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L'honnête homme: Held oder Heuchler? Eine Frage der Perspektive.

Das Stilideal der Honnêteté im Frankreich des 17. Jahrhunderts untersucht am literarischen Beispiel "Le Misanthrope" von Molilère

Título: L'honnête homme: Held oder Heuchler? Eine Frage der Perspektive.

Trabajo de Seminario , 2006 , 15 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Ariela Sager (Autor)

Didáctica de la asignatura Francés - Literatura, trabajos
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Als Gott einsehen muss, dass die Menschen, die er erschaffen hat, "völlig verdorben" sind (Mos/Gen 6,5), entschließt er sich, eben diese Menschen wieder vom Antlitz der Erde zu tilgen. Nach vollbrachter Sintflut sieht Gott aber ein, dass er mit der Vernichtung des Lebens die Schlechtigkeit des Menschengeschlechts trotzdem nicht ausräumen konnte. "Alles, was aus ihrem Herzen kommt, ihr ganzes Denken udn Planen ist nun einmal böse von Jugend auf" (Mos/Gen 8,21), resigniert Gott Noah gegenüber. Er verspricht Noah trotzdem, "die Erde nicht noch einmal [zu]bestrafen" (Mos/Gen 8,21). In seinem Friedensbund mit den Menschen findet Gott sich mit ihrer Fehlbarkeit, ihren Schwächen, ihrer Schlechtigkeit ab - und liebt sie trotzdem.

Im 17. Jahrhundert, zur Zeit des Sonnenkönigs aber erhebt sich ein junger Mann in den Gedanken des Dichters Molière und empört sich wie einst der ratlose Gott der Bibel, dass überall nur "lâche flatterie / qu'injustice, intérêt, trahison, fourberie" (Molière) herrsche. Er findet sich nicht mit der Schlechtigkeit der Menschen ab. Sie versetzt ihn so in Wut, dass auch er von dem Wunsch beherrscht wird, "de rompre en visière à tout le genre humain" (Molière).

Und gottgleich nimmt dieser junge Mann, der Dichter nennt ihn Alceste, für sich in Anspruch, nicht nur die "vice du temps" (Molière) zu verurteilen, den "vieux âges" (Molière) den Vorzug zu geben, einem Gott gleich urteilt er auch über den "goût du siècle" (Molière), dem er seinen eigenen als allein gültig, weil überlegen, gegenüber stellt. Sein Absolutheitsanspruch lässt ihn am Zeitgeist verzweifeln, das Moderate der zeitgenössischen 'Honnêteté' ist ihm fremd, ja zuwider. Von der 'bienséance', die das Zusammenleben der Menschen angenehm gestalten soll, hält er nichts. Auch wenn sein Gegenspieler Philinte feststellen muss, dass seine Auffassung von einem ehrenvollen Verhalten "aux mortels trop de perfection" (Molière) abverlangt, beharrt Alceste darauf, "qu'on soit sincère, et qu'en homme d'honneur,/ On ne lâche aucun mot qui ne parte du coeur" (Molière), auch wenn er seine Mitmenschen damit verletzen mag. "Tut nichts", möchte man ihn wie einen christlichen Patriarchen rufen hören, die Ehrlichkeit währt doch am längsten udn man wird sehen, ob sie über die Heuchelei triumphiert. Ob ein 'homme d'honneur' vergangener Zeiten besser ist al ein 'honnête homme' moderner Zeit, wird für ihn zur zentralen Frage, die sich am Ausgang seines Gerichtsprozesses entscheidet...

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Honnêteté

2.1 Angestrebt doch unerreicht

2.2 Vor Gott und den Menschen angenehm

2.3 Nach Keulen und Duellen, Auftakt der Kultur?

3 Hintergrund

3.1 Le grand siècle

3.2 « l’État c’est moi »

4 „L' honnête homme“: Held oder Heuchler

4.1 Die Scheinheiligkeit

4.2 Die Ehrenhaftigkeit

4.3 Ça dépend: Es kommt drauf an

5 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Stilideal der "Honnêteté" im Frankreich des 17. Jahrhunderts und analysiert kritisch, ob das Idealbild des "honnête homme" in Molières Komödie "Le Misanthrope" als Held oder als Heuchler zu interpretieren ist.

  • Das Idealbild des "honnête homme" nach Nicolas Faret
  • Soziokultureller Hintergrund des "Grand Siècle" unter Ludwig XIV.
  • Die Spannung zwischen absoluter Aufrichtigkeit (Alceste) und höfischer Konvention (Philinte)
  • Wandlung der Rezeption von Molières Werk vom 17. bis zum 20. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Scheinheiligkeit

Philinte, der honnête homme des Stücks „Le Misanthrope“ stimmt am Ende der Handlung mit Alceste überein, dass « tout marche par cabale et par pur intérêt; / Ce n’est plus que la ruse aujourd’hui qui l’emporte. » (V,1). Er scheint sich, wie der biblische Gott, mit der Schlechtigkeit der Menschen abzufinden. In der Rezeption des Stückes folgt man Philinte zunächst, blendet die tatsächlichen Verhältnisse, unter denen die Menschen des 17. Jahrhunderts nicht nur Erbauliches erfahren haben, aus und « sah in den Protagonisten des Stückes Vertreter einer zeitlosen Typenlehre »27. Philintes Ton, der ein „so ist es nun einmal“ transportiert, scheint damit gerechtfertigt.

Beinahe möchte man das ganze Stück als Allegorie auf die Scheinheiligkeit lesen: Hinter den Treffen der Salonbesucher um Célimène steht eine Haltung, die kein gutes Haar an den Konkurrenten um die begehrten Plätze am Hof lässt. Lob verteilt man nur, weil es erwartet wird, wie Philinte zugibt und um selbst welches zu erhalten, wie Werner Krauss ergänzt28. Hinter dem Sonnenschein des Roi-Soleil steht Entmachtung, Unterdrückung und Armut für diejenigen, die keinen Platz im System finden und Molière, dem die Forschung nachsagt, er sei möglicherweise erbost gewesen über das Verbot seiner Stücke „Tartuffe“ und „Dom Juan“, schreibt sich vielleicht selbst in die Figur des Alceste, lässt aber Philinte und Éliante als einziges Paar des Stückes erstrahlen. Damit zollt er der Honnêteté und dem System Ehre, vielleicht weil er auf den Gehaltslisten des Hofes steht. Trotzdem hat der « König kein besonderes Interesse an einer Aufführung am Hofe verspürt »29, vermutlich, weil er mehr Kritik an seiner Politik und an der von ihm produzierten Gesellschaft darin entdeckte als das übrige zeitgenössische Publikum.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des menschlichen Verhaltens und der Heuchelei ein, indem sie das biblische Bild des Fehlbaren mit der Figur des Alceste in Molières Werk kontrastiert.

2 Die Honnêteté: Dieses Kapitel definiert das Ideal des "honnête homme" als höfisches Verhaltensmodell, das auf gesellschaftliche Anpassung, Anstand und Kultiviertheit abzielt.

3 Hintergrund: Hier wird der historische Kontext des "Grand Siècle" beleuchtet, insbesondere der Einfluss der Herrschaft Ludwigs XIV. auf die soziale und kulturelle Position des Adels.

4 „L' honnête homme“: Held oder Heuchler: Das Hauptkapitel analysiert die Ambivalenz der Figuren Alceste und Philinte im Hinblick auf ihre Ehrlichkeit und ihre soziale Integrationsfähigkeit.

5 Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendeten Primärquellen und die literaturwissenschaftliche Forschungsliteratur auf.

Schlüsselwörter

Honnêteté, Molière, Le Misanthrope, 17. Jahrhundert, Grand Siècle, Höfische Gesellschaft, Alceste, Philinte, Scheinheiligkeit, Ehrenhaftigkeit, Absolutismus, Literaturgeschichte, Theater, Tugend, Konvention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem höfischen Ideal der "Honnêteté" im 17. Jahrhundert in Frankreich und dessen literarischer Verarbeitung in Molières Komödie "Le Misanthrope".

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen das Idealbild des vollkommenen Höflings, die Machtstrukturen unter Ludwig XIV. sowie die ethische Spannung zwischen individueller Aufrichtigkeit und gesellschaftlicher Anpassung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die Figur des "honnête homme" im Kontext des Stücks als moralischer Held oder als Heuchler betrachtet werden muss – eine Frage, die eng mit der Perspektive des Betrachters verknüpft ist.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde gewählt?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Dramas mit historischen Quellen (Faret) und Forschungsbeiträgen renommierter Molière-Experten verknüpft.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die historische Definition der Honnêteté, den politischen Hintergrund unter Ludwig XIV. und die ambivalente Charakterzeichnung der Protagonisten Alceste und Philinte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Honnêteté, Scheinheiligkeit, Ehrenhaftigkeit, Grand Siècle und die spezifische Misanthropie der Hauptfigur.

Wie steht das Stück zu den historischen Lebensverhältnissen?

Die Arbeit zeigt auf, dass Molières Stück die höfische Gesellschaft kritisch reflektiert und die soziale Maskerade der Zeit hinterfragt.

Welche Rolle spielt die Figur des Philinte?

Philinte fungiert als Repräsentant der Honnêteté, der die Schwächen der Menschen akzeptiert und zur gesellschaftlichen Harmonie beiträgt, was von Alceste als Scheinheiligkeit gewertet wird.

Gibt es eine eindeutige Antwort auf die Held-oder-Heuchler-Frage?

Die Arbeit lässt das Ende bewusst offen und argumentiert, dass eine salomonische "Sowohl-als-auch"-Antwort sowie die Vielschichtigkeit der Interpretation den Kern des Stücks ausmachen.

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Detalles

Título
L'honnête homme: Held oder Heuchler? Eine Frage der Perspektive.
Subtítulo
Das Stilideal der Honnêteté im Frankreich des 17. Jahrhunderts untersucht am literarischen Beispiel "Le Misanthrope" von Molilère
Universidad
University of Bonn  (Romanistisches Institut)
Curso
Französische Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts
Calificación
1,3
Autor
Ariela Sager (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
15
No. de catálogo
V132132
ISBN (Ebook)
9783640381562
ISBN (Libro)
9783640381715
Idioma
Alemán
Etiqueta
Held Heuchler Eine Frage Perspektive Stilideal Honnêteté Frankreich Jahrhunderts Beispiel Misanthrope Molilère
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ariela Sager (Autor), 2006, L'honnête homme: Held oder Heuchler? Eine Frage der Perspektive., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132132
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