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Auswirkungen von Bildungspolitik auf Wachstum und Verteilung

Title: Auswirkungen von Bildungspolitik auf Wachstum und Verteilung

Seminar Paper , 2002 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Florian Warstat (Author)

Business economics - Economic Policy
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Summary Excerpt Details

Bildung und freier Zugang zu ausbildenden Institutionen gehören heute zu den
grundlegenden Menschenrechten der meisten Gesellschaften und wurde so
auch in Artikel 26 der von den Vereinten Nationen entwickelten
Menschenrechtskonventionen festgehalten.1 Die Bedeutung dieses Punktes
wird allerdings von vielen Ländern und den politisch Verantwortlichen
weiterhin unterschätzt. Dabei scheint sich die Ausbildung der Bevölkerung,
vor allem auch für Länder im Entwicklungsprozess, als entscheidender Faktor
für die Verbesserung der Lebensqualität, die wirtschaftliche Entwicklung und
die Verminderung der Armut herausgestellt zu haben. 2
Warum dies so ist und auf welche Weise sich Bildung auf den
Entwicklungsprozess eines Landes auswirken kann, soll im Rahmen dieser
Seminararbeit erläutert werden. Es wird dabei zunächst das Problem der
geeigneten Messung von Bildung thematisiert, um danach einen geeigneten
Schätzer für das Humankapital eines Landes entwickeln zu können. Im dritten
Abschnitt dieser Arbeit wird dann gezeigt, wie sich Bildung, unter anderem
auch unter Berücksichtigung des entwickelten Humankapitalkoeffizienten, auf
wirtschaftliche Wachstumsprozesse auswirkt. Dabei wird erst der aus
Ausbildung resultierende Nutzen einzelner Personen untersucht, um danach
den Blick auch auf die Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums
und den gesellschaftlichen Gewinn aus individueller Ausbildung zu werfen. Im
folgenden Teil stehen dann die Verteilung von Bildung und vor allem die Frage
der geeigneten Messung dieser Verteilung im Vordergrund. Es soll in diesem
Zusammenhang verdeutlicht werden, welche entscheidende Rolle auch die
Verteilung der Bildung zwischen Regionen und Bevölkerungsteilen einer
Gesellschaft spielt, und welche Auswirkungen sich daraus auf die
Einkommensentwicklung eines Landes ergeben. Zum Schluss soll dann noch
anhand des afrikanischen Kontinents exemplarisch gezeigt werden, wie sich
einige der ärmsten Länder der Erde entwickelt haben, und welche Rolle die
Bildung bei dieser Entwicklung gespielt hat.
1 vgl. World Education Report 2000: The right to education, UNESCO Publishing, pp. 16 ff.
2 vgl. P. Hay und M. Hazaq (2000): Wachstumsqualtiät - Schlüssel zu Armutsminderung und besserer
Lebensqualität für alle, Pressemitteilung der Weltbank, Nr. 2001/071/S, S.2

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Überblick

2. Bildung

2.1 Das Problem der Erfassung von Bildung

2.2 Die Einteilung von Bildung

2.3 Die Messung des Humankapitals

3. Wachstum

3.1 Mikroökonomische Theorie

3.1.1 Die Lohngleichung von Mincer

3.1.2 Privater Gewinn vs. Gesellschaftliche Wohlfahrt

3.2 Makroökonomische Theorie

3.2.1 Die Erweiterung des Solow Modells

4. Verteilung

4.1 Die Bedeutung der Verteilung

4.2 Die Standardabweichung der Ausbildung

4.3 Der Ginikoeffizient der Ausbildung

5. Fallbeispiel: Der afrikanische Kontinent

6. Rückblick und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Bildungspolitik auf ökonomisches Wachstum und die Verteilung von Lebenschancen, mit besonderem Fokus auf den Entwicklungszusammenhang. Ziel ist es, Methoden der Humankapitalmessung zu evaluieren und den kausalen Zusammenhang zwischen Bildungsinvestitionen, Produktivitätssteigerungen und gesellschaftlicher Wohlfahrt herauszuarbeiten.

  • Messung von Humankapital und Erfassungsprobleme in der Bildung
  • Mikroökonomische Effekte von Bildung auf das Lebenseinkommen
  • Makroökonomische Wachstumsmodelle und Bildungsinvestitionen
  • Indikatoren zur Messung von Bildungsungleichheit
  • Die Rolle der Bildung für die Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die Lohngleichung von Mincer

Die mincerianische Lohngleichung stützt ihre Berechnungen auf zwei grundlegende Annahmen: Erstens sollen die einzigen Kosten für den Besuch eines weiteren Schuljahres in den Opportunitätskosten eines Studenten liegen, und die proportionalen Einkommenszuwächse, die durch dieses weitere Schuljahr verursacht werden, über die gesamte Lebenszeit konstant sein. Insofern dies der Fall ist, kann man davon ausgehen, dass der Logarithmus des Einkommens in einem linearen Verhältnis zu den absolvierten Schuljahren eines Individuums steht, und dass man so die Steigung dieser Funktion als die Renditenrate der Ausbildung interpretieren kann.

In der Praxis hat sich die Lohngleichung in folgender Form als gute Beschreibung der Realität herausgestellt. Wi bezeichnet in dieser Gleichung den Lohn, bzw. das Einkommen, des Individuums i, Si steht für die absolvierten Schuljahre, die beiden Xi sind Erfahrungsparameter und åi ist ein ergänzender Störfaktor. Der Ausbildungskoeffizient ß1 ist der schon oben erwähnte Diskontierungssatz, welcher auch die Steigung und somit die Höhe des Einkommenszuwachses auf ein weiteres Jahr Schulbildung repräsentiert.

Ein großer Gewinn an Attraktivität resultiert bei der Lohngleichung von Mincer auch daraus, dass die Schulzeit, und nicht etwa Schulnoten, als die Schlüsselgröße für spätere Einkünfte verwendet wird. Dennoch bleiben aber auch Unklarheiten bestehen, auf welche noch keine befriedigenden Antworten gefunden wurden. So bleibt zum Beispiel unbeantwortet, ob die Steigung der Lohngleichung auch individuelle Fähigkeiten oder andere unberücksichtigte Charakteristika reflektiert, oder ob sie einfach den tatsächlichen, vom Arbeitsmarkt bestimmten Wert der Ausbildung angibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Überblick: Einführung in die Relevanz von Bildung als Menschenrecht und ihre Bedeutung für wirtschaftliche Entwicklung sowie Abriss der methodischen Vorgehensweise.

2. Bildung: Analyse des Bildungsbegriffs, der Herausforderungen bei dessen quantitativer Messung sowie der notwendigen Differenzierung nach Bildungsniveaus.

3. Wachstum: Untersuchung der ökonomischen Auswirkungen von Bildung durch mikroökonomische Lohngleichungen und makroökonomische Wachstumsmodelle.

4. Verteilung: Betrachtung der Bedeutung von Bildungsungleichheit für die Wohlfahrt und Vorstellung von Indikatoren wie dem Ginikoeffizienten der Ausbildung.

5. Fallbeispiel: Der afrikanische Kontinent: Exemplarische Analyse der Bildungssituation und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen in den am wenigsten entwickelten Regionen der Welt.

6. Rückblick und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Bedeutung von Bildung als Motor für zukünftige Innovation und Wachstum.

Schlüsselwörter

Bildungspolitik, Humankapital, Wirtschaftswachstum, Einkommensverteilung, Lohngleichung, Mincer, Solow-Modell, Bildungsrendite, Humankapitalmessung, Ginikoeffizient, Bildungsungleichheit, Entwicklungsökonomie, Wohlfahrtseffekte, Humankapitalbestand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen Investitionen in das Bildungswesen, der daraus resultierenden Humankapitalbildung und deren Auswirkungen auf wirtschaftliches Wachstum sowie soziale Verteilungsstrukturen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Mittelpunkt stehen die theoretische und empirische Messung von Bildung, der Nutzen der Ausbildung für Individuen und Gesellschaft sowie die Frage der Chancengleichheit beim Bildungszugang.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Beitrag von Bildung zur Einkommensentwicklung zu analysieren und zu prüfen, ob Bildungsinvestitionen als entscheidende Faktoren für die Überwindung von Unterentwicklung identifiziert werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zur mikroökonomischen Lohngleichung von Mincer sowie zur makroökonomischen Wachstumstheorie (Erweiterung des Solow-Modells) und wendet Verteilungsmaße an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Bildungsökonomie, die methodische Herleitung von Humankapitalschätzern und eine detaillierte Analyse von Verteilungsindikatoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Humankapital, Bildungsrendite, Wachstumsmodelle, Ginikoeffizient der Ausbildung und Bildungsungleichheit definiert.

Welche Rolle spielt der Humankapitalfaktor in der Produktion?

Humankapital wird als eigenständiger Produktionsfaktor betrachtet, der, ähnlich wie physisches Kapital, die Ausbringungsmenge (Output) beeinflusst, wenngleich sein Anteil am Wachstum oft geringer ausfällt als der des physischen Kapitals.

Wie unterscheidet sich die Situation afrikanischer Länder bei diesem Thema?

Das Fallbeispiel verdeutlicht, dass trotz gestiegener Bildungsausgaben enorme Rückstände zu Industrieländern bestehen und das Bevölkerungswachstum die positiven Effekte von Bildungsfortschritten auf das Pro-Kopf-BIP oft maskiert.

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Details

Title
Auswirkungen von Bildungspolitik auf Wachstum und Verteilung
College
University of Frankfurt (Main)  (Lehrstuhl f. wirtschaftliche Entwicklung und Integration)
Grade
1,7
Author
Florian Warstat (Author)
Publication Year
2002
Pages
24
Catalog Number
V13207
ISBN (eBook)
9783638189118
Language
German
Tags
Auswirkungen Bildungspolitik Wachstum Verteilung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Warstat (Author), 2002, Auswirkungen von Bildungspolitik auf Wachstum und Verteilung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13207
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