In dieser wissenschaftlichen Arbeit soll die Delinquenz von Jugendlichen mit Migrationshintergrund dargestellt werden. Hierbei ist das primäre Ziel zu beantworten, ob und in welchem Ausmaß sich Jugendliche mit Migrationshintergrund delinquent verhalten und welche Ursachen dazu führen können.
Die Anwerbung der "Gastarbeiter" in den 1950er und 1960er Jahre, der Nachzug ihrer Familienangehörigen sowie die Flüchtlingswelle der letzten Jahre, haben die Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland bereichert, verändert und vor großen Herausforderungen gestellt. Im Jahr 2018 hatten rund 19,3 Millionen der 81,7 Millionen Einwohner in Deutschland einen Migrationshintergrund.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Forschungsstand
1.3 Methodik und zum Aufbau der Arbeit
2. Definitionen
2.1 Einleitung
2.2 Delinquenz
2.3 Der Jugendliche
2.4 Migrationshintergrund
3. Personen mit Migrationshintergrund in der BRD
3.1 Zur aktuellen Situation in Deutschland
3.2 Ausblick
4. Zur Delinquenz anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik
4.1 Allgemeines
4.2 Zum Überblick der Straftaten im Jahr 2018
4.3 Zur Kritik an der PKS
4.3.1 Zur Delinquenz im Dunkelfeld
4.3.2 Zu den Einflussfaktoren der PKS
4.4 Zur Bewertung der PKS
5. Zu den Ursachen von Kriminalität
5.1 Zu den theoretischen Erklärungsansätzen
5.1.1 Zum Theoriebegriff
5.1.2 Anwendungsbereiche und Ziele von Kriminalitätstheorien
5.1.3 Anomietheorie nach Merton
5.1.4 Labeling Approach bzw. die Etikettierungstheorie
5.2 Zu den sozioökonomischen Ursachen
5.3 Zum Zwischenfazit
6. Zu den Präventionsmaßnahmen
6.1 Zu den Ebenen der Kriminalprävention
6.1.1 Die primäre Prävention
6.1.2 Die sekundäre Prävention
6.1.3 Die tertiäre Prävention
6.2 Zu den Zielen der Kriminalprävention
6.3 Die Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendkriminalprävention
6.4 Jugendmigrationsdienste (JMD)
6.5 Zur Initiative „Klarkommen!“
6.6 Zur Initiative „Kurve Kriegen“
6.7 Zur eigenen Handlungsempfehlung
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Kriminalitätsbelastung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik Deutschland, analysiert die zugrunde liegenden Ursachen unter Einbeziehung soziologischer Theorien und bewertet bestehende Präventionsmaßnahmen, um Handlungsempfehlungen für eine effektive Präventionspolitik abzuleiten.
- Analyse der Delinquenz von Jugendlichen mit Migrationshintergrund anhand offizieller Statistiken
- Kritische Auseinandersetzung mit der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und deren Aussagekraft
- Theoretische Fundierung von Kriminalitätsursachen und sozialen Einflussfaktoren
- Evaluierung von Präventionsmodellen wie „Kurve Kriegen“ und Jugendmigrationsdiensten
- Entwicklung eigener Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Präventionsarbeit
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Die allerbeste Kriminalpolitik ist eine gute Sozialpolitik.“ Franz von Liszt (1851 – 1919)
Die Anwerbung der „Gastarbeiter“ in den 1950er und 1960er Jahre, der Nachzug ihrer Familienangehörigen sowie die Flüchtlingswelle der letzten Jahre, haben die Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland bereichert, verändert und vor großen Herausforderungen gestellt. Im Jahr 2018 hatten rund 19,3 Millionen der 81,7 Millionen Einwohner in Deutschland einen Migrationshintergrund.
Bei der Einwanderungsdiskussion stehen häufig die damit in Verbindung gebrachten Risiken im Vordergrund. Besonders in den letzten Jahren hat die Delinquenz von Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert angenommen. Im Fokus der Öffentlichkeit und der Medien standen dabei insbesondere Straftaten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Diese gelten in den Einwanderungsgesellschaften häufig als Problemgruppen, wenn es um Kriminalität geht. Schon seit der Masseneinwanderung der Europäer im 19. und frühen 20. Jahrhundert in die USA gelten die Migranten der „zweiten Generation“ krimineller als ihre Eltern, delinquentes Verhalten Jugendlicher mit Migrationshintergrund wird dabei als Integrationsproblem verstanden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsthemas, der Fragestellung und der in der Arbeit verfolgten methodischen Vorgehensweise.
2. Definitionen: Klärung der zentralen Fachbegriffe wie Delinquenz, Jugendlicher und Migrationshintergrund zur Abgrenzung der untersuchten Personengruppen.
3. Personen mit Migrationshintergrund in der BRD: statistische Darstellung der aktuellen demografischen Situation von Migranten in Deutschland.
4. Zur Delinquenz anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik: Analyse der Polizeilichen Kriminalstatistik sowie eine kritische Auseinandersetzung mit deren Aussagekraft und dem Hell-/Dunkelfeld.
5. Zu den Ursachen von Kriminalität: Diskussion soziologischer Kriminalitätstheorien und sozioökonomischer Faktoren als Erklärungsansätze für delinquentes Verhalten.
6. Zu den Präventionsmaßnahmen: Überblick über nationale Präventionsinitiativen inkl. eigener Handlungsempfehlungen für die künftige Kriminalprävention.
7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen unter Berücksichtigung der theoretischen und statistischen Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Jugendkriminalität, Migrationshintergrund, Kriminalprävention, Polizeiliche Kriminalstatistik, Delinquenz, Integration, Etikettierungstheorie, Anomietheorie, Sozialisation, Dunkelfeld, Präventionsmaßnahmen, Kurve Kriegen, Jugendmigrationsdienste, Gewaltkriminalität, Kriminalsoziologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet das Phänomen der Delinquenz bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland, hinterfragt öffentliche Wahrnehmungen kritisch und verknüpft diese mit soziologischen Theorien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die demografische Statistik, die Analyse der Kriminalitätsbelastung durch offizielle Daten, die Anwendung kriminologischer Theorien sowie die Evaluierung konkreter Präventionsprogramme.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Ziel ist es zu beantworten, ob und in welchem Ausmaß sich Jugendliche mit Migrationshintergrund delinquent verhalten, welche Ursachen hierfür vorliegen und wie eine erfolgreiche Prävention gestaltet sein kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung polizeilicher Kriminalstatistiken und vorhandener empirischer Studien im Kontext soziologischer Interpretationsansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Situationsanalyse, eine kritische Betrachtung der PKS, eine theoretische Ursachenforschung mittels Anomie- und Etikettierungstheorie sowie eine praxisorientierte Untersuchung von Präventionsinitiativen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit umfasst wesentliche Aspekte wie Jugendkriminalität, Migrationshintergrund, Kriminalprävention, Labeling Approach und die Differenzierung zwischen Hell- und Dunkelfeldforschung.
Worin liegen laut Autor die Grenzen der Polizeilichen Kriminalstatistik?
Die PKS bildet nur polizeilich bekannt gewordene Delikte ab, erfasst keinen Migrationshintergrund bei deutschen Staatsbürgern und ist stark vom Anzeigeverhalten der Bevölkerung sowie polizeilichen Ermittlungsschwerpunkten abhängig.
Warum wird im Fazit eine individuelle Betrachtung gefordert?
Da junge Migranten eine heterogene Gruppe bilden, fordert die Autorin, von der pauschalen Stereotypisierung Abstand zu nehmen und Präventionsmaßnahmen stärker an den individuellen Lebensgeschichten der Jugendlichen auszurichten.
- Arbeit zitieren
- Filippo Barbato (Autor:in), 2019, Delinquenz von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Ursachen und Präventionsmaßnahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1321025