Dieser Bericht zum Praktikum in pädagogisch-psychologischen Handlungsfeldern befasst sich mit dem Thema "Instruktion von Kindern in Kindertagesstätten zur gemeinschaftlichen und gewaltfreien Kommunikation beim Spielen".
Ich werde in meinen Beobachtungen beschreiben, wie und ob die Erzieherinnen bei den Kindern ein Gefühl für kommunikative
Situationen aufbauen und dadurch diese Heranwachsenden ihr Gegenüber mithilfe der Kommunikation wertschätzen und respektieren lernen. Wertschätzung und Respekt sind fundamentale Bausteine der Inklusion, die in der Kommunikation beim Spielen, selbst, wenn unbemerkt, essentiell für die Zusammenarbeit sind. Laut der Kita-Leiterin wird den Kindern in dieser Kita beigebracht, dass sie nicht aneinander vorbeireden, sondern miteinander und gemeinsam zu einer Lösung kommen sollen. Da dafür Instruktionen einer Autoritätsperson wie einer Erzieherin notwendig sind und die Kinder so auch in der ‚Achtsamkeit in der Gesellschaft‘ geschult werden, habe ich mir dieses Thema als Forschungsprojekt überlegt. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Beschreibung des Praktikumskontextes
2. Beobachtungsaufgabe
2.1. Theorie
2.2. Methode
2.3 Empirische Ergebnisse
2.3.1 Interpretation
2.3.2 Vergleich
2.4 Diskussion
3. (Selbst-)Reflexion
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Frage, inwiefern Erzieherinnen in einer Kindertagesstätte durch ihre Instruktionen Kinder beim Spielen zu gemeinschaftlicher und gewaltfreier Kommunikation ermutigen, um Ansätze der sozialen Isolation zu verhindern.
- Inklusion als pädagogisches Konzept in Kindertagesstätten
- Die Rolle der kommunikativen Interaktion im Spiel
- Vergleichende Analyse autoritärer Intervention vs. gewaltfreier Kommunikation
- Methodische Beobachtung von Interaktionsmustern im pädagogischen Alltag
- Selbstreflexion der Praktikumserfahrungen hinsichtlich inklusiver Praxis
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Interpretation
In diesem Abschnitt werden zwei aus meinem Praktikum selektierte Situationen wiedergegeben, interpretiert und bewertet. Dafür werden die bisher definierten Interpretationsschritte (Kontext, Situation und Interpretation) um einen erweitert – die Bewertung der Situation, bei der das Handeln der in die Situation involvierten Personen eingeschätzt und mithilfe von literaturfundierten Aussagen als entweder inklusionsorientiert, oder der Inklusion entgegenwirkend gewertet wird.
Es lässt sich folgendes zur Einführung in den situativen Kontext (1) der ersten Situation berichten: Die erste Situation, auf die ich aufmerksam wurde, habe ich am Anfang meines Praktikums, Montag, den 02.09.19, bemerkt. Vor der von mir beschriebenen Situation wurde, zusammen mit allen Kindern und Erzieherinnen der Kita, der Geburtstag einer anderen Erzieherin gefeiert, bei dem alle versammelten Personen in der Turnhalle der Einrichtung um die Mitarbeiterin herumsaßen. Während sie auf einem Stuhl in der Mitte des Kreises saß, wurde ihr ein Hut aufgesetzt, der das jeweilige „Geburtstagskind“ hervorheben sollte, worauf ihr anschließend ein Geschenk von der Kita-Leiterin überreicht wurde. Nachdem die Kinder und das Erzieherpersonal Lieder wie „Ein pi-pa-putziger Igel“ und „Wie schön, dass du geboren bist“ sangen, wurden die Kinder, 40 an der Zahl, in Gruppen zu jeweils zehn Personen eingeteilt und sollten ihrer jeweils zuständigen Erzieherin in ihren eigenen Raum folgen. Im Spielraum der Gruppe A befinden sich Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren, bei denen ich selbst als Praktikant untergebracht war. Nun ist es 09:30 Uhr und die von mir beobachtete Situation findet statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Beschreibung des Praktikumskontextes: Einführung in die Thematik Inklusion und Darstellung des Praktikumskontextes in einer Kindertagesstätte mit 40 Kindern.
2. Beobachtungsaufgabe: Theoretische Herleitung und methodische Erläuterung der Beobachtung als wissenschaftliches Instrument zur Analyse kommunikativer Situationen.
2.1. Theorie: Theoretische Auseinandersetzung mit Kommunikation, Inklusion und der Bedeutung von Sprache als Brücke zwischen Gedanken und Handeln.
2.2. Methode: Differenzierung zwischen bloßer Wahrnehmung und systematischer Beobachtung nach wissenschaftlichen Kriterien der Sozialforschung.
2.3 Empirische Ergebnisse: Darstellung und Auswertung zweier ausgewählter Praxissituationen im Hinblick auf ihre Inklusionsorientierung.
2.3.1 Interpretation: Anwendung der Interpretationsschritte auf die konkreten Erlebnisse aus der Kita, inklusive einer differenzierten Bewertung des Erzieherinnenverhaltens.
2.3.2 Vergleich: Gegenüberstellung der zwei beobachteten Situationen, um die Auswirkungen unterschiedlicher Interventionsstile auf die Atmosphäre und das Miteinander zu verdeutlichen.
2.4 Diskussion: Reflexion der Beobachtungsergebnisse unter Einbezug fachwissenschaftlicher Literatur und kritische Einordnung der erlebten pädagogischen Praxis.
3. (Selbst-)Reflexion: Persönliche Auseinandersetzung des Autors mit dem Praktikumsverlauf, den eigenen Ängsten und den gewonnenen Erkenntnissen über Inklusion.
Schlüsselwörter
Inklusion, Kindertagesstätte, gewaltfreie Kommunikation, soziale Interaktion, pädagogische Praxis, Partizipation, Beobachtungsmethode, Konfliktlösung, Bildungswissenschaften, Sozialisation, spielbasiertes Lernen, Kommunikationstheorie, Gruppenpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Verhalten von Erzieherinnen in einer Kindertagesstätte und untersucht, wie sie Kinder im Spiel zur gemeinschaftlichen und gewaltfreien Kommunikation anleiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind inklusive Bildung, die Anwendung gewaltfreier Kommunikation nach Rosenberg sowie die Rolle systematischer Beobachtung in pädagogischen Prozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwiefern die Instruktionen des pädagogischen Personals verbale oder nonverbale Interaktionen der Kinder beeinflussen und ob dadurch soziale Exklusion verhindert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine qualitative Beobachtungsmethode im empirisch-sozialwissenschaftlichen Kontext angewandt, die auf systematischer Situationsbeschreibung und analytischer Interpretation basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung der Kommunikation und Beobachtung als auch die empirische Analyse von zwei Fallbeispielen aus dem Kita-Alltag sowie deren Vergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Inklusion, Gewaltfreie Kommunikation, Partizipation, pädagogische Interaktion und soziale Teilhabe stehen im Zentrum der Untersuchung.
Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit der pädagogischen Intervention in der ersten Situation?
Die erste Intervention wird als Kollektivstrafe kritisiert, die eher zu Exklusion und Frustration führt, anstatt eine gewaltfreie Kommunikationsbasis zu schaffen.
Warum wird die zweite Situation als kontrastierend und erfolgreich hervorgehoben?
Durch einen sanfteren Tonfall, eine gewaltfreie Konfliktlösung und das Mitspracherecht der Kinder entstand eine kooperative Arbeitsatmosphäre, die das Miteinander förderte.
- Arbeit zitieren
- Niklas Richter (Autor:in), 2019, Instruktion von Kindern in Kindertagesstätten zur gemeinschaftlichen und gewaltfreien Kommunikation beim Spielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1323981