In dieser Arbeit soll es darum gehen, wie die Wahrnehmung von Managern ist, wenn opportunistisch handelnde Unternehmen eine neue Technologie implementieren wollen und wie stark die darauffolgende Technik-Akzeptanz voraussichtlich sein wird. Zudem wird diese Problemstellung in einen Zusammenhang mit der Equity-Theorie gestellt.
Dafür werden im nächsten Kapitel ebenjene Theorie und auch die dazugehörigen Maßnahmen skizziert, welche Subjekte vornehmen können, um die wahrgenommene Gerechtigkeit wiederherzustellen, falls ein Gefühl der Ungerechtigkeit herrscht. In Kapitel 3 wird anfangs definiert, was Akzeptanz überhaupt ist, um im weiteren Verlauf spezifisch auf die Ursachen der Technik-Akzeptanz einzugehen und dann auf etwaige Management-Implikationen zu sprechen zu kommen. Anschließend wird Corporate Social Responsibility (CSR) erklärt, um ein Bild eines Unternehmens zeichnen zu können, welches im Sinne der CSR unverantwortlich handelt, und wie Manager sich daraufhin bei der Implementierung einer Management-Entscheidungssoftware verhalten können – in Bezug auf die wahrgenommene Gerechtigkeit und auf die Akzeptanz von neuen Technologien. Auf diese Weise wird verdeutlicht, wie Unternehmen mit einer negativ wahrgenommenen gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung nicht handeln sollten, wenn es um die Implementierung neuer Technologien geht und welche Auswirkungen jenes auf das Ungerechtigkeitsempfinden der Manager haben könnte. Im letzten Teil werden die eventuellen negativen Auswirkungen eines solchen Handelns aufgezeigt und Handlungsempfehlungen vorgestellt, welche Unternehmen vornehmen könnten, um solche Situationen zu vermeiden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wissenschaftliche Darstellung der Equity-Theory
3. Wissenschaftliche Darstellung der Technik-Akzeptanz
4. Anwendung der Equity-Theorie auf die Technik-Akzeptanz und Zusammenbringen mit pCSR
5. Reflexion
Zielsetzung & Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht das Zusammenspiel zwischen dem Managementverhalten in Bezug auf Corporate Social Responsibility (CSR) und der wahrgenommenen Gerechtigkeit von Mitarbeitern bei der Einführung neuer Technologien, um deren Auswirkungen auf die Technik-Akzeptanz zu analysieren.
- Grundlagen der Equity-Theorie nach Adams (1963)
- Faktoren der Technik-Akzeptanz im organisatorischen Kontext
- Zusammenhang zwischen unfairem Managementhandeln und Technik-Akzeptanz
- Konsequenzen von Corporate Social Irresponsibility (CSI) auf das Mitarbeitervertrauen
- Handlungsempfehlungen für ein verantwortungsvolles Management bei Technologieimplementierungen
Auszug aus dem Buch
Wissenschaftliche Darstellung der Equity Theory
Die Equity-Theorie beschäftigt sich mit der Frage nach der relativen Ungerechtigkeit bei sozialen Austauschprozessen (vgl. Adams, 1963, S. 422–424; Greenberg, 1990, S. 399 f.) und wie jene reduziert bzw. beseitigt werden kann (vgl. Adams, 1965, S. 283–296). Dieser Austausch findet in der Regel zwischen zwei Personen statt, kann jedoch auch ein Vergleich sein zwischen einem Selbst und einer unmittelbaren Person aus der gleichen Gruppe (Arbeitskollegen), wobei eine dritte Partei (Arbeitgeber) involviert sein kann, oder aber auch der Vergleich zwischen einem Selbst und sich selbst in einer früheren Position bzw. in der Vergangenheit (vgl. Adams, 1965, S. 280). Adams spricht von Inputs und Outputs (vgl. Adams, 1963, S. 423). Inputs können z. B. Bildung, Geschlecht, Alter, Berufserfahrung, aber auch Attraktivität, Gesundheit und Status des/der Partners/Partnerin sein (vgl. Adams, 1965, S. 276 f.) und Outcomes z. B. ein besserer Parkplatz, bessere Berufsbezeichnung, höheres Gehalt, etc. (vgl. Adams, 1965, S. 278).
Die Theorie basiert auf den beiden Konzepten der relativen Deprivation und der distributiven Gerechtigkeit (vgl. Adams, 1965, S. 268). Die relative Deprivation bezeichnet die subjektiv wahrgenommene Entbehrung bzw. Beraubung von Attributen, welche einem selbst zugesprochen werden sollten, basierend auf vermeintlich wichtigen Inputs. Die Diskrepanz zwischen dem was eine Person hat und dem was dieser Person, ihrer Meinung nach, zusteht, und dem was einem anderen gewährt wird, führt zu Spannungen im sozialen Kontext (vgl. Runciman, 1980).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darlegung der Relevanz von Equity-Theorie und Technik-Akzeptanz im organisatorischen Umfeld sowie die Skizzierung der Forschungsabsicht.
2. Wissenschaftliche Darstellung der Equity-Theory: Erläuterung der theoretischen Grundlagen bezüglich sozialer Austauschprozesse sowie der Mechanismen zur Wiederherstellung von gefühlter Gerechtigkeit bei Diskrepanzen.
3. Wissenschaftliche Darstellung der Technik-Akzeptanz: Definition und Messung der Technik-Akzeptanz sowie Analyse relevanter Einflussfaktoren und Management-Implikationen.
4. Anwendung der Equity-Theorie auf die Technik-Akzeptanz und Zusammenbringen mit pCSR: Verknüpfung von CSR-Prinzipien mit der Gerechtigkeitswahrnehmung bei Technologieimplementierung und den Folgen von verantwortungslosem Unternehmenshandeln.
5. Reflexion: Fazit und Zusammenfassung der Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Unternehmensreputation, Vertrauen und Akzeptanz durch die Mitarbeitenden.
Schlüsselwörter
Equity-Theorie, Technik-Akzeptanz, Corporate Social Responsibility, CSR, Corporate Social Irresponsibility, CSI, Management, soziale Gerechtigkeit, relative Deprivation, Mitarbeiter, Organisation, Interaktion, Arbeitsplatz, Vertrauen, Implementierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Hausarbeit primär?
Die Arbeit analysiert, wie opportunistisches Verhalten von Unternehmen bei der Einführung neuer Technologien das Gerechtigkeitsempfinden von Managern und Mitarbeitenden beeinträchtigt und dadurch die Akzeptanz der jeweiligen Technologie negativ beeinflussen kann.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Arbeit verknüpft organisationspsychologische Grundlagen der Equity-Theorie mit Modellen zur Technik-Akzeptanz und bewertet dies im Kontext von Corporate Social Responsibility (CSR).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, wie die Wahrnehmung von Managemententscheidungen in Bezug auf gesellschaftliche Verantwortung (CSR) das Vertrauen in Organisation und Technologie beeinflusst und welche Konsequenzen dies für die Technik-Akzeptanz hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der bestehende sozialpsychologische und betriebswirtschaftliche Theorien und empirische Studien herangezogen werden, um das Managementverhalten und dessen Auswirkungen zu bewerten.
Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Equity-Theorie nach Adams, die Analyse von Technik-Akzeptanz-Modellen (wie TAM) und die Anwendung dieser Konzepte auf unethisches Unternehmenshandeln (CSI) sowie die daraus resultierenden Implikationen für das Management.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Equity-Theorie, Technik-Akzeptanz, CSR, Corporate Social Irresponsibility, Vertrauen, Gerechtigkeitsempfinden und Managementverhalten.
Wie beeinflusst das Gefühl der Ungerechtigkeit laut Equity-Theorie die Arbeitsleistung?
Wenn Mitarbeitende das Gefühl haben, ihre Inputs und Outcomes stünden in keinem gerechten Verhältnis zueinander, kann dies zu einer Reduktion der Arbeitsleistung führen oder bei Überbezahlung zu Schuldgefühlen und einer gesteigerten Anstrengung, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Was bedeutet in diesem Kontext das Konzept von "pCSR" (bzw. CSR)?
Es bezeichnet die Verantwortung von Unternehmen gegenüber der Gesellschaft, die über den reinen ökonomischen Profit hinausgeht und die ethischen Erwartungen der Stakeholder, wie hier die Mitarbeitenden, mit einbezieht.
Welche Rolle spielt Vertrauen bei der Implementierung neuer Softwareprojekte?
Vertrauen fungiert als moderierender Faktor; sinkt das Vertrauen in die Organisation aufgrund als unfair wahrgenommener Implementierungsprozesse, sinkt auch die wahrgenommene Nützlichkeit der Technologie, was schlussendlich die Akzeptanz und Nutzung mindert.
Was ist die "ultima ratio" für einen Manager bei Gerechtigkeitsproblemen?
Das Dokument nennt die Kündigung als extremste Konsequenz, warnt jedoch davor, da ein solcher Schritt die Gesamtsituation der Unternehmung weiter verschlechtern und das Image der Firma in der Gesellschaft nachhaltig schädigen kann.
- Quote paper
- Maximilian Sidorowicz (Author), 2020, Equity-Theorie, Technik-Akzeptanz und Manager in Verbindung mit pCSR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1322219