer das Emissionshandelssystem bevorzugt und wie sich dieses System in der Praxis bewährt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt einen analytischen Ansatz, der theoretische Konzepte der Umweltökonomie mit der konkreten politikwissenschaftlichen Analyse der EU-Gesetzgebung und der Verhandlungen zum Kyoto-Protokoll verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Diskussion der Instrumente, die Funktionsweise des Emissionshandels, die Vorstellung des EU ETS sowie die Darstellung der Interessenkonflikte zwischen EU-Mitgliedstaaten und Industrie.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Cap-and-Trade, Kyoto-Protokoll, CO2-Steuer, Emissionszertifikate und Klimapolitik definiert.

Warum lehnte die EU eine allgemeine Carbon Tax ab?

Die EU-Mitgliedstaaten fürchteten vor allem eine wirtschaftliche Überlastung, insbesondere in ärmeren Ländern, sowie Wettbewerbsnachteile für die europäische Industrie auf dem globalen Markt.

Welche Rolle spielen die Nationalen Allokationspläne (NAP) im EU ETS?

Die NAPs sind entscheidend, da sie festlegen, wie viele Emissionsrechte ein Staat an seine Unternehmen vergibt; sie bestimmen damit maßgeblich den Erfolg oder Misserfolg des Reduktionsziels.

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Details

Title
Konzepte zur Eindämmung der Kohlenstoffdioxidemissionen in der Europäischen Union: Carbon Tax vs. Emissionshandelssystem
College
Free University of Berlin
Grade
2,0
Author
Marc Grezlikowski (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V131981
ISBN (eBook)
9783640417971
ISBN (Book)
9783640418398
Language
German
Tags
Konzepte Eindämmung Kohlenstoffdioxidemissionen Europäischen Union Carbon Emissionshandelssystem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Grezlikowski (Author), 2008, Konzepte zur Eindämmung der Kohlenstoffdioxidemissionen in der Europäischen Union: Carbon Tax vs. Emissionshandelssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131981
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