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Leistungsspektrum, Qualitätssicherung und Kostenübernahme der Therapie bei sexuellem Missbrauch durch die gesetzlichen Krankenversicherungen

Title: Leistungsspektrum, Qualitätssicherung und Kostenübernahme der Therapie bei sexuellem Missbrauch durch die gesetzlichen Krankenversicherungen

Bachelor Thesis , 2009 , 111 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Linda Karakas (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Eine Hypothese, die ich als ausschlaggebenden Aspekt zur Bearbeitung des Themas betrachte, lautet: Spezielle Therapieformen, die wissenschaftlich bewiesen – oder von Therapeuten und Betroffenen bestätigt – sehr effektiv sind, werden nur bedingt von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, und eine Finanzierung aus eigenen Mitteln oder das Unterlassen der gewünschten Therapie ist gegebenenfalls die Konsequenz für den Patienten.
Welche Therapien dem Patienten gesetzlich zustehen, wer diese Gesetze festlegt und begründet, mit welchen Kosten Therapien verbunden sind und was es neben den gesetzlich finanzierten Therapiemethoden noch für Alternativen gibt, ist die Fragestellung meiner Arbeit.

Aufbau:
Zu Anfang habe ich mich mit der Problematik des sexuellen Missbrauchs beschäftigt, um einen Einblick in die Dramatik des Themas zu geben und die Dringlichkeit von geeigneten Therapien zu unterstreichen.
Insbesondere die Ausbreitung sexuellen Missbrauchs in Deutschland, sowie die weitreichenden Folgen, sind in diesem Kapitel Schwerpunkt. Ich beziehe mich hier speziell auf die weiblichen Missbrauchsopfer, bei denen die Tat in der Kindheit geschehen ist, da diese in der statistischen Verteilung – im Vergleich zu den männlichen Betroffenen – die Mehrheit darstellen.
Als nächstes folgt ein Kapitel über die gesetzlichen Krankenversicherungen im Allgemeinen. Hier ist mein Ziel, Aufklärung über den Aufbau unseres Sozialstaates und die Problematik der Finanzierung der Kassen zu leisten. Dies ist auch gleichzeitig der Einstieg zum eigentlichen Thema dieser Bachelor-Arbeit:
Im vierten Abschnitt geht es um den Leistungskatalog der GKV, also um die Frage, welche Leistungen im Bereich der Therapien übernommen werden und welche alternativen Therapiemöglichkeiten existieren.
Zudem gehe ich im vierten Kapitel auf den gemeinsamen Bundesausschuss ein – welcher eine wesentliche Rolle bei dem Leistungsumfang der Krankenversicherungen spielt – sowie auf das „Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“ (IQWiG).
Im vorletzten Punkt erläutere ich die Finanzierung der Therapien von Seiten der gesetzlichen Krankenversicherungen, gesetzliche Lücken und alternative Abrechnungsmethoden der Therapeuten. Dabei versuche ich, die Missstände und Widersprüche im Gesundheitswesen zu diesem Thema aufzudecken.
Schlussendlich ziehe ich ein Resumée der gesammelten und zusammengetragenen Informationen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Erläuterung der Fragestellung

1.2 Methodisches Vorgehen

1.3 Vorstellung des Aufbaus der Arbeit

2 Die Problematik des sexuellen Missbrauchs

2.1 Allgemeines

2.1.1 Definition

2.1.2 Statistiken und Fakten

2.2 Auswirkungen und Folgen

2.2.1 Folgenspektrum: körperliche, psychosomatische, psychiatrische und soziale Folgen

2.2.2 Traumatisierung

2.2.3 Auswirkungen auf Partnerschaft und Sexualität

3 Das System der sozialen Sicherung

3.1 Aufbau der sozialen Sicherung

3.2 Die gesetzliche Krankenversicherung

3.2.1 Der versicherte Personenkreis

3.2.2 Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

3.2.3 Wettbewerb

3.3 Finanzierung der Krankenversicherungen

3.3.1 Die Mitgliedsbeiträge

3.3.2 Die neuste Reform in der GKV: Der Gesundheitsfonds

4 Leistungsspektrum der Gesetzlichen Krankenversicherung und andere Therapien

4.1 Gesetzliche Verankerungen

4.2 Vom Therapiewunsch zur Therapie

4.3 Therapiemöglichkeiten der Kassen

4.3.1 Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

4.3.2 Psychoanalytische Psychotherapie

4.3.3 Verhaltenstherapie

4.4 Alternative Therapiemöglichkeiten

4.4.1 Traumatherapieverfahren

4.4.2 Körperorientierte Therapien

4.4.3 Gesprächspsychotherapie

5 Qualitätssicherung

5.1 Finanzierung der Therapien von Seiten der GKV: Eine kritische Betrachtung

5.2 Bewertung des Leistungsspektrums

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Leistungsspektrum, die Qualitätssicherung und die Kostenübernahme bei der Therapie von Opfern sexuellen Missbrauchs durch die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Zentrale Forschungsfrage ist, warum wissenschaftlich anerkannte Therapieformen oft nicht von den gesetzlichen Kassen finanziert werden und welche Alternativen Patienten zur Verfügung stehen.

  • Struktureller Aufbau der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.
  • Analyse des aktuellen Leistungskatalogs und der Finanzierungsmechanismen.
  • Kritische Beleuchtung der Therapiebewertung durch den G-BA und das IQWiG.
  • Darstellung klassischer sowie alternativer Therapiemethoden (z.B. EMDR, Somatic Experiencing).
  • Aufdeckung von Missständen und Widersprüchen im Abrechnungssystem psychotherapeutischer Leistungen.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Definition

Die Frage danach, wo genau sexueller Missbrauch anfängt bzw. ab wann er als solcher definiert wird, ist nicht einfach zu beantworten. Nur das Zusammentreffen verschiedener Kriterien ermöglicht eine präzise Erfassung des Begriffs: die Festlegung der Altersgrenze der Kindheit, sowie das Alter von Opfer und Täter, die Art der sexuellen Handlung, die Umstände und die Folgen des sexuellen Missbrauchs. Welches der Kennzeichen in der jeweiligen Definition der verschiedenen AutorInnen hervorgehoben wird ist unter anderem auch von unterschiedlichen theoretischen, wissenschaftlichen, ethischen und weltanschaulichen Perspektiven abhängig. Die Psychologen AMANN & WIPPLINGER kamen 1998 nach langem und kritischem Forschen nach Definition aus den verschiedensten Orientierungen zu keinem allgemeingültigen und eindeutigem Ergebnis der Begriffserklärung.

Die meiner Meinung nach treffendste Beschreibung – da sie sexuellen Kindesmissbrauch wie auch den generalisierten Missbrauch umfasst – habe ich bei ENGFER gefunden: „Unter dem sexuellen Mißbrauch versteht man die Beteiligung noch nicht ausgereifter Kinder und Jugendlicher an sexuellen Aktivitäten, denen sie nicht verantwortlich zustimmen können, weil sie deren Tragweite noch nicht erfassen. Dabei benutzen bekannte oder verwandte (zumeist männliche) Erwachsene Kinder zur eigenen sexuellen Stimulation und mißbrauchen das vorhandene Macht- und Kompetenzgefälle zum Schaden des Kindes. Sexueller Mißbrauch umfaßt alle möglichen vaginalen, oralen und analen Praktiken, anzügliche Bemerkungen, Berührungen, Exhibitionismus, Mißbrauch von Kindern zur Herstellung pornographischen Materials, auch die Anleitung zur Prostitution.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema durch persönliche Erfahrungen und definiert die zentrale Fragestellung hinsichtlich der Kostenerstattung und des Leistungskatalogs für Traumatherapien.

2 Die Problematik des sexuellen Missbrauchs: Dieses Kapitel erläutert Definitionen, Statistiken sowie die körperlichen, psychischen und sozialen Folgen des Missbrauchs und beleuchtet das Phänomen der Traumatisierung.

3 Das System der sozialen Sicherung: Es folgt eine systemische Einordnung der gesetzlichen Krankenversicherung, ihrer Finanzierung und des Prinzips der solidarischen Absicherung.

4 Leistungsspektrum der Gesetzlichen Krankenversicherung und andere Therapien: Die Autorin untersucht hier die gesetzlichen Grundlagen, den Weg zur Therapie sowie die verschiedenen kassenärztlich zugelassenen und alternativen Behandlungsverfahren.

5 Qualitätssicherung: Dieses Kapitel enthält eine kritische Betrachtung der Finanzierungsrealität und bewertet die Möglichkeiten sowie Barrieren innerhalb des Leistungsspektrums der Kassen.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Diskrepanz zwischen notwendigen, wirksamen Therapien und den starren Strukturen des gesetzlichen Leistungskatalogs zusammen und fordert mehr Flexibilität.

Schlüsselwörter

Sexueller Missbrauch, Gesetzliche Krankenversicherung, GKV, Psychotherapie, Kostenübernahme, Traumatherapie, Leistungskatalog, G-BA, EMDR, Somatic Experiencing, Qualitätssicherung, MDK, Sozialgesetzbuch, Abrechnung, Psychotherapeutenrichtlinien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland Therapien nach sexuellem Missbrauch abdecken, wer über die Erstattungsfähigkeit entscheidet und wo die bürokratischen Hürden liegen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Finanzierung des Gesundheitssystems, den Richtlinien der Psychotherapie, der Rolle von Institutionen wie dem G-BA und dem MDK sowie den unterschiedlichen Therapiemethoden für Traumafolgen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen wissenschaftlich effektiven Therapiemethoden und deren tatsächlicher Erstattungsfähigkeit durch die Krankenkassen aufzuzeigen und die Unflexibilität des aktuellen Leistungskatalogs zu kritisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit qualitativen Experteninterviews von Mitarbeitern der Krankenkassen, Psychotherapeuten und Vertretern des MDK.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung des Missbrauchs, die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen des Sozialstaates sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit anerkannten und alternativen Psychotherapieverfahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind: Sexueller Missbrauch, GKV, Kostenerstattung, Traumatherapie, Qualitätssicherung, EMDR und Leistungskatalog.

Warum ist die Kostenübernahme für EMDR so unklar geregelt?

Obwohl EMDR wissenschaftlich anerkannt ist, fehlt die explizite Aufnahme in den festen Leistungskatalog als Einzelmethode, was Therapeuten dazu zwingt, sie "verdeckt" innerhalb anderer zugelassener Therapieverfahren abzurechnen.

Welche Rolle spielt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) in diesem Prozess?

Der MDK fungiert als fachkompetente Beratungsinstanz für die Krankenkassen, um bei Anträgen für Psychotherapien zu prüfen, ob die medizinischen Voraussetzungen für eine Kostenübernahme erfüllt sind.

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Details

Title
Leistungsspektrum, Qualitätssicherung und Kostenübernahme der Therapie bei sexuellem Missbrauch durch die gesetzlichen Krankenversicherungen
College
University of Applied Sciences Darmstadt
Grade
1,4
Author
Linda Karakas (Author)
Publication Year
2009
Pages
111
Catalog Number
V132106
ISBN (eBook)
9783640390298
ISBN (Book)
9783640390441
Language
German
Tags
Leistungsspektrum Qualitätssicherung Therapiekosten Kostenübernahme Sexueller Missbrauch Gesetzliche Krankenversicherung GKV Krankenkassen gemeinsamer Bundesausschuss Folgen Therapieformen EMDR
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda Karakas (Author), 2009, Leistungsspektrum, Qualitätssicherung und Kostenübernahme der Therapie bei sexuellem Missbrauch durch die gesetzlichen Krankenversicherungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132106
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