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Das Verhältnis Kaiser Maximilians I. zu den Ständen in Niederösterreich

Unter besonderer Berücksichtigung des Landeshauptmannes Wolfgang von Polheim

Title: Das Verhältnis Kaiser Maximilians I. zu den Ständen in Niederösterreich

Term Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Oliver Christl (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Landesherrschaft war im Mittelalter geprägt von einem starken Dualismus: der Herrscher war in ein Abhängigkeitsverhältnis zu den wichtigsten Gliedern seines Herrschaftsbereiches eingebunden. Diese taten ihre Forderungen, aber auch ihre Bereitschaft zur Unterstützung des Herrschers, in Form von Ständeversammlungen kund. Gegen Ende des Mittelalters war der Einfluss der Landstände gegenüber dem jeweiligen Landesherrn in einem Maße gewachsen, dass der deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. versuchte, seine Herrschaft ohne die Einflussnahme der Stände zu bestreiten. Auf welche Weise und weshalb Maximilian die Stände einzugrenzen versuchte, und wie diese ihre im Laufe der Jahre angewachsene Machtstellung zu behaupten vermochten, soll im Folgenden untersucht werden.
Nach einer einleitenden Beschreibung der Verwaltungsreform Maximilians I. soll im nachfolgenden Teil die ständisch geprägte Herrschaftsausübung seiner Vorgänger beschrieben werden. Die anschließende Untersuchung zum Verhältnis Maximilians zu den Ständen wird durch eine Beschreibung der Situation Niederösterreichs unter der Führung des von Maximilian eingesetzten Hauptmannes Wolfgang von Polheim abgeschlossen.
Die Geschichte des Hauses Habsburg hat in besonderem Maß die Aufmerksamkeit der Wissenschaft auf sich gezogen und dementsprechend Einzug in eine immense Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten gehalten. Zur Zeit Maximilians I. ist im Besonderen das fünfbändig Werk Hermann Wiesfleckers als grundlegend zu betrachten. Die vielgestaltigen Untersuchungen der letzten Jahrzehnte zur Entwicklung des Herrschaftsbegriffes im Mittelalter basieren allesamt auf der richtungsweisenden Monographie „Land und Herrschaft“ von Otto Brunner. Die Verwaltungsgeschichte Österreichs wurde vielfach untersucht, etwa von Fellner und Kretschmayer oder auch O. Stolz und, speziell zur Verwaltungsreform Maximilians I., durch Th. Mayer.
Die zugrunde liegenden Quellen in Form von unzähligen Aktenstücken, Briefen und Dokumenten sind leider nur schwer zugänglich, da sie in den Archiven der verschieden österreichischen Stadt- und Staatsarchive lagern. Sie sind in der vorliegenden Fachliteratur aber ausgiebig untersucht und bearbeitet worden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Verwaltungsreform unter Maximilian I.

3 Österreich unter den frühen Habsburgern

3.1 Situation des österreichischen Adels

3.2 Konsequenzen

3.2.1 Verhältnis zum Herrscher

3.2.2 Organisation der Stände

4 Situation unter Maximilian I.

4.1 Maximilian I. und die Stände

4.2 Niederösterreichisches Regiment unter Wolfgang von Polheim

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Konflikt zwischen dem landesfürstlichen Anspruch Kaiser Maximilians I. auf eine zentralisierte Herrschaftsausübung und dem ausgeprägten Mitspracherecht der österreichischen Stände. Dabei wird analysiert, wie Maximilian versuchte, den Einfluss des Adels durch Verwaltungsreformen zu begrenzen, und mit welchen Strategien die Stände ihre über Jahrzehnte gewachsene Machtstellung zu behaupten suchten.

  • Landesherrschaft und Dualismus im Mittelalter
  • Verwaltungsreformen unter Maximilian I.
  • Die Krise des österreichischen Adels
  • Die Rolle der Stände in der landesfürstlichen Politik
  • Versuche zur Etablierung eines zentralisierten Regiments

Auszug aus dem Buch

4.1 Maximilian I. und die Stände

Wegen seiner übermäßigen Kriegsunternehmungen war Maximilian I. noch weit stärker von der Unterstützung der österreichischen Stände abhängig, als es sein Vater Friedrich III. war. Vor allem der Krieg gegen die Türken stand im Mittelpunkt der Debatten mit den Ständen, da „die Kriegslasten der östlichen Erbländer seit den siebziger Jahren [des 15. Jahrhunderts] ins Unerträgliche gestiegen“ waren. Hierfür war besonders die rasche Entwicklung im Militärwesen verantwortlich, die ihren Beginn am Ende des 14. Jahrhunderts nahm (vgl. Kapitel 3.1). Sie bedeutete eine allmähliche Verdrängung des Adels aus dem Kriegsdienst durch das Aufkommen von Söldnerheeren. Vor allem Maximilian baute auf diese Infanterie, damals als „Landsknechte“ bezeichnet, welche er nach dem Vorbild der eidgenössischen Bauernheere formte. Die Adeligen wurden in dieser neuen Kriegsordnung gleich doppelt in die Verantwortung genommen. Zum einen standen sie weiterhin in einem Untertanenverhältnis zu ihrem Landesherrn, mit der daraus resultierenden Kriegspflicht, welche ihnen die Organisation des Landesaufgebotes auferlegte. Zum anderen wurden sie in den Ständeversammlungen zur finanziellen Aufrechterhaltung der immer teurer werdenden Söldnertruppen angehalten.

Neben regelmäßigen Steuern forderte Maximilian für seine Kriegsunternehmen gegen Frankreich und Venetien nun immer häufiger auch außerordentliche Steuern von den österreichischen Ständen. Er versuchte eine Steigerung der Einkünfte zu erreichen, indem er die Finanzverwaltung vereinfachte und 1497 in einer allgemeinen österreichischen „schatzkammer zu Ynnsbrug“ zentralisierte, welche ständische Einflüsse möglichst ausschalten sollte, aber 1501 sowohl am Widerstand des Reiches und der österreichischen Länder scheiterte. Größte Spannungen entstanden also wohl dadurch, dass Maximilian zwar finanzielle Unterstützung von den Ständen erwartete, ihnen wegen der gestiegenen Kriegskosten in viel stärkerem Maße als seine Vorgänger, aber im Gegenzug keinerlei Mitspracherecht bei seinen Reformvorhaben einräumte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Dualismus zwischen Landesherrschaft und Ständen sowie das Ziel der Arbeit, die machtpolitische Auseinandersetzung während der Regierungszeit Maximilians I. zu untersuchen.

2 Verwaltungsreform unter Maximilian I.: Dieses Kapitel beschreibt Maximilians Bestrebungen, einen funktionsfähigen Verwaltungsapparat nach burgundischem Vorbild in den österreichischen Ländern einzuführen, um die landesfürstliche Kontrolle zu stärken.

3 Österreich unter den frühen Habsburgern: Es wird die gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage des österreichischen Adels sowie die Entwicklung seines Mitspracherechts gegenüber den Landesherren analysiert.

4 Situation unter Maximilian I.: Das Kapitel fokussiert auf die Verschärfung des Konflikts zwischen Maximilian und den Ständen aufgrund der hohen Kriegskosten und die gescheiterte Einsetzung eines zentralistischen Regiments durch Wolfgang von Polheim.

5 Fazit: Das Fazit resümiert, dass Maximilians Reformversuche an der starken Widerstandskraft der Stände scheiterten, da er die Interessensgegensätze und die Abhängigkeit von der Finanzkraft des Adels unterschätzte.

Schlüsselwörter

Maximilian I., Habsburger, Stände, Landesfürst, Verwaltungsreform, Österreich, Adel, Ministerialität, Regiment, Finanzpolitik, Kriegswesen, Söldnerheere, Landtag, Zentralisierung, Wolfgang von Polheim.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen dem Herrschaftsanspruch Maximilians I. und dem politischen Widerstand des österreichischen Adels bzw. der Stände in einer Übergangsphase zur Neuzeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung umfasst die österreichische Verwaltungsgeschichte, die soziale Stellung des Adels, militärgeschichtliche Wandlungsprozesse sowie die Entwicklung ständischer Partizipationsrechte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung der Frage, wie Maximilian I. versuchte, die Stände politisch auszugrenzen und wie es diesen gelang, ihre Machtstellung in einer Zeit wachsender landesfürstlicher Reformbemühungen zu behaupten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse der historischen Fachliteratur sowie einer Auswertung zeitgenössischer Quellen, um die machtpolitischen Dynamiken objektiv nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der ständischen Tradition, die Analyse der Verwaltungsreformen sowie die spezifische Fallstudie zum Regiment von Wolfgang von Polheim in Niederösterreich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Maximilian I., Ständewesen, landesfürstliche Verwaltung, Adel, Finanzen und politische Mitsprache.

Warum scheiterte die von Maximilian I. initiierte Finanzverwaltung?

Die Reformen stießen auf Widerstand, da sie gezielt die Mitspracherechte des Adels beschneiden sollten, ohne den Ständen im Gegenzug politische Zugeständnisse zu machen, während gleichzeitig eine hohe finanzielle Belastung für die Kriegführung gefordert wurde.

Welche Rolle spielte Wolfgang von Polheim?

Polheim fungierte als von Maximilian eingesetzter Hauptmann in Niederösterreich, war jedoch mit der Aufgabe überfordert, die Verwaltung effektiv zu straffen, da er zwischen den Reformvorgaben des Kaisers und dem vehementen Widerstand der einheimischen Stände stand.

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Details

Title
Das Verhältnis Kaiser Maximilians I. zu den Ständen in Niederösterreich
Subtitle
Unter besonderer Berücksichtigung des Landeshauptmannes Wolfgang von Polheim
College
University of Freiburg
Grade
2,7
Author
Oliver Christl (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V131991
ISBN (eBook)
9783640418572
ISBN (Book)
9783640418954
Language
German
Tags
Verhältnis Kaiser Maximilians Ständen Niederösterreich Unter Berücksichtigung Landeshauptmannes Wolfgang Polheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Christl (Author), 2004, Das Verhältnis Kaiser Maximilians I. zu den Ständen in Niederösterreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131991
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