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Spielen wir Krieg?!

Eine Dramenanalyse über Fernando Arrabals 'Pique-nique en campagne' mit Themenschwerpunkt auf den Krieg

Title: Spielen wir Krieg?!

Seminar Paper , 2009 , 16 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stefan Loidl (Author)

French Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Fernando Arrabal nimmt einen ganz besonderen Stellenwert in der französischen Theaterszene ein. Geboren 1932 in Melilla (spanisch Marokko) wurde Arrabal schon in seiner frühen Kindheit auf tragische Art und Weise vom spanischen Bürgerkrieg geprägt. Aber auch familiäre Spannungen, wie etwa die Verleugnung des Vaters durch Arrabals Mutter trugen dazu bei, dass Arrabal bereits 1952 nach Frankreich auswanderte um dort ein Theaterstudium zu beginnen. Schreiben, so scheint es, ist der einzige Weg für Arrabal, um mit seiner Vergangenheit Frieden schließen zu können. Seine Stücke, so Arrabal, spiegeln in einer schockierenden Form das Chaos der realen Welt wieder um die Zuschauer zur Erkenntnis zu führen, mehr über sich und die gegenwärtige Situation auf der Welt nachzudenken.
Ich habe mich dazu entschlossen, in dieser Arbeit Arrabals dramatisches Werk Pique-nique en campange zu analysieren, da mich dieses Stück auf verschiedenste Art und Weise fasziniert, aber auch zum Nachdenken angeregt hat.
Das Stück selbst gilt als Arrabals Erstwerk, wurde 1952 im Theater uraufgeführt und lässt sich zeitlich gesehen in seine erste Schaffensperiode (1952 – 1959) einordnen.
Im ersten Teil der Arbeit möchte ich zuerst eine kurze inhaltliche Zusammenfas-sung über das Stück geben, bevor ich mich mit einzelnen Aspekten der Dramenana-lyse beschäftigen werde. Diesbezüglich möchte ich mich näher mit den Punkten der Darstellung, der Informationsvergabe sowie der Raum- und Zeitstruktur beschäftigen, da diese Punkte meiner Ansicht nach einen besonderen Stellenwert im Stück einnehmen.
Im zweiten Teil der Arbeit möchte ich mich tiefer mit der inhaltlichen Thematik des Stückes beschäftigen. Wir leben in einer Welt, in der Krieg, Gewalt und Angst eine zentrale Rolle spielen. Wohin man seine Aufmerksamkeit auch lenken mag, es scheint, als zieht sich diese Thematik wie ein roter Faden vom einen bis zum anderen Ende der Welt. Jeden Tag wird die Gesellschaft mit neuen Bildern der Grausamkeit konfrontiert, sei es im Fernsehen, durch die Zeitung oder am eigenen Leib.
Diesbezüglich habe ich mich dazu entschlossen auf die symbolische Bedeutung des Krieges in Pique-nique en campagne anhand einer Titelanalyse sowie die Einstellung und dem Handeln einzelner Personen näher einzugehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Studium

2.1 Die Geschichte

2.2 Die Darstellung

2.2.1 Die äußere Struktur und Handlungsstruktur

2.2.2 Die Spannung

2.2.3 Die Gestaltung des Nebentexts

2.3 Die Informationsvergabe

2.3.1 Expositorische Informationsvergabe

2.3.2 Relation zwischen Figuren- und Zuschauerinformiertheit

2.4 Raum- und Zeitstruktur

2.4.1 Die Raumstruktur

2.4.2 Die Zeitstruktur

3 Punctum

3.1 Interpretation des Titels

3.2 Spielen wir Krieg?

3.3 Ein Feind ein Freund

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das dramatische Erstwerk Pique-nique en campagne von Fernando Arrabal mit dem Ziel, die symbolische Bedeutung des Krieges anhand einer detaillierten Analyse der Titelgebung sowie des Verhaltens und der Einstellungen der Protagonisten aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen.

  • Strukturelle Analyse des Dramas (Darstellung, Raum- und Zeitgestaltung)
  • Untersuchung der Informationsvergabe und des Spannungsaufbaus
  • Symbolische Interpretation des Titels in Bezug auf die Kriegsthematik
  • Verhaltensanalyse der Figuren Zapo, Zépo und des Ehepaars Tépan
  • Darstellung der kindlichen Naivität im Kontext von Krieg und Gewalt

Auszug aus dem Buch

Spielen wir Krieg?

Eine Frage, die sich der Leser wohl vom Anfang bis zum Ende des Stückes stellen wird ist, ob die Figuren in Pique-nique en campagne die Gefahr des Krieges nicht sehen wollen oder sie tatsächlich nicht bemerken. Beide Möglichkeiten scheinen auf den ersten Blick als passend, doch bemerkt man bei genauerer Betrachtung, dass sich die Ansichten der Personen zum Thema Krieg zweiteilen. So findet man auf der einen Seite Mme. und M. Tépan wieder, welche die drohende Gefahr ins Lächerliche ziehen und den Ernst der Lage scheinbar nicht erkennen wollen, während sich auf der anderen Seite Zapo befindet und alles erdenklich mögliche versucht, um seine Eltern zu warnen beziehungsweise in Sicherheit zu bringen. Folglich könnte man zu jener Einstellung kommen, dass sich die Figuren in Pique-nique en campagne einem Katz-und-Maus-Spiel bedienen, worin auch die Wahl der Überschrift Spielen wir Krieg? begründet ist.

Bereits zu Beginn des Stückes wird, so scheint es, auf dieses Kriegssspiel hingedeutet als Zapo mit seinem Kommandanten telefoniert und sich hilfesuchend an ihn wendet als er ihm die Frage „Et les grenades, qu´est-ce que j´en fais? Je dois les envoyer en avant ou en arrière?“ (S. 173) stellt. Diese Situation wirkt zuerst wohl etwas belustigend, doch der Leser wird im nächsten Moment zurück in die Realität geholt, als im Nebentext die Ankunft von Zapos Eltern angekündigt wird und in weiterer Folge das typische Eltern-Kind-Verhältnis zu Tage tritt. Der Rezipient wird sich an dieser Stelle wohl ernsthaft Gedanken darüber machen, wie alt Zapo eigentlich ist und erkennen, dass aus dem scheinbar harmlosen Spiel allzu schnell Ernst werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Biografie von Fernando Arrabal und Motivation zur Analyse seines Erstwerks Pique-nique en campagne.

2 Studium: Detaillierte dramaturgische Analyse des Stücks hinsichtlich der Handlungsstruktur, der Spannungsaspekte, der Informationsvergabe sowie der Raum- und Zeitkonzeption.

3 Punctum: Inhaltliche Auseinandersetzung mit der Titelbedeutung und der kindlichen Naivität der Charaktere, die den Krieg als spielerisches Element umdeuten.

Schlüsselwörter

Fernando Arrabal, Pique-nique en campagne, Kriegsdrama, Absurdes Theater, Dramenanalyse, Spannungsaufbau, Raumstruktur, Zeitstruktur, Figurenkonstellation, Kindliche Naivität, Symbolik, Zapo, Zépo, Ehepaar Tépan, Kriegskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das dramatische Werk Pique-nique en campagne von Fernando Arrabal, um die Darstellung und Symbolik des Krieges in diesem Stück zu untersuchen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Die zentralen Themenfelder umfassen die dramaturgische Struktur des Stücks, die Wirkung von Spannungsparametern sowie die psychologische Haltung der Figuren gegenüber der Kriegsthematik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie Arrabal durch den Kontrast zwischen kindlichem Spiel und der zerstörerischen Realität des Krieges die Wahrnehmung der Zuschauer beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Der Autor führt eine literaturwissenschaftliche Dramenanalyse durch, die auf gängigen Theorien des Dramas basiert und Textstellen des Stücks explizit interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der Darstellung (Struktur, Spannung, Nebentexte), der Informationsvergabe sowie der Raum- und Zeitstruktur und einer inhaltlichen Deutung des "Punctums" im Stück.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Fernando Arrabal, Kriegsdrama, Absurdes Theater und Figurenpsychologie charakterisieren.

Wie interpretiert der Autor den Titel „Pique-nique en campagne“?

Der Autor arbeitet die schockierende Mehrdeutigkeit heraus, wobei „campagne“ nicht nur das Land, sondern im militärischen Kontext auch den „Feldzug“ meint, was den harmlosen Titel als Verharmlosung des Krieges entlarvt.

Welche Rolle spielt die Figur M. Tépan im Kontext des Kriegsendes?

M. Tépan agiert als Schlüsselfigur, die den Krieg als trivialen Streit zwischen Kindern abhandelt und glaubt, Frieden durch einfache Absprachen und Spielzeugwaffen für die Generäle erreichen zu können.

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Details

Title
Spielen wir Krieg?!
Subtitle
Eine Dramenanalyse über Fernando Arrabals 'Pique-nique en campagne' mit Themenschwerpunkt auf den Krieg
College
University of Graz  (Romanistik)
Course
Französische Dramenliteratur von 1896 bis zur Gegenwart
Grade
2
Author
Stefan Loidl (Author)
Publication Year
2009
Pages
16
Catalog Number
V132262
ISBN (eBook)
9783640383429
ISBN (Book)
9783640383009
Language
German
Tags
Französisches Theater Französisches Drama Fernando Arrabal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Loidl (Author), 2009, Spielen wir Krieg?!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132262
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