Sicherlich gibt es keinen einheitlichen Standard für einen/eine Künstler*in. Dennoch kommt man nicht umhin, sich mit anderen Künstlermodellen in seinem Umfeld zu vergleichen. Er oder sie müsste laut Platon Spezialist*in sein. Es stellt sich die Frage, ob in der Kunst genau das Gegenteil der Fall ist. Tolstoi beschrieb Künstler*innen als Personen, die ewig auf der Suche sind. Somit sich permanent reflektieren, weiterentwickeln, sich Fragen stellen und nie den Zustand von Perfektion erreichen. Er oder sie interessiert sich für Vieles, sucht gerade zu nach neuen Eindrücken und Herausforderung und ist in vielen Teilbereichen der Kunst tätig. Er oder sie ist das Gegenteil von einem/einer Spezialist*in. Die Person ist breit aufgestellt.
Das 21. Jahrhundert hält viele Herausforderungen für Künstler*innen bereit. Der Popmusiker*innenberuf mit seinen vielen beruflichen Facetten bietet die Möglichkeit, sich individuell ein Potpourri aus Beschäftigungsfeldern zusammenzustellen. Auf der anderen Seite bietet sich die Möglichkeit, sich zu spezialisieren, um sich so eventuell einen Marktvorteil zu verschaffen. Im Folgenden soll ein Überblick über das Wirkungsfeld von Popmusiker*innen in Deutschland geschaffen werden, die Biografie, Lebensumstände und Berufspraxis der Zielgruppe untersucht werden und darüber hinaus mit individuellen, motivationspsychologischen Faktoren verglichen werden. Ob nun ein/eine Popmusiker*in dafür geschaffen ist, sich breit aufzustellen oder sich zu spezialisieren und ob der Markt ihn/sie zwingt, einer Beschäftigung nachzugehen, welche seiner/ihrer Persönlichkeit widerspricht, ist eine interessante Frage und wird nachfolgend unter obigen Gesichtspunkten betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Breit aufstellen vs. spezialisieren?
1.2 Struktur der Arbeit
2 Forschungsgegenstand
2.1 Wer ist eigentlich Popmusiker*in?
2.2 Das Berufsfeld von Popmusiker*innen
2.3 Externe Faktoren der Berufswahl von Popmusiker*innen
3 Forschungsmethodik
3.1 Methodenauswahl und Forschungsverlauf
3.2 Durchführung einer quantitativen Vorstudie
3.3 Konkretisierung der Fragestellungen nach Reflexion der Vorstudie
3.4 Quantitative Hauptstudie
3.4.1 Auswahl der Proband*innen
3.4.2 Durchführung der Befragung
3.4.3 Auswertung der quantitativen Hauptstudie und Ergebnissicherung
3.5 LUXXprofile
3.5.1 Durchführung der Onlinebefragung zur Erstellung der LUXXprofile
3.5.2 Ergebnissicherung der LUXXprofile
4 Ergebnisse
4.1 Resultate des quantitativen Fragebogens
4.1.1 Biografie der Proband*innen
4.1.2 Berufspraxis der Proband*innen
4.1.3 Lebenssituation der Proband*innen
4.2 Cluster-Analyse der LUXXprofile
4.3 Fallbeispiele
4.3.1 Proband P6
4.3.2 Probandin 10
4.3.3 Probandin P15
4.3.4 Proband 13
4.3.5 Proband 2
4.4 Reflexion der Fallbeispiele
5 Fazit
5.1 Persönliche Reflexion des Autors
5.2 Survival of the fittest?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die motivationspsychologischen und externen Einflussfaktoren auf die Berufsfeldwahl von Popmusiker*innen in Deutschland. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob sich die Akteure eher für eine Spezialisierung oder eine breit aufgestellte "Patchwork"-Karriere entscheiden und wie sich deren Arbeitsalltag unter dem Druck wirtschaftlicher und persönlicher Faktoren gestaltet.
- Analyse der Berufsstruktur und Einkommensverhältnisse von Popmusiker*innen.
- Einfluss externer Faktoren (Geografie, Lebensumstände, Wirtschaftslage) auf die Karrierewege.
- Untersuchung motivationspsychologischer Schemata mittels der LUXXprofile-Methode.
- Gegenüberstellung von quantitativen Daten (Fragebogen) und individuellen Persönlichkeitsprofilen.
- Reflexion des Spannungsfeldes zwischen künstlerischer Vision und ökonomischem Überlebensdruck.
Auszug aus dem Buch
1.1 Breit aufstellen vs. spezialisieren?
„Das Unvollkommene kann nie für etwas der Maßstab sein“
Platon beschreibt in seinem Werk Politeia die Idealvorstellung vom Konstrukt Staat. Diese Aussage setzt voraus, dass nur der perfekte Zustand, der, der im Detail durchdacht ist und keine Fragen mehr aufwirft als Maßstab gesehen werden kann.
Reflektiert man dies auf das Ausüben einer Kunst, würde das bedeuten, dass nur der/die Künstler*in, welcher/welche sein Handwerk soweit perfektioniert hat, dass es ihm/ihr keine Fragen mehr aufwirft und der/die, dem nicht zu erreichenden, vollendeten Zustand nacheifert, als Maßstab gesehen werden kann.
Sicherlich gibt es keinen einheitlichen Standard für einen/eine Künstler*in. Dennoch kommt man nicht darum, sich mit anderen Künstlermodellen in seinem Umfeld zu vergleichen. Er oder sie müsste laut Platon, Spezialist*in sein.
Es stellt sich die Frage, ob in der Kunst genau das Gegenteil der Fall ist. Tolstoi beschrieb Künstler*innen als Personen, die ewig auf der Suche sind. Somit sich permanent reflektieren, weiterentwickeln, sich Fragen stellen und nie den Zustand von Perfektion erreichen. Er oder sie interessiert sich für Vieles, sucht gerade zu nach neuen Eindrücken und Herausforderung und ist in vielen Teilbereichen der Kunst tätig. Er oder sie ist das Gegenteil von einem/einer Spezialist*in. Die Person ist breit aufgestellt. Das 21. Jahrhundert hält viele Herausforderungen für Künstler*innen bereit. Der Popmusiker*innenberuf mit seinen vielen beruflichen Facetten bietet die Möglichkeit sich individuell ein Potpourri aus Beschäftigungsfeldern zusammenzustellen. Auf der anderen Seite bietet sich die Möglichkeit, sich zu spezialisieren um sich so eventuell einen Marktvorteil zu verschaffen. Im Folgenden soll ein Überblick über das Wirkungsfeld von Popmusiker*innen in Deutschland geschaffen werden, die Biografie, Lebensumstände und Berufspraxis der Zielgruppe untersucht werden und darüber hinaus mit individuellen, motivationspsychologischen Faktoren verglichen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zur Thematik der Berufsfeldauswahl von Popmusiker*innen und Erläuterung der Struktur dieser Arbeit.
2 Forschungsgegenstand: Definition des Begriffs Popmusik sowie Untersuchung der Berufsfelder und externer Einflussfaktoren auf die Berufswahl.
3 Forschungsmethodik: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, bestehend aus qualitativer Vorstudie, quantitativer Hauptstudie und der Analyse mittels LUXXprofile.
4 Ergebnisse: Auswertung der quantitativen Daten, Präsentation der Cluster-Analyse sowie detaillierte Betrachtung einzelner Fallbeispiele von Proband*innen.
5 Fazit: Persönliche Reflexion des Autors sowie Zusammenfassung der Erkenntnisse im Hinblick auf Flexibilität und Resilienz der Zielgruppe.
Schlüsselwörter
Popmusiker*innen, Berufsfeldwahl, Patchwork-Karriere, Musikwirtschaft, Motivationspsychologie, LUXXprofile, Spezialisierung, Selbstverwirklichung, Existenzsicherung, Live-Musik, Musikunterricht, Digitalisierung, Kreativwirtschaft, Resilienz, Musikerberuf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Berufsfeldwahl von Popmusiker*innen in Deutschland und der Frage, ob sie sich eher spezialisieren oder sich breit aufstellen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die aktuelle Situation der Musikwirtschaft, die beruflichen Anforderungsprofile für Musiker*innen und die psychologische Motivation hinter individuellen Karrierewegen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen den externen Lebensumständen der Musiker*innen und ihrer persönlichen Motivationsstruktur aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf ein gemischt-methodisches Verfahren: Eine quantitative Datenerhebung mittels Fragebogen zur Berufspraxis und die psychologische Profilierung mittels des LUXXprofile-Tests.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen (Forschungsgegenstand), die gewählten Methoden, die Ergebnisse der Umfragedaten inklusive einer Cluster-Analyse sowie die detaillierte Vorstellung und Reflexion mehrerer Fallbeispiele dokumentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Popmusiker*innen, Berufsfeldwahl, Patchwork-Karriere, Motivationspsychologie und Musikwirtschaft.
Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie für die Untersuchung?
Die Pandemie wird als ein extremes externes Ereignis betrachtet, das die Fragilität der Musikwirtschaft offenlegte und verdeutlichte, warum eine breite berufliche Aufstellung für Künstler*innen als Absicherung dienen kann.
Was zeigen die Fallbeispiele (z.B. P6 oder P10) auf individuelle Ebene?
Die Fallbeispiele verdeutlichen, wie unterschiedliche Ausprägungen in Motiven wie Neugier, Sicherheit oder Einfluss direkt mit den gewählten Berufspfaden und der persönlichen Arbeitsweise (z.B. hohe Flexibilität vs. Suche nach Sicherheit) korrelieren.
- Quote paper
- Max Büttner (Author), 2021, Breit aufstellen oder spezialisieren? Motivationspsychologische und externe Gründe der Berufsfeldwahl von Popmusiker*innen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1322640