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Ist die Europäische Währungsunion ein optimaler Währungsraum?

Titre: Ist die Europäische Währungsunion ein optimaler Währungsraum?

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2011 , 16 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Florian Wiederkehr (Auteur)

Economie politique - Finances
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Europäische Union (EU) und insbesondere die Europäische Währungsunion (EWU) sehen sich seit mehreren Jahren mit einer Verkettung verschiedener Krisen konfrontiert. Den Anfang machte ab 2007 die US-Hypotheken-Krise mit „faulen“ Krediten und deren unangemessener Verbriefung. In einem weiteren Schritt entwickelte sich diese „US-Krise“ über den Bankensektor zu einer Weltwirtschaftskrise. 2009 zeichnete sich durch sinkende Wachstumsraten, steigende Arbeitslosigkeit und eintretende Rezessionen der Übergriff der Krise auf die Realwirtschaft ab, der innerhalb der EU durch nationale Konjunkturpakete begegnet wurde.

Infolge dieser Maßnahmen und der erteilten Hilfen für die Banken sowie der rezessiven Wirtschaft stiegen die Staatsdefizite der EU-Mitgliedsstaaten an, wodurch die aktuelle Staatsschuldenkrise akut wurde. Als erster Staat der EWU konnte sich Griechenland, aufgrund des fehlenden Vertrauens, nicht mehr an den Finanzmärkten refinanzieren und musste die übrigen Mitgliedsstaaten der Eurozone sowie den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Unterstützung bitten. Trotz oder gerade wegen der Rettungspakete, Reform- und Sparprogramme entstand eine regelrechte Panik an den Finanzmärkten, wobei weitere Staaten der EWU massiv unter Druck gerieten und um ihre Refinanzierungsmöglichkeiten bangen mussten.

Daher wurde 2010 ein „Rettungsschirm“ als Instrument zur Überbrückung der Probleme ins Leben gerufen. Verfolgt man die täglichen Medien erkennt man deutlich, dass die aufgeführten Krisen noch nicht bewältigt sind. Auch wird die EWU wiederholt bezüglich ihrer Praktikabilität hinterfragt, was auch zur Frage eines optimalen Währungsraumes führt und ob Europa die in der Theorie bestehenden Voraussetzungen generell erfüllt.

Um diese Frage zu klären, werden im zweiten Kapitel dieser Ausarbeitung die klassischen Theorien von Robert A. Mundell, Roland McKinnon und Peter B. Kenen analysiert. Im dritten Kapitel werden die erarbeiteten Erkenntnisse auf die spezifische Situation der EWU übertragen und kritisch hinterfragt. Abschließend werden im vierten Kapitel die erlangten Erkenntnisse zusammengefasst und mit einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Euro und der EWU abgerundet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Finanz-, Währungs- und Staatsschuldenkrise – Zerreißprobe für Europa

2. Theorien optimaler Währungsräume

2.1. Theorie nach Robert A. Mundell: Faktormobilität

2.2. Theorie nach Roland McKinnon: Offenheitsgrad

2.3. Theorie nach Peter B. Kenen: Diversifikationsgrad

3. Die Europäische Währungsunion - Ein optimaler Währungsraum?

3.1. Faktormobilität und die Europäische Währungsunion

3.2. Offenheitsgrad in der Europäischen Währungsunion

3.3. Diversifikationsgrad in der Europäischen Währungsunion

4. Der Euro heute und in Zukunft

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, ob die Europäische Währungsunion (EWU) die theoretischen Voraussetzungen für einen optimalen Währungsraum erfüllt, insbesondere im Kontext der europäischen Finanz- und Staatsschuldenkrise.

  • Analyse klassischer Theorien optimaler Währungsräume (Mundell, McKinnon, Kenen)
  • Überprüfung der Faktormobilität innerhalb der EWU
  • Bewertung des Offenheitsgrads der europäischen Volkswirtschaften
  • Untersuchung des Diversifikationsgrads als Puffer für ökonomische Schocks
  • Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Stabilität des Euro

Auszug aus dem Buch

2.1. Theorie nach Robert A. Mundell: Faktormobilität

Mit seinem Beitrag „A Theory of Optimum Currency Areas“ in American Economic Review im Jahr 1961 begründete Robert A. Mundell die klassischen Ansätze zur Bestimmung optimaler Währungsräume. Als zentralen Faktor für die Definition eines optimalen Währungsraumes bestimmt Mundell die Faktormobilität oder genauer die Arbeitskräftemobilität. Hieraus resultiert Mundell’s Definition, „[…] the optimum currency area is the region – defined in terms of internal factor mobility and external factor immobility […]. Neben der Faktormobilität wird auch der Wechselkurs bzw. das bestehende Wechselkurssystem näher betrachtet, wobei Mundell zu folgendem Schluss kommt; „[…] the stabilization argument for flexible exchange rates is valid only if it is based on regional currency areas. If the world can be divided into regions within each of which there is factor mobility and between which there is factor immobility, then each of these regions should have a separate currency which fluctuates to all other currencies.“ Dies bedeutet, dass die Vorteile flexibler Wechselkurse nur dann gegeben sind, wenn die “Ricardian assumption“(national mobile und international immobile Produktionsfaktoren) erfüllt ist. Sollte dies nicht der Fall sein, ist eine Umstrukturierung des Währungsraumes nötig, da in der Annahme Löhne und Preise kurzfristig fixiert sind.

Als Untersuchungsgegenstand dienen Mundell die Vereinigten Staaten und Kanada, wobei er Mechanismen zur Anpassung an asymmetrische Schocks betrachtet. In diesem Beispiel greifen Wechselkursänderungen nicht in dem erwünschten Umfang, da das ausschlaggebende Ungleichgewicht nicht zwischen Nord (Kanada) und Süd (USA) liegt, sondern in den Regionen Ost und West und somit Staatsgrenzen nicht zwingend entscheidend sind. Vereinfacht lässt sich die Theorie mithilfe zweier Regionen A und B, in denen Vollbeschäftigung und Zahlungsbilanzgleichgewicht herrscht und die jeweils ein spezifisches Produkt herstellen, abbilden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Finanz-, Währungs- und Staatsschuldenkrise – Zerreißprobe für Europa: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung der europäischen Krise ausgehend von der US-Hypothekenkrise und leitet die Relevanz der Frage nach einem optimalen Währungsraum ab.

2. Theorien optimaler Währungsräume: Hier werden die klassischen ökonomischen Modelle von Mundell, McKinnon und Kenen vorgestellt, welche die Voraussetzungen für eine gemeinsame Währung definieren.

3. Die Europäische Währungsunion - Ein optimaler Währungsraum?: Die theoretischen Kriterien werden auf die tatsächliche ökonomische Situation, Arbeitsmarktstruktur und den Handel der EU-Mitgliedstaaten angewendet.

4. Der Euro heute und in Zukunft: Dieses Kapitel zieht ein Fazit zur Eignung der EWU als Währungsraum und gibt einen Ausblick auf notwendige politische und ökonomische Integrationsschritte.

Schlüsselwörter

Europäische Währungsunion, EWU, optimaler Währungsraum, Faktormobilität, Robert A. Mundell, Roland McKinnon, Peter B. Kenen, Staatsschuldenkrise, Arbeitskräftemobilität, Offenheitsgrad, Diversifikationsgrad, Wechselkurs, Eurozone, wirtschaftliche Integration, Fiskalpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Europäische Währungsunion anhand klassischer ökonomischer Theorien, um zu bewerten, ob sie die Bedingungen eines "optimalen Währungsraumes" erfüllt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Faktormobilität, der Offenheitsgrad von Volkswirtschaften sowie der Diversifikationsgrad der Wirtschaftsstruktur im Kontext der europäischen Krisenbewältigung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: "Ist die Europäische Währungsunion ein optimaler Währungsraum?"

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine deduktive Analyse durchgeführt, bei der klassische ökonomische Theorien (Mundell, McKinnon, Kenen) auf die aktuelle empirische Situation der EWU übertragen werden.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung sowie die praktische Anwendung der Kriterien auf die EWU, unterfüttert durch Daten zur Arbeitslosigkeit und zum Intra-EU-Handel.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich stark auf Begriffe wie Faktormobilität, asymmetrische Schocks, Wirtschaftsstruktur und politische versus ökonomische Integration.

Warum spielt der Diversifikationsgrad für die EWU eine besondere Rolle?

Der Diversifikationsgrad stellt laut Autor das einzige Kriterium dar, in dem sich die EWU bereits heute als ausreichend solide erweist, da eine breite Wertschöpfungsbasis hilft, Schocks abzufedern.

Wie bewertet der Autor die Zukunft des Euro?

Der Autor sieht trotz aktueller Herausforderungen und vorhandener Mängel ein Potenzial für eine positive Entwicklung, sofern die Integration (auch fiskalpolitisch) weiter vorangetrieben wird.

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Résumé des informations

Titre
Ist die Europäische Währungsunion ein optimaler Währungsraum?
Université
University of applied sciences, Munich
Note
1,7
Auteur
Florian Wiederkehr (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
16
N° de catalogue
V1320656
ISBN (PDF)
9783346810205
ISBN (Livre)
9783346810212
Langue
allemand
mots-clé
International Financial Relations Europäische Währungsunion EU Währungsraum Finanzkrise Währungskrise Staatsschuldenkrise Faktormobilität Offenheitsgrad Diversifikationsgrad Mundell McKinnon Kenen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Florian Wiederkehr (Auteur), 2011, Ist die Europäische Währungsunion ein optimaler Währungsraum?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1320656
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Extrait de  16  pages
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