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Tiepolos Freskenzyklus im Palazzo Patriarcale

Das Patriarchat unter vatikanischem Schutz

Titre: Tiepolos Freskenzyklus im Palazzo Patriarcale

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2009 , 25 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Michelle Eickmeier (Auteur)

Art - Peinture
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Freskierung im Palazzo Patriarcale zu Udine, der Residenz Dionisio Dolfins, gilt als bedeutendes Frühwerk Giovanni Battista Tiepolos, mit dem er überregionalen Ruhm erlangte. Gemalt al fresco, in den frischen Kalkverputz, bestechen Tiepolos polychrome Fresken aus dem Settecento noch heute durch ihre leuchtende Farbkraft. Seitdem sich der einstige Kirchenstaat, das Patriarchat von Aquileia im Quattrocento unter venezianischer Autorität befand, nahm der Konflikt zwischen Wien und Venedig und das jahrhundertelange Ringen um die Macht am Udineser Patriarchat seinen Anfang. Es stellt sich hier die Frage, die den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit bilden soll, inwiefern sich der politische Konflikt Habsburg-Venedig im Bildprogramm der Fresken widerspiegelt. Welche Wertung, welche Aussage verbirgt sich hinter den Fresken, die Dionisio Dolfin in Auftrag gab?
Die ikonographisch-ikonologische Analyse mit theologischem Schwerpunkt soll auch unter dem Aspekt der Beziehungen des Patriarchats zum Vatikan untersucht werden, da der Papst in der jahrhundertelangen Geschichte des Patriarchats keine unwichtige Rolle spielte. Demnach wird eingehend untersucht werden, inwieweit der Vatikan mit seiner reichen kunstvollen Ausstattung dem Freskenzyklus eventuell als Vorbild galt. Für ein besseres Verständnis sind die politisch-historischen Hintergründe des Patriarchats demnach einer ausführlichen Analyse voranzustellen. Die Udineser Ausmalungen sollen unter dem Aspekt ihrer tiefenillusionistischen Wirkung und der Berücksichtigung des Einflusses, den Veronese – ein Vertreter der venezianischen Malerei des Cinquecento – auf Tiepolo hatte, beleuchtet werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Zum historischen Hintergrund

2.1 Das Patriarchat im Brennpunkt eines politischen Konflikts

2.2. Der Palazzo Patriarcale heute

2.3 Die göttliche Legitimation des Nuova Aquileia

3. Tiepolos Freskenzyklus illusionistischen Stils – Engelssturz im Scalone d' onore (Treppenhaus der Ehre)

4. Die Galleria Patriarcale

4.1 L' apparazione degli Angeli ad Abramo – Die Erscheinung der Engel vor Abraham

4.2 L' angelo che appare a Sara – Die Erscheinung des Engels vor Sarah

4.3 Sogno di Giacobbe – Jakobs Traum

4.4 Agar nel deserto – Hagar in der Wüste

4.5 Il Sacrificio di Isacco – Die Opferung des Isaak

4.6 Rachele che nasconde gli idoli – Rahel verbirgt die Idole

5. Giudizio di Salomone – Das Urteil Salomos im Sala Rossa (Tribunalraum)

5.1 Giudizio di Salomone mit Analogien zum Vatikan

5.2 Die Freskierung in venezianischer Tradition Paolo Caliaris (1528-1588)

6. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das ikonographische Programm von Giovanni Battista Tiepolos Freskenzyklus im Palazzo Patriarcale zu Udine und analysiert, inwiefern dieses als politisches Instrument des Patriarchen Dionisio Dolfin zur Behauptung der venezianischen Hoheit gegenüber den habsburgischen Expansionsbestrebungen diente.

  • Politische Konfliktlinie zwischen Venedig und dem habsburgischen Wien im 18. Jahrhundert
  • Ikonographische und ikonologische Deutung der Fresken unter theologischem Aspekt
  • Die Rolle der göttlichen Legitimation und die Beziehung zum Vatikan
  • Tiefenillusionistische Wirkungsweise und künstlerische Einflüsse (Paolo Veronese)
  • Die Funktion der Fresken als Machtdemonstration und rechtliche Manifestation

Auszug aus dem Buch

3. Tiepolos Freskozyklus illusionistischen Stils – Engelssturz im Scalone d' onore (Treppenhaus der Ehre)

Das gesamte ikonographische Programm wird von biblischen Szenen bestimmt und im Scalone d'onore (Treppenhaus der Ehre) eröffnet. Hat der Besucher das Treppenhaus betreten, gelangt er von dort zunächst in die Sala del Trono (Thronsaal). Der Freskenzyklus findet seine Fortsetzung in der Galleria (Galerie) zur rechten Seite und nimmt seinen Ausklang im Sala Rossa (Tribunalraum) zur linken Seite der Sala del Trono. In dieser chronologischen Reihenfolge ist auch Tiepolos Freskenzyklus in seiner ikonographisch-ikonologischer Deutung nachzuvollziehen.

Beginnend im Scalone d'onore versetzt der Engelssturz den Beschauer in Schwindel, wirft er einen Blick nach oben auf das Deckenfresko. Dieses sotto in su (= von unten nach oben) dargestellte Fresko Caduta degli angeli ribelli (Der Fall der aufständigen Engel) lässt einen majestätisch im Bild zentrierten Engel über einem schweben, während die anderen vier Engel unter ihm, auf einen hernieder zu stürzen drohen. Ist der Himmel in seiner Couleur sehr hell gehalten, erscheinen die Engel schablonenhaft und in dunkleren Erdtönen.

Da „der Unterarm“ des im unteren linken Bildrand fallenden Engels „oder der Fuß eines Dämons an der rechten Bildseite über den stuckierten Bildrahmen hinausreichen und selbst in Stuck, d.h. plastisch geformt sind“, verstärkt sich der Eindruck eines Eingreifens der Engel „in den realen Raum“ des Treppenhauses. Das Gemalte und Plastische gehen also ineinander über. Hierin und durch das Himmelsblau intensiviert sich der illusionistische Effekt von Raumtiefe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung stellt den Freskenzyklus von Tiepolo als bedeutendes Frühwerk vor und umreißt die zentrale Fragestellung zur Spiegelung politischer Machtkämpfe im Bildprogramm.

2. Zum historischen Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet den Machtkonflikt zwischen Venedig und Habsburg um das Patriarchat von Aquileia sowie die historische Entwicklung des Palastes und die göttliche Legitimationsgrundlage des Patriarchats.

3. Tiepolos Freskenzyklus illusionistischen Stils – Engelssturz im Scalone d' onore (Treppenhaus der Ehre): Es wird die Eröffnung des Zyklus im Treppenhaus analysiert, wobei der Engelssturz als Ausdruck göttlicher Gerechtigkeit und als Synonym für die Abwehr österreichischer Ansprüche gedeutet wird.

4. Die Galleria Patriarcale: Dieser Teil widmet sich der Analyse der alttestamentlichen Szenen in der Galerie, die als roter Faden die Legitimität des Patriarchats und die Unterordnung unter den Willen Gottes unterstreichen.

5. Giudizio di Salomone – Das Urteil Salomos im Sala Rossa (Tribunalraum): Das Kapitel behandelt den finalen Ausklang des Zyklus, wobei das Urteil Salomos als Analogie zur kirchlichen Jurisdiktion und zum päpstlichen Schutz gedeutet wird.

6. Schlussbemerkungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Fresken eine politisch inszenierte Machtdemonstration sind, die den Schutz durch den Vatikan betont, ohne den Patriarchen selbst apotheotisch zu überhöhen.

Schlüsselwörter

Giovanni Battista Tiepolo, Palazzo Patriarcale, Udine, Dionisio Dolfin, Patriarchat von Aquileia, Habsburg-Venedig, Freskenzyklus, Ikonographie, Machtdemonstration, Barock, Illusionismus, Paolo Veronese, Vatikan, Religiöse Legitimation, Apokalyptik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Freskenzyklus von Giovanni Battista Tiepolo im Palazzo Patriarcale in Udine und untersucht dessen Funktion als politisches Instrument zur Stärkung der venezianischen Position in einem jahrhundertelangen Machtkonflikt mit dem Haus Habsburg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Verflechtung von Kunst und politischer Macht, die religiöse Legitimation des Patriarchats von Aquileia sowie die ikonographische Interpretation biblischer Motive im Kontext des 18. Jahrhunderts.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, inwiefern sich der politische Konflikt Habsburg-Venedig im Bildprogramm der Fresken niederschlägt und welche Aussage der Auftraggeber Dionisio Dolfin damit gegenüber Wien treffen wollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Arbeit nutzt eine ikonographisch-ikonologische Analyse mit einem deutlichen theologischen Schwerpunkt, um die Bildmotive in ihren historischen und politischen Kontext einzuordnen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil behandelt den gesamten Zyklus vom Engelssturz im Treppenhaus über die Patriarchengeschichten in der Galleria bis hin zum Urteil Salomos im Tribunalraum, wobei die Bezüge zur päpstlichen Autorität und zum venezianischen Malstil herausgearbeitet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Tiepolo, Palazzo Patriarcale, Machtdemonstration, venezianische Maltradition, illusionistischer Stil, göttliche Legitimation und der politische Konflikt mit dem Habsburgerreich.

Warum spielt der "Engelssturz" eine so entscheidende Rolle für das Verständnis des Zyklus?

Der Engelssturz im Scalone d'onore dient als Auftakt des Programms und etabliert das Motiv der Gerechtigkeit. Er wird als Symbol für den Sieg des Patriarchats über die "dämonischen" österreichischen Widersacher gedeutet.

Inwieweit lässt sich das "Urteil Salomos" als gezielte politische Antwort interpretieren?

Die Darstellung wird als Antwort auf das Bestreben von Kaiser Karl VI. gesehen, das Patriarchat zu teilen. Durch die Inszenierung Salomons als gerechten Richter wird der Habsburger Kaiser indirekt als machtbesessener Herrscher entlarvt, während die "wahre Mutter" Venedig symbolisiert.

Welche Bedeutung hat die Analogie zum Vatikan für die Argumentation der Autorin?

Die Analogie dient dazu, das Patriarchat fest unter dem Schutz des Vatikans zu positionieren. Dies legitimiert den Anspruch des Patriarchen, da er nicht als konkurrierende Instanz, sondern als treuer Diener der römischen Kirche dargestellt wird.

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Résumé des informations

Titre
Tiepolos Freskenzyklus im Palazzo Patriarcale
Sous-titre
Das Patriarchat unter vatikanischem Schutz
Université
University of Bonn  (Institut für Kunstgeschichte )
Cours
Venezianische Malerei im 18. Jahrhundert
Note
1,7
Auteur
Michelle Eickmeier (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
25
N° de catalogue
V132159
ISBN (ebook)
9783640382538
ISBN (Livre)
9783640382866
Langue
allemand
mots-clé
Giovanni Battista Tiepolo Giambattista Tiepolo Palazzo Patriarcale Udine Palazzo Arcivescovile Udine Aquileia Paolo Caliari Veronese Venezianische Malerei Michelle Eickmeier
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Michelle Eickmeier (Auteur), 2009, Tiepolos Freskenzyklus im Palazzo Patriarcale, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132159
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Extrait de  25  pages
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