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Volksentscheid und Referendum

Direkte Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland

Titre: Volksentscheid und Referendum

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 32 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Nico Mehlhorn (Auteur)

Politique - Système politique de l'Allemagne
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Résumé Extrait Résumé des informations

[...] Das Thema „Direkte Demokratie“ beschäftigt Politiker und Wissenschaftler bereits seit langer
Zeit. Die Anfänge liegen schon in der Antike, genauer in der athenischen Demokratie im 5.
und 6. Jahrhundert vor Christus. Hier wurden alle wichtigen Entscheidungen von der
Volksversammlung aller voll berechtigten Bürger getroffen. In der Folgezeit setzten sich
Monarchien und der Absolutismus in Europa durch. Erst im 18. Jahrhundert entflammte eine
erneute Diskussion darüber, ob Souveränität repräsentierbar ist. Zu nennen sind hier vor allem
zwei verschiedene Ansichten: Einerseits die der Federalists, für die eine Herrschaft des
Volkes undenkbar war. Andererseits die des Jean-Jacques Rousseau, für den Souveränität
unübertragbar und unveräußerlich war. Allerdings konnte sich Rousseaus Ansatz nicht
durchsetzen, da er unverkennbare Schwächen hatte.
In der Bundesrepublik Deutschland sieht das Grundgesetz keine direktdemokratischen
Entscheidungsverfahren vor. Einzig in den Artikeln 29 und 146 werden dem Volk direkte
Einflussmöglichkeiten eingeräumt, wenn eine neue Verfassung in Kraft treten
beziehungsweise das Bundesgebiet neu gegliedert werden soll.
Das politische System der Bundesrepublik Deutschland hat sich seit 1949 als äußerst stabil
erwiesen. Bewusst wurden keine direktdemokratischen Elemente in die Verfassung
aufgenommen. Zu sehr waren das Scheitern der Weimarer Republik und dessen Folgen im
Bewusstsein der Menschen verankert. Heute allerdings besteht unter Wissenschaftlern der
Konsens, dass die Weimarer Republik nicht an Volksentscheiden oder anderen plebiszitären
Mitteln gescheitert ist. Deutlich wird die Angst, die mit direkter Demokratie 1949 verbunden
war, in folgenden Worten des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss: „Das Volksbegehren,
die Volksinitiative, in den übersehbaren Dingen mit einer staatsbürgerlichen Tradition
wohltätig, ist in der Zeit der Vermassung und Entwurzelung, in der großräumigen Demokratie
die Prämie für jeden Demagogen und die dauernde Erschütterung des mühsamen Ansehens,
worum sich die Gesetzgebungskörper, die vom Volk gewählt sind, noch werden bemühen
müssen, um es zu gewinnen.“ Erst in den sechziger Jahren entstanden erste Bewegungen,
beispielsweise Studentenbewegungen, die sich für die Einführung von direktdemokratischen Elementen einsetzten. Mit der Wende kam es schließlich in allen deutschen Bundesländern
zur Ausbildung und Verankerung solcher in den Verfassungen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Volksinitiative und Referendum – zur Theorie direkter Demokratie

2.1. Grundlagen

2.2. Das Quorum – notweniges Übel oder unnötiges Hindernis?

3. Direkte Demokratie im internationalen Vergleich

3.1. Direkte Demokratie in der Schweiz

3.2. Direkte Demokratie in Österreich

3.3. Fazit

4. Direkte Demokratie in den deutschen Bundesländern

4.1. Regelungen im Überblick

4.2. Die Praxis im Überblick

4.3. Direkte Demokratie in Sachsen

5. Volksentscheid ins Grundgesetz?

5.1. Was kann direkte Demokratie leisten und was nicht?

5.2. Die Systemverträglichkeit der direkten Demokratie mit dem Grundgesetz

5.3. Ein Beispiel: Der Gesetzentwurf der rot-grünen Bundesregierung vom 13.03.2002

6. Abschlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Chancen und Herausforderungen der Einführung direktdemokratischer Elemente auf Bundesebene im politischen System der Bundesrepublik Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie ein System direkter Demokratie ausgestaltet sein müsste, um einen Mehrwert zur parlamentarischen Demokratie zu bieten, ohne die Stabilität des Grundgesetzes zu gefährden.

  • Theoretische Grundlagen und Verfahren der direkten Demokratie
  • Internationaler Vergleich (Schweiz und Österreich)
  • Analyse direktdemokratischer Regelungen und Praxis in den deutschen Bundesländern
  • Systemverträglichkeit plebiszitärer Elemente mit dem Grundgesetz
  • Evaluierung konkreter Reformvorschläge auf Bundesebene

Auszug aus dem Buch

2.1. Grundlagen

„Direkte Demokratie… [ist] die unmittelbare Herrschaft des Volkes….“11 Direkte Demokratie meint zunächst jede Form unmittelbarer Einwirkung durch das Volk auf eine bestimmte Entscheidung. Unterschieden werden muss hier zwischen Sach- und Personalentscheidungen. Ein in Deutschland verbreitetes Beispiel für eine Personalentscheidung ist die Direktwahl des Bürgermeisters. Als Sachvoten hingegen bezeichnet man Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide über bestimmte Sachfragen.12

Will man das Thema direkte Demokratie theoretisch betrachten, so kommt man um die Betrachtung eines wichtigen Theoretikers nicht umhin: Jean-Jacques Rousseau. Für ihn stand fest, dass „die Souveränität, da sie nichts anderes ist als die Ausübung des Gemeinwillens, niemals veräußert werden kann und daß der Souverän, der nichts anderes ist als ein Gesamtwesen, nur durch sich selbst vertreten werden kann …“13. Seine These der Identität von Regierenden und Regierten kann noch heute als Grundlage für eine Diskussion über das Thema plebiszitäre Demokratie genutzt werden. Allerdings ist diese These ein rein theoretisches Konstrukt und in der Praxis nie umgesetzt worden. Desweiteren ist in den heutigen großflächigen Staaten eine solche Form der Regierung schon aus organisatorischen Gründen nicht umsetzbar. Noch heute wird aber häufig davon ausgegangen, dass zwischen Freiheit und Repräsentation ein Gegensatz besteht14, eine Ansicht, die von „radikalen“ Anhängern direkter Demokratie wohl am stärksten vertreten wird. De facto aber haben sich repräsentative Systeme in den westlichen Demokratien als sehr beständig und leistungsfähig erwiesen. Selbst das Schweizer System, dass eine Referendumsdemokratie darstellt und als das Musterbeispiel für die Umsetzung direktdemokratischer Elemente gilt, „kommt ohne eine gehörige Beimengung repräsentativer Elemente keineswegs aus.“15 In der heutigen komplexen Politik sind diese schlicht nicht mehr wegzudenken. Eine Umsetzung des Konzeptes von Rousseau ist nicht möglich, wohl aber eine Anreicherung repräsentativer Demokratien durch plebiszitäre Elemente.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung direktdemokratischer Ideen und stellt die Relevanz der Diskussion für das politische System der Bundesrepublik Deutschland dar.

2. Volksinitiative und Referendum – zur Theorie direkter Demokratie: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, ordnet sie theoretisch ein und diskutiert die Problematik von Quoren als Hürden für die Wirksamkeit direktdemokratischer Verfahren.

3. Direkte Demokratie im internationalen Vergleich: Hier wird der internationale Kontext betrachtet, wobei die Schweiz als erfolgreiches Modell und Österreich als Beispiel für eine eher bürgerunfreundliche Ausgestaltung dienen.

4. Direkte Demokratie in den deutschen Bundesländern: Das Kapitel analysiert den Stand der direkten Demokratie auf Landesebene, inklusive der Besonderheiten in Sachsen, und zieht Lehren aus der unterschiedlichen Regelungspraxis.

5. Volksentscheid ins Grundgesetz?: Es wird untersucht, wie direkte Demokratie mit dem Grundgesetz vereinbar gemacht werden kann und ein konkreter Gesetzentwurf aus dem Jahr 2002 kritisch beleuchtet.

6. Abschlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert abschließend für die Orientierung an dem Gesetzentwurf von 2002 als Maßstab für zukünftige Reformen.

Schlüsselwörter

Direkte Demokratie, Volksentscheid, Referendum, Volksbegehren, Bundesrepublik Deutschland, Grundgesetz, Quorum, Repräsentative Demokratie, Partizipation, Politikwissenschaft, Schweiz, Österreich, Sachsen, Plebiszit, Gesetzgebung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Implementierung direktdemokratischer Elemente im politischen System der Bundesrepublik Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Theorie direkter Demokratie, ein internationaler Vergleich, der Status quo in den deutschen Bundesländern sowie die Frage der Systemverträglichkeit mit dem Grundgesetz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Chancen und Verbesserungsmöglichkeiten für die Einführung plebiszitärer Elemente auf Bundesebene zu evaluieren und einen praktikablen Weg zur Einbindung der Bürger aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die Literaturrecherche, den Vergleich zwischen nationalen und internationalen Modellen sowie die Untersuchung konkreter Gesetzesentwürfe umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, internationale Beispiele, die Analyse der Praxis in deutschen Ländern sowie die spezifische Debatte um die Einführung eines Volksentscheids auf Bundesebene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Direkte Demokratie, Volksentscheid, Quoren, Grundgesetz und Partizipation.

Warum ist das Beispiel der Schweiz so wichtig für die Arbeit?

Die Schweiz dient als weltweit einziges Land mit einem stark ausgeprägten nationalen System direkter Volksrechte als Kontrastmodell, an dem Funktionsweisen und Nebenwirkungen direkter Demokratie besonders gut studiert werden können.

Welche spezifische Schlussfolgerung zieht der Autor für Deutschland?

Der Autor plädiert dafür, den Gesetzentwurf der rot-grünen Bundesregierung von 2002 als Orientierungsmaßstab zu nutzen, um Initiativrechte für Bürger zu schaffen, ohne dabei das System durch übermäßige Referenden zu lähmen.

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Résumé des informations

Titre
Volksentscheid und Referendum
Sous-titre
Direkte Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland
Université
Dresden Technical University  (Institut für Politikwissenschaft)
Cours
Parlament und Regierung in Deutschland (Schwerpunkt: Große Koalition)
Note
1,3
Auteur
Nico Mehlhorn (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
32
N° de catalogue
V132251
ISBN (ebook)
9783640383344
ISBN (Livre)
9783640382934
Langue
allemand
mots-clé
Volksentscheid Referendum Direkte Demokratie Bundesrepublik Deutschland
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nico Mehlhorn (Auteur), 2008, Volksentscheid und Referendum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132251
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Extrait de  32  pages
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