Analyse der Wirkung des E-Procurement auf Bestände und Prozeßgeschwindigkeit innerhalb einer Supply Chain


Studienarbeit, 2009
19 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG
1.1 Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
1.3 Abgrenzung

2 GRUNDLAGEN
2.1 Supply Chain
2.1.1 Definition
2.1.2 Ursprung
2.1.3 Entwicklung
2.1.4 Bestandteile
2.2 E-Procurement
2.2.1 Definition
2.2.2 Entwicklung
2.2.3 Arten vonE-Procurement
2.2.3.1 E-Sourcing
2.2.3.2 E-Ordering

3 AUSWIRKUNGEN DES E-PROCUREMENT AUF EINE SUPPLY CHAIN
3.1 Prozessgeschwindigkeit
3.2 Bestande
3.3 Komplexitatskosten

4 ZUSAMMENFASSUNG

5 QUELLENVERZEICHNIS

6 LITERATURVERZEICHNIS

1 Einleitung

„Der Gewinn liegt im Einkauf - diese alte Kaufmannsweisheit gilt, weiterhin, uneingeschrankt.[1] Der zunehmenden Globalisierung und der damit verbundenen Intensivierung des weltweiten Wettbewerbs konnten bis jetzt zum einen durch verstarkte Kooperationen[2] als auch zum anderen durch die Hebung erheblicher Synergien in den Bereich Produktion und Vertrieb[3] begegnet werden. Die einzig verbliebenen (grofieren) Einsparpotenziale befinden sich nun im Beschaffungsbereich.

1.1 Zielsetzung

Aus denn, im Rahmen des Moduls BWL 33, zur Verfugung stehenden Themen wurde das Thema: Analyse der Wirkung des E-Procurement auf Bestande und Prozessgeschwindigkeit in einer Supply Chain ausgewahlt.

Die Gesamtzielsetzung ist dabei die Erorterung der Begriffe Supply Chain und E- Procurement sowie die Entwicklung der jeweiligen Konzepte. Dies geschieht zunachst in einem theoretischen Grundlagenteil. Die Auswirkungen einer E- Procurement Einfuhrung auf eine Supply Chain ist Bestandteil, des darauf folgenden analytischen Teils.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei zusatzlich auf den folgenden Fragestellungen.

- Welche Auswirkungen hat die Einfuhrung auf die Prozessgeschwindigkeit?
- Welche Auswirkung hat die Einfuhrung auf die Bestande?

1.2 Vorgehensweise

Nachdem in den einschlagigen Lemeinheiten der Module BWL01, BWL02, BWL03 ANS01, WEB01 sowie WEB03 erste verwertbare Inhalte gefUnden wurden erfolgten weitere Recherchen uber das Internet. Nachdem die relevante Literatur eingegrenzt und uber das Internet bzw. auf postalischem Wege bezogen wurde, begann das Studium dieser Unterlagen und damit einhergehend die Konzeptionierung sowie Ausarbeitung dieses Assignments.

1.3 Abgrenzung

Zielsetzung dieser Arbeit ist nicht die Ausarbeitung oder Aufbearbeitung der Begriffen Supply Chain und E-Procurement, wie schon so haufig geschehen, unter einem dedizierten Betrachtungswinkel oder die Positionierung beider Begriffe im Kontext der Uberbegriffe E-Business oder E-Commerce. Vielmehr geht es in dieser Arbeit um die generalistische Vorstellung der beiden Konzepte sowie um die entsprechenden Auswirkungen, gemafi der bestehenden Fragestellung.

2 Grundlagen

Mit den beiden Begriffen Supply Chain und E-Procurement wurden in der Vergangenheit, besonders wahrend der Ara der New Economy, unrealistische Einsparpotenziale assoziiert. Vor allen Dingen im Zusammenhang mit E- Procurement Losungen existierte eine sehr unubersichtliche Anbieterlandschaft. Diese Unternehmen, haufig klassische Start ups, gingen zumeist mit unausgereiften Produkten zumindest aber mit unrealistischen Versprechungen, in Bezug auf die zu erzielenden Einsparpotenziale, auf Kundenfang. Nach der abrupten Beendigung des Booms setzte eine Anbieter- und Produktkonsolidierung ein, die zu inzwischen ausgereiften und praktikablen Komplettlosungen fuhrte.

Im folgenden Grundlagenteil werden zum einen die beiden Anglizismen Supply Chain als auch E-Procurement ubersetzt, definiert und deren Entwicklung aufgezeigt.

Im letzten Teil der Arbeit werden die beiden Begriffe zueinander in Kontext gebracht. Dabei wird aufgezeigt, dass das Konzept E-Procurement mithin ein integraler (Bestand-)Teil einer Supply Chain sein kann.

2.1 SupplyChain

Im nun folgenden Teil soil der Begriff Supply Chain naher erortert werden.

Die Begriffe Supply Chain und Supply Chain Management werden in der einschlagigen Literatur haufig synonym verwendet.

Begonnen wird zuerst mit einer Definition des Begriffs, um dann kurz den Ursprung sowie die Entwicklung aufzuzeigen, die mit einem Ausblick endet. Abgeschlossen wird die Betrachtung durch die Vorstellung der Basisprozesse einer idealtypischen Supply-Chain anhand der Vorstellung des Supply-Chain Operations Reference- model.

2.1.1 Definition

Der englische Begriff Supply Chain bedeutet in das Deutsche ubersetzt so viel wie Versorgungskette, Lieferkette oder auch Beschaffungs-/Wertschopfungskette. In der Literatur gibt es eine Vielzahl von Definitionen fur den Begriff Supply Chain, die in der Regel vom jeweiligen Betrachtungswinkel, wie bspw. physischen Warenflussen oder prozessualen Uberlegungen dominiert werden.

Im Allgemeinen dominierenjedoch die angloamerikanischen Definitionen.

Unter einer Supply Chain, soll im Weiteren die vollstandige Integration aller notwendigen internen und externen Prozessschritte, sowie deren Ausrichtung, an den (End-) Kundenbedurfnissen, zur Erstellung von Waren oder Dienstleistungen verstanden werden.

Eine Supply Chain kann somit als auch als Unternehmensnetzwerk entlang der jeweiligen Wertschopfungskette, das durch den Nachfrager bestimmt wird,[4] verstanden werden.

2.1.2 Ursprung

Der Ursprung des Begriffs Supply Chain stammt nicht aus dem akademischbetriebswirtschaftlichen Umfeld sondern aus der betrieblichen Praxis. Anfang der 80er Jahre wurde der Begriff durch Unternehmensberater in den Vereinigten Staaten etabliert und gegen Ende der 80er Jahre begann, die fortlaufende Weiterentwicklung.[5] Im Laufe der 90er Jahre etablierte sich der Begriff, zunehmend, auch im deutschsprachigen Raum.[6]

Einzelne Ansatze bzw. Fragmente des Konzeptes Supply Chain, die aus den unterschiedlichsten betriebswirtschaftlichen Teildisziplinen, wie bspw. dem Marketing stammen, existieren bereits seit den 50er Jahren.[7]

2.1.3 Entwicklung

Die Entwicklung des Supply Chain- Konzeptes lasst sich nach Baumgarten in vier idealtypische Entwicklungsstufen unterteilen.[8]

Baumgarten nennt dabei die Stufen interne Integration, Informationsaustausch, kollaboratives Management sowie Synchronisation und Reduzierung.

Die erste der evolutionaren Stufen, die Integration der Funktionen interner Supply Chains beinhaltete zu beginn der 90er Jahre die innerbetriebliche Integration zwischen den einzelnen Unternehmensbereichen sowie die Definierung von dazugehorigen Prozessketten. Diese Bemuhungen wurden durch die technologische Entwicklung im Bereich der Hard- und Software ermoglicht bzw. gestutzt.

Mit dem verstarkten aufkommen der Internettechnologie, gegen Mitte der 90er Jahre begann die zweite Phase, die Phase des Informationsaustausches zwischen Kunden, Lieferanten und Dienstleistern. In dieser Phase wurden die ersten Wertschopfungsallianzen gegrundet. Das Ergebnis war die Weiterentwicklung von Teile-Lieferanten zu System-Lieferanten, die anstelle von Einzelteilen ganze Module / Baugruppen lieferten (bspw. Automobilbau) bzw. von Frachtfuhrern, die sich zu Logistikpartnern entwickelten.

Ausgehend von dieser zweiten Entwicklungsstufe und erneut durch die technologische Entwicklung forciert, begann zu beginn dieses Jahrtausends die Phase des kollaborativen Managements kompletter Netzwerke. Inhalt dieser Phase ist in erster Linie die Kommunikation bzw. der Informationsaustausch in real-time, also Echtzeit, so wie die Verarbeitung bzw. Berucksichtigung dieser Erkenntnisse mit ihren Auswirkungen auf die jeweilige Produktionsstufe sowie die gesamte Supply Chain. (Advanced Planning and Scheduling). Die vierte und letzte Phase der Entwicklung, die eher einen Ausblick in die Zukunft gewahrt, als die Gegenwart darzustellen, ist die der Synchronisation und Reduzierung interner wie externen Supply Chains. Zentraler Punkt dieser Phase ist das E-Business und die daraus resultierenden Moglichkeiten. Ausgehend von sich bildenden, riesigen, Netzwerken wird eine Reduzierung der Supply Chains angestrebt, um die Komplexitat zu reduzieren und die Transparenz zu steigern. Damit verbunden sollen zukunftig durch verstarkte Nutzung von Kopplungssystemen und Web- Plattformen die Moglichkeiten von forecasts weiter ausgebaut werden.

Wie weit kommende technische Innovationen diese Visionen, wie in der Vergangenheit bereits geschehen, begunstigen, bleibt abzuwarten.

2.1.4 Bestandteile

Um die Grundlagen fur ein einheitliches Supply Chain Model zu schaffen grundet sich im Jahre 1996 das Supply Chain Council. Das Ziel dieser Nonprofit Organisation war und ist die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung eines Referenz Models (Supply Chain Operations Reference-model - SCOR- Model). Durch das gewonnene Model bestand plotzlich die Moglichkeit Supply- Chains zu operationalisieren, eindeutig definierte Prozess und Prozessketten, inner- und aufierbetrieblich abzustimmen und darauf basierend softwaregestutzte Funktionalitatsimplementierung zu realisieren. Das entwickelte Referenzmodell das momentan in Version 9.0 zur Verfugung steht beinhaltet funf Basisprozesse sowie drei unterschiedliche Prozesstypen, mit denen eine idealtypische Supply- Chain modelliert werden kann. Bei diesen Basisprozessen handelt es sich um das planen, beschaffen, herstellen, liefern und das zurucknehmen. Bei den Prozesstypen existieren der Planungsprozess, der Ausfuhrungsprozess sowie der Ermoglichungsprozess.

2.2 E-Procurement

Im Weiteren wird zunachst mit der Definierung des Begriffs des E-Procurement begonnen, gefolgt von einer Betrachtung der jeweiligen Entwicklungsstufen. Entsprechend dem Zweck der Beschaffung kann der Verwendungszusammenhang fur Produkte entweder direkt im Kerngeschaft des Unternehmens oder indirekt im Verbrauch bzw. Gebrauch der Produkte im Unternehmen liegen.[9] Darauf aufbauend werden die Arten des E-Procurement, so wie deren jeweilige Eignung fur spezifische Produkte (direkte / indirekte) aufgezeigt. Dabei wird jeweils im konkreten Zusammenhang der, durch eine E-Procurement Implementierung, zu erzielende Mehrwert aufgezeigt.

2.2.1 Definition

Der englische Begriff Procurement bedeutet ubersetzt Besorgung oder Beschaffung. Das E- deutet an das die Beschaffung auf „elektronischem“ Wege erfolgt. In der relevanten Literatur existieren mannigfaltige Definitionen. Im weiteren Verlauf soll die folgende Definition Gultigkeit besitzen.

E-Procurement ermoglicht es Unternehmen, Guter zu den geringsten Gesamtkosten zu beschaffen, wobei der komplette Beschaffungsprozess in teilen oder voll umfanglich automatisiert ist.

Beim E-Procurement stehen die eigenen Geschaftsprozesse sowie die dort erzielbaren Leistungsverbesserungen im Vordergrund.[10]

2.2.2 Entwicklung

Die Entwicklung des E-Procurement weifit einen, dem Supply Chain, ahnlichen Verlauf auf. Es bestehen somit starke Abhangigkeiten zu den technologischen Rahmenbedingungen. Deshalb sollen, kurz, die Entwicklungsstufen unter Betrachtung der technischen Komplexitat aufgezeigt werden.

Die elektronische Beschaffung lasst sich in sechs (Entwicklungs-)Phasen bzw. Entwicklungsstufen unterteilen.

[...]


[1] Lindner Stephan, Proferment als Strategie des Einkaufsmanagements - Betriebswirtschaftliche Chancen und rechtliche Rahmenbedingungen, Saarbrucken, 2008, Seite 1

[2] Werner Hartmut, Supply Chain Management, Grundlagen, Strategien, Instrumente und Controlling, 3. Auflage, Wiesbaden 2008, Seite 41

[3] Stoll Patrick, Der Einsatz von E-Procurement in mittelgrofien Unternehmen, Konzeptionelle Uberlegungen und explorative Untersuchung, Wiesbaden, 2008, Seite 1

[4] Corsten Hans, Gossinger Ralf, Einfuhrung in das Supply Chain Management, 2. Auflage, Munchen, 2008, Seite 98

[5] Corsten Hans, Gossinger Ralf, Einfuhrung in das Supply Chain Management, Seite 108

[6] Werner Hartmut, Suppe Chain Management, Seite 3

[7] Standler Hartmut, Killer Christoph, Supply Chain Management and Advanced Planing, Concepts, Models, Software and Case Studies, 4. Auflage, Berlin, Heidelberg, 2008, Seite 25

[8] Werner Hartmut, Supply Chain Management, Seite 13

[9] Landeka Davor, Optimierung des Beschaffungsprozesses durch E-Procurement, Hamburg, 2002, Seite 50

[10] Illik Anton, Anwendungen des Web-Business- Web-basierte Logistik und Beschaffung, o. O. 2003

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Analyse der Wirkung des E-Procurement auf Bestände und Prozeßgeschwindigkeit innerhalb einer Supply Chain
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V132232
ISBN (eBook)
9783640381203
ISBN (Buch)
9783640380879
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Supply Chain, E-Sourcing, E-Ordering, Maverick Buying, E-Procurement
Arbeit zitieren
Thomas Pichlmeier (Autor), 2009, Analyse der Wirkung des E-Procurement auf Bestände und Prozeßgeschwindigkeit innerhalb einer Supply Chain, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132232

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