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Direkte Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland

Volksentscheide als Mittel gegen die Politikverdrossenheit?

Title: Direkte Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland

Term Paper , 2009 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jakob Weber (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Welche Lehren können aus der Einführung direktdemokratischer Verfahren auf Landes- und Kommunalebene in der Bundesrepublik Deutschland gezogen werden, und wie gestaltet sich deren Einfluss auf die Politikverdrossenheit? Das Verhältnis ist, wie so oft in der Wissenschaft, ambivalent. Ein Wundermittel ist die direkte Demokratie in ihrer gegenwärtigen Gestalt nicht, obgleich sie richtige Ansätze zeigt, die das Verhältnis zwischen Bürgern und Politik verbessern können.
Als besonders wirksam gegen die Politikverdrossenheit erweist sich das Aktivierungspotential der direkten Demokratie, welches den Bürgern Anreize verschafft, sich zu informieren, Erfahrungen und Meinungen in Diskussionen und Debatten mit ähnlich oder anders Gesinnten auszutauschen, und sich mit politischen Problemen generell auseinanderzusetzen. Dies ist ein klarer Indikator für die Wirksamkeit der direkten Demokratie gegen die Ursachen der Politikverdrossenheit.
Die Beteiligung der Bürger hat also einen positiven Effekt auf ihre politische Aktivität und die Akzeptanz des Systems. Doch die bestehenden Regelungen zu Volksentscheiden sind noch verbesserungsbedürftig. So kann der Volksentscheid durch eine bundesweite Ausweitung erheblich an Einfluss gewinnen, und würde die Bürger stärker als bislang motivieren, sich politisch zu engagieren. Auch die herrschende politische Elite sollte fortan nicht mehr auf Kriegsfuß mit der direkten Demokratie stehen, da der gegenwärtig expansive Prozess sonst ins Stocken zu geraten droht. Hier ist unter Umständen sogar eine Aufklärung der politischen Elite von Nöten, um ihr die Angst vor Plebisziten zu nehmen.
Die Kritik an der direkten Demokratie, die sich auf deren Kommerzialisierung, das fehlende Wissen der Bürger über politische Prozesse, und die mangelnde politische Effektivität bezieht, muss differenziert betrachtet werden. Es wird nicht beabsichtigt eine Basisdemokratie in Deutschland einzuführen. Direktdemokratische Verfahren haben es verdient ernst genommen zu werden, sowohl von ihrer Wirkung auf die Bürger, als auch hinsichtlich ihrer Resultate. Es ist folglich nicht die Rede davon, die repräsentative Demokratie abzuschaffen, sondern sie zu vergüten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Politikverdrossenheit definieren

2. Einfluss der direkten Demokratie auf die Politikverdrossenheit

2.1. Generelles

2.2. Die Verfahrensregeln als Bremse

2.3. Direkte Demokratie und die plurale Gesellschaft

2.4. Direkte Demokratie und die politische Elite

2.5. Direkte Demokratie auf Bundesebene

3. Direkte Demokratie in der Kritik

3.1. Kommerzialisierung

3.2. Uninformierte Bürger

3.3. Politische Effektivität

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Einführung direktdemokratischer Elemente und der Politikverdrossenheit in der Bundesrepublik Deutschland, mit dem Ziel zu klären, ob diese Verfahren die politische Partizipation fördern und das Vertrauen in das System stärken können.

  • Analyse des Begriffs der Politikverdrossenheit
  • Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen direkter Demokratie und politischem Engagement
  • Kritische Würdigung direktdemokratischer Verfahren hinsichtlich Kommerzialisierung und Wählerkompetenz
  • Diskussion der Etablierung direktdemokratischer Elemente auf Bundesebene

Auszug aus dem Buch

2.3. Direkte Demokratie und die plurale Gesellschaft

Als in Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs unter Ludwig Erhard in den 60er Jahren der jungen Bundesrepublik erstmals ausländische Arbeitnehmer ins Land geholt wurden, sollte dies eine zu damaliger Zeit nicht erwartete, tiefgreifende Veränderung der Gesellschaft einläuten. Deutschland veränderte sich von einem Auswanderungs- in ein Einwanderungsland, wobei diese Erkenntnis erst im Verlauf des letzten Jahrzehnts in den Köpfen der Bevölkerung durchsetzte. Der Wandel von einer weitgehend homogenen Gesellschaft zu einer mittlerweile stark heterogenen, wie sie gerade in den Ballungsräumen und Großstädten Deutschlands zu finden ist, wirft neue Probleme in der Politik auf, die nunmehr gefordert ist, sich mit den unterschiedlichen, pluralen Interessen ihrer Bürger auseinandersetzen. Denn eine plurale Gesellschaft verlangt eine differenzierte Behandlung, die von einer rein repräsentativen Demokratie schwer zu erbringen ist. Dies ist durch den Umstand zu begründen, dass im repräsentativen System der Bundesrepublik Deutschland die Regierungen auf Bundes- und Landesebene fast ausschließlich von Parteien gestellt werden, die nach ihrem Verständnis die Mehrheit der Bevölkerung vertreten. Dem zugrunde liegenden Wählerschaft gerecht zu werden, wird daher nicht speziell und umfassend auf die Interessen der Minderheiten Rücksicht genommen, was zu einer teilweisen Missachtung dieser Gruppen führt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Politikverdrossenheit und die Relevanz direktdemokratischer Verfahren im deutschen Kontext.

1. Politikverdrossenheit definieren: Erörterung verschiedener Kriterien zur Definition und Messbarkeit von Politikverdrossenheit, insbesondere unter Berücksichtigung der Wahlbeteiligung.

2. Einfluss der direkten Demokratie auf die Politikverdrossenheit: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen direktdemokratischen Elementen und dem politischen Engagement der Bürger.

2.1. Generelles: Darstellung der fördernden Wirkung direkter Demokratie auf die Bürgeraktivität und den Informationsprozess.

2.2. Die Verfahrensregeln als Bremse: Analyse der rechtlichen Hürden für Volksbegehren und Volksentscheide, die das bürgerschaftliche Engagement einschränken können.

2.3. Direkte Demokratie und die plurale Gesellschaft: Diskussion darüber, wie direkte Demokratie zur Repräsentation pluraler Interessen beitragen kann.

2.4. Direkte Demokratie und die politische Elite: Analyse der kritischen Haltung der politischen Elite gegenüber direktdemokratischen Elementen.

2.5. Direkte Demokratie auf Bundesebene: Auseinandersetzung mit der Möglichkeit und den Vorbehalten gegenüber bundesweiten Volksentscheiden.

3. Direkte Demokratie in der Kritik: Auseinandersetzung mit den Gegenargumenten bezüglich der Risiken direktdemokratischer Verfahren.

3.1. Kommerzialisierung: Diskussion der Gefahr, dass finanzstarke Akteure direktdemokratische Prozesse beeinflussen könnten.

3.2. Uninformierte Bürger: Kritische Prüfung der Annahme, der Bürger sei überfordert oder nicht ausreichend informiert für Sachabstimmungen.

3.3. Politische Effektivität: Untersuchung der Argumente bezüglich einer möglichen Verringerung der politischen Effektivität durch Basisentscheidungen.

4. Schluss: Zusammenfassende Bilanz der Auswirkungen direktdemokratischer Verfahren auf die politische Kultur in Deutschland.

Schlüsselwörter

Politikverdrossenheit, direkte Demokratie, Volksentscheid, Volksbegehren, politische Partizipation, Repräsentative Demokratie, Bürgerengagement, plurale Gesellschaft, Wahlbeteiligung, politische Elite, politische Effektivität, Sachabstimmungen, Partizipation, Demokratisierung, Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen direktdemokratischen Instrumenten und der Politikverdrossenheit in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen von Volksbegehren und Volksentscheiden auf die politische Beteiligung, die Rolle der politischen Elite sowie die Qualität und Effektivität solcher Prozesse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob und wie direkte Demokratie dazu beitragen kann, das bürgerschaftliche Engagement zu steigern und der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, Wahlergebnissen, Statistiken sowie auf die Auswertung existierender empirischer Studien zur politischen Partizipation.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition, die Analyse der positiven Einflüsse der direkten Demokratie, rechtliche Hürden (Verfahrensregeln) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Gegenargumenten wie Kommerzialisierung und Informationsdefiziten bei Bürgern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Kernbegriff Politikverdrossenheit sind Partizipation, direkte Demokratie und die Rolle der repräsentativen Organe zentrale Begriffe.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der "Verfahrensregeln als Bremse"?

Hohe formale Hürden und restriktive Zustimmungsquoren werden als Faktoren identifiziert, die das bürgerschaftliche Engagement frustrieren und somit kontraproduktiv wirken können.

Welche Rolle spielt die politische Elite laut der Studie?

Die politische Elite wird oft als skeptisch gegenüber direktdemokratischen Elementen beschrieben, da diese als Bedrohung für das repräsentative System oder die eigene Machtposition wahrgenommen werden.

Wie reagiert die Arbeit auf das Argument der "Uninformierten Bürger"?

Die Studie hinterfragt dieses Klischee kritisch und verweist darauf, dass Sachabstimmungen Bürger zur aktiven Informationssuche und Auseinandersetzung mit der Materie motivieren können.

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Details

Title
Direkte Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland
Subtitle
Volksentscheide als Mittel gegen die Politikverdrossenheit?
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Deutscher Bundestag - Ideal und politische Praxis
Grade
1,0
Author
Jakob Weber (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V132346
ISBN (eBook)
9783640384617
ISBN (Book)
9783640385010
Language
German
Tags
Direkte Demokratie Direktdemokratie Volksentscheid Bürgerentscheid Partizipation Politikverdrossenheit Volksbegehren Bürgerbegehren Basisdemokratie Referendum Plebiszit Volksabstimmung Volkssouverän Souverän
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jakob Weber (Author), 2009, Direkte Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132346
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