Die vorliegende Arbeit widmet sich dem thematischen Teil des Strafvollzugs und der Kriminalisierung.
Dabei stelle ich vor, wie der Strafvollzug in Deutschlang aufgebaut ist und welche Funktion er einnimmt, welches Ziel er verfolgt und welche Arten es gibt. Gleichzeitig untersuchen wir diesen auch unter dem internationalen Aspekt, bevor wir zum Kern der Arbeit, nämlich Migranten im Strafvollzug vorstoßen. Dabei gehen wir unter anderem auf die spezifischen Probleme der ausländischen Inhaftierten ein, wie auch deren Tagesablauf. Vor dem Fazit, gewähre ich noch einen Eindruck in die Soziale Arbeit im Strafvollzug und deren Bedeutung.
Kaum ein Thema hält sich seit mehreren Jahren derart konstant und befeuert so zuverlässig Konversationen und Diskussionen, unabhängig der gesellschaftlichen Stellung oder politischen Meinung, wie die Thematik der Geflüchteten. Damit verbunden wird häufig die Islamisierung, der „Verfall“ von Traditionen und Werten und auch die Kriminalität, die durch diese Menschen wieder in Deutschland steigt, so zumindest die Meinung größerer Bevölkerungsanteile, dabei grassiert das Thema nicht nur an Stammtischen, sondern auch unter Freunden, in Büros und auch in den Landtagen und dem Bundestag. Obwohl der Strom an Geflüchteten Menschen im Jahre 2015 mit 890.000 seinen Zenit erreicht hat, erreichten auch in den Folgejahren mehrere Hunderttausende deutsches Bundesgebiet.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Strafvollzug
2.1) Arten des Strafvollzugs bzw. der Freiheitsentziehung
2.2) Funktionen von Strafe
2.2.1) Absolute Straftheorien
2.2.2) Relative Straftheorien
2.3) Ziel des Strafvollzugs und die Beeinflussung durch die Medien
2.4) Alltag im deutschen Strafvollzug
2.4.1) Geschlossener Vollzug
2.4.2) Offener Strafvollzug
2.5) Der Strafvollzug aus dem internationalen Blickwinkel
2.5.1) Führend
2.5.2) Mittelwert
2.5.3) Nachholbedarf
3) Migranten im Strafvollzug
3.1) Definition der Begriffe Migrant/in und Ausländer/in
3.2) Straffällige Migranten
3.2.1) Statistische Daten ausländischer Verurteilter / Delinquenten
3.2.2) Soziostrukturelle Merkmale von Migranten
3.2.3) Die Subkultur einer Haftanstalt
3.2.4) Gefangenensubkulturen im Kontext der Migration
3.2.5) Resozialisierung als Ziel des Strafvollzuges
3.3) Spezifische Probleme von ausländischen Inhaftierten
3.3.1) Aufenthaltsgesetz: Barriere für die Resozialisierung ausländischer Inhaftierter
3.3.2) Sprache
3.3.3) Religionsausübung
3.3.4) Mentalität und Sitten
3.3.5) Arbeit und Ausbildung
3.3.6) Freizeit
4) Soziale Arbeit im Strafvollzug
4.1) Grundlagen
4.1.1) Grundprinzipien
4.1.2) Rechtliche Grundlagen
4.1.3) Methodische Grundlagen
4.2) Vorbereitende Arbeitsschritte
4.2.1) Erstgespräch
4.2.2) Die Behandlungsuntersuchung
4.3) Sozialarbeiterische Interventionen im Vollzugsverlauf
4.3.1) Der individuelle Kontakt
4.3.2) Der familiäre Kontakt
4.3.3) Verfügbarkeit des Sozialdienst
4.3.4) Entlassungshilfe
4.4) Ergänzungen zu speziellen Freiheitsstrafen
4.4.1) Untersuchungshaft
4.4.2) Jugendstrafvollzug
4.5) Arbeit im Justizvollzug mit nichtdeutschen Insassen
4.6) Interkulturelle Kompetenzen als Zugangsmöglichkeiten
5) Fazit
5.1) Betrachtung der Arbeit aus der Metaebene
5.2) Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen, denen Migranten im deutschen Strafvollzug gegenüberstehen, und analysiert die Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Kontext, um Chancen für eine erfolgreiche Resozialisierung aufzuzeigen.
- Strukturelle Rahmenbedingungen und Arten des Strafvollzugs in Deutschland.
- Analyse soziostruktureller Merkmale und kultureller Aspekte bei straffälligen Migranten.
- Herausforderungen durch Haftsubkulturen und Sprachbarrieren im Justizvollzug.
- Rechtliche Kollisionen zwischen Strafvollzugsgesetz und Aufenthaltsrecht.
- Methodische Ansätze und interkulturelle Kompetenzen in der sozialen Arbeit mit inhaftierten Migranten.
Auszug aus dem Buch
3.2.3) Die Subkultur einer Haftanstalt
Zur Bewältigung der veränderten Lebenssituation, die mit dem Freiheitsentzug einhergeht, existieren in den Justizvollzugsanstalten subkulturelle Gesellschaftsordnungen, mit eigenen Normen und Werten, sowie besonderen Ritualen. Dabei stellen
„[die] Subkulturen […] Teilsysteme innerhalb des umfassenderen Gesamtsystems einer Anstalt dar. In ihnen können die einzelnen Gefangenen verbotene Mittel anwenden, unerlaubte Ziele verfolgen, die Erwartungen des offiziellen Vollzugsstabs hinsichtlich ihrer Person umgehen und dadurch eine gewisse Freiheit in Unfreiheit erlangen. (Laubenthal 2010, S. 1)“
Bis zum tragischen Tod eines Jugendlichen in der Jugendstrafanstalt der JVA Siegburg im Jahr 2006, wurden Gefangenensubkulturen der Strafvollzugswissenschaft sträflich vernachlässigt. Erst im Anschluss, nachdem der Fall medienwirksam der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, sind wissenschaftliche Untersuchungen in diese Richtung anstellt worden. Auf den ersten Blick offenbart sich diese Gegenkultur durch den anstaltsinternen Schwarzmarkt, mit seinen illegalen Geschäften, insbesondere zur Beschaffung von Betäubungsmitteln und anderen Genussmitteln. Gegenleistungen sind häufig das Übermitteln von Nachrichten, sexuelle Hingabe oder das Einschmuggeln anderer Gegenstände. Weitere Merkmale der Subkultur sind die typischen Tätowierungen und ein eigener Wortschatz und dessen allzeit präsenter Sprachgebrauch. Eine besondere Rolle innerhalb der Haftkultur nimmt die hierarchische Ordnung ein. Mit der Inhaftierung verlieren die Insassen/innen ihren vorherigen gesellschaftlichen Status, sofern es nicht der eines einflussreichen Mitglieds im kriminellen Milieu war. Das der Strafvollzug mit einem hohen Verlust an persönlicher Sicherheit einhergeht und durch ein von Angst dominiertes Klima geprägt ist, beweisen nordamerikanische und deutsche Studien gleichermaßen. So wird Neuinsassen schnell verdeutlicht, dass sie sich einen Platz innerhalb dieses neuen Gefüges erwerben müssen. Besondere Nachteile erleben dabei Menschen, die durch physische Schwäche und mangelnde Durchsetzungsfähigkeit auffallen. Das Ansehen im Gefängnis wird maßgeblich durch Faktoren wie die Haftdauer, -erfahrung, Zugang zu illegalen Gütern, Kontakt zu einflussreichen Mitgefangenen oder Kontaktpersonen außerhalb der Anstalt, Rechtskenntnisse, physische Stärke und Deliktart beeinflusst. Logisch ist, dass Neuzugänge erst einmal ein gesteigertes Opferrisiko erdulden.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Debatte rund um Migration und Kriminalität und skizziert das Interesse des Autors an der sozialen Arbeit im Justizkontext.
2) Strafvollzug: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Arten des Freiheitsentzugs, die theoretischen Straftheorien und die Ziele des Strafvollzugs im deutschen Rechtssystem.
3) Migranten im Strafvollzug: Hier werden statistische Daten, kulturelle Hintergründe, die Dynamik von Gefangenensubkulturen und die spezifische Problematik für ausländische Inhaftierte in Bezug auf das Aufenthaltsgesetz detailliert analysiert.
4) Soziale Arbeit im Strafvollzug: Dieses Kapitel beschreibt die rechtlichen und methodischen Grundlagen sowie die praktischen Intervalle sozialarbeiterischer Interventionen, von der Aufnahme bis zur Entlassungshilfe, mit Fokus auf interkulturelle Kompetenzen.
5) Fazit: Das Fazit reflektiert den gesamten Forschungsprozess der Arbeit, diskutiert die gewonnenen Erkenntnisse sowie die persönliche Entwicklung des Autors und betont eine Zukunft im Justizkontext.
Schlüsselwörter
Strafvollzug, Soziale Arbeit, Migranten, Resozialisierung, Kriminalität, Justizvollzugsanstalt, Aufenthaltsgesetz, Interkulturelle Kompetenz, Gefangenensubkultur, Freiheitsentzug, Migration, Integration, Rückfallprävention, Pädagogik, Justiz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Migranten im deutschen Strafvollzug und der Rolle der Sozialen Arbeit, um diesen eine erfolgreiche Resozialisierung zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen, statistische Kriminalitätsdaten, kulturelle Präferenzen von Migranten, Haftsubkulturen und die spezifischen Herausforderungen durch Sprachbarrieren und aufenthaltsrechtliche Probleme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch eine kritische und objektive Analyse Basiswissen zu schaffen, um die besonderen Herausforderungen für Migranten im Strafvollzug und die Notwendigkeit interkultureller Kompetenzen in der Sozialen Arbeit zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Auswertung bestehender statistischer Daten, um ein Bild der aktuellen Situation und der Herausforderungen für betroffene Gefangene und Sozialarbeiter zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Strafvollzugspraxis in Deutschland, die spezifische Analyse der Gruppe der Migranten sowie die konkreten Interventionsmöglichkeiten und -standards der Sozialen Arbeit innerhalb einer Haftanstalt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Strafvollzug, Migrationshintergrund, Resozialisierung, interkulturelle Arbeit, Justizvollzugsanstalt und Kriminalprävention beschreiben.
Welche Bedeutung hat das Aufenthaltsgesetz für inhaftierte Ausländer?
Das Aufenthaltsgesetz kollidiert oft mit dem Resozialisierungsziel des Strafvollzuges, da drohende Abschiebungen dazu führen können, das Maßnahmen als sinnlos erachtet werden, was die Lebensbedingungen für inhaftierte Migranten verschlechtert.
Warum spielen Gefangenensubkulturen bei Migranten eine wichtige Rolle?
Aufgrund von Sprachbarrieren und der Entwurzelung bilden sich ethnisch geprägte oder subkulturelle Netzwerke innerhalb der Anstalt, die als Schutzmechanismus dienen, aber auch Konfliktpotential bergen und die Resozialisierung erschweren können.
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- Henry Kromer (Author), 2019, Migranten im Strafvollzug. Eine Untersuchung der Kriminalität von Migranten innerhalb Deutschlands, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1322795