Unterrichtsstunde: Max Frisch - Andorra, Viertes/Fünftes Bild: Konflikte um Andri

Erkenntnis und Reflexion der Konflikte durch szenische und gestaltende Interpretation


Unterrichtsentwurf, 2009
7 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Beschreibung der Lerngruppe

2. Sachanalyse

3. Didaktische Analyse

4. Methodische Analyse

5. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit

6. Unterrichtsplanung

7. Literaturverzeichnis

1. Beschreibung der Lerngruppe

Die Klasse 9a besteht aus 28 Schülern und Schülerinnen, davon sind 15 männlich und 13 weiblich. Sie zeichnet sich besonders durch eine gute Klassengemeinschaft und eine positive Lernbereitschaft aus. Hinsichtlich der Leistung ist die Klasse eher homogen strukturiert. Aus dieser Homogenität fallen lediglich ein paar zurückhaltende Schüler/Schülerinnen, die fast nur nach Aufforderung eine Leistung abgeben, und eine Schülerin, die eine starke Leistungsbereitschaft

zeigt, heraus. Der Umgang zwischen den Schülern/Schülerinnen ist überwiegend freundlich. Das Verhalten gegenüber dem Lehrer ist ebenfalls positiv geprägt. Die Schüler/Schülerinnen zeigen zwar immer wieder alterstypische Verhaltensweisen, jedoch bewegen diese sich im Rahmen und werden von der Lehrperson verständnisvoll, aber bestimmt behandelt.

2. Sachanalyse

Inhalt:

Das vierte und fünfte Bild des Dramas Andorra von Max Frisch (1911-1991) offenbart die zentralen Konflikte des Stückes – Konflikt um Andris angebliches Judentum, Inzest-Konflikt. Die beteiligten Personen – Der Doktor, Andri, Die Mutter, Der Lehrer (Can) und Barblin – nehmen in den Konflikten jeweils unterschiedliche Positionen ein. Der Doktor äußert sich abfällig über Juden und kränkt damit Andri. Andri will Barblin heiraten, stößt aber bei Can auf Ablehnung. Die Mutter ist mit der Heirat einverstanden und unterstützt Andri. Barblin ist verzweifelt über die Einstellung ihres Vaters. Der Lehrer gerät durch seine Lebenslüge immer mehr in Bedrängnis von innen (Familie) und außen (Gesellschaft der Andorraner).

Sprache und Struktur:

Die Bilder des Dramas – locker aneinander gefügte Szenen – sind durch eine direkte Sprache gekennzeichnet, die, durch genau Regieanweisungen unterstützt, spontan und echt wirken. Die Gefühle der Protagonisten kommen dadurch realistisch und nachvollziehbar zum Ausdruck.

Themen:

Vorurteile (Antisemitismus), Identität

Kontext und Rezeption:

Ein erster Entwurf von Max Frischs Stück Andorra entstand unter dem Titel Der andorranische Jude und findet sich in Frischs Tagebüchern (1946). Andorra, dessen Name eines gleichnamigen Zwergstaates in den Pyrenäen entlehnt wurde, ist das Modell einer Gesellschaft, die durch Vorurteile geprägt ist. Andorra erschien erstmals 1961 im Schauspielhaus Zürich auf der Bühne. Es wurde eines der erfolgreichsten und bekanntesten Stücke Frischs und löste kontroverse Diskussionen über die mögliche Zuweisung des Modells Andorra zu einem Land aus.

Autor:

Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 am selben Ort. In der Nachkriegszeit wendet sich Frisch mit Andorra und anderen Werken dem parabelhaften Drama brechtscher Prägung zu. Sie beinhalten vornehmlich moralisch-politische Themen.

3. Didaktische Analyse

Legitimation:

Das Drama Andorra ist ein exemplarisches Modell für das von Vorurteilen geleitete Handeln und verbindet dies mit der Frage nach der Identität des Menschen. Für Schüler/Schülerinnen der Klassenstufe 9 sind die Frage nach der Identität und das Erkennen anderer Identitäten aktuelle und lebensnahe Themen.

Bedingungsanalyse

Schülerorientierung (Lernvoraussetzungen):

Die Schüler/Schülerinnen sind in der Lage Verfahren der szenischen und gestaltenden Interpretation für die Erkenntnis und Reflexion von Textvorlagen zu verwenden. Sie sind darüber hinaus fähig ihre Ergebnisse und die Ergebnisse ihrer Mitschüler selbst zu bewerten.

Lernzielanalyse

Können und Anwenden:

Die Schüler/Schülerinnen können sich in die Personen des Stückes hineinversetzen und aus deren Perspektive Bezug auf andere Person des Stückes nehmen.

Produktives Gestalten:

Die Schüler/Schülerinnen nehmen eine Rolle aus dem Stück an, verbalisieren ihre Gefühle und schreiben einen kurzen inneren Monolog.

Wertorientierung:

Die Schüler/Schülerinnen erkennen und reflektieren Positionen von Konfliktträgern. Sie verstehen wodurch Konflikte zustande kommen können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Max Frisch - Andorra, Viertes/Fünftes Bild: Konflikte um Andri
Untertitel
Erkenntnis und Reflexion der Konflikte durch szenische und gestaltende Interpretation
Veranstaltung
Lehrprobe
Note
1,5
Autor
Jahr
2009
Seiten
7
Katalognummer
V132112
ISBN (eBook)
9783640398287
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Max Frisch, Andorra, Konflikte, Szenische Interpretation, Gestaltende Interpretation, Innerer Monolog, Emotionales Feld, Thema Andorra
Arbeit zitieren
Thomas Grasse (Autor), 2009, Unterrichtsstunde: Max Frisch - Andorra, Viertes/Fünftes Bild: Konflikte um Andri, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132112

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Unterrichtsstunde: Max Frisch - Andorra, Viertes/Fünftes Bild: Konflikte um Andri


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden