Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Philosophie der Antike

Sokrates - ein Skeptiker?

Titel: Sokrates - ein Skeptiker?

Hausarbeit , 2004 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Höbel (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Da „die Wirkung des Sokrates noch in der Nachwelt [...] groß“ ist und er in „vielen Zeitaltern [...] als das Idealbild des Weisen“ galt, ist die Rolle der philosophischen Skepsis – erst nach Sokrates durch Arkesilaos in die Platonische Akademie gebracht – in Sokrates’ Leben offen. Von der Figur des Sokrates leiten sich die unterschiedlichsten philosophischen Schulen ab. Hier soll untersucht werden, inwiefern Sokrates ein Vorbild für den Skeptizismus gewesen sein konnte. War Sokrates ein Skeptiker?
Als Grundlage zur Beantwortung der Frage wird die „systematische Darstellung der antiken Skepsis“ von Sextus Empiricus, ‚Grundriß der pyrrhonischen Skepsis‘, verwendet. Beispielhaft wird an dem Text ‚Apologie‘ des Platons erörtert, inwiefern der von ihm dargestellte Sokrates bestimmte Aspekte der pyrrhonischen Skepsis erfüllt. Zu diesen zählen die Prinzipien der Skepsis, die Tropen der Zurückhaltung und die skeptischen Schlagworte. Um die skeptischen Haltungen Sokrates’ zu erarbeiten, ist eine genaue Betrachtung des Textes vonnöten.
Hier sei noch kurz der Begriff der Skepsis erläutert: Skepsis ist laut dem großen Brockhaus „die befragende, prüfende Betrachtung, die Grundhaltung des Zweifelns und der Urteilsenthaltung“ . Der ‚dtv-Atlas Philosophie’ bezeichnet die Skepsis als eine Strömung, „die die philosoph[ischen] Lehrgebäude radikalem Zweifel unterzieht, wobei hierbei vor allem Pyrrhon von Elis zu nennen ist“. Nach dem Philosophie-Lexikon von Hügli und Lübcke stammt der Begriff „Skeptizismus“ vom griechischen ‚skopeo’, was soviel bedeutet, wie „spähen umherschauen, betrachten, untersuchen, nachdenken“. So soll der Skeptizismus „die Möglichkeit sicherer oder objektiver Erkenntnis bestreite[n]“. Hier wird der Bezug des Skeptizismus auf Sokrates dadurch angedeutet, dass die Schule des Skeptizismus „Anschluß an den Platonismus“ fand.
Die Rolle, die eine mögliche Vorform der Skepsis in Sokrates’ Leben spielt, wird nun schrittweise untersucht, wobei zuerst untersucht wird, inwieweit Sokrates’ Selbstverständnis und seine Methode skeptischen Charakter aufweisen.
In einem weiteren Schritt wird anhand der Auffassung des Tods durch Sokrates, wie sie von Platon in seiner Apologie dargestellt wird, und anhand der von Sokrates dargestellten möglichen Auswirkungen seines Todes untersucht, wie skeptisch er konkreten Dingen gegenüber stand.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Skepsis im Leben des Sokrates

2.1. Sokrates' Selbstverständnis

2.2. Sokratische Methode

3. Tod

3.1. Sokrates' Todesauffassung

4.2. Auswirkungen von Sokrates' Tod

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, inwieweit Sokrates als Vorbild für den Skeptizismus betrachtet werden kann. Dabei wird analysiert, ob sein Denken und Handeln, insbesondere im Hinblick auf seine Selbstdarstellung in Platons "Apologie" und seine Einstellung zum Tod, mit den Prinzipien der antiken Skepsis vereinbar ist.

  • Untersuchung des sokratischen Selbstverständnisses unter skeptischen Gesichtspunkten
  • Analyse der sokratischen Methode in der Verteidigungsrede
  • Bewertung der sokratischen Auffassung vom Tod und deren skeptische Implikationen
  • Einordnung der Person Sokrates in den Kontext der philosophischen Skepsis

Auszug aus dem Buch

2.1. Sokrates' Selbstverständnis

Das Selbstverständnis des Sokrates wird von Platon in den Kapiteln 1, 16 und 18 seiner Apologie dargestellt. So werden zu Beginn der Verteidigungsrede von Sokrates zu einigen grundlegenden Gegebenheiten Stellung genommen. Schon der erste Satz beinhaltet eine den Umständen gegenüber skeptische Einstellung Sokrates’: „Welche Wirkung, Männer von Athen, meine Ankläger auf euch ausgeübt haben, weiß ich nicht“ (5). Wobei er hierbei die Möglichkeit der Kenntnis in Frage stellt. Mit dieser Erklärung erfüllt Sokrates also im Falle seiner Apologie die Forderung des Sextus Empiricus, dass der Skeptiker sich eingesteht „ich erkenne nicht“ (13), wobei dies „ein Erlebnis an[zeigt], nach dem der Skeptiker für den gegenwärtigen Zeitpunkt darauf verzichtet, etwas von den unerforschten verborgenen Gegenständen zu setzen oder aufzuheben“ (14).

Der Ausdruck „weiß ich nicht“ kann als ein Erkennungsmerkmal für Sokrates gedeutet werden, der mit der Verwendung dieses Merkmals gleich zu Beginn den Männern von Athen ins Gedächtnis ruft, wer da angeklagt wird. Weiterhin zeigt dieses Erkennungsmerkmal auf, dass Sokrates in seinem Leben diese Unkenntnis als gegeben akzeptierte und von ihr ausgehend handelte, wobei Sokrates nicht ohne Erkenntnis bleiben möchte und in seinem Handeln auf Erkenntnis aus ist.

Sokrates legt eine geschickte Verteidigungsstrategie gegen die Anklagen dar, indem er nämlich genau die Wirkung der Rede der Ankläger darstellt. Er schreibt, er „hätte unter ihrem Eindruck beinahe [sich] selbst vergessen“ (5), wobei er sofort in der Eröffnung seiner Rede daran gemahnt, dass er „sie sofort durch Tatsachen“ (5) widerlegen wird. Dazu ist er trotz der Schwere der Wirkung der vorhergehenden Rede der Anklage fähig, da er aus der skeptischen Haltung heraus weiß, dass „jedem Argument [...] ein gleichwertiges entgegensteht“ (15). Sextus Empiricus bestimmt dieses skeptische Schlagwort näher, indem er anfügt: „jedem von uns geprüften Argument“ (16). Dieser Spezifizierung wird Sokrates bei der Widerlegung der Anklage durch das Befragen der Politiker, der Dichter und der Handwerker (17f.) gerecht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problemstellung, ob Sokrates als Skeptiker gelten kann, und Festlegung der methodischen Grundlage durch Sextus Empiricus.

2. Skepsis im Leben des Sokrates: Untersuchung, inwieweit Sokrates' praktisches Leben und seine Art der Argumentation skeptische Züge aufweisen.

2.1. Sokrates' Selbstverständnis: Analyse der Apologie hinsichtlich der skeptischen Haltung des Sokrates, insbesondere seines Bekenntnisses zum Nicht-Wissen.

2.2. Sokratische Methode: Darstellung der sokratischen Befragungstechnik als Mittel zur Erkenntnisprüfung und deren skeptischer Gehalt.

3. Tod: Betrachtung der sokratischen Haltung gegenüber dem Tod und wie diese mit seinen skeptischen Prinzipien harmoniert.

3.1. Sokrates' Todesauffassung: Analyse von Sokrates' neutraler Einstellung zum Tod im Kontext der Ungewissheit.

4.2. Auswirkungen von Sokrates' Tod: Untersuchung der sokratischen Deutungen seines eigenen Todes und deren Wirkung auf die Athener.

4. Schluss: Zusammenfassende Bewertung, dass Sokrates zwar skeptische Haltungen einnahm, aber nicht als reiner Skeptiker zu bezeichnen ist.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen, darunter primär Platon und Sextus Empiricus sowie ergänzende philosophische Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Sokrates, Skepsis, Skeptizismus, Philosophie, Apologie, Platons Apologie, Sextus Empiricus, Nicht-Wissen, Sokratische Methode, Tod, Lebensform, Erkenntnis, Unkenntnis, antike Philosophie, Argumentation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische Einordnung des Sokrates und geht der Frage nach, ob seine Handlungs- und Denkweise als skeptisch im Sinne der antiken Skepsis zu bewerten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind Sokrates' Selbstverständnis in der Apologie, seine Methode der Befragung und seine Einstellung zum Tod.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob Sokrates als Vorbild für den Skeptizismus dienen kann, indem man seine Positionen mit denen von Sextus Empiricus vergleicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine textanalytische Untersuchung durchgeführt, bei der Stellen aus Platons Apologie mit Definitionen der antiken Skepsis nach Sextus Empiricus in Bezug gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem sokratischen Selbstverständnis, der Anwendung der sokratischen Methode in der Verteidigungsrede sowie mit der philosophischen Deutung des Todes bei Sokrates.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Sokrates, Skepsis, Nicht-Wissen, Erkenntnis, Argumentation und die Apologie des Platon.

Wie deutet Sokrates seine eigene Todesauffassung gegenüber den Richtern?

Sokrates vertritt eine neutrale Haltung, da er den Tod als etwas Ungewisses betrachtet und sich daher skeptisch zurückhält, ihn weder als rein gut noch als schlecht zu bewerten.

Kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass Sokrates ein Skeptiker war?

Die Arbeit schließt, dass Sokrates zwar bedeutende skeptische Haltungen einnahm, aber aufgrund seines Festhaltens an bestimmten Werten und seinem Streben nach Erkenntnis nicht als reiner Skeptiker im klassischen Sinne bezeichnet werden kann.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sokrates - ein Skeptiker?
Hochschule
Universität Trier  (Fachbereich I Philosophie)
Veranstaltung
Proseminar: Platon, Apologie des Sokrates
Note
1,0
Autor
Christoph Höbel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V132066
ISBN (eBook)
9783640379804
ISBN (Buch)
9783640379521
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sokrates Skeptische Philosophie Antike Philosophie Sextus Empiricus Platon Apologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Höbel (Autor:in), 2004, Sokrates - ein Skeptiker?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132066
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum
  • Vertrag widerrufen