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Der bürgerliche Umgang mit Unterschichten, Armut und Not

Inwieweit war die private Wohltätigkeit Teil des bürgerlichen Selbstverständnisses im 19. Jahrhundert?

Title: Der bürgerliche Umgang mit Unterschichten, Armut und Not

Term Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christopher Deeken (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Armut, Leid und Elend hat es in der Geschichte der Menschheit schon immer gegeben. Auch in der heutigen Zeit nimmt beispielsweise die Zahl der armen Kinder und Jugendlichen in einem sehr bedenklichen Maße zu. Im Rahmen meiner hier vorliegenden Hausarbeit habe ich mich einem wichtigen Bereich des bürgerlichen Armenwesens aus dem 19. Jahrhundert genähert, der Privatwohltätigkeit. Dabei möchte ich untersuchen inwieweit sich die von mir aufgestellte These, dass der private, oft auch ehrenamtliche Umgang mit den gesellschaftlichen Armutsproblemen Teil ihres bürgerlichen Selbstverständnisses war, bestätigen lässt. Zur Annäherung an dieses Thema werde ich zu Beginn meiner Ausführungen zunächst grundlegendes über die Ausmaße, Gründe und die Folgen der Armut im Deutschland des 19. Jahrhunderts darlegen. Danach folgt eine Vorstellung des Vereins als das entscheidende Medium der privaten Wohltätigkeit, mit Nennung der Vor- und Nachteile dieser Institutionen. Im Anschluss daran werde ich den bürgerlichen Umgang in der Privatwohltätigkeit anhand von einigen praxisbezogenen Beispielen im Detail beleuchten. Dabei werde ich zunächst auf die Tradition des Stiftens eingehen, bevor ich mich weiteren Tätigkeitsfeldern wie der der Errichtung von Wanderarbeitsstätten oder Armenschulen widme, wobei auch die religiös motivierte Wohltätigkeit und kirchliche Armenpflege Thema meiner Darstellung sein wird. Um den Bezug zu meiner Ausgangsfrage zu halten, gehe ich im Zuge dieser Ausführungen auch auf die Motive des Handelns und die Kriterien der Bürger für ihre Hilfeleistung ein. Im Folgenden widme ich mich der Bedeutung der Frauen in der privaten Wohltätigkeit und zeige auf, wie sich weibliches ehrenamtliches Engagement genau darstellte und welche Motive hierfür ausschlaggebend waren. Zum Ende meiner Ausführungen werde ich nach einem kurzen Ausblick über die weitere Entwicklung der Privatwohltätigkeit in einem Fazit versuchen, ein abschließendes Resumee bezüglich meiner zu Beginn aufgestellten These zu ziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Hauptteil

2.1. Die Ausgangslage: Die Ausmaße der Armut im Deutschland des 19. Jahrhunderts, die Gründe und die Folgen

2.2. Der Verein als das Medium der privaten Wohltätigkeit:

2.3. Der bürgerliche Umgang mit Armut in Form von Privatwohltätigkeit

2.3.1.Das Stiftungswesen

2.3.2. Motive des Stiftens

2.3.3.Weitere Formen bürgerlichen Umgangs mit Armut (Armenschulen, Kinderbewahranstalten, Wanderarbeitsstätten):

2.3.4. Religiös motivierte Privatwohltätigkeit und kirchliche Armenpflege:

2.4. Die Bedeutung der Frauen in der privaten Wohltätigkeit:

2.5. Ein Ausblick

3. Schluss/ Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle der privaten Wohltätigkeit als integralen Bestandteil des bürgerlichen Selbstverständnisses im 19. Jahrhundert, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, inwiefern dieses ehrenamtliche Engagement eine bewusste Reaktion auf soziale Missstände darstellte oder der Disziplinierung der Unterschichten diente.

  • Strukturwandel und Entstehung der Armut im 19. Jahrhundert
  • Die Institutionalisierung der Hilfe durch Vereine und Stiftungen
  • Motive bürgerlichen Stiftungs- und Spendenverhaltens
  • Das spezifische Engagement von Frauen in der Wohltätigkeitsarbeit
  • Die Rolle der Religion und kirchlicher Institutionen bei der Armenfürsorge

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Motive des Stiftens

Die Motive des Stiftens waren von Fall zu Fall unterschiedlich, doch in jedem Falle war es Ziel des Stifters, ob alleine oder im Kollektiv „[…] unabhängig und zum Teil in Konfrontation mit dem Staat, bestimmte Räume der Gesellschaft entsprechend seinen Vorstellungen[…]“10 zu gestalten. So hatten sie sehr genau Vorstellungen darüber, wer in die von ihm finanzierten Wohnungen einzog oder welcher Student tatsächlich ein Stipendium erhalten durfte.

Die große Anzahl der Stiftungen im 19. Jahrhundert scheinen zu belegen, dass das Bürgertum eher dazu neigte, eigene Ideen für die Linderung und Bewältigung sozialer Probleme und Herausforderungen zu entwickeln, statt auf Lösungsvorschläge des Staates zu warten. Demzufolge dürfen die stifterischen Aktivitäten als „[…] eine Reaktion auf zentrale Probleme der industriellen Gesellschaft- Wohnungsnot der Unterschichten, fehlende medizinische Grundversorgung für die Unterschichten[…]“11 angesehen werden.

Neben dem Streben nach gesellschaftlicher Anerkennung und Integration war der Glauben an die religiös- transzendentale Tradition des Schenkungsaktes, durch welchen die Sicherung des eigenen Seelenheils gewährleistet werden sollte, ein weiteres Motiv.

So sollte das gestiftete Vermögen dem Stifter die immerwährende Fürbitte sicherstellen und tatsächlich war es nicht selten, dass „[…] sich die Beschenkten verpflichteten, am Todestag des Stifters ihm zu Ehren eine Messe lesen zu lassen“12.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Privatwohltätigkeit als Teil des bürgerlichen Selbstverständnisses ein und stellt die zentrale These der Hausarbeit auf.

2.Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Ursachen der Armut im 19. Jahrhundert und beleuchtet detailliert die verschiedenen Organisationsformen privater Hilfe wie Vereine, Stiftungen und das spezifische Engagement von Frauen.

2.1. Die Ausgangslage: Die Ausmaße der Armut im Deutschland des 19. Jahrhunderts, die Gründe und die Folgen: Dieses Kapitel erläutert die sozioökonomischen Strukturwandlungen durch die Industrialisierung und den Bevölkerungszuwachs als Haupttreiber der Armut.

2.2. Der Verein als das Medium der privaten Wohltätigkeit:: Hier wird die Rolle des Vereins als zentrale Rechts- und Organisationsform für bürgerliches Engagement kritisch betrachtet.

2.3. Der bürgerliche Umgang mit Armut in Form von Privatwohltätigkeit: Dieses Kapitel fasst das methodische Vorgehen des Bürgertums bei der Linderung von Armut in verschiedenen Sektoren zusammen.

2.3.1.Das Stiftungswesen: Es wird die Bedeutung von Stiftungen für soziale Zwecke, wie den Wohnungsbau, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts analysiert.

2.3.2. Motive des Stiftens: Dieses Kapitel ergründet die unterschiedlichen Beweggründe der Stifter, von sozialer Anerkennung über die Gestaltung gesellschaftlicher Räume bis hin zu religiösen Verpflichtungen.

2.3.3.Weitere Formen bürgerlichen Umgangs mit Armut (Armenschulen, Kinderbewahranstalten, Wanderarbeitsstätten):: Hier werden pädagogische und disziplinierende Ansätze wie Armenschulen und Einrichtungen für Kinder berufstätiger Eltern beschrieben.

2.3.4. Religiös motivierte Privatwohltätigkeit und kirchliche Armenpflege:: Dieser Abschnitt untersucht den Beitrag kirchlicher Organisationen und religiös geprägter Laienbewegungen zur sozialen Hilfe.

2.4. Die Bedeutung der Frauen in der privaten Wohltätigkeit:: Dieses Kapitel stellt die Rolle der Frau als Trägerin sozialer Arbeit dar, die hierin eine Möglichkeit zur Emanzipation und gesellschaftlichen Teilhabe sah.

2.5. Ein Ausblick: Der Ausblick zeigt die Grenzen des voluntaristischen Solidaritätsmodells auf und thematisiert erste Ansätze zur Rationalisierung der Wohltätigkeit in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts.

3. Schluss/ Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass private Wohltätigkeit ein wesentlicher, wenn auch ambivalenter Bestandteil bürgerlicher Identität war.

Schlüsselwörter

Privatwohltätigkeit, 19. Jahrhundert, Bürgertum, Armenfürsorge, Stiftungswesen, Vereinswesen, Industrialisierung, Pauperismus, soziales Engagement, weibliches Engagement, Wanderbettelei, soziale Disziplinierung, Wohltätigkeitsvereine, Philanthropie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Art und Weise, wie das Bürgertum im 19. Jahrhundert mit Armut und sozialen Notlagen umging und wie sich dies in einer privaten Wohltätigkeitskultur widerspiegelte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die sozialen Folgen der Industrialisierung, die Rolle von Vereinen und Stiftungen sowie das spezifische Engagement von Frauen und kirchlichen Akteuren in der Armenfürsorge.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel besteht darin, zu belegen, dass der private und oft ehrenamtliche Umgang mit Armut ein zentraler Bestandteil des bürgerlichen Selbstverständnisses war.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und zeitgenössischen Beispielen basiert, um das Wirken bürgerlicher Wohltätigkeit zu systematisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Armutsursachen, die Darstellung verschiedener Rechtsformen der Wohltätigkeit (Vereine, Stiftungen) und die Untersuchung der handelnden Akteure wie Stifter und Frauen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die zentralen Konzepte sind Privatwohltätigkeit, bürgerlicher Gemeinsinn, soziale Disziplinierung und die sozioökonomische Transformation im 19. Jahrhundert.

Inwieweit spielten Frauen eine Rolle bei der privaten Wohltätigkeit?

Frauen nutzten die Wohltätigkeit als einen der wenigen zugänglichen Bereiche des öffentlichen Lebens, um soziale Macht auszuüben und traditionelle Werte zu bewahren, auch wenn ihr politischer Einfluss dadurch kaum wuchs.

Warum war das Stiftungswesen im 19. Jahrhundert so populär?

Stiftungen boten dem wohlhabenden Bürgertum die Möglichkeit, eigene gesellschaftliche Vorstellungen umzusetzen, soziales Ansehen zu gewinnen und zugleich staatliche Versäumnisse in der Sozialpolitik zu kompensieren.

Wie unterschied sich die Wohltätigkeit gegenüber verschiedenen Armengruppen?

Während man den verarmten Mittelstand gezielt unterstützte, versuchte man gegenüber Bettlern und Landstreichern oft eine disziplinierende oder ausschließende Haltung einzunehmen, was das Armenhaus teilweise zur Zwangsanstalt machte.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Wirksamkeit?

Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass private Wohltätigkeit zwar ein wichtiges bürgerliches Identitätsmerkmal war, aber an organisatorische Grenzen stieß und letztlich eine stärkere Koordination und staatliche Einbindung erforderte.

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Details

Title
Der bürgerliche Umgang mit Unterschichten, Armut und Not
Subtitle
Inwieweit war die private Wohltätigkeit Teil des bürgerlichen Selbstverständnisses im 19. Jahrhundert?
College
University of Münster
Course
Stadt und Bürgertum im 19. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Christopher Deeken (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V132212
ISBN (eBook)
9783640417872
ISBN (Book)
9783640417803
Language
German
Tags
Umgang Unterschichten Armut Inwieweit Wohltätigkeit Teil Selbstverständnisses Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Deeken (Author), 2007, Der bürgerliche Umgang mit Unterschichten, Armut und Not, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132212
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